Stillen nach der geburt: häufigkeit & tipps

Die Frage, wie oft man ein Neugeborenes stillen sollte, ist eine der häufigsten, die sich frischgebackene Eltern stellen. Die Antwort ist jedoch nicht so einfach, denn jedes Baby ist anders und hat seine eigenen Bedürfnisse. In den ersten Tagen nach der Geburt sollten Neugeborene 10- bis 12-mal pro 24 Stunden angelegt werden. Im Durchschnitt stillen Babys circa 20 Minuten, oft trinken sie aus beiden Brustseiten. Manchen Neugeborenen genügt aber auch nur eine Seite.

Inhaltsverzeichnis

Stillen nach Bedarf

Die beste Methode, um herauszufinden, wie oft Ihr Baby gestillt werden möchte, ist das Stillen nach Bedarf. Das bedeutet, dass Sie Ihr Baby anlegen, sobald es die ersten Hungerzeichen zeigt. Diese können sein:

  • Kopf hin- und herwenden
  • Zunge herausstrecken
  • Lippen ablecken
  • Fäuste ablegen oder daran saugen
  • Wimmern oder schmatzen

Weinen und Schreien sind späte Hungerzeichen. Beruhigen Sie Ihr Neugeborenes zuerst etwas, beispielsweise durch Herumtragen oder Schaukeln, bevor Sie es anlegen.

Wie lange sollte man pro Brustseite stillen?

Die Länge der Stillmahlzeit bestimmt Ihr Baby selbst. Anfangs sind es oft 20 Minuten pro Mahlzeit. Es ist nicht nötig, die Länge der Stillmahlzeit zu begrenzen. Gesunde, reif geborene Babys trinken selbstständig nach Hunger- und Durstgefühl und beenden das Stillen dann, wenn sie satt sind.

In Wachstumsphasen oder an besonders warmen Tagen kann es auch vorkommen, dass Ihr Baby nach der ersten Brustseite noch nicht ganz zufrieden ist. Legen Sie dann einfach an der zweiten Seite an und bei Bedarf danach auch nochmals an der ersten.

Stillen nach Bedarf - Vorteile

Stillen nach Bedarf hat viele Vorteile:

  • Es verbessert die Gewichtszunahme Ihres Kindes
  • Es reduziert die Schreiphasen
  • Es trägt zu einer guten Milchproduktion bei

Stillrhythmus und Clusterfeeding

Die Stillhäufigkeit ist individuell sehr unterschiedlich. Ein Säugling kann acht bis zwölf Stillmahlzeiten in 24 Stunden zu sich nehmen. Manche Säuglinge trinken über einen Zeitraum von zwei bis sechs Stunden stündlich und schlafen dann länger (sogenanntes Clusterfeeding ). Manche Babys trinken aber auch Tag und Nacht alle zwei bis drei Stunden.

Clusterfeeding ist ein normales Verhalten von Babys, bei dem sie in bestimmten Zeiträumen sehr häufig und andauernd gestillt werden möchten. Dies ist meist abends oder nachts der Fall. Es bedeutet nicht, dass Sie zu wenig Milch haben, sondern dass Ihr Kind durch das Saugen einfach besser beruhigt werden kann.

Wie viel muss mein Neugeborenes zunehmen?

Neugeborene verlieren innerhalb der ersten drei Tage nach der Geburt meist erst etwas Gewicht. Bis zu 7 Prozent des Geburtsgewichts sind unbedenklich. Bei bis zu 10 Prozent wird in der Regel genau beobachtet, wie sich das Baby entwickelt und wie der Milcheinschuss verläuft.

Danach sollte das Gewicht stetig wieder ansteigen. Optimalerweise ist das Geburtsgewicht 10 bis 14 Tagen nach der Geburt wieder erreicht, spätestens nach drei Wochen muss es erreicht sein. Die Gewichtszunahme beträgt im Schnitt zwischen 170 und 330 Gramm pro Woche in den ersten ein bis zwei Monaten.

Bei der U1, U2 und bei den Nachsorgeterminen der Hebamme wird Ihr Neugeborenes immer gewogen. Sollte ein höheres Gewicht notwendig sein, dann spricht dies der Arzt oder Ihre Hebamme an.

Anzeichen für ausreichende Milchproduktion

Sie können ganz einfach feststellen, ob Ihr Baby genügend Milch bekommt, indem Sie auf folgende Anzeichen achten:

  • Gewicht: Ihr Baby nimmt regelmässig zu und hat sein Geburtsgewicht nach spätestens drei Wochen wieder erreicht.
  • Windeln: Ihr Baby hat mindestens 6 nasse Windeln pro Tag und 2 Stuhlwindeln.
  • Stillverhalten: Ihr Baby trinkt aktiv und zufrieden.
  • Verhalten: Ihr Baby ist wach und aufmerksam.

Was tun, wenn das Baby beim Stillen einschläft?

Neugeborene verbringen den Großteil ihrer ersten Lebenstage damit, zwischen Stillen und Schlafen zu wechseln. Dass Ihr Baby beim Stillen einschläft, ist also wahrscheinlich normal.

Wenn das Geburtsgewicht noch nicht wieder erreicht ist und die Stillzeiten insgesamt sehr kurz sind, können Sie Folgendes tun:

  • Den Milchfluss anregen: Warme Kompresse, leichte Massage.
  • Zwischen den Brustseiten wechseln.
  • Baby zwischendurch wickeln.
  • Vorsichtig etwas Muttermilch ausstreichen und die Lippen damit benetzen.
  • Sanftes Streicheln der Babywangen und das leichte Massieren der Hand- oder Fußinnenfläche.

Bleiben die Stillzeiten kurz und sorgen Sie sich um das Gewicht oder hat Ihr Baby auffällig oft Bauchweh, sollten Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin Rücksprache halten.

Stillen und emotionale Bedürfnisse

Stillen ist weit mehr als Ernährung: Es stillt natürlich Hunger und Durst, lindert aber auch Schmerzen, spendet Trost und erleichtert das Einschlafen. Durch das Saugen an der Brust werden also auch emotionale Bedürfnisse des Babys erfüllt.

Häufige Fragen zum Stillen

Wie lange dauert es, bis die Milch kommt?

Die Milchproduktion beginnt schon während der Schwangerschaft. In den ersten Tagen nach der Geburt produzieren Sie Kolostrum, eine dickflüssige, gelbliche Milch, die reich an Antikörpern ist. Die reife Muttermilch kommt in der Regel zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Geburt.

Kann ich mein Baby überfüttern?

Nein, es ist nicht möglich, Ihr Baby mit Muttermilch zu überfüttern. Babys wissen instinktiv, wie viel Milch sie brauchen und hören von selbst auf zu trinken, wenn sie satt sind. Wenn Ihr Baby häufig gestillt werden möchte, ist das in der Regel ein Zeichen dafür, dass es mehr Milch benötigt. Dies kann durch Wachstumsschübe oder andere Faktoren verursacht werden.

Was tun, wenn ich wunde Brustwarzen habe?

Wunde Brustwarzen sind ein häufiges Problem beim Stillen. Es gibt verschiedene Ursachen für wunde Brustwarzen, z. B. Falsches Anlegen, ein zu starkes Saugen des Babys oder ein Pilzbefall. Wenn Sie wunde Brustwarzen haben, sollten Sie sich an eine Stillberaterin wenden, die Ihnen helfen kann, das Problem zu lösen.

Wie kann ich meine Milchproduktion steigern?

Die Milchproduktion wird durch das Saugen des Babys gesteuert. Je häufiger Ihr Baby gestillt wird, desto mehr Milch produzieren Sie. Es gibt auch andere Dinge, die Sie tun können, um Ihre Milchproduktion zu steigern, z. B. Viel Flüssigkeit trinken, sich gesund ernähren und ausreichend Ruhe gönnen.

Kann ich mein Baby mit Muttermilchnahrung zufüttern?

In manchen Fällen kann es notwendig sein, Ihr Baby mit Muttermilchnahrung zuzufüttern. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Ihr Baby nicht genug an Gewicht zunimmt oder wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Stillen haben. Wenn Sie Ihr Baby zufüttern möchten, sollten Sie sich unbedingt von einem Arzt oder einer Stillberaterin beraten lassen.

wie oft stillen nach geburt - In welchen Abständen sollte man Stillen

Zusammenfassung

Stillen ist ein wunderschönes und natürliches Erlebnis, das sowohl für Sie als auch für Ihr Baby viele Vorteile bietet. Es ist wichtig, dass Sie sich gut informieren und sich von einer Hebamme oder Stillberaterin unterstützen lassen. Wenn Sie Fragen oder Sorgen haben, zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen.

Denken Sie daran, dass jedes Baby anders ist und seine eigenen Bedürfnisse hat. Beobachten Sie Ihr Baby genau und vertrauen Sie Ihrem Instinkt. Sie werden schnell lernen, wie oft Ihr Baby gestillt werden möchte und wie Sie es am besten unterstützen können.

Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Stillen nach der geburt: häufigkeit & tipps ähneln, können Sie die Kategorie Stillen & ernährung besuchen.

Go up