Windpocken bei kindern: symptome, ursachen & behandlung

Windpocken, auch bekannt als Varizellen oder Wasserpocken, sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Die Krankheit wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht, ein Herpesvirus, das sich durch einen charakteristischen, juckenden Hautausschlag mit Bläschenbildung zeigt. Die gute Nachricht ist, dass eine einmalige Ansteckung in der Regel zu einem lebenslangen Immunschutz führt. Eine Windpocken-Impfung kann ebenfalls eine Infektion verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Überblick

Windpocken sind eine typische Kinderkrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst wird. Die Erkrankung zeichnet sich durch einen charakteristischen Ausschlag mit juckenden Bläschen aus. Die Infektion ist hochansteckend und wird in der Regel über Tröpfcheninfektionen übertragen. Nach einer einmaligen Infektion ist man in der Regel immun gegen Windpocken. Eine Impfung kann ebenfalls einen zuverlässigen Schutz bieten.

Vorkommen und Häufigkeit von Windpocken

Windpocken kommen weltweit vor und betreffen vor allem Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. In Deutschland wurde die Windpocken-Impfung im Jahr 2004 eingeführt, was zu einem deutlichen Rückgang der Krankheitsfälle geführt hat. Vor der Einführung der Impfung gab es jährlich mindestens 750.000 Windpockenfälle in Deutschland.

Trotz der Impfung sind Windpocken immer noch weit verbreitet. Die Ansteckungsfähigkeit ist sehr hoch, etwa 70 bis 80 Prozent aller Personen, die mit einem Windpocken-Infizierten in Kontakt kommen, stecken sich an. Es wird geschätzt, dass sich etwa 90 Prozent aller Kinder bis zum 1Lebensjahr mit Windpocken infizieren, wenn sie nicht geimpft sind.

Jahreszeitlicher Verlauf

Die meisten Windpocken-Fälle treten in den Winter- und Frühlingsmonaten auf. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Kinder in dieser Zeit mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und so leichter das Virus übertragen können.

Ursachen von Windpocken

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV)

Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht. Dieses Virus gehört zur Familie der Herpesviren. Es ist ein umhülltes, doppelsträngiges DNA-Virus. Das VZV kann nur im menschlichen Körper überleben und wird von Mensch zu Mensch übertragen. In seltenen Fällen kann eine Infektion mit dem VZV tödlich verlaufen, insbesondere bei immungeschwächten Personen und Schwangeren.

Übertragung des Virus

Die Übertragung des VZV erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektionen, zum Beispiel beim Husten oder Niesen. Die Ansteckung ist auch über mehrere Meter Entfernung möglich, daher der Name windpocken. Eine Ansteckung kann auch durch Kontakt-Schmierinfektionen erfolgen, zum Beispiel durch Berührung von Bläschen oder kontaminierten Gegenständen.

Erkrankte sind bereits einige Tage vor dem typischen Hautausschlag ansteckend. Die Ansteckungsfähigkeit besteht bis zu zwei Wochen, nachdem die Bläschen verkrustet sind. Während dieser Zeit sollte der Kontakt zu anderen Personen möglichst vermieden werden.

Entstehung der Windpocken

Wenn das VZV in den Körper gelangt, vermehrt es sich zunächst in den Schleimhäuten des oberen Atemtraktes. Anschließend wird es über den Blutweg in die Haut und andere Schleimhäute transportiert, wo es sich erneut vermehrt. Erst dann kommt es zum typischen Windpocken-Ausschlag.

symptome windpocken bei kindern - In welcher Jahreszeit Windpocken

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit beträgt etwa 10 bis 21 Tage. Nach dem Abklingen der Krankheit wandert das Virus zu den Spinalganglien, wo es im ruhenden Zustand verbleibt. Dort kann es bei geschwächter Immunabwehr reaktiviert werden und die Gürtelrose (Herpes Zoster) auslösen.

Symptome von Windpocken bei Kindern

Die Symptome von Windpocken sind recht charakteristisch. Sie können jedoch bei jedem Kind unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Typische Symptome

  • Fieberanstieg auf 38 bis 39 Grad Celsius
  • Kleine, rötliche Papeln, die sich innerhalb eines Tages zu juckenden Bläschen entwickeln
  • Bläschen, die anfangs mit klarer Flüssigkeit gefüllt sind, die später trüb wird
  • Bläschen, die von einem roten Hof umgeben sind
  • Ausbreitung des Ausschlags vom Gesicht auf den Rumpf und die Gliedmaßen
  • Dichterer Ausschlag am Rumpf
  • Austrocknen der Bläschen
  • Lymphknotenschwellungen im Hals-Nacken-Bereich oder am ganzen Körper

Die Bläschen trocknen innerhalb einer Woche ein und hinterlassen Krusten. Wenn die Bläschen nicht aufgekratzt werden, heilen sie meist ohne Narben ab.

Symptome bei Erwachsenen

Erwachsene haben in der Regel einen schwereren Krankheitsverlauf als Kinder. Die Symptome ähneln denen bei Kindern, können aber stärker ausgeprägt sein.

  • Fieber über 40 Grad Celsius
  • Längerer Ausschlag, der bis zu vier Wochen dauern kann
  • Fieber bereits vor dem Ausschlag, mit allgemeinen Krankheitserscheinungen
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit von Komplikationen

Mögliche Komplikationen von Windpocken

Windpocken sind in der Regel eine harmlose Krankheit, die in der Regel ohne Komplikationen verläuft. Bei einigen Kindern und Erwachsenen können jedoch Komplikationen auftreten.

Häufige Komplikationen

  • Lungenentzündung : Starke Husten, eventuell Atemnot, angestrengtes Atmen
  • Koordinationsstörungen
  • Sepsis : Infektion des Blutes, die von der Haut ausgeht

Seltene, aber schwerwiegende Komplikationen

  • Reye-Syndrom : Eine seltene, aber schwere Erkrankung, die vor allem bei Kindern auftritt. Symptome sind Erbrechen, Fieber, Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Lebervergrößerung. Das Reye-Syndrom ist ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss.
  • Enzephalitis : Gehirnentzündung, die sich durch Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Lähmungen, Sehstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle äußern kann.
  • Meningitis : Hirnhautentzündung, die meist mit Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtscheu, Geräuschüberempfindlichkeit, Bewusstseinsstörungen und Minderung des Bewusstseins einhergeht.

Diagnose von Windpocken

Die Diagnose von Windpocken ist in der Regel einfach aufgrund des charakteristischen Ausschlags. Eine körperliche Untersuchung reicht meist aus, um die Krankheit zu diagnostizieren.

In seltenen Fällen kann ein Erreger- und Antikörpernachweis erforderlich sein, um andere Hauterkrankungen auszuschließen.

Therapie und Behandlung von Windpocken

Es gibt keine spezifische, antivirale Therapie gegen Windpocken. Die Behandlung konzentriert sich in der Regel auf die Linderung der Symptome. Antibiotika sind nicht wirksam, da sie nur gegen Bakterien wirken.

Linderung des Juckreizes

Das Hauptproblem bei Windpocken ist der starke Juckreiz, der durch den Ausschlag verursacht wird. Um das Aufkratzen und Narbenbildung zu verhindern, muss der Juckreiz effektiv gelindert werden.

  • Zinkschüttelmixturen : Werden häufig von Ärzten verschrieben, um den Juckreiz zu lindern.
  • Antihistaminika : Können bei besonders starkem Juckreiz verordnet werden.
  • Kühle Bäder oder Duschen : Können den Juckreiz lindern.
  • Feuchte Kompressen : Können auf die Bläschen gelegt werden, um den Juckreiz zu lindern.
  • Locker sitzende Kleidung : Verhindert Reibung und Juckreiz.
  • Nagelpflege : Die Nägel sollten kurz geschnitten werden, um das Aufkratzen der Bläschen zu vermeiden.

Fiebersenkende Maßnahmen

Bei Fieber können fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden.

Behandlung bei immungeschwächten Kindern

Immungeschwächte Kinder benötigen eine spezielle Behandlung mit Immunglobulinen und Virustatika, um die Schwere der Krankheit zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden.

Alternative Therapieansätze

Es gibt alternative Therapieansätze, die bei Windpocken eingesetzt werden können. Allerdings dürfen Heilpraktiker und andere alternative Heilberufe Windpocken nicht behandeln.

Einige alternative Therapieansätze umfassen:

  • Homöopathie
  • Naturheilkunde
  • Traditionelle chinesische Medizin

Es ist wichtig, sich vor der Anwendung alternativer Therapieansätze mit einem Arzt zu besprechen, um sicherzustellen, dass sie sicher und effektiv sind.

Windpocken vorbeugen: Impfung

Die beste Möglichkeit, sich vor Windpocken zu schützen, ist die Impfung. Die Windpocken-Impfung ist seit 2004 in Deutschland empfohlen und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Der Impfstoff

Der Impfstoff gegen Windpocken ist ein Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Varizella-Zoster-Viren enthält. Diese Viren vermehren sich im Körper und täuschen eine Infektion vor, wodurch das Immunsystem eine Immunität aufbaut.

Impfempfehlung

  • Kleinkinder und Säuglinge : Im Alter zwischen 11 und 14 Monaten
  • Kinder und Jugendliche ohne Immunschutz : Im Alter zwischen 9 und 17 Jahren
  • Erwachsene : Insbesondere Frauen mit Kinderwunsch und Personen mit Neurodermitis

Hinweis : Personen mit akuter Krankheit mit Fieber über 38,5 Grad Celsius, Personen mit allgemeiner Immunschwäche und Schwangere sollten nicht geimpft werden.

Impfschema

  • Kinder unter 13 Jahren : Eine Impfdosis
  • Säuglinge, Kinder ab 13 Jahren, Jugendliche und Erwachsene : Zwei Impfdosen im Abstand von mindestens sechs Wochen

In der Regel wird bereits drei bis fünf Wochen nach der ersten Impfdosis eine Immunität erworben, die jedoch nur etwa 72 Prozent beträgt. Die zweite Impfung erhöht die Immunität auf über 90 Prozent.

Mögliche Komplikationen der Windpocken-Impfung

Wie bei jeder Impfung können auch bei der Windpocken-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Diese sind in der Regel mild und verschwinden nach kurzer Zeit.

Häufige Nebenwirkungen

  • Fieber
  • Allgemeine Krankheitsgefühle
  • Rötungen und Schmerzen an der Impfstelle

Seltene Nebenwirkungen

  • Herpes Zoster (Gürtelrose) : Tritt bei Geimpften häufiger auf als bei Personen, die Windpocken durchgemacht haben.
  • Windpocken-Bläschen : Treten bei etwa fünf Prozent der Geimpften innerhalb der ersten drei Wochen nach der Impfung auf.
  • Übertragung des Virus : Geimpfte Kinder und Erwachsene können das Virus an Ungeimpfte übertragen, die sich dann mit den echten Windpocken infizieren können.

Häufig gestellte Fragen zu Windpocken

Wann sind Windpocken ansteckend?

Windpocken sind bereits einige Tage vor dem Auftreten des typischen Ausschlags ansteckend. Die Ansteckungsfähigkeit besteht bis zu zwei Wochen, nachdem die Bläschen verkrustet sind.

Wie lange dauert eine Windpocken-Erkrankung?

Die Krankheit dauert in der Regel etwa eine Woche. Die Bläschen trocknen innerhalb dieser Zeit ein und hinterlassen Krusten.

Wie kann ich den Juckreiz bei Windpocken lindern?

Der Juckreiz kann durch kühle Bäder oder Duschen, feuchte Kompressen, locker sitzende Kleidung und kurz geschnittene Nägel gelindert werden. Zinkschüttelmixturen und Antihistaminika können ebenfalls helfen.

Ist die Windpocken-Impfung sicher?

Die Windpocken-Impfung ist sehr sicher und effektiv. Wie bei jeder Impfung können auch bei der Windpocken-Impfung Nebenwirkungen auftreten, die aber in der Regel mild und vorübergehend sind.

Kann ich Windpocken mehrmals bekommen?

Nein, eine einmalige Infektion mit Windpocken führt in der Regel zu einem lebenslangen Immunschutz.

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Erkrankung, die durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst wird. Das Virus verbleibt im Körper nach einer Windpocken-Infektion und kann bei geschwächter Immunabwehr reaktiviert werden. Gürtelrose äußert sich durch einen schmerzhaften, blasigen Ausschlag, der meist nur auf einer Körperseite auftritt.

Kann man Gürtelrose durch die Windpocken-Impfung bekommen?

Ja, die Windpocken-Impfung kann das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, erhöhen. Allerdings ist das Risiko bei Geimpften immer noch deutlich geringer als bei Personen, die Windpocken durchgemacht haben.

Zusammenfassung

Windpocken sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Die Krankheit wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht und führt zu einem charakteristischen Ausschlag mit juckenden Bläschen. Eine einmalige Ansteckung führt in der Regel zu einem lebenslangen Immunschutz. Die Windpocken-Impfung ist eine sichere und effektive Methode, um sich vor Windpocken zu schützen.

Wenn Sie sich Sorgen um Windpocken machen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen weitere Informationen geben und Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob eine Impfung für Sie oder Ihr Kind geeignet ist.

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