Nach einer Geburt erleben viele Frauen eine Vielzahl von körperlichen Veränderungen. Neben den bekannten Beschwerden wie Müdigkeit, Rückenschmerzen und hormonellen Schwankungen können auch Schmerzen im Steißbein auftreten. Diese Schmerzen, auch bekannt als Kogzygodynie, können den Alltag erheblich beeinträchtigen und die Freude am Leben trüben. In diesem Artikel gehen wir auf die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Steißbeinschmerzen nach der Geburt ein und geben hilfreiche Tipps für den Umgang mit dieser häufigen, aber oft unterschätzten Problematik.

Was ist das Steißbein und warum tut es nach der Geburt weh?
Das Steißbein, auch bekannt als Os coccygis, bildet den untersten Abschnitt der Wirbelsäule. Es besteht aus drei bis fünf miteinander verwachsenen Wirbelkörpern, die von einer dünnen Knochenhaut, dem Periost, ummantelt sind. Das Steißbein ist der Rest eines Schwanzes, den unsere Vorfahren noch besaßen und dient heute als Ansatzpunkt für Bänder und Muskeln des Beckens, insbesondere des Beckenbodens.
Frauen sind deutlich häufiger von Steißbeinschmerzen betroffen als Männer, insbesondere nach einer Geburt. Dies liegt an der besonderen Belastung des Steißbeins während der Schwangerschaft und Geburt. Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft führen zu einer Lockerung der Bänder, was die Beweglichkeit des Beckens erhöht und dem Baby mehr Platz im Bauchraum verschafft. Diese Lockerung betrifft auch die Bänder, die mit dem Steißbein verbunden sind, wodurch es anfälliger für Verletzungen wird.
Während der Geburt kann das Steißbein durch den Druck des Babys oder durch die Anwendung von Geburtshilfsmaßnahmen wie einer Zange oder einem Saugglockengeburt stark beansprucht werden. Dies kann zu Prellungen, Stauchungen oder sogar Brüchen führen. Auch eine veränderte Haltung des Beckens nach der Geburt, die durch die Lockerung der Bänder und die stärkere Belastung des Beckenbodens entsteht, kann zu Steißbeinschmerzen beitragen.
Häufige Ursachen für Steißbeinschmerzen nach der Geburt:
- Trauma : Ein Sturz auf das Gesäß oder ein direkter Schlag auf das Steißbein kann zu Prellungen, Stauchungen, Brüchen oder Haarissen führen. Diese Verletzungen können direkt nach dem Unfall auftreten oder sich erst später bemerkbar machen.
- Geburtsverletzungen : Während der Geburt kann das Steißbein durch den Druck des Babys oder durch die Anwendung von Geburtshilfsmaßnahmen wie einer Zange oder einem Saugglockengeburt stark beansprucht werden. Dies kann zu Prellungen, Stauchungen oder sogar Brüchen führen.
- Veränderungen im Beckenraum : Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft führen zu einer Lockerung der Bänder, was die Beweglichkeit des Beckens erhöht und dem Baby mehr Platz im Bauchraum verschafft. Diese Lockerung betrifft auch die Bänder, die mit dem Steißbein verbunden sind, wodurch es anfälliger für Verletzungen wird.
- Verspannungen im Beckenboden : Nach der Geburt kann es zu Verspannungen im Beckenboden kommen, die sich auf das Steißbein auswirken können. Diese Verspannungen können durch die Belastung während der Schwangerschaft und Geburt, aber auch durch falsche Bewegungsmuster oder Stress entstehen.
- Entzündung der Knochenhaut : Die dünne Knochenhaut am Steißbein ist sehr empfindlich und kann durch mechanische Belastung oder Überlastung gereizt und entzündet werden. Diese Entzündung kann zu starken Schmerzen führen.
- Anatomische Besonderheiten : Manche Menschen haben eine anatomische Besonderheit, die das Steißbein anfälliger für Schmerzen macht. So kann das Steißbein beispielsweise übermäßig beweglich sein oder eine leichte Fehlstellung aufweisen.
Symptome von Steißbeinschmerzen
Steißbeinschmerzen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen. Die häufigsten Symptome sind:
- Stechende Schmerzen beim Sitzen, Laufen, Treppensteigen oder beim Aufstehen aus dem Sitzen
- Druckgefühl im Steißbeinbereich
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Ausstrahlende Schmerzen in die Hüfte, den Lendenwirbelsäule oder den Analbereich
- Schwierigkeiten beim Sitzen für längere Zeit
- Bewegungseinschränkungen im Beckenbereich
Die Schmerzen können plötzlich auftreten oder sich schleichend über einen längeren Zeitraum entwickeln. Sie können auch in Phasen auftreten und wieder verschwinden. In einigen Fällen können die Schmerzen auch chronisch werden und über Monate oder sogar Jahre anhalten.
Diagnose von Steißbeinschmerzen
Um die Ursache der Steißbeinschmerzen zu ermitteln, ist eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin notwendig. Der Arzt wird sich nach den Symptomen erkundigen, die Krankengeschichte des Patienten aufnehmen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird er das Steißbein abtasten und die Beweglichkeit des Beckens prüfen. Um eine genaue Diagnose zu stellen, kann der Arzt auch zusätzliche Untersuchungen wie ein Röntgenbild oder eine MRT durchführen. Diese Untersuchungen können helfen, einen Bruch, eine Entzündung oder andere Auffälligkeiten im Steißbeinbereich auszuschließen.
Behandlung von Steißbeinschmerzen
Die Behandlung von Steißbeinschmerzen hängt von der Ursache und der Schwere der Beschwerden ab. In vielen Fällen lassen sich die Schmerzen mit konservativen Maßnahmen lindern. Diese umfassen:
Konservative Behandlungsmöglichkeiten:
- Schmerzmittel : Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, die Schmerzen zu lindern. In einigen Fällen kann der Arzt auch stärkere Schmerzmittel wie Opioide verschreiben.
- Wärmetherapie : Wärme kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Schmerzen zu lindern. Eine Wärmflasche oder ein Heizkissen können für die Wärmetherapie verwendet werden.
- Sitzring : Ein Sitzring entlastet das Steißbein, indem er den Druck vom Gesäß nimmt. Dies kann besonders hilfreich sein, wenn die Schmerzen beim Sitzen auftreten.
- Physiotherapie : Ein Physiotherapeut kann gezielte Übungen und manuelle Techniken anwenden, um die Beweglichkeit des Beckens zu verbessern, Verspannungen im Beckenboden zu lösen und die Muskulatur zu stärken.
- Osteopathie : Ein Osteopath kann durch manuelle Techniken die Beweglichkeit des Beckens und der Wirbelsäule verbessern und die Schmerzen lindern.
- Injektionen : In einigen Fällen kann der Arzt Cortison direkt in das Steißbein injizieren, um eine Entzündung zu lindern und die Schmerzen zu reduzieren.
Wenn die konservativen Behandlungsmöglichkeiten nicht erfolgreich sind, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Bei einer Operation wird das Steißbein teilweise oder vollständig entfernt. Diese Operation wird jedoch nur in seltenen Fällen durchgeführt, da sie mit Risiken verbunden ist.
Operative Behandlungsmöglichkeiten:
- Steißbeinentfernung : Bei einer Operation wird das Steißbein teilweise oder vollständig entfernt. Diese Operation wird jedoch nur in seltenen Fällen durchgeführt, da sie mit Risiken verbunden ist.
Tipps für den Alltag mit Steißbeinschmerzen
Neben der Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin können Sie selbst einiges tun, um die Schmerzen zu lindern und den Alltag zu erleichtern. Hier einige hilfreiche Tipps:
- Vermeiden Sie lange Zeiträume im Sitzen : Stehen Sie regelmäßig auf und bewegen Sie sich. Wenn Sie längere Zeit sitzen müssen, verwenden Sie einen Sitzring oder ein Kissen, um das Steißbein zu entlasten.
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung : Eine aufrechte Haltung entlastet das Steißbein und die Wirbelsäule. Achten Sie darauf, dass Sie beim Sitzen und Stehen nicht zu stark nach vorne gebeugt sind.
- Tragen Sie bequeme Kleidung : Enge Kleidung kann das Steißbein reizen. Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht auf das Steißbein drückt.
- Vermeiden Sie schwere Lasten : Heben Sie keine schweren Lasten, da dies das Steißbein belasten kann. Wenn Sie schwere Lasten heben müssen, verwenden Sie eine richtige Hebetechnik.
- Wärmetherapie : Wärme kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Schmerzen zu lindern. Eine Wärmflasche oder ein Heizkissen können für die Wärmetherapie verwendet werden.
- Entspannungstechniken : Stress kann die Schmerzen verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzen zu lindern.
Wie lange dauert es, bis Steißbeinschmerzen verschwinden?
Die Dauer der Steißbeinschmerzen variiert je nach Ursache und Schweregrad. In vielen Fällen verschwinden die Schmerzen innerhalb weniger Wochen oder Monate. In einigen Fällen können die Schmerzen jedoch auch chronisch werden und über Monate oder sogar Jahre anhalten.
Kann die Gebärmutter auf das Steißbein drücken?
Die Gebärmutter kann während der Schwangerschaft auf das Steißbein drücken, aber dies ist normalerweise nicht schmerzhaft. Wenn Sie Schmerzen im Steißbein verspüren, liegt dies wahrscheinlich an einer anderen Ursache.
Warum tut mein Steißbein plötzlich weh?
Es gibt viele mögliche Ursachen für plötzliche Steißbeinschmerzen, darunter ein Sturz, eine Verletzung, Verspannungen im Beckenboden oder eine Entzündung der Knochenhaut. Wenn Sie plötzliche Steißbeinschmerzen verspüren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären.
Was kann ich tun, um Steißbeinschmerzen vorzubeugen?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Steißbeinschmerzen vorzubeugen. Dazu gehören eine gute Körperhaltung, regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Überlastung des Steißbeins und gesunde Ernährung.
Fazit
Steißbeinschmerzen nach der Geburt sind ein häufiges Problem, das den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, die Ursache der Schmerzen zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu erhalten. Konservative Maßnahmen wie Schmerzmittel, Wärmetherapie, Sitzring und Physiotherapie sind in den meisten Fällen ausreichend, um die Schmerzen zu lindern. In einigen Fällen kann eine Operation notwendig sein. Wenn Sie unter Steißbeinschmerzen leiden, sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt oder eine Ärztin wenden.
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