Die Schwangerschaft ist eine wunderschöne und aufregende Zeit im Leben einer Frau. Es ist jedoch auch eine Zeit, in der viele Fragen und Bedenken auftauchen. Eine davon ist die Frage nach dem Screening in der Schwangerschaft. In diesem Artikel werden wir uns mit dem Thema Screening in der Schwangerschaft auseinandersetzen, insbesondere mit dem Ersttrimester-Screening, und Ihnen alle wichtigen Informationen liefern, die Sie benötigen, um fundierte Entscheidungen für Ihre Schwangerschaft zu treffen.
- Wann sind die Screenings in der Schwangerschaft?
- Sollte man das Ersttrimester-Screening machen?
- Chromosomenstörungen und Trisomie 21
- Häufig gestellte Fragen zum Screening in der Schwangerschaft:
- Was passiert, wenn das Ersttrimester-Screening ein erhöhtes Risiko zeigt?
- Welche weiteren Screenings gibt es in der Schwangerschaft?
- Welche Kosten entstehen für das Ersttrimester-Screening?
- Welche Risiken gibt es bei der Fruchtwasseruntersuchung und der Chorionzottenbiopsie?
- Welche Alternativen gibt es zum Ersttrimester-Screening?
- Fazit
Wann sind die Screenings in der Schwangerschaft?
Es gibt verschiedene Screenings, die während der Schwangerschaft durchgeführt werden können. Eines der wichtigsten ist das Ersttrimester-Screening, das zwischen der 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswoche (bzw. Scheitel-Steiß-Länge von 45 bis 84 mm) durchgeführt wird. Die optimale Zeit für die Untersuchung liegt zwischen der 12+0 und 13+4 SSW.

Was wird beim Ersttrimester-Screening gemacht?
Das Ersttrimester-Screening umfasst zwei wichtige Komponenten:
- Ultraschalluntersuchung: Dabei wird die Nackentransparenz (NT) des Kindes gemessen. Die NT ist der Flüssigkeitsraum im Nackenbereich des Fötus. Eine erhöhte NT kann ein Hinweis auf eine Chromosomenstörung sein. Zusätzlich wird das Nasenbein des Kindes betrachtet und die Blutflussmuster im Ductus venosus und an den Trikuspidalklappen beurteilt. Diese Informationen tragen zur Präzisierung des Risikos für Chromosomenstörungen bei.
- Blutuntersuchung: Aus dem mütterlichen Blut werden die vom Mutterkuchen gebildeten biochemischen Parameter PAPP-A und freies hCG bestimmt. Diese Werte liefern zusammen mit den Ultraschallmarkern wichtige Informationen für die Berechnung des individuellen Risikos für eine Trisomie 21, 13 oder 1
Die Kombination der Ultraschallmarker und der Hormonwerte ermöglicht eine präzisere Risikoeinschätzung für Chromosomenstörungen. Es ist wichtig zu beachten, dass das Ersttrimester-Screening keine Diagnose stellt, sondern lediglich das individuelle Risiko für bestimmte Erkrankungen berechnet.
Sollte man das Ersttrimester-Screening machen?
Die Entscheidung, ob man ein Ersttrimester-Screening durchführen lassen möchte, ist eine sehr persönliche Entscheidung. Es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile, die man abwägen sollte.
Vorteile des Ersttrimester-Screenings:
- Frühzeitige Risikoeinschätzung: Das Ersttrimester-Screening ermöglicht es, das Risiko für Chromosomenstörungen bereits früh in der Schwangerschaft zu bestimmen. Dies gibt den Eltern Zeit, sich mit den Informationen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen in Erwägung zu ziehen.
- Frühe Erkennung von Fehlbildungen: Neben der Risikoeinschätzung für Chromosomenstörungen kann das Ersttrimester-Screening auch Hinweise auf andere Fehlbildungen wie Herzfehler oder Skelettfehlbildungen geben.
- Unkomplizierte und risikoarme Untersuchung: Das Ersttrimester-Screening ist eine unkomplizierte und risikoarme Untersuchung. Es besteht kein Risiko für das ungeborene Kind.
- Bessere Entscheidungsfindung: Die Informationen aus dem Ersttrimester-Screening können den Eltern helfen, fundiertere Entscheidungen über den weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu treffen.
Nachteile des Ersttrimester-Screenings:
- Falsch-positives Ergebnis: Das Ersttrimester-Screening ist kein perfekter Test. Es kann zu falsch-positiven Ergebnissen kommen, d. H. Das Screening zeigt ein erhöhtes Risiko an, obwohl das Kind gesund ist. Dies kann zu unnötiger Angst und Stress bei den Eltern führen.
- Keine Diagnose: Das Ersttrimester-Screening stellt keine Diagnose, sondern berechnet lediglich das Risiko. Um eine definitive Diagnose zu erhalten, sind weitere Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopsie notwendig. Diese Untersuchungen sind jedoch mit einem Risiko für das ungeborene Kind verbunden.
- Ethische Fragen: Manche Eltern sehen das Ersttrimester-Screening als eine Form von Selektion und lehnen es aus ethischen Gründen ab. Sie möchten sich nicht mit dem Risiko für ihr Kind auseinandersetzen und lieber auf die Natur vertrauen.
Chromosomenstörungen und Trisomie 21
Chromosomenstörungen sind Veränderungen im Erbgut eines Menschen. Die Trisomie 21, auch bekannt als Down-Syndrom, ist die häufigste Chromosomenstörung. Sie tritt auf, wenn ein Mensch statt zwei drei Kopien des Chromosoms 21 besitzt. Das Risiko für eine Trisomie 21 steigt mit zunehmendem Alter der Mutter.
Während bei einer 20-jährigen Schwangeren die Wahrscheinlichkeit einer Trisomie 21 des Kindes bei 1 von 1526 liegt, ändert sich das Wahrscheinlichkeitsverhältnis bei einer Schwangeren von 44 Jahren zu 1 von 30. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass in etwa der Hälfte der Geburten von Kindern mit Trisomie 21 die Mütter unter 35 Jahren sind. Daher ist ein Ersttrimester-Screening auch für jüngere Patientinnen sinnvoll, um das individuelle Risiko zu bestimmen.
Häufig gestellte Fragen zum Screening in der Schwangerschaft:
Was passiert, wenn das Ersttrimester-Screening ein erhöhtes Risiko zeigt?
Wenn das Ersttrimester-Screening ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenstörung zeigt, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Er wird Ihnen die Ergebnisse erklären, Ihnen weitere Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopsie anbieten und Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
Welche weiteren Screenings gibt es in der Schwangerschaft?
Neben dem Ersttrimester-Screening gibt es noch weitere Screenings, die in der Schwangerschaft durchgeführt werden können. Dazu gehören:
- Zweittrimester-Screening: Dieses Screening wird zwischen der 1und 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt und beinhaltet eine Ultraschalluntersuchung und eine Blutuntersuchung. Es dient der Risikoeinschätzung für Trisomie 18 und 21 sowie für andere Fehlbildungen.
- NIPT (Nicht-invasiver Pränataltest): Der NIPT ist ein Bluttest, der ab der Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann. Er untersucht die DNA des ungeborenen Kindes im mütterlichen Blut und kann das Risiko für bestimmte Chromosomenstörungen wie Trisomie 21, 18 und 13 sowie für das Geschlecht des Kindes bestimmen. Der NIPT ist eine nicht-invasive Untersuchung, d.h. Es besteht kein Risiko für das ungeborene Kind.
- Fehlbildungs-Screening: Dieses Screening dient der Früherkennung von Fehlbildungen wie Herzfehler, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Spina bifida. Es wird in der Regel zwischen der 1und 2Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Welche Kosten entstehen für das Ersttrimester-Screening?
Die Kosten für das Ersttrimester-Screening variieren je nach Arzt und Region. In der Regel werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Es ist jedoch wichtig, sich bei Ihrer Krankenkasse zu informieren, welche Leistungen übernommen werden und ob es zusätzliche Kosten gibt.

Welche Risiken gibt es bei der Fruchtwasseruntersuchung und der Chorionzottenbiopsie?
Sowohl die Fruchtwasseruntersuchung als auch die Chorionzottenbiopsie sind invasive Verfahren, die ein geringes Risiko für das ungeborene Kind bergen. Die Risiken können je nach Schwangerschaftswoche und Erfahrung des Arztes variieren. Mögliche Risiken sind Fehlgeburt, Infektion oder Verletzung des Kindes.
Welche Alternativen gibt es zum Ersttrimester-Screening?
Es gibt auch die Möglichkeit, auf das Ersttrimester-Screening zu verzichten und sich für einen NIPT oder ein späteres Screening im zweiten Trimester zu entscheiden. Diese Entscheidung sollte jedoch in Absprache mit Ihrem Arzt getroffen werden.

Fazit
Das Ersttrimester-Screening ist eine wichtige Untersuchung, die es den Eltern ermöglicht, das Risiko für Chromosomenstörungen und andere Fehlbildungen frühzeitig zu bestimmen. Die Entscheidung, ob man ein Ersttrimester-Screening durchführen lassen möchte, ist jedoch eine sehr persönliche Entscheidung, die man in Absprache mit dem Arzt treffen sollte. Es ist wichtig, sich über die Vor- und Nachteile der Untersuchung zu informieren und alle Fragen zu klären, die man hat. So kann man eine fundierte Entscheidung treffen, die den Bedürfnissen der eigenen Familie entspricht.
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