Scharlach, auch bekannt als Scarlatina, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren betrifft. Obwohl sie als Kinderkrankheit gilt, kann Scharlach in jedem Lebensalter auftreten. Die gute Nachricht ist, dass Scharlach mit Antibiotika leicht behandelbar ist. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Scharlach, von den Ursachen und Symptomen bis hin zur Behandlung und Vorbeugung.
Was ist Scharlach?
Scharlach wird durch Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes) verursacht. Diese Bakterien sind im Speichel von Infizierten vorhanden und können beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft gelangen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also durch Einatmen der mit Bakterien beladenen Tröpfchen. Auch eine Schmierinfektion ist möglich, wenn ein Infizierter mit seinen Händen, die mit Bakterien kontaminiert sind, Gegenstände wie Türklinken oder Treppengeländer berührt. Eine Ansteckung über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser ist möglich, aber eher selten.
Ursachen für Scharlach
DieStreptococcus pyogenes-Bakterien sind bei vielen Menschen im Mundraum vorhanden, ohne dass sie krank machen. Bei einer Scharlacherkrankung vermehren sich diese Bakterien jedoch stark und produzieren giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Toxine. Diese Toxine verursachen die typischen Symptome von Scharlach, insbesondere den charakteristischen Hautausschlag.
Symptome von Scharlach
Die ersten Symptome von Scharlach treten in der Regel zwei bis sieben Tage nach der Ansteckung auf. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Halsschmerzen
- Schluckbeschwerden
- Gerötete Wangen
- Schüttelfrost
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Abgeschlagenheit
- Geschwollene Mandeln
- Geschwollene Lymphknoten
Nach einigen Tagen entwickelt sich ein charakteristischer Hautausschlag, der zunächst in der Leistengegend und an den Innenseiten der Oberschenkel auftritt. Innerhalb weniger Tage breitet er sich auf den gesamten Körper aus, mit Ausnahme des Mund-Kinn-Dreiecks. Der Ausschlag ist klein, rot und fühlt sich wie Sandpapier an. Eine weitere Besonderheit von Scharlach ist die himbeerzunge : Die Zunge ist tiefrot gefärbt mit einem weißen Belag auf der Oberfläche. Die Schleimhaut im Rachen ist ebenfalls rot gefärbt, die Mandeln können fleckig aussehen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome von Scharlach individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Bei Erwachsenen kann es vorkommen, dass einige typische Symptome, wie z.B. Die Himbeerzunge, fehlen. Dies erschwert die Diagnose.
Diagnose von Scharlach
Ein Arzt kann Scharlach in der Regel anhand der charakteristischen Symptome diagnostizieren. Dazu gehört eine Anamnese, bei der der Arzt nach der Krankheitsgeschichte des Patienten fragt, sowie eine körperliche Untersuchung, bei der er den Rachen, die Mandeln, die Lymphknoten und die Haut auf den Ausschlag untersucht.
Zusätzlich kann der Arzt einen Schnelltest durchführen, bei dem eine Probe aus dem Rachen entnommen und auf Streptokokken untersucht wird. Ein positives Ergebnis bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Bakterien die Krankheit ausgelöst haben. Um Gewissheit zu erhalten, kann der Arzt einen Abstrich der Mandeln im Labor untersuchen lassen. Dieser Test dauert in der Regel ein bis zwei Tage.
Eine Blutuntersuchung kann ebenfalls Hinweise auf eine Scharlacherkrankung liefern. Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten.
Behandlung von Scharlach
Scharlach wird mit Antibiotika behandelt. Die am häufigsten verwendete Antibiotikaklasse ist Penicillin, das entweder als Spritze oder als Tablette verabreicht wird. Die Behandlung dauert in der Regel 10 Tage, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Falls der Patient allergisch gegen Penicillin ist, können Cephalosporine oder Erythromycin als Alternative eingesetzt werden.
Die Antibiotikabehandlung ist wichtig, um die Infektion zu bekämpfen und die Ausbreitung der Bakterien zu verhindern. Nach 24 Stunden nach Beginn der Behandlung ist der Patient in der Regel nicht mehr ansteckend.
Hausmittel zur Linderung der Symptome
Neben der Antibiotikatherapie können Hausmittel helfen, die Beschwerden von Scharlach zu lindern. Dazu gehören:
- Viel Flüssigkeit : Wasser, verdünnte Säfte oder Kräutertees helfen, die Schmerzen im Rachenbereich zu lindern.
- Leichte Kost : Aufgrund der Schluckbeschwerden ist es ratsam, leicht zu schluckende Nahrung zu bevorzugen, wie z.B. Suppe oder Brei.
- Halswickel : Warme Halswickel können die Schmerzen im Rachenbereich lindern.
- Schmerzstillende Bonbons : Bonbons für den Rachen können ebenfalls die Schmerzen lindern.
Vorbeugung von Scharlach
Um einer Ansteckung mit Scharlach vorzubeugen, sollten Sie folgende Maßnahmen beachten:
- Händewaschen : Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und Wasser, insbesondere nach dem Naseputzen oder Husten.
- Nies- und Hustenetikette : Bedecken Sie Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit einem Taschentuch oder mit dem Ellenbogen.
- Abstand halten : Halten Sie Abstand zu Personen, die an Scharlach erkrankt sind.
- Desinfektion : Desinfizieren Sie Oberflächen, die mit Bakterien kontaminiert sein könnten, wie z.B. Türklinken oder Treppengeländer.
Scharlach bei Erwachsenen
Scharlach kann auch Erwachsene betreffen. Allerdings treten bei Erwachsenen nicht unbedingt alle klassischen Symptome von Scharlach auf. Daher wird Scharlach bei Erwachsenen oft erst spät oder gar nicht erkannt. Unbehandelt kann Scharlach bei Erwachsenen zu einer Reihe von Komplikationen führen, wie z.B.:
- Gelenkbeschwerden (Polyarthritis)
- Lungenentzündung
- Herzmuskelentzündung (Endokarditis)
- Nierenschäden
- Hirnhautentzündung (Meningitis)
- Rheumatisches Fieber
- Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom (STSS) : In seltenen Fällen kann die Streptokokken-A-Infektion zu diesem lebensbedrohlichen Syndrom führen. Die Bakterien gelangen in den Blutkreislauf und verursachen eine Blutvergiftung, die zu einem Multi-Organ-Versagen führen kann.
Daher ist es besonders bei Erwachsenen wichtig, bei Verdacht auf Scharlach frühzeitig einen Arzt aufzusuchen und eine Antibiotikabehandlung zu beginnen.
Scharlach in der Schwangerschaft
Für Schwangere ist eine Antibiotikabehandlung bei Scharlach besonders wichtig. Scharlach selbst hat keinen direkten Einfluss auf das ungeborene Kind. Allerdings können Komplikationen der Scharlacherkrankung, wie z.B. Eine Herzmuskelentzündung, die Versorgung des Embryos mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange ist man mit Scharlach ansteckend?
Ein Patient mit Scharlach ist in der Regel 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung nicht mehr ansteckend.
Kann man Scharlach zweimal bekommen?
Ja, es ist möglich, Scharlach mehrmals zu bekommen. Die Immunität gegen Scharlach ist nicht dauerhaft.
Was ist der Unterschied zwischen Scharlach und einem normalen Halsweh?
Ein normales Halsweh wird meist durch Viren verursacht. Scharlach hingegen wird durch Bakterien verursacht. Scharlach ist außerdem durch den charakteristischen Hautausschlag und die Himbeerzunge gekennzeichnet.
Wie kann ich meine Kinder vor Scharlach schützen?
Die besten Möglichkeiten, Ihre Kinder vor Scharlach zu schützen, sind regelmäßiges Händewaschen, das Einhalten der Nies- und Hustenetikette und der Abstand zu kranken Personen.
Zusammenfassung
Scharlach ist eine hochansteckende bakterielle Infektion, die vor allem Kinder betrifft. Die Krankheit ist mit Antibiotika leicht behandelbar. Wichtig ist es, bei Verdacht auf Scharlach frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können Komplikationen vermeiden.
Wenn Sie Fragen oder Bedenken hinsichtlich Scharlach haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
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