Die Poliomyelitis, besser bekannt als Kinderlähmung, ist eine hoch ansteckende Krankheit, die durch das Poliovirus verursacht wird. Das Virus greift das Nervensystem an und kann zu Lähmungen führen. Obwohl die Krankheit in vielen Teilen der Welt ausgerottet wurde, gibt es immer noch Gebiete, in denen Polio ein ernstes Problem darstellt. Daher ist es wichtig, die Symptome der Krankheit zu kennen, um rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen und Komplikationen zu vermeiden.
Symptome der Poliomyelitis
Die Symptome der Poliomyelitis können je nach Schweregrad der Erkrankung variieren. Manche Menschen zeigen überhaupt keine Symptome, während andere schwere Lähmungen entwickeln können. Die Symptome können sich in drei Phasen manifestieren:
Phase: Nicht-paralytische Poliomyelitis
Die meisten Menschen, die sich mit dem Poliovirus infizieren, zeigen keine Symptome oder nur leichte Symptome, wie:

- Fieber
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- Halsschmerzen
- Muskelschmerzen
Diese Symptome dauern in der Regel nur wenige Tage an und verschwinden von selbst.
Phase: Paralytische Poliomyelitis
Etwa 1 von 200 Menschen, die mit dem Poliovirus infiziert sind, entwickeln eine paralytische Poliomyelitis. Diese Phase zeichnet sich durch folgende Symptome aus:
- Lähmungen : Die Lähmungen können in Armen, Beinen, Brustkorb oder Hals auftreten. Sie können plötzlich oder allmählich auftreten und sich über Tage oder Wochen entwickeln.
- Schmerzen : Die Lähmungen gehen oft mit starken Schmerzen einher.
- Muskelschwäche : Die betroffenen Muskeln werden schwach und können nicht mehr richtig funktionieren.
- Atembeschwerden : Die Lähmung der Atemmuskulatur kann zu Atemnot führen.
- Schluckbeschwerden : Die Lähmung der Muskeln im Rachen kann zu Schluckbeschwerden führen.
Die paralytische Poliomyelitis kann zu dauerhaften Lähmungen führen. In schweren Fällen kann die Krankheit sogar tödlich verlaufen.
Phase: Post-Poliomyelitis-Syndrom
Jahre oder Jahrzehnte nach einer Poliomyelitis-Erkrankung können bei einigen Menschen Symptome eines Post-Poliomyelitis-Syndroms auftreten. Diese Symptome können sein:
- Muskelschwäche : Die bereits bestehende Muskelschwäche kann sich verschlimmern.
- Müdigkeit : Die Betroffenen fühlen sich ständig müde und erschöpft.
- Schmerzen : Es können neue oder wiederkehrende Schmerzen in den Muskeln und Gelenken auftreten.
- Atembeschwerden : Die Atemmuskulatur kann schwächer werden.
- Schluckbeschwerden : Die Schluckmuskulatur kann ebenfalls geschwächt sein.
Die genauen Ursachen des Post-Poliomyelitis-Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt.
Diagnose der Poliomyelitis
Die Diagnose der Poliomyelitis erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus folgenden Maßnahmen:
- Anamnese : Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten, insbesondere die Symptome, die er zeigt.
- Körperliche Untersuchung : Der Arzt untersucht den Patienten auf Muskelschwäche, Lähmungen und andere Auffälligkeiten.
- Laboruntersuchungen : Es werden Blut- und Stuhlproben entnommen, um das Poliovirus nachzuweisen.
Behandlung der Poliomyelitis
Es gibt keine spezifische Behandlung für die Poliomyelitis. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu verhindern. Die Behandlung kann folgende Maßnahmen umfassen:
- Ruhe : Der Patient sollte sich so viel wie möglich ausruhen, um die Muskeln zu schonen.
- Schmerzmittel : Schmerzmittel können die Schmerzen lindern.
- Physiotherapie : Physiotherapie kann helfen, die Muskelfunktion zu erhalten und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Atemhilfe : Bei Atembeschwerden kann eine Beatmungsmaschine eingesetzt werden.
- Ernährung : Eine gesunde Ernährung ist wichtig, um die Muskeln zu stärken.
Prävention der Poliomyelitis
Die beste Möglichkeit, sich vor Poliomyelitis zu schützen, ist die Impfung. Die Polioimpfung ist hochwirksam und hat dazu beigetragen, dass die Krankheit in vielen Teilen der Welt ausgerottet wurde. Die Impfung wird in der Regel im Säuglingsalter verabreicht. Es gibt zwei Arten von Polioimpfstoffen:
- IPV (inaktivierter Poliovirus-Impfstoff) : Dieser Impfstoff enthält ein inaktiviertes Poliovirus und wird intramuskulär verabreicht.
- OPV (oral-Poliovirus-Impfstoff) : Dieser Impfstoff enthält ein abgeschwächtes Poliovirus und wird oral verabreicht.
Die Polioimpfung ist eine sichere und wirksame Methode, um sich vor dieser schweren Krankheit zu schützen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Inkubationszeit von Poliomyelitis?
Die Inkubationszeit von Poliomyelitis beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage, kann aber zwischen 3 und 35 Tagen liegen.
Wie wird Poliomyelitis übertragen?
Das Poliovirus wird durch den Stuhlgang infizierter Personen ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt durch:
- Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Lebensmitteln
- Kontakt mit kontaminierten Oberflächen
- Direkter Kontakt mit einer infizierten Person
Ist Poliomyelitis in Deutschland noch ein Problem?
In Deutschland ist Poliomyelitis durch die hohe Impfquote kaum noch ein Problem. Es kommt nur noch selten zu einzelnen Fällen, die meist durch Reisende aus Ländern mit einer niedrigeren Impfquote importiert werden.
Welche Komplikationen können bei Poliomyelitis auftreten?
Zu den Komplikationen der Poliomyelitis gehören:
- Lähmungen : Dauerhafte Lähmungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
- Atembeschwerden : Die Lähmung der Atemmuskulatur kann lebensbedrohlich sein.
- Schluckbeschwerden : Schwierigkeiten beim Schlucken können zu Unterernährung führen.
- Post-Poliomyelitis-Syndrom : Dieses Syndrom kann jahrelang nach der Infektion auftreten und zu Muskelschwäche, Müdigkeit und Schmerzen führen.
Kann man sich gegen Poliomyelitis impfen lassen?
Ja, es gibt eine wirksame Impfung gegen Poliomyelitis. Die Impfung ist in Deutschland für alle Kinder im Rahmen des Impfprogramms kostenlos.
Fazit
Poliomyelitis ist eine schwere Krankheit, die zu Lähmungen und anderen Komplikationen führen kann. Die beste Möglichkeit, sich vor Poliomyelitis zu schützen, ist die Impfung. Auch die Einhaltung von Hygieneregeln kann das Infektionsrisiko verringern. Wenn Sie Symptome einer Poliomyelitis bemerken, suchen Sie sofort einen Arzt auf.
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