Kinderlähmung: symptome, ursachen & behandlung

Kinderlähmung, auch bekannt als Poliomyelitis, ist eine hochansteckende Krankheit, die durch das Poliovirus verursacht wird. Das Virus befällt das zentrale Nervensystem und kann zu Lähmungen führen. Obwohl die Krankheit in vielen Ländern durch Impfungen ausgerottet wurde, ist sie immer noch in einigen Teilen der Welt ein Problem. In diesem Artikel werden wir die Symptome der Kinderlähmung, ihre Ursachen, den Verlauf der Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Symptome der Kinderlähmung?

Die Symptome der Kinderlähmung können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wie stark das Virus das zentrale Nervensystem angreift. In etwa 95% der Fälle verläuft die Infektion ohne Symptome, aber es werden neutralisierende Polio-Antikörper gebildet. Die restlichen 5% der Infizierten zeigen verschiedene Krankheitsverläufe:

Abortive Poliomyelitis

Etwa 4 bis 8% der Betroffenen klagen 6 bis 9 Tage nach der Ansteckung für 1 bis 3 Tage über Beschwerden. Diese ähneln einer Grippe und beinhalten:

  • Fieber
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Magenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Kopf- und Halsschmerzen

In diesem Stadium ist das zentrale Nervensystem noch nicht angegriffen.

Nichtparalytische Poliomyelitis (aseptische Meningitis)

Bei 1 bis 2% der Patienten kommt es nach 3 bis 7 Tagen zu folgenden Symptomen, die einer Hirnhautentzündung ähneln:

  • Hohes Fieber
  • Rückenschmerzen
  • Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Nackensteifigkeit
  • Muskelkrämpfe

In diesem Stadium ist das zentrale Nervensystem infiziert. Die Prognose ist jedoch in der Regel gut.

Paralytische Poliomyelitis

Nur 0,1 bis 1% der Betroffenen mit nichtparalytischer Poliomyelitis entwickeln zusätzlich schnelle oder schrittweise eintretende schlaffe Lähmungen (Paralyse). Die Muskelspannung wird in diesen Fällen sehr gering.

Die Lähmungserscheinungen treten in der Regel asymmetrisch auf und betreffen:

  • Bein
  • Arm
  • Bauch
  • Brustkorb
  • Augenmuskeln

In seltenen Fällen können auch Sprach-, Kau- oder Schluckstörungen auftreten, die auf eine Schädigung von Hirnnervenzellen und eine zentrale Atemlähmung hindeuten. Eine Herzmuskelentzündung mit späterer Herzschwäche ist ebenfalls möglich.

Die Ateminsuffizienz war früher die häufigste Todesursache bei Kinderlähmung. Patienten, die an Atemlähmung litten, mussten mit der eisernen lunge beatmet werden.

Ursachen der Kinderlähmung

Die Kinderlähmung wird durch das Poliovirus verursacht, das zu den Enteroviren gehört. Das Virus wird durch den Stuhlgang von infizierten Personen ausgeschieden und kann über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel verbreitet werden.

Die Infektion erfolgt meist durch den Mund. Das Virus gelangt in den Darm und vermehrt sich dort. Von dort kann es in den Blutkreislauf gelangen und das zentrale Nervensystem infizieren.

Verlauf der Kinderlähmung

Die Inkubationszeit der Kinderlähmung beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage, kann aber auch bis zu 30 Tage dauern.

Die meisten Menschen, die mit dem Poliovirus in Kontakt kommen, entwickeln keine Symptome. Wenn Symptome auftreten, sind diese in der Regel mild und ähneln einer Grippe.

In seltenen Fällen kann die Infektion zu einer Paralyse führen. Die Lähmungen treten in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach dem Auftreten von Fieber und anderen Symptomen auf.

Spätfolgen der Kinderlähmung

Bis zu zwei Jahre nach einer Infektion kann es zu einer spontanen Rückbildung der Lähmungen kommen. Dies setzt jedoch eine intensive Physiotherapie voraus. Bei Beteiligung der Hirnnerven sind die Heilungschancen jedoch gering.

Die Todesrate bei Kinderlähmung liegt zwischen 2 und 20%.

Postpolio-Syndrom

Viele Jahre (durchschnittlich 35 Jahre) nach dem Auftreten einer paralytischen Poliomyelitis können die Lähmungen zunehmen und ein chronischer Muskelschwund auftreten. Dies wird als Postpolio-Syndrom bezeichnet. Die Beschwerden sind meist mit Schmerzen und völligen Erschöpfungszuständen verbunden. Es können sowohl ehemals befallene als auch neue Muskelgruppen betroffen sein.

Behandlung der Kinderlähmung

Es gibt keine spezifische Behandlung für Kinderlähmung. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu verhindern.

Die Behandlung kann Folgendes umfassen:

  • Ruhe
  • Physiotherapie
  • Medikamente zur Linderung von Schmerzen und Fieber
  • Beatmung, falls erforderlich

Prävention der Kinderlähmung

Die beste Möglichkeit, sich vor Kinderlähmung zu schützen, ist die Impfung. Es gibt zwei Arten von Impfstoffen:

  • Inaktivierter Poliovirus-Impfstoff (IPV): Dieser Impfstoff enthält abgetötete Poliovirus-Stämme. Er wird als Injektion verabreicht und bietet einen langfristigen Schutz vor Kinderlähmung.
  • Abgeschwächter Lebendimpfstoff (OPV): Dieser Impfstoff enthält abgeschwächte, lebende Poliovirus-Stämme. Er wird oral verabreicht und bietet einen langfristigen Schutz vor Kinderlähmung.

Der OPV-Impfstoff wird in der EU nicht mehr eingesetzt, da er in seltenen Fällen zu einer Impfpolyomyelitis führen kann. Er wird jedoch in einigen Ländern mit Übertragung von Poliowildviren eingesetzt, um Ausbrüche zu bekämpfen.

Die Impfung gegen Kinderlähmung ist sehr effektiv und hat dazu beigetragen, die Krankheit in vielen Ländern auszurotten. Die Impfung ist für alle Menschen wichtig, insbesondere für Kinder.

Ist Kinderlähmung ansteckend?

Ja, Kinderlähmung ist sehr ansteckend. Das Virus wird durch den Stuhlgang von infizierten Personen ausgeschieden und kann über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel verbreitet werden.

Wer ist gefährdet, an Kinderlähmung zu erkranken?

Jeder kann an Kinderlähmung erkranken, aber ungeschützte Kinder sind am stärksten gefährdet.

Wie kann ich mich vor Kinderlähmung schützen?

Die beste Möglichkeit, sich vor Kinderlähmung zu schützen, ist die Impfung.

Was sind die Langzeitfolgen von Kinderlähmung?

Die Langzeitfolgen von Kinderlähmung können sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen haben nur leichte Beschwerden, während andere schwere Behinderungen erleiden.

Gibt es eine Heilung für Kinderlähmung?

Es gibt keine Heilung für Kinderlähmung. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu verhindern.

Zusammenfassung

Kinderlähmung ist eine schwere Krankheit, die durch das Poliovirus verursacht wird. Die Krankheit kann zu Lähmungen führen und in schweren Fällen zum Tod. Die beste Möglichkeit, sich vor Kinderlähmung zu schützen, ist die Impfung. Die Impfung ist sehr effektiv und hat dazu beigetragen, die Krankheit in vielen Ländern auszurotten.

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