Krupphusten: symptome, ursachen & behandlung

Wenn Ihr Kind nachts mit trockenem Husten und pfeifenden Atemgeräuschen aufwacht und zusätzlich Fieber hat, könnte Pseudokrupp, auch bekannt als Krupphusten, die Ursache sein. Pseudokrupp ist eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder, die zu einer akuten Verengung der Atemwege führt. Diese Erkrankung tritt in der Regel nach einer Erkältung auf und betrifft hauptsächlich Kinder im Alter von drei Monaten bis zu drei Jahren. Wichtig ist es, Pseudokrupp vom „echten Krupp“ (Diphtherie) zu unterscheiden. Diphtherie ist eine seltene Form der Atemwegsinfektion, die durch Impfungen weitgehend ausgerottet wurde, aber potenziell lebensbedrohlich sein kann. Krupphusten selbst ist, anders als die möglicherweise vorangegangene Virusinfektion, nicht ansteckend. Bei Erwachsenen tritt Pseudokrupp nur sehr selten auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Krupphusten?

Krupphusten ist eine vorübergehende Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes (Larynx) und der Stimmbänder, die zu einer Verengung der Atemwege führt. Die Erkrankung tritt meist nach einer durch Viren ausgelösten Erkältung auf. Die meisten Fälle werden bei feuchtkaltem Wetter während der Herbst- und Wintermonate beobachtet, mit einem akuten Hustenanfall in den Nachtstunden.

Krupphusten wird auch als viraler Krupp, Infektkrupp oder medizinisch als stenosierende Laryngotracheitis bezeichnet. Der Begriff krupp-syndrom wird ebenfalls verwendet und bezeichnet die Kombination aus den drei typischen Symptomen des Krupphustens: bellender Husten (vor allem am Abend und in der Nacht), heisere Stimme und pfeifendes oder zischendes Geräusch beim Einatmen (inspiratorischer Stridor).

Vielen Eltern ist die Erkrankung auch unter der Bezeichnung pseudokrupp bekannt, die früher zur Unterscheidung vom echten Krupp, der Diphtherie, verwendet wurde. Diphtherie tritt in Europa aufgrund der Impferfolge kaum noch auf. Etwa 15 Prozent der Kinder zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr erkranken an Krupphusten.

Bei älteren Kindern oder Erwachsenen ist die Atemwegserkrankung dagegen sehr selten. In den meisten Fällen verläuft ein Krupp-Anfall harmlos und die Krankheit heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst aus. Nur selten kommt es zu bedrohlicher Atemnot.

Ursachen von Krupphusten

Krupp-Anfälle werden überwiegend durch Virusinfektionen ausgelöst, zum Beispiel durch banale Erkältungsviren, eine Virusgrippe (Influenza) oder Masernviren. Die Erreger werden über Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Eine Übertragung durch Kontakt mit infizierten Gegenständen wie Gläsern oder Taschentüchern ist ebenfalls möglich.

Krupphusten entsteht, wenn sich durch die Infektion die Kehlkopfschleimhaut unterhalb der Stimmbänder entzündet und anschwillt. Dadurch verengen sich die Atemwege, was zu den typischen Atembeschwerden führt. Bei Kleinkindern und Vorschulkindern sind die anatomischen Verhältnisse im Kehlkopfbereich noch sehr eng. Gleichzeitig reagieren die Schleimhäute in diesem Alter besonders empfindlich auf Infektionen und Reizungen.

Manchmal wird Krupphusten auch durch eine bakterielle Infektion verursacht. Selten ist die Ursache eine allergische Reaktion, beispielsweise auf Tierhaare.

Starke Schadstoffbelastung in der Luft (besonders Tabakrauch) scheint das Risiko für Krupphusten zusätzlich zu erhöhen oder die Erkrankung zu verschlimmern.

Symptome von Krupphusten

Meistens sind die Kinder ein bis drei Tage zuvor erkältet und leiden unter leichtem Husten, Schnupfen und etwas Fieber. Der eigentliche Krupp-Anfall beginnt plötzlich, meist abends oder in der Nacht.

Das Kind hustet trocken und stark bellend oder röhrend, ohne Unterlass, ist mitunter heiser. Es hat vor allem beim Einatmen Probleme, was sich in pfeifenden und quietschenden Atemgeräuschen (Stridor) und starken Bewegungen des Brustkorbs äußert. Tagsüber ist das Kind im Allgemeinen beschwerdefrei.

Obwohl ein Krupp-Anfall für das Kind und seine Umgebung sehr bedrohlich wirkt, bleibt er doch meist ohne Folgen. Schon am nächsten Morgen oder nach der zweiten Nacht kann alles vorbei sein. In den meisten Fällen klingt der Krupphusten also rasch und komplikationslos wieder ab. Manchmal kann die Erkrankung aber auch mehrere Tage andauern.

Bei einigen Kindern breitet sich die Entzündung zudem auf das Mittelohr, die Luftröhre oder sogar die Lunge aus.

Schweregrade von Krupphusten

Je nachdem, wie ausgeprägt die Beschwerden sind, unterscheidet man vier Schweregrade der Krankheit:

GradSymptome
1Bellender Husten, Heiserkeit, leichte Pfeifgeräusche beim Einatmen (inspiratorischer Stridor)
2Stärkere Atemgeräusche beim Einatmen, leichte Atemnot
3Deutliche Atemgeräusche beim Einatmen mit Einziehungen der Haut am Hals und am Oberbauch, deutliche Atemnot, Unruhe, schneller Herzschlag
4Schwere Atemnot, die Atmung ist nicht mehr ausreichend tief, sodass sich Haut und Schleimhäute bläulich verfärben, evtl. Bewusstseinsstörung, niedriger Blutdruck

Abgrenzung zur Epiglottitis

Es gibt eine Krankheit, die dem Pseudokrupp ähnelt, allerdings weit gefährlicher ist: die akute Kehlkopfentzündung (Epiglottitis). Der Haupterreger dieser Erkrankung sind Bakterien namens Haemophilus influenzae Typ B (Hib). Diese gefährliche Erkrankung kommt seit Einführung der Hib-Impfung zum Glück kaum mehr vor. Da sie aber, wenn sie auftritt, für das Kind lebensgefährlich werden kann, sollten Eltern sofort den Notarzt rufen, wenn:

  • Sich das Befinden des Kindes sehr schnell verschlechtert,
  • Seine Stimme nicht heiser, sondern hell, leise und kloßig klingt, als habe es eine heiße Kartoffel im Mund,
  • Es fiebert und
  • Nichts trinken will, weil ihm das Schlucken Schmerzen bereitet und ihm Speichel aus dem Mund läuft.

Untersuchungen bei Krupphusten

Grundsätzlich sollten Eltern jeden bellenden Husten ihres Nachwuchses ernst nehmen und das Kind auch nach einem leichteren Anfall kinderärztlich untersuchen lassen. Anhand des charakteristischen Hustens, verbunden mit Heiserkeit und den typischen Atemgeräuschen erkennt der Arzt bzw. Die Ärztin meist schnell, dass es sich um einen Krupphusten handelt.

Fragen zu Beginn und Dauer der Beschwerden, den Begleitsymptomen und eventuell zu früheren Anfällen (Anamnese) liefern dem behandelnden Arzt bzw. Der Ärztin weitere Hinweise für die Diagnose.

Wichtig ist der Arztbesuch auch, um andere mögliche Ursachen auszuschließen. Dazu gehören die gefährliche Epiglottitis, spastische Bronchitis beziehungsweise Infektasthma und eine Entzündung der kleinsten Bronchien (Bronchiolitis). Bei Verdacht auf eine bakterielle Entzündung ist es dem Arzt möglich, mit Hilfe eines Rachenabstrichs und einer Keimkultur den Erreger zu bestimmen.

Behandlung von Krupphusten

Ein Krupp-Anfall wirkt immer beängstigend. Umso wichtiger ist es für das betroffene Kind, dass die Eltern unbedingt Ruhe bewahren, das verstörte Kind in den Arm nehmen und beruhigend auf es einwirken. Durch Schreien oder Reden schwillt die Schleimhaut noch weiter an. Eine aufrechte Haltung erleichtert dem Kind das Atmen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, für feucht-kühle Luft zu sorgen, indem Sie ein Fenster öffnen oder das Kind vor den geöffneten Kühlschrank setzen. Das verschafft ihm Linderung. Das Gleiche gilt für feucht-warme Luft: Sie können zum Beispiel die Badewanne mit heißem Wasser füllen und Ihr Kind den Dampf einatmen lassen, am besten in aufrechter Haltung.

Ätherische Öle sind zur Linderung von Krupp-Symptomen dagegen ungeeignet, da sie die Beschwerden eher noch verstärken.

Sobald sich das Kind etwas beruhigt hat, sollten ihm kühle Getränke in kleinen Schlucken gegeben werden, zum Beispiel Wasser oder Tee.

Bringen Sie Ihr Kind nach dem Anfall an die frische Luft oder ans offene Fenster – das tut ihm gut.

Medizinische Behandlung

Bessert sich der Zustand des Kindes durch die beschriebenen Maßnahmen nicht, färben sich Lippen und Fingernägel gar bläulich oder besteht Erstickungsgefahr, muss sofort der Notarzt gerufen werden!

Der Arzt bzw. Die Ärztin kann dann kortisonhaltige Medikamente (etwa Zäpfchen) geben, die entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute wirken. In manchen Fällen ist auch die Gabe von Adrenalin über ein Inhaliergerät hilfreich. Es wirkt gefäßverengend und lässt dadurch innerhalb weniger Minuten die Schleimhäute abschwellen. Das lindert die Atemnot.

Ist der Sauerstoffgehalt im Blut des Kindes durch die anhaltende Atemnot zu gering, bekommt es eventuell eine Sauerstoffmaske aufgesetzt. Ganz selten ist eine künstliche Beatmung notwendig, weil Erstickungsgefahr droht.

Häufige Fragen zu Krupphusten

Ist Krupphusten ansteckend?

Krupphusten selbst ist nicht ansteckend. Die Erkrankung ist eine Reaktion auf eine vorherige Virusinfektion, die ansteckend ist, wie beispielsweise eine Erkältung.

Wie lange dauert Krupphusten?

Die meisten Fälle von Krupphusten klingen innerhalb weniger Tage von selbst ab. Manchmal kann die Erkrankung jedoch auch mehrere Tage andauern.

Was kann ich tun, um Krupphusten zu vermeiden?

Es gibt keine Garantie, dass Sie Krupphusten vermeiden können. Allerdings können Sie das Risiko reduzieren, indem Sie sicherstellen, dass Ihr Kind regelmäßig geimpft wird, und indem Sie es vor Kontakt mit Menschen mit Erkältungen schützen.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn Ihr Kind unter den Symptomen von Krupphusten leidet, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wenn Ihr Kind schwer atmet, sich die Lippen oder Fingernägel bläulich verfärben oder es Anzeichen von Erstickung hat, rufen Sie sofort den Notarzt.

Gibt es Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen?

Jungen erkranken häufiger an Pseudokrupp, weil sie kleinere Atemwege als Mädchen haben.

Fazit

Krupphusten ist eine häufige Erkrankung bei Kindern, die in der Regel harmlos ist und innerhalb weniger Tage von selbst abklingt. Allerdings kann die Erkrankung für das Kind und seine Umgebung beängstigend sein. Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind an Krupphusten leidet, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihrem Kind helfen, die Beschwerden zu lindern und eine schnelle Genesung zu fördern.

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