Interspinalebene geburt: höhenstand & anästhesie

Die Interspinalebene ist ein wichtiger Bezugspunkt in der Geburtshilfe, der zur Beurteilung des Geburtsfortschritts verwendet wird. Sie beschreibt die Position des kindlichen Kopfes im mütterlichen Becken während der Geburt. Dieser Artikel beleuchtet die Interspinalebene, ihre Bedeutung für den Geburtsverlauf und die verschiedenen Methoden zur Bestimmung des Höhenstandes. Darüber hinaus werden wir wichtige Aspekte der Spinalanästhesie und Epiduralanästhesie erläutern, die oft im Zusammenhang mit der Geburt verwendet werden.

interspinallinie geburt - Was ist Interspinalebene

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Interspinalebene?

Die Interspinalebene ist eine gedachte horizontale Linie, die durch die beiden Sitzbeinstachel (Spinae ischiadicae) verläuft. Diese Knochenvorsprünge befinden sich im Beckenknochen und sind wichtige Orientierungspunkte für die Beurteilung des Geburtsfortschritts. Die Interspinalebene dient als Nullpunkt für die Bestimmung des Höhenstandes des kindlichen Kopfes im Becken.

Der Höhenstand beschreibt die Position des kindlichen Kopfes im mütterlichen Becken, gemessen in Zentimetern oberhalb oder unterhalb der Interspinalebene. Diese Messung spielt eine wichtige Rolle bei der Beurteilung des Geburtsverlaufs und der Entscheidung, ob eine vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt notwendig ist.

Wichtige Höhenstände während der Geburt:

  • Kopf über Beckeneingang: Der Kopf befindet sich noch oberhalb des Beckeneingangs und hat noch keine Beziehung zum Beckenraum.
  • Kopf im Beckeneingang: Der Kopf hat die Terminalebene überschritten und befindet sich im Beckeneingang.
  • Kopf tief und fest im Beckeneingang: Der Kopf hat die Terminalebene mit seinem größten Umfang überschritten und befindet sich tief im Beckeneingang.
  • Kopf steht auf Beckenboden: Der Kopf sitzt der Beckenbodenmuskulatur fest auf und befindet sich in der Beckenmittenebene.

Bestimmung des Höhenstandes

Der Höhenstand des kindlichen Kopfes kann mithilfe zweier Verfahren bestimmt werden: der äußeren und der inneren Untersuchung.

Äußere Untersuchung:

Die äußere Untersuchung erfolgt durch Abtasten des Bauches mithilfe der Leopold-Handgriffe. Diese Handgriffe ermöglichen es dem Arzt oder der Hebamme, die Position und den Höhenstand des Kindes im Bauch zu beurteilen.

Während der äußeren Untersuchung kann der Arzt oder die Hebamme den Kopf des Kindes ballotieren, d.h. Ihn leicht hin- und herschwingen. Dies ist möglich, solange sich der Kopf noch über dem Beckeneingang befindet. Sobald der Kopf ins Becken eingetreten ist, wird er weniger beweglich und kann nicht mehr ballotiert werden.

Mit Hilfe des Leopold-Handgriffs kann der Arzt oder die Hebamme die Spitze der Finger zwischen Kopf und Beckering eindringen. Dies ermöglicht es, den Kopf zu ertasten und seine Position im Becken zu beurteilen.

Der Höhenstand in Beckenmitte kann nicht durch äußere Handgriffe ermittelt werden.

Innere Untersuchung:

Die innere Untersuchung erfolgt durch vaginale Palpation. Der Arzt oder die Hebamme führt einen Finger in die Scheide ein und tastet den kindlichen Kopf ab. Durch die innere Untersuchung kann der Höhenstand des Kopfes genauer bestimmt werden.

Bei der inneren Untersuchung ist es wichtig, die Führungslinie des Geburtsweges zu beachten. Der tastende Finger sollte in der Mitte des bogenförmigen Geburtsweges liegen. Wenn der Finger zu weit vorne untersucht, wird der Kopf zu tief geschätzt.

Als Bezugspunkt am Kopf dient die knöcherne Leitstelle, dem tiefsten Punkt des vorangehenden Teiles. Bei einer Geburtsgeschwulst muss diese abgezogen werden, um den Höhenstand korrekt zu beurteilen.

Höhenstandsbeschreibung nach Hodge und de Lee

Es gibt verschiedene Methoden zur Beschreibung des Höhenstandes. Zwei wichtige Methoden sind die Beschreibung nach Hodge und die Beschreibung nach de Lee.

Höhenstandsbeschreibung nach Hodge:

Die Beschreibung nach Hodge unterteilt das kleine Becken in vier parallele Ebenen, die jeweils circa vier Zentimeter auseinander liegen. Die Ebenen orientieren sich an markanten Knochenstellen:

EbeneBeschreibung
O-EbeneObere Schoßfugenrandebene, verläuft vom Symphysenoberrand zum Promontorium.
U-EbeneUntere Schoßfugenrandebene, verläuft parallel zur O-Ebene in Höhe des Symphysenunterrandes.
I-EbeneInterspinalebene, verläuft parallel in Höhe der beiden Sitzbeinstachel.
B-EbeneBeckenausgangsebene, verläuft parallel des nicht abgebogenen Steißbeins.

Höhenstandsbeschreibung nach de Lee:

Die Beschreibung nach de Lee verwendet die Interspinalebene als Nullpunkt. Der Höhenstand des kindlichen Kopfes wird in Zentimetern oberhalb oder unterhalb der Interspinalebene angegeben. Das kleine Becken wird dabei in acht Zentimeter eingeteilt. Es wird also ein Wert angegeben von I-4 bis I+

Bedeutung des Höhenstandes

Die Bestimmung des Höhenstandes ist für die Beurteilung des Geburtsverlaufs von großer Bedeutung. Sie hilft dem Arzt oder der Hebamme, den Fortschritt der Geburt zu beurteilen und die Notwendigkeit einer vaginal-operativen Entbindung oder eines Kaiserschnitts zu entscheiden.

Ein niedriger Höhenstand, d.h. Ein Kopf, der sich bereits tief im Becken befindet, ist in der Regel ein gutes Zeichen für einen erfolgreichen vaginalen Geburtsverlauf. Ein hoher Höhenstand, d.h. Ein Kopf, der sich noch oberhalb des Beckeneingangs befindet, kann auf eine verzögerte Geburt hindeuten.

interspinallinie geburt - Was ist eine spinale Geburt

Neben dem Höhenstand werden auch andere Faktoren berücksichtigt, wie das Schwangerschaftsalter, die Parität, die Wehentätigkeit, der Zustand des Muttermundes und die Kindslage.

Spinalanästhesie und Epiduralanästhesie

Spinal- und Epiduralanästhesie sind wichtige Verfahren zur Schmerzbehandlung während der Geburt. Sie bieten der Frau eine Möglichkeit, die Schmerzen der Wehen und der Geburt zu lindern, ohne die Bewusstlosigkeit einer Vollnarkose zu erfahren.

Spinalanästhesie:

Bei der Spinalanästhesie wird ein örtliches Betäubungsmittel in den Rückenmarkskanal, genauer gesagt in den Liquorraum, gespritzt. Dadurch wird die untere Körperhälfte betäubt und die Frau spürt keine Schmerzen mehr.

Die Spinalanästhesie wirkt sehr schnell und ist sehr effektiv. Sie wird häufig bei Kaiserschnitten eingesetzt, kann aber auch bei vaginalen Geburten verwendet werden.

Epiduralanästhesie:

Bei der Epiduralanästhesie wird das Betäubungsmittel in den Epiduralraum, den Raum zwischen der Dura mater und dem Periost des Wirbelkanals, gespritzt. Die Wirkung setzt langsamer ein als bei der Spinalanästhesie, aber sie hält länger an und kann über einen Katheter, der im Epiduralraum verbleibt, jederzeit nachdosiert werden.

Die Epiduralanästhesie wird häufig bei vaginalen Geburten eingesetzt, um die Schmerzen der Wehen zu lindern. Sie kann auch bei Kaiserschnitten verwendet werden.

Vorteile von Spinal- und Epiduralanästhesie:

  • Schmerzlinderung während der Geburt
  • Erhalt der Bewusstseinsfähigkeit
  • Minimale Risiken für Mutter und Kind

Risiken von Spinal- und Epiduralanästhesie:

  • Kopfschmerzen
  • Niedriger Blutdruck
  • Fieber
  • Allergische Reaktionen

Die Risiken von Spinal- und Epiduralanästhesie sind gering, aber es ist wichtig, sich mit dem Arzt oder der Hebamme über die Risiken und Vorteile dieser Verfahren zu informieren.

Was ist der Unterschied zwischen Spinal- und Epiduralanästhesie?

Der Hauptunterschied zwischen Spinal- und Epiduralanästhesie liegt in der Injektionstechnik und der Wirkungsweise. Bei der Spinalanästhesie wird das Betäubungsmittel direkt in den Liquorraum injiziert, was eine schnellere und stärkere Wirkung erzielt. Bei der Epiduralanästhesie wird das Betäubungsmittel in den Epiduralraum injiziert, was eine langsamere Wirkung erzielt, aber die Betäubung länger anhält.

Kann ich während einer Spinal- oder Epiduralanästhesie mein Baby spüren?

Ja, Sie können Ihr Baby während einer Spinal- oder Epiduralanästhesie spüren. Die Anästhesie betäubt nur die untere Körperhälfte, nicht Ihre Empfindungen im Bauchbereich. Sie können also immer noch das Gefühl des Druckes auf Ihren Bauch spüren, wenn Ihr Baby durch den Geburtskanal kommt.

Ist es sicher, eine Spinal- oder Epiduralanästhesie während der Geburt zu bekommen?

Spinal- und Epiduralanästhesie sind sichere Verfahren, wenn sie von einem erfahrenen Arzt oder einer erfahrenen Hebamme durchgeführt werden. Es gibt jedoch immer ein gewisses Risiko für Komplikationen, wie Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck oder allergische Reaktionen.

Kann ich während einer Spinal- oder Epiduralanästhesie meine Wehen noch spüren?

Bei einer Spinalanästhesie spüren Sie Ihre Wehen normalerweise nicht mehr. Bei einer Epiduralanästhesie können Sie Ihre Wehen noch spüren, aber sie sollten deutlich weniger schmerzhaft sein.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung einer Spinal- oder Epiduralanästhesie einsetzt?

Die Wirkung einer Spinalanästhesie setzt innerhalb von wenigen Minuten ein. Die Wirkung einer Epiduralanästhesie setzt innerhalb von 10-20 Minuten ein.

Kann ich nach einer Spinal- oder Epiduralanästhesie noch selbstständig aufstehen?

Nach einer Spinalanästhesie können Sie normalerweise innerhalb von ein paar Stunden wieder selbstständig aufstehen. Nach einer Epiduralanästhesie kann es etwas länger dauern, bis Sie wieder selbstständig aufstehen können.

Kann ich nach einer Spinal- oder Epiduralanästhesie stillen?

Ja, Sie können nach einer Spinal- oder Epiduralanästhesie stillen. Die Anästhesie hat keinen Einfluss auf Ihre Fähigkeit zu stillen.

Fazit:

Die Interspinalebene ist ein wichtiger Bezugspunkt in der Geburtshilfe, der zur Beurteilung des Geburtsfortschritts verwendet wird. Die Bestimmung des Höhenstandes hilft dem Arzt oder der Hebamme, den Fortschritt der Geburt zu beurteilen und die Notwendigkeit einer vaginal-operativen Entbindung oder eines Kaiserschnitts zu entscheiden.

Spinal- und Epiduralanästhesie sind wichtige Verfahren zur Schmerzbehandlung während der Geburt. Sie bieten der Frau eine Möglichkeit, die Schmerzen der Wehen und der Geburt zu lindern, ohne die Bewusstlosigkeit einer Vollnarkose zu erfahren.

Es ist wichtig, sich mit dem Arzt oder der Hebamme über die Risiken und Vorteile der Interspinalebene, der Höhenstandsbeschreibung und der verschiedenen Anästhesiemethoden zu informieren, um eine sichere und erfolgreiche Geburt zu gewährleisten.

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