Fencheltee ist ein beliebtes Hausmittel für Babys, das traditionell zur Linderung von Blähungen, Bauchschmerzen und Koliken eingesetzt wird. Doch die aktuelle Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) rät Eltern davon ab, ihren Kindern unter vier Jahren Fencheltee zu geben. Warum das so ist und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Warum kein Fencheltee für Babys unter vier Jahren?
Die EMA hat ihre Empfehlung aufgrund des in Fenchel enthaltenen ätherischen Öls Estragol geändert. Estragol steht im Verdacht, die Bildung von Krebszellen in der Leber zu fördern. Da die Konzentration von Estragol in Fencheltee von Sorte zu Sorte stark variieren kann, besteht die Gefahr einer Überdosierung bei Babys.
Die EMA warnt außerdem davor, dass Fencheltee bei Babys zu folgenden Problemen führen kann:
- Saugverwirrung bei voll gestillten Babys
- Bauchschmerzen
- Wasservergiftung bei zu hohen Mengen
- Mangel an wichtigen Nährstoffen, da Fencheltee nur wenige Kalorien enthält
Zusätzlich ist es wichtig zu erwähnen, dass viele Babytees, die in Drogerien und Supermärkten angeboten werden, viel Zucker (Maltodextrin) und in einigen Fällen auch Mineralöl und Pestizide enthalten.
Fencheltee für Babys: Ab wann ist er erlaubt?
Die EMA empfiehlt, dass Kinder erst ab 4 Jahren Fencheltee trinken sollten. Vor dem 1Lebensjahr sollten sie nur kleine Mengen zu sich nehmen.
Alternativen zu Fencheltee für Babys
Wenn Ihr Baby unter Blähungen, Bauchschmerzen oder Koliken leidet, gibt es viele alternative Möglichkeiten, die Sie ausprobieren können.
Kümmeltee für Babys
Die EMA empfiehlt Kümmeltee als Alternative zu Fencheltee für Babys. Kümmeltee kann sowohl im Brei als auch im Fläschchen oder im Trinkbecher angeboten werden.
Zubereitung:
- 1-2 EL Kümmelkörner mit kochendem Wasser übergießen
- 10 Minuten ziehen lassen
- Auf Trinktemperatur abkühlen lassen
Weitere Tipps bei Bauchschmerzen und Blähungen
Neben Kümmeltee können Sie folgende Maßnahmen ergreifen, um Ihrem Baby bei Bauchschmerzen und Blähungen zu helfen:
- Tragen Sie Ihr Baby im Fliegergriff. Weitere Haltepositionen finden Sie in einschlägigen Büchern oder online.
- Nutzen Sie ein Tragetuch oder eine Babytrage.
- Massen Sie den Bauch Ihres Babys mit Kümmelöl.
- Kümmelzäpfchen können ebenfalls Linderung verschaffen.
- fahrradfahren mit den Beinen Ihres Babys hilft, die Luft aus dem Bauch zu bekommen.
- Suchen Sie eine Stillberatung auf, wenn Sie Fragen zur Stilltechnik haben.
- Vereinbaren Sie einen Termin bei einem Osteopathen, um mögliche Blockaden zu lösen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Fencheltee für stillende Mütter erlaubt?
Die EMA rät auch stillenden Müttern davon ab, Fencheltee zu trinken. Der Grund ist der gleiche wie bei Babys: Die Gefahr einer Überdosierung mit Estragol.

Was ist Maltodextrin und warum ist es schlecht für Babys?
Maltodextrin ist ein zuckerähnlicher Stoff, der in vielen Babytees enthalten ist. Es handelt sich um eine schnell verwertbare Kohlenhydratquelle, die zu einer Überzuckerung und Gewichtszunahme führen kann.
Kann Fencheltee bei älteren Kindern und Erwachsenen gefährlich sein?
Obwohl die EMA nur vor dem Verzehr von Fencheltee bei Kindern unter vier Jahren warnt, sollten auch ältere Kinder und Erwachsene den Verzehr von Fencheltee nicht übertreiben. Es ist wichtig, die empfohlene Tagesdosis zu beachten und sich bei Bedarf an einen Arzt oder Apotheker zu wenden.
Gibt es noch andere Kräutertees, die für Babys geeignet sind?
Neben Kümmeltee sind auch Kamillentee und Anis-Fenchel-Kümmeltee für Babys ab dem Beikostalter geeignet. Allerdings sollten Sie auch bei diesen Teesorten die empfohlene Dosierung beachten und sich bei Bedarf an einen Arzt oder Apotheker wenden.
Fazit: Fencheltee für Babys ist umstritten
Die Empfehlung der EMA, dass Babys keinen Fencheltee trinken sollten, ist eine wichtige Information für Eltern. Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich nicht nur auf die Empfehlungen von Behörden verlassen, sondern auch auf Ihr Bauchgefühl hören. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Fencheltee für Ihr Baby geeignet ist, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder einer Stillberaterin.
Es gibt viele alternative Möglichkeiten, um Ihrem Baby bei Bauchschmerzen und Blähungen zu helfen. Wichtig ist, dass Sie die richtige Methode für Ihr Kind finden und sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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