Fieber beim kleinkind: hausmittel & tipps

Fieber ist eine häufige Erkrankung bei Kleinkindern und kann für Eltern eine beunruhigende Erfahrung sein. Es ist wichtig zu wissen, wann Fieber normal ist, wann es behandelt werden sollte und welche Hausmittel helfen können, die Symptome zu lindern. In diesem Artikel werden wir die Ursachen von Fieber bei Kleinkindern, die Symptome, die Behandlungsmöglichkeiten und die wichtigen Punkte, die Sie beachten sollten, besprechen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fieber und wie entsteht es?

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweist. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Körper gegen Krankheitserreger kämpft. Wenn das Immunsystem des Körpers auf einen Erreger wie ein Virus oder ein Bakterium trifft, werden Botenstoffe freigesetzt, die die Körpertemperatur erhöhen. Dies geschieht, um die Aktivität des Immunsystems zu steigern und den Erreger zu bekämpfen.

Normalerweise liegt die Körpertemperatur bei Kleinkindern zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Eine Temperatur über 38,5 Grad Celsius gilt als Fieber. Bei Neugeborenen (bis 4 Wochen alt) gilt eine Temperatur über 38,0 Grad Celsius als Fieber.

Symptome von Fieber bei Kleinkindern

Neben einer erhöhten Temperatur können weitere Symptome auftreten, die auf Fieber hindeuten. Dazu gehören:

  • Heißes und gerötetes Gesicht
  • Glasige Augen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Husten
  • Schnupfen
  • Atemnot
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Verändertes Schreimuster
  • Lethargie
  • Reizbarkeit

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Temperaturerhöhung krankhaft ist. Beim Spielen in der Sonne, bei körperlicher Aktivität und Herumtoben entwickeln Kinder häufig Körpertemperaturen bis leicht über 38 Grad Celsius.

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Fieber messen – aber richtig

Um die Körpertemperatur Ihres Kindes zu messen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Die genauesten Werte liefert die rektale Messung:

Rektale Messung

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, um es zu beruhigen.
  • Sorgfältig die Spitze des digitalen Fieberthermometers mit Wasser anfeuchten oder mit etwas Vaseline oder Creme bestreichen.
  • Das Kind entspannt auf die Seite legen und die Beine anziehen. Babys legt man auf den Rücken.
  • Das Thermometer vorsichtig ein bis zwei Zentimeter in den Po einführen und auf das Messsignal warten.
  • Thermometer herausziehen, ablesen und reinigen.

Ohrthermometer

Eine weitere Methode ist die Messung der Temperatur mittels Ohrthermometer. Hier ist es wichtig, dass das Gerät korrekt gehalten wird, damit der Infrarotstrahl auch das Trommelfell erreicht.

  • Die Ohrmuschel vorsichtig nach hinten oben ziehen.
  • Zu beachten ist auch, dass Ohrenschmalz und Zugluft die Messwerte verfälschen können.

Mundthermometer

Eine weitere Messmethode für kooperative Kinder über 5 Jahren ist die Messung der Temperatur im Mund.

  • Gemessen wird frühestens 10 Minuten nach dem Essen oder Trinken unter der Zunge.
  • Das Kind soll während der Messung durch die Nase atmen.
  • Messwerte unter der Zunge sind etwa 0,3 bis 0,5 Grad Celsius niedriger als im Po gemessene Werte.

Hinweis: Stirn- und Schläfenthermometer sowie die Messung in der Achselhöhle sind ungenau. Bei Kindern sollte man grundsätzlich darauf verzichten.

Wann zum Arzt?

Fieber bei Kleinkindern ist zwar häufig, aber nicht immer harmlos. In einigen Fällen ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.

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Gründe, einen Arzt aufzusuchen:

  • Säuglinge unter 3 Monaten bei Temperaturen ab 38,0 Grad Celsius
  • Babys ab 3 Monaten und Kleinkinder bei Temperaturen ab 39,0 Grad Celsius
  • Das Fieber dauert länger als 3 Tage.
  • Das Fieber sinkt trotz fiebersenkender Maßnahmen wie Paracetamol-Zäpfchen nicht.
  • Das Fieber kehrt nach einer kurzen fieberfreien Zeit wieder zurück.
  • Weitere Beschwerden kommen dazu, wie beispielsweise Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Nackensteife, erschwerte Atmung.
  • Das Baby schreit anders als sonst und/oder wirkt lethargisch.
  • Das Baby will nicht trinken und reagiert negativ auf Berührungen.
  • Die Eltern sind besorgt und beunruhigt.

In den meisten Fällen kann der Arzt die Ursache des Fiebers durch eine gründliche klinische Untersuchung und eine Untersuchung des Urins feststellen. Selten werden Blutentnahmen, Röntgen oder andere Untersuchungen nötig.

Ab wann Fieber senken?

Fieber hat bei Infektionen eine wichtige Aufgabe: Es beschleunigt alle Stoffwechselprozesse und heizt damit auch das Abwehrsystem ordentlich an. Deshalb muss es auch nicht zwingend bekämpft werden.

Allerdings ist hohes Fieber eindeutig schädlich: Steigt es über 39 Grad Celsius, kommt es über die Aktivierung des Stoffwechsels zu einer vermehrten Belastung von Herz und Kreislauf.

Wann sollten Eltern ihrem Kind ein fiebersenkendes Mittel verabreichen?

  • Kindern mit rektalen Temperaturen über 39,5 Grad Celsius
  • Fiebernden Kindern, die schon einmal einen Fieberkrampf erlebt haben
  • Fiebernden Kindern, deren Allgemeinzustand schlecht ist.

Hinweis: Fieber nach dem Impfen muss und soll nicht mit fiebersenkenden Mittel behandelt werden, da dies die erwünschte Impfreaktion abschwächt. Wenn Ihr Kind nach dem Impfen Temperaturen über 39 Grad Celsius entwickelt und Sie Zweifel haben, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt.

Fieber senken – aber wie?

Fieber lässt sich mit Medikamenten oder mit physikalischen Maßnahmen beeinflussen.

Physikalische Maßnahmen:

  • Viel trinken! Fiebernde Kinder sollen täglich 50 bis 80 ml Wasser oder ungesüßten Tee pro kg Körpergewicht trinken.
  • Wärmflasche und eine zusätzliche Decke helfen bei Schüttelfrost.
  • Wadenwickel und Pulswickel anlegen, wenn das Fieber sinkt und der Körper gekühlt werden soll. Achtung, bei Säuglingen sind nur Pulswickel angebracht.
  • Strikte Bettruhe, gerne auch auf dem Sofa, ist nur einzuhalten, wenn das Kind sich schlapp fühlt. Körperliche Anstrengungen, Sport und Toben sind trotzdem zu vermeiden.

Hinweis: Damit der Körper nicht zu sehr auskühlt, dürfen Waden- oder Pulswickel nur angelegt werden, wenn Arme und Beine warm sind!

Medikamente:

Als Medikamente der Wahl gelten bei Kindern Paracetamol und Ibuprofen.

Paracetamol

  • Wirkt gegen Fieber und Schmerzen, indem es die Synthese von Prostaglandinen und die pyrogenen Effekte anderer körpereigener Botenstoffe im Gehirn hemmt.
  • Es wird je nach Alter und Gewicht dosiert, die Tagesgesamtdosis sollte 60 mg/kg Körpergewicht nicht überschreiten.
  • Paracetamol ist auch für Neugeborene zugelassen, in diesen Fällen wird der Arzt die entsprechenden Mengen bestimmen.

Ibuprofen

  • Wirkt ebenfalls gegen Fieber und Schmerzen, indem es die Synthese von Prostaglandinen und die pyrogenen Effekte anderer körpereigener Botenstoffe im Gehirn hemmt.
  • Es wird je nach Alter und Gewicht dosiert, hier ist die höchste erlaubte Gesamttagesdosis 30 mg/kg Körpergewicht.
  • Ibuprofen ist für Kinder ab 3 Monaten zugelassen.
  • Für sehr kleine Dosen empfehlen sich Zäpfchen.

Die fiebersenkenden Arzneimittel stehen als Saft, Zäpfchen, Tabletten, Kapseln oder Schmelztabletten zur Verfügung. Bei der Gabe von Fiebersaft ist Vorsicht geboten, er soll dem sitzenden oder aufrecht gehaltenen Kind langsam in die Wangentasche geträufelt werden, damit es sich nicht verschluckt. Bei Erbrechen oder wenn das Kind lethargisch ist und schlecht schlucken kann, eignen sich Zäpfchen besonders gut.

Hinweis: Acetylsalicylsäure (ASS) darf Kindern und Jugendlichen nicht gegeben werden, da bei ihnen durch ASS das seltene Reye-Syndrom mit Gehirnentzündung und Leberzellnekrose ausgelöst werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Fieber bei Kleinkindern abgeklungen ist?

Die Dauer des Fiebers hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. In den meisten Fällen klingen virale Infektionen innerhalb von 3 bis 5 Tagen ab. Bakterielle Infektionen können länger dauern und möglicherweise eine Antibiotikabehandlung erfordern.

Kann ich mein Kind mit kaltem Wasser baden, um das Fieber zu senken?

Es wird nicht empfohlen, Ihr Kind mit kaltem Wasser zu baden, um das Fieber zu senken. Dies kann zu Schüttelfrost führen, was die Körpertemperatur tatsächlich erhöhen kann. Wenn Sie Ihr Kind baden möchten, verwenden Sie warmes Wasser.

Kann ich meinem Kind Aspirin geben, um das Fieber zu senken?

Nein, Aspirin sollte Kindern und Jugendlichen nicht gegeben werden. Es besteht das Risiko des Reye-Syndroms, einer seltenen, aber schweren Erkrankung, die zu Leberschäden und Gehirnschwellung führen kann.

Welche Hausmittel helfen bei Fieber bei Kleinkindern?

Neben den oben genannten Maßnahmen können auch einige Hausmittel helfen, die Symptome von Fieber zu lindern. Dazu gehören:

  • Viel Flüssigkeit anbieten, um den Körper zu hydrieren.
  • Leichte, kalte Speisen wie Eis am Stiel oder Joghurt anbieten.
  • Eine kühle Umgebung schaffen, indem Sie die Heizung herunterdrehen oder ein Ventilator verwenden.
  • Wadenwickel oder Pulswickel anlegen, wenn das Fieber sinkt.

Wann sollte ich mir Sorgen machen, wenn mein Kind Fieber hat?

Wenn Ihr Kind hohes Fieber hat oder sich benommen, lethargisch oder verwirrt verhält, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Auch wenn das Fieber länger als 3 Tage anhält oder andere Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Atemnot oder Hautausschlag auftreten, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Zusammenfassung

Fieber ist ein häufiges Symptom bei Kleinkindern und kann ein Zeichen für eine zugrunde liegende Erkrankung sein. Es ist wichtig, die Körpertemperatur Ihres Kindes korrekt zu messen und zu wissen, wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

In den meisten Fällen kann Fieber mit physikalischen Maßnahmen und Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes zu befolgen und Ihrem Kind viel Flüssigkeit anzubieten.

Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen. Frühzeitiges Eingreifen kann dazu beitragen, die Krankheit zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.

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