Beckenendlage: äußere wendung als kaiserschnitt-alternative?

Die Geburt eines Kindes ist ein Wunder, doch manchmal verläuft der Weg dorthin nicht immer wie geplant. Eine Beckenendlage, bei der das Kind mit den Füßen oder dem Po zuerst im Geburtskanal liegt, kann eine Herausforderung darstellen. Traditionell wurde in solchen Fällen ein Kaiserschnitt empfohlen. Doch in den letzten Jahren erlebt die äußere Wendung, ein Verfahren, bei dem das Kind im Mutterleib gedreht wird, eine Renaissance. Auch in der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich (USZ) hat sich die äußere Wendung als sichere und effektive Alternative etabliert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine äußere Wendung?

Die äußere Wendung ist ein Verfahren, bei dem ein Arzt oder eine Ärztin das Kind im Mutterleib dreht, um es in eine Schädellage zu bringen. Dies geschieht in der Regel ab der 3Schwangerschaftswoche, wenn das Kind groß genug ist, um sich drehen zu lassen, aber noch nicht zu groß ist, um die Geburt zu erschweren. Die Wendung erfolgt unter sonografischer Kontrolle und wird mit sanftem Druck auf den Bauch der Mutter durchgeführt.

Vorteile der äußeren Wendung

Die äußere Wendung bietet mehrere Vorteile für Mutter und Kind:

  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit einer vaginalen Geburt: Eine erfolgreiche Wendung ermöglicht eine natürliche Geburt, die für Mutter und Kind in der Regel die beste Option ist.
  • Vermeidung eines Kaiserschnitts: Ein Kaiserschnitt ist ein größerer Eingriff mit potenziellen Risiken und Komplikationen.
  • Geringere Risiken für das Kind: Eine vaginale Geburt ist für das Kind in der Regel weniger riskant als ein Kaiserschnitt.

Wann ist eine äußere Wendung sinnvoll?

Nicht jede schwangere Frau ist für eine äußere Wendung geeignet. Die Ärztin oder der Arzt wird die folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Schwangerschaftswoche: Die Wendung wird in der Regel ab der 3Schwangerschaftswoche durchgeführt.
  • Kindslage: Die Wendung ist nur bei Beckenendlage oder Querlage sinnvoll.
  • Muttergesundheit: Bestimmte Erkrankungen oder Komplikationen können eine Wendung ausschließen.
  • Kindsgesundheit: Auch die Gesundheit des Kindes spielt eine Rolle, z.B. Bei Mehrlingsschwangerschaften oder Nabelschnurumschlingung.

Wie funktioniert die äußere Wendung?

Die äußere Wendung wird in der Regel in einem Krankenhaus durchgeführt. Die werdende Mutter liegt auf dem Rücken und die Ärztin oder der Arzt übt sanften Druck auf den Bauch, um das Kind zu drehen. Der Vorgang wird unter sonografischer Kontrolle durchgeführt, um die Lage des Kindes und den Herzschlag zu überwachen. Die Wendung dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten.

Risiken der äußeren Wendung

Die äußere Wendung ist ein sicheres Verfahren, aber es gibt einige potenzielle Risiken:

  • Plazentaablösung: In seltenen Fällen kann sich die Plazenta während der Wendung lösen.
  • Nabelschnurkompression: Die Nabelschnur kann während der Wendung abgeklemmt werden.
  • Vorzeitiger Blasensprung: Die Fruchtblase kann während der Wendung reißen.
  • Uteruskontraktionen: Die Wendung kann zu Uteruskontraktionen führen.
  • Fehlgeburt: In sehr seltenen Fällen kann die Wendung zu einer Fehlgeburt führen.

Die Ärztin oder der Arzt wird die Risiken und Vorteile der äußeren Wendung mit der werdenden Mutter ausführlich besprechen, bevor die Wendung durchgeführt wird.

Nach der äußeren Wendung

Nach der äußeren Wendung wird die werdende Mutter für einige Stunden im Krankenhaus überwacht, um sicherzustellen, dass das Kind gesund ist und die Plazenta nicht abgegangen ist. Wenn alles in Ordnung ist, kann sie nach Hause gehen.

Die Ärztin oder der Arzt wird die werdende Mutter in den kommenden Wochen weiter beobachten und die Lage des Kindes regelmäßig kontrollieren. Wenn die Wendung erfolgreich war, kann die werdende Mutter eine natürliche Geburt erwarten.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Erfolgsrate der äußeren Wendung?

Die Erfolgsrate der äußeren Wendung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Der Schwangerschaftswoche, der Kindslage und der Anzahl der Schwangerschaften. Im Allgemeinen liegt die Erfolgsrate bei etwa 50% bei Erstgebärenden und bei 64-80% bei Mehrgebärenden.

Was passiert, wenn die äußere Wendung nicht erfolgreich ist?

Wenn die äußere Wendung nicht erfolgreich ist, kann die werdende Mutter einen Kaiserschnitt bekommen. Die Ärztin oder der Arzt wird die Entscheidung gemeinsam mit der werdenden Mutter treffen.

Gibt es Alternativen zur äußeren Wendung?

Ja, es gibt einige Alternativen zur äußeren Wendung, z.B. Eine vaginale Steisslagengeburt. Die Ärztin oder der Arzt wird die verschiedenen Optionen mit der werdenden Mutter besprechen und die beste Vorgehensweise gemeinsam entscheiden.

Wie kann ich mich auf eine äußere Wendung vorbereiten?

Es gibt keine spezielle Vorbereitung auf eine äußere Wendung. Die Ärztin oder der Arzt wird die werdende Mutter über den Ablauf des Verfahrens informieren und alle Fragen beantworten.

Fazit

Die äußere Wendung ist ein sicheres und effektives Verfahren, das vielen Frauen die Möglichkeit bietet, eine natürliche Geburt zu erleben. Wenn Sie schwanger sind und Ihr Kind in Beckenendlage liegt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die äußere Wendung. Sie können Ihnen helfen, die beste Entscheidung für sich und Ihr Kind zu treffen.

Tabelle: Kontraindikationen für eine äußere Wendung

KontraindikationBeschreibung
MehrlingsschwangerschaftWenn mehr als ein Kind im Mutterleib liegt, ist eine Wendung in der Regel nicht möglich.
NabelschnurumschlingungWenn die Nabelschnur um den Hals des Kindes liegt, kann eine Wendung gefährlich sein.
Wiederkehrende BlutungenBlutungen während der Schwangerschaft können ein Zeichen für Komplikationen sein und eine Wendung ausschließen.
Plazenta praeviaWenn die Plazenta den Gebärmutterhals blockiert, ist eine vaginale Geburt nicht möglich und eine Wendung nicht sinnvoll.
Vasa praeviaWenn die Nabelschnur über den Gebärmutterhals verläuft, ist eine vaginale Geburt riskant und eine Wendung nicht empfehlenswert.
Schwache FruchtblaseWenn die Fruchtblase schwach ist, besteht das Risiko, dass sie während der Wendung reißt.
UterusfehlbildungenBestimmte Fehlbildungen der Gebärmutter können eine Wendung erschweren oder unmöglich machen.
Uterus myomatosusMyome in der Gebärmutter können die Wendung erschweren oder unmöglich machen.
St.n. PlazentalösungEine teilweise oder vollständige Ablösung der Plazenta ist ein Notfall und eine Wendung ist nicht möglich.

Hinweis: Diese Tabelle dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin.

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