Die Schädellage ist die ideale Position für ein Baby während der Geburt. In dieser Position liegt das Baby mit dem Kopf nach unten in der Gebärmutter. Dies ermöglicht einen reibungslosen und sicheren Geburtsvorgang. Doch was passiert, wenn sich das Baby nicht in die Schädellage dreht? Was sind die Risiken und welche Möglichkeiten gibt es? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Schädellage und die Beckenendlage.
Warum ist die Schädellage wichtig?
Die Schädellage ist die ideale Position für die Geburt, da der Kopf des Babys der kleinste und härteste Teil seines Körpers ist. Dieser Teil passt am besten durch den Geburtskanal und ermöglicht einen natürlichen Geburtsvorgang. Die Schädellage erleichtert den Geburtsvorgang, da der Kopf des Babys den Weg für den Rest des Körpers freimacht.
Wenn sich das Baby nicht in die Schädellage dreht, spricht man von einer Beckenendlage (BEL). Dies bedeutet, dass das Baby mit dem Gesäss oder den Füssen nach unten in der Gebärmutter liegt.
Häufigkeit der Beckenendlage
Etwa 5 von 100 Babys liegen am Ende der Schwangerschaft mit dem Kopf nach oben in der Gebärmutter. Die meisten Babys drehen sich jedoch zwischen der 3und 3Schwangerschaftswoche in die Schädellage.
Ursachen für die Beckenendlage
In 80% der Fälle ist die Ursache für die Beckenendlage nicht bekannt. In den restlichen 20% können folgende Ursachen eine Rolle spielen:
- Placenta praevia : Eine tiefliegende oder vorliegende Plazenta kann den Platz für das Baby in der Gebärmutter einschränken.
- Gebärmuttermyome : Diese gutartigen Geschwulste in der Gebärmutter können ebenfalls den Platz für das Baby reduzieren.
- Mehrlingsschwangerschaft : Bei Mehrlingen haben die Babys weniger Platz und können sich weniger leicht drehen.
- Zu viel Fruchtwasser : Zu viel Fruchtwasser kann das Baby zu viel Bewegungsfreiheit haben und sich so nicht in die Schädellage drehen.
- Gebärmutterfehlbildungen : Eine Trennwand in der Gebärmutter oder eine herzförmige Gebärmutter können die Drehung des Babys erschweren.
- Zu wenig Platz : Bei Mehrlingen oder zu wenig Fruchtwasser kann das Baby nicht genügend Platz haben, um sich zu drehen.
- Frühgeburt : Frühgeborene Babys haben sich noch nicht in die Schädellage gedreht.
Die Geburt in Beckenendlage
Eine Geburt in Beckenendlage ist möglich, aber sie ist herausfordernder als eine Geburt aus der Schädellage. Der Geburtsvorgang kann länger dauern und es besteht ein höheres Risiko für Komplikationen.
Risiken der Beckenendlage Geburt
Die Risiken einer Beckenendlage Geburt sind unter anderem:
- Geburtsverletzungen : Das Baby hat ein höheres Risiko für Geburtsverletzungen, da der Kopf nicht als erster durch den Geburtskanal kommt.
- Nabelschnurkomplikationen : Die Nabelschnur kann während der Geburt eingeklemmt werden, was zu Sauerstoffmangel beim Baby führen kann.
- Geburtshilfeinterventionen : Eine Beckenendlage Geburt erfordert oft eine stärkere Geburtshilfeintervention, wie z.B. Eine Vakuumextraktion oder eine Zange.
- Kaiserschnitt : In einigen Fällen ist ein Kaiserschnitt notwendig, um das Baby sicher zur Welt zu bringen.
Voraussetzungen für eine vaginale Beckenendlage Geburt
Nicht jedes Krankenhaus bietet eine vaginale Beckenendlage Geburt an. Es ist wichtig, dass das geburtshilfliche Team über viel Erfahrung verfügt und die notwendige Infrastruktur vorhanden ist.
Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, um eine vaginale Beckenendlage Geburt zu ermöglichen:
- Mutter und Kind sind gesund
- Grösse und Gewicht des Babys und die Beckenmasse der Mutter sind für die Geburt aus der Beckenendlage geeignet
Kaiserschnitt bei Beckenendlage
Ein Kaiserschnitt ist eine häufige Option bei einer Beckenendlage. Viele Frauen entscheiden sich für einen Kaiserschnitt, da sie sich nicht vorstellen können, ihr Kind mit dem Gesäss oder den Füssen voran zu gebären.
Ein Kaiserschnitt kann auch notwendig sein, wenn:
- Das Baby zu früh geboren wird
- Das Baby zu gross ist
- Das Becken der Mutter zu eng ist
- Es Komplikationen während der Geburt gibt
Äussere Wendung bei Beckenendlage
Eine äussere Wendung ist ein Verfahren, bei dem eine erfahrene Ärztin versucht, das Baby durch die Bauchdecke zu drehen. Die Chancen, dass dies gelingt, liegen bei einer ersten Schwangerschaft bei 50 bis 60 Prozent und bei Frauen, die bereits einmal geboren haben, bei bis zu 80 Prozent.
Vorteile der äusseren Wendung
Eine äussere Wendung kann folgende Vorteile haben:
- Erhöht die Chance auf eine vaginale Geburt
- Vermindert das Risiko für Komplikationen
Risiken der äusseren Wendung
Die äussere Wendung ist nicht ohne Risiken. Zu den möglichen Risiken gehören:
- Frühzeitige Wehen
- Plazentaablösung
- Nabelschnurkomplikationen
- Herzprobleme beim Baby
Wann ist eine äussere Wendung nicht möglich?
Eine äussere Wendung ist nicht in jedem Fall möglich. Sie eignet sich nicht bei:
- Mehrlingsschwangerschaften
- Adipösen Bauchdecken
- Blutungen
- Ungünstig gelegener Plazenta
- Nabelschnur um den Hals des Babys
Häufige Fragen
Kann man selbst etwas dazu beitragen, dass sich das Kind in die Schädellage dreht?
Es gibt verschiedene Methoden, die helfen können, das Baby in die Schädellage zu drehen. Dazu gehören:
- Indische brücke : Diese Übung besteht darin, sich auf den Rücken zu legen und die Hüften hochzulagern.
- Sanfte lichtwende : Hierbei wird eine spezielle Lampe verwendet, die das Baby zum Drehen anregt.
- Zilgrei-Methode : Diese Methode ist eine Kombination aus manuellen Techniken und Akupunktur.
- Elektro-Akupunktur : Diese Methode verwendet elektrische Impulse, um die Akupunkturpunkte zu stimulieren.
Es ist wichtig, dass Sie diese Methoden nur unter Aufsicht eines Arztes oder einer Hebamme durchführen, da sie auch Risiken bergen können.
Mein Baby sitzt in der 30. SSW immer noch gemütlich mit dem Kopf nach oben. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich noch dreht?
In der 30. SSW liegen noch 15% aller Kinder in der Beckenendlage. Die meisten drehen sich innerhalb der nächsten Wochen, sodass nur ca. 5% aller Kinder tatsächlich auch aus dieser Lage geboren werden. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, umso unwahrscheinlicher ist es, dass sich das Baby noch dreht.
Wo spürt man die Tritte wenn Baby in Schädellage liegt?
Wenn sich das Baby in der Schädellage befindet, spürt man die Tritte meist in der oberen Bauchhälfte, unterhalb des Rippenbogens.
Fazit
Die Schädellage ist die ideale Position für die Geburt, aber nicht alle Babys drehen sich in diese Position. Wenn Ihr Baby in der Beckenendlage liegt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geburt zu ermöglichen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über die Risiken und Vorteile der verschiedenen Optionen.
Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Schädellage geburt: risiken & möglichkeiten bei beckenendlage ähneln, können Sie die Kategorie Beckenendlage besuchen.
