Die Geburt ist ein komplexer Prozess, der oft mit Schmerzen und Unbehagen verbunden ist. Während der Wehen und der Geburt greifen Hebammen und Ärzte auf verschiedene Techniken zurück, um die Geburt zu unterstützen und den Mutterkuchen nach der Geburt des Babys auszuscheiden. Eine dieser Techniken ist das Drücken auf den Bauch der werdenden Mutter. Diese Praxis, die oft als fundalmassage bezeichnet wird, kann bei einigen Frauen Unsicherheit und sogar Angst auslösen. In diesem Artikel erklären wir, warum Ärzte während der Geburt auf den Bauch der Frau drücken, welche Vorteile und Risiken es gibt und wann diese Technik sinnvoll ist.
Warum der Arzt auf den Bauch drückt: Der Fundus und die Plazenta
Der Hauptgrund, warum Ärzte während der Geburt auf den Bauch der Frau drücken, ist die Unterstützung bei der Ausscheidung der Plazenta. Die Plazenta, auch bekannt als Mutterkuchen, ist ein lebenswichtiges Organ, das während der Schwangerschaft die Versorgung des Babys mit Nährstoffen und Sauerstoff sicherstellt. Nach der Geburt des Babys muss die Plazenta ebenfalls aus dem Körper der Mutter entfernt werden.
Der Fundus, der obere Teil der Gebärmutter, ist der Ort, an dem die Plazenta befestigt ist. Nach der Geburt des Babys zieht sich die Gebärmutter zusammen, um die Plazenta zu lösen. Dieser Prozess kann jedoch manchmal etwas Zeit in Anspruch nehmen. Um die Ausscheidung der Plazenta zu fördern, kann der Arzt oder die Hebamme sanften Druck auf den Fundus ausüben. Dieser Druck hilft, die Gebärmutter weiter zusammenzuziehen und die Plazenta zu lösen.
Vorteile der Fundalmassage
Die Fundalmassage hat mehrere Vorteile, darunter:
- Beschleunigte Plazenta-Ausscheidung: Die Massage kann dazu beitragen, dass die Plazenta schneller aus der Gebärmutter kommt, was das Risiko von Blutungen reduziert.
- Kontrolle des Blutverlustes: Durch die Kontraktion der Gebärmutter wird die Blutung nach der Geburt reduziert.
- Reduktion von Schmerzen: Die Fundalmassage kann dazu beitragen, Schmerzen durch Kontraktionen zu lindern.
Risiken der Fundalmassage
Obwohl die Fundalmassage im Allgemeinen als sicher gilt, gibt es einige potenzielle Risiken, die bei der Anwendung dieser Technik zu beachten sind:
- Schmerzen: Die Massage kann für die Frau schmerzhaft sein, insbesondere wenn sie bereits Schmerzen verspürt.
- Uterusruptur: In seltenen Fällen kann die Fundalmassage zu einer Uterusruptur führen, insbesondere bei Frauen, die bereits eine Kaiserschnittgeburt hatten.
- Blutungen: In einigen Fällen kann die Fundalmassage zu vermehrten Blutungen führen, insbesondere wenn die Plazenta noch nicht vollständig gelöst ist.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Fundalmassage nur von qualifizierten medizinischen Fachkräften durchgeführt werden sollte. Die Risiken der Fundalmassage sind jedoch sehr gering, wenn die Technik korrekt angewendet wird.

Wann wird die Fundalmassage angewendet?
Die Fundalmassage wird in der Regel angewendet, wenn die Plazenta nicht innerhalb von 30 Minuten nach der Geburt des Babys ausgestoßen wurde. In einigen Fällen kann die Massage auch angewendet werden, um die Gebärmutterkontraktionen zu verstärken, wenn die Frau nach der Geburt eine starke Blutung hat.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Fundalmassage nicht immer notwendig ist. In vielen Fällen löst sich die Plazenta von selbst, ohne dass eine zusätzliche Intervention erforderlich ist.
Häufige Fragen zur Fundalmassage
Was passiert, wenn die Plazenta nicht ausgestoßen wird?
Wenn die Plazenta nicht innerhalb von 30 Minuten nach der Geburt des Babys ausgestoßen wird, spricht man von einer plazentaretention. Diese Situation kann gefährlich sein, da sie zu starken Blutungen führen kann. In solchen Fällen muss die Plazenta manuell entfernt werden, was in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt wird.
Ist die Fundalmassage schmerzhaft?
Die Fundalmassage kann für die Frau schmerzhaft sein, insbesondere wenn sie bereits Schmerzen verspürt. Die Hebamme oder der Arzt wird jedoch darauf achten, dass der Druck sanft und kontrolliert angewendet wird.
Gibt es Alternativen zur Fundalmassage?
In einigen Fällen kann die Fundalmassage durch andere Techniken ersetzt werden, beispielsweise durch die Gabe von Medikamenten, die die Gebärmutterkontraktionen verstärken. Die Entscheidung, welche Technik angewendet wird, hängt von der individuellen Situation der Frau ab.
Fazit
Die Fundalmassage ist eine gängige Technik, die während der Geburt angewendet wird, um die Ausscheidung der Plazenta zu fördern. Die Massage ist im Allgemeinen sicher, kann aber in einigen Fällen zu Schmerzen oder anderen Komplikationen führen. Es ist wichtig, dass die Fundalmassage nur von qualifizierten medizinischen Fachkräften durchgeführt wird. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der Fundalmassage haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.
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