Babyschlafphasen: entwicklung & tipps für eltern

Der Schlaf deines Babys ist ein Thema, das Eltern ständig beschäftigt. Schließlich hängt die Entwicklung, die Laune des Kindes und nicht zuletzt unsere eigene Erholung davon ab. Um die Schlafgewohnheiten deines Babys besser zu verstehen, ist es wichtig, die verschiedenen Schlafphasen zu kennen. Dieser Artikel gibt dir einen umfassenden Einblick in die Schlafphasen deines Babys, erklärt warum Babys so oft aufwachen und gibt praktische Tipps, wie du deinem Baby zu einem erholsamen Schlaf verhelfen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Die verschiedenen Schlafphasen bei Babys

Babys schlafen anders als Erwachsene. Während wir nach dem Einschlafen schnell in den Tiefschlaf fallen, beginnt ein Schlafzyklus bei Babys mit einer REM-Phase (Rapid Eye Movement). Diese Phase ist ein oberflächlicher Schlaf, der auch als Traumschlaf bezeichnet wird und sehr empfindlich ist.

Die REM-Schlafphase

Die REM-Schlafphase dauert etwa 20 Minuten. In dieser Phase schläft das Baby noch unruhig, bewegt sich, die Augen bewegen sich unter den Lidern, es lächelt oder weint sogar leise. Wenn das Baby in deinen Armen eingeschlafen ist und du es jetzt ablegst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es wieder aufwacht.

Die Tiefschlafphase

Nach der REM-Schlafphase folgt die Tiefschlafphase. Es dauert also etwa 20 Minuten, bis dein Baby tief und fest schläft. In dieser Phase kannst du dein Baby meist problemlos ablegen und den Raum verlassen. Du erkennst diese Phase daran, dass dein Baby ruhig und tief atmet und sich kaum bewegt. Die Tiefschlafphase dauert ca. 20-30 Minuten.

Die Leichtschlafphase

Nach dem Tiefschlaf folgt eine Leichtschlafphase. Das Baby wird wieder unruhiger und wacht kurz auf. Es prüft, ob alles in Ordnung ist, ob es Hunger hat, sauber ist und sich sicher fühlt. Wenn alles gut ist, schläft es ggf. Weiter (wenn noch Schlafbedarf besteht), wenn nicht, wird es wach.

Ein vollständiger Schlafzyklus

Ein vollständiger Schlafzyklus aus REM-Phase, Tiefschlafphase und Leichtschlafphase dauert bei kleinen Babys ca. 45-60 Minuten. Schlafzyklen wiederholen sich in den ersten Monaten höchstens drei bis vier Mal. Danach sind die Babys meist eine Zeit lang wach, als Neugeborene unabhängig von Tages- oder Nachtzeit. In der Regel ist es dann auch schon wieder Zeit zum Stillen oder für die Flasche.

Die Bedeutung der REM-Schlafphase für die Entwicklung

Besonders im ersten Lebensjahr ändern sich die Schlafphasen ständig: Die benötigte Schlafdauer nimmt mit zunehmendem Alter ab und der Anteil der Tiefschlafphasen steigt. Bei Neugeborenen ist der Anteil von REM-Phasen mit anfangs rund 50 Prozent sehr viel höher als bei Erwachsenen, die sich nur zu ca. 20 Prozent im REM-Schlaf befinden. (Der Schlaf von Frühchen besteht sogar aus bis zu 80 Prozent aus REM-Phasen, und wenn das Baby noch im Bauch der Mutter ist, sind es fast 100 Prozent.)

Dieser hohe Anteil an REM-Schlaf ist wichtig für die Gehirnentwicklung. In der REM-Phase verarbeitet das Gehirn neue Eindrücke und die Ereignisse des Tages. Ältere Kinder und Erwachsene, die vieles schon kennen, müssen nicht mehr so viel Neues lernen und verarbeiten und brauchen daher weniger REM-Schlafphasen.

Deswegen ist es aus Entwicklungssicht sinnvoll, dass Babys oft aufwachen. Jeder Schlafzyklus beginnt wieder mit einer REM-Schlafphase, wodurch sich das Gehirn weiterentwickeln kann. Wenn dein Baby also eher viele kurze Schläfchen macht, statt ein langes am Stück, ist das super für seine Entwicklung! Und: Wenn das Gehirn schon tagsüber viel verarbeitet, kann das dazu führen, dass das Kind nachts längere Zeit am Stück schläft, da dann nicht mehr so viel verarbeitet werden muss.

Warum schläft mein Baby nur 45 Minuten am Stück?

Wie bereits erwähnt, dauert ein Schlafzyklus bei Neugeborenen etwa 45-60 Minuten. Im Leichtschlaf wird das Baby unruhig und prüft, ob seine Umgebung und sein Empfinden ein Weiterschlafen erlauben. Selbst wenn das Baby keinen Hunger hat, die Schlaftemperatur okay ist und die Windel noch sauber, ist es gut möglich, dass es nicht von selbst in den nächsten Schlafzyklus finden kann, obwohl es noch müde ist.

Der Grund: Bei den Kleinen ist der Parasympathikus noch nicht vollständig ausgereift, also der Teil des vegetativen Nervensystems, der für Entspannung zuständig ist. Deswegen können sich Babys noch nicht selbst beruhigen und damit bisweilen auch nicht alleine in den nächsten Schlafzyklus finden.

Schlafregression: Warum schläft mein Baby plötzlich wieder häufiger?

Es ist ganz normal, dass Babys während ihrer Entwicklung immer wieder unruhige Schlafphasen durchlaufen, auch Schlafregression genannt. Sie müssen diverse Eindrücke verarbeiten und Neues lernen. Oft ist verändertes Schlafverhalten mit dem Erreichen neuer Entwicklungsmeilensteine verbunden, z. B. Wenn dein Kleines lernt zu greifen, sich zu drehen oder zu krabbeln.

Wann werden die Schlafphasen beim Baby länger?

Dauert ein Schlafzyklus bei Neugeborenen noch ca. 45-60 Minuten, hat er sich schon mit etwa 3 Monaten auf rund 70 Minuten verlängert. Dein Baby ist jetzt ggf. Auch schon im Stand, diese Zyklen bis zu fünf Mal zu wiederholen, bevor es längere Zeit wach ist. Der Schlafrhythmus ändert sich also. Damit kann dein Baby jetzt unter Umständen fast sechs Stunden am Stück schlafen, was schon als Durchschlafen gilt. Auch konzentrieren sich die Schlafperioden nun zunehmend auf die Nacht.

Ab dem Kleinkindalter dauern die Schlafzyklen dann rund 90 Minuten und nähern sich damit den Zeiten von Erwachsenen an (90-120 Minuten).

Allerdings ist jedes Kind anders und die Schlafphasen sind sehr individuell. Manche Babys brauchen mehr, manche weniger Schlaf. Wir können beim Schlaf unserer Kinder nichts erzwingen, sondern sie nur liebevoll begleiten.

Kann ich etwas tun, um die Schlafphasen meines Babys zu verlängern?

Die Schlafphasen deines Babys zu verlängern, ist nicht möglich. Je nach Alter deines Kindes ist die Dauer der REM- und Tiefschlafphasen im Gehirn vorprogrammiert und auch unglaublich wichtig für seine Entwicklung.

Wir als Eltern haben aber die Aufgabe, regulierend auf unser Baby einzuwirken, so dass es ihm im Lauf seiner Entwicklung immer besser gelingt, in den nächsten Schlafzyklus zu finden. Manchen Babys reicht es, wenn sie in den Leichtschlafphasen ein bisschen gestreichelt werden oder Mama oder Papa beruhigend mit ihnen sprechen. Andere möchten kurz gestillt werden, sich an ihr Kuscheltuch schmiegen oder ihren Schnuller haben, um wieder einschlafen zu können.

Du kannst dein Baby sanft dabei unterstützen, leichter von alleine in den nächsten Schlafzyklus zu finden und damit längere Zeit am Stück zu schlafen ohne wach zu werden. Du kannst z. B. Folgendes versuchen:

  • Satt schlafen legen: Achte darauf, dass dein Baby satt ist, wenn es einschläft. Dann ist Hunger schon mal kein Grund, nach kurzer Zeit wieder wach zu werden.
  • Vor dem Schlafen wickeln: So wird dein Kleines zumindest nicht so früh wegen einer vollen Windel wach.
  • Ruhige Schlafumgebung: Schaffe eine ruhige und angenehme Schlafumgebung für dein Baby. Dimme das Licht, sorge für eine angenehme Temperatur und vermeide Lärm.

Viele Kinderärzte geben auch den Tipp, das Baby nach Möglichkeit nicht auf dem Arm, sondern in seinem Bettchen einschlafen zu lassen, da es sich beim kurzen Erwachen sonst in einer anderen Situation befindet als beim Einschlafen und deswegen unruhig werden könnte. Aus dem gleichen Grund rät man auch dazu, die Brust oder den Schnuller kurz vor dem Einschlafen aus dem Mund zu nehmen.

Probiert am besten einfach aus, was für euch und euer Baby funktioniert. Am besten ohne Druck!

Die 2-3-4-Stunden-Regel

Die 2-3-4-Stunden-Regel kann dabei helfen, den richtigen Moment zu erwischen, dein Baby schlafen zu legen und ihm damit einen langen, erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Der richtige Schlafenszeitpunkt ist wichtig, denn verpassen Babys den Einstieg in ihre eigentliche Schlafphase, weil man ihnen keine Gelegenheit zum Schlafen gibt, kann es manchmal die Länge eines ganzen Schlafzyklus dauern, bis das Einschlafen wieder gelingt.

Um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, hilft es darüber hinaus, die Müdigkeitszeichen im Blick zu haben. Babys zeigen verschiedene Müdigkeitszeichen, wie z. B. Gähnen, Reiben der Augen, verlangsamte Bewegungen, verminderte Aufmerksamkeitsspanne und vermehrtes Weinen. Wenn du diese Zeichen erkennst, ist es Zeit, dein Baby schlafen zu legen.

Zu Babys Schlafphasen

Warum wacht mein Baby nachts so oft auf?

Es gibt viele Gründe, warum Babys nachts aufwachen. Die häufigsten sind Hunger, ein voller Windel, Schlafstörungen, ein zu warmes oder kaltes Zimmer, ein unbequemes Bett und Entwicklungsschritte. Wenn dein Baby nachts häufig aufwacht, solltest du versuchen, die Ursache zu finden und diese zu beheben.

Wie kann ich meinem Baby helfen, durchzuschlafen?

Es gibt viele Tipps, die dir helfen können, dein Baby zum Durchschlafen zu bringen. Sorge für eine ruhige Schlafumgebung, lege dein Baby satt ins Bett, wickle es vor dem Schlafengehen, stelle sicher, dass das Zimmer nicht zu warm oder zu kalt ist, und verwende ein beruhigendes Einschlafritual. Wenn dein Baby trotz allem nachts häufig aufwacht, kannst du dich an einen Kinderarzt oder einen zertifizierten Schlafberater wenden.

babys schlafphasen - Wann werden die Schlafphasen bei Babys länger

Ist es schlimm, wenn mein Baby nur kurze Schläfchen macht?

Nein, es ist nicht schlimm, wenn dein Baby nur kurze Schläfchen macht. Wie bereits erwähnt, sind kurze Schläfchen wichtig für die Gehirnentwicklung. Wichtig ist, dass dein Baby insgesamt genügend Schlaf bekommt.

babys schlafphasen - Wann wechselt Baby Schlafphase

Wie lange sollte ein Baby schlafen?

Die Schlafdauer eines Babys variiert je nach Alter. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die durchschnittliche tägliche Schlafdauer von Babys:

AlterSchlafdauer/Tag
0-3 Monate17 Stunden
4-6 Monate14,5 Stunden
7-9 Monate14 Stunden
10-12 Monate14 Stunden
13-24 Monate13,5 Stunden

Diese Angaben sind jedoch nur Durchschnittswerte. Jedes Baby ist anders und hat seinen eigenen Schlafrhythmus. Wenn du dir Sorgen um den Schlaf deines Babys machst, solltest du dich an deinen Kinderarzt wenden.

Schlussfolgerung

Die Schlafphasen deines Babys sind ein wichtiger Teil seiner Entwicklung. Es ist normal, dass Babys in den ersten Monaten häufig aufwachen, da sie noch lernen, ihren Schlafrhythmus zu regulieren. Du kannst deinem Baby zu einem erholsamen Schlaf verhelfen, indem du für eine ruhige Schlafumgebung sorgst, es satt ins Bett legst, es vor dem Schlafengehen wickelst und ein beruhigendes Einschlafritual einführst. Wenn du dir Sorgen um den Schlaf deines Babys machst, solltest du dich an deinen Kinderarzt oder einen zertifizierten Schlafberater wenden.

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