Ein Prolaktinom ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse, der zu einer übermäßigen Produktion des Hormons Prolaktin führt. Dies kann zu verschiedenen Symptomen führen, darunter unregelmäßige Menstruation, Milchfluss aus den Brüsten (Galaktorrhoe) und Unfruchtbarkeit. Während Prolaktinome bei Frauen häufiger vorkommen, können auch Männer betroffen sein.
Was ist ein Prolaktinom?
Die Hirnanhangdrüse, auch Hypophyse genannt, ist ein kleines, erbsengroßes Organ, das sich an der Basis des Gehirns befindet. Sie ist für die Produktion und Freisetzung verschiedener Hormone verantwortlich, darunter Prolaktin. Prolaktin spielt eine wichtige Rolle bei der Schwangerschaft und Stillzeit, indem es die Milchproduktion in den Brüsten stimuliert. Ein Prolaktinom ist ein Tumor der Hirnanhangdrüse, der zu einer übermäßigen Produktion von Prolaktin führt.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache für die Entstehung von Prolaktinomen ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Einige Risikofaktoren für die Entwicklung eines Prolaktinoms sind:
- Genetische Veranlagung: Es gibt einige seltene genetische Erkrankungen, die das Risiko für Prolaktinome erhöhen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z. B. Antidepressiva, Antipsychotika und Magenschutzmittel, können die Prolaktinproduktion erhöhen.
- Hypothalamus-Dysfunktion: Der Hypothalamus ist ein Teil des Gehirns, der die Produktion und Freisetzung von Hormonen, einschließlich Prolaktin, reguliert. Eine Dysfunktion des Hypothalamus kann zu einer übermäßigen Prolaktinproduktion führen.
- Andere Erkrankungen: Einige Erkrankungen, wie z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und Lebererkrankungen, können ebenfalls zu einer erhöhten Prolaktinproduktion führen.
Prolaktinom in der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft kann die Symptome eines Prolaktinoms verschlimmern, da der Körper während der Schwangerschaft ohnehin mehr Prolaktin produziert. Bei Frauen mit einem Prolaktinom kann es während der Schwangerschaft zu folgenden Problemen kommen:

- Frühzeitige Wehen: Ein hoher Prolaktinspiegel kann die Gebärmuttermuskulatur entspannen, was zu vorzeitigen Wehen führen kann.
- Schwangerschaftshypertonie: Ein hoher Prolaktinspiegel kann auch zu Bluthochdruck während der Schwangerschaft führen.
- Plazenta-Prävia: Ein Prolaktinom kann das Risiko für eine Plazenta-Prävia erhöhen, bei der sich die Plazenta zu niedrig in der Gebärmutter befindet und den Gebärmutterhals bedeckt.
- Frühgeburt: Ein Prolaktinom kann das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.
Symptome eines Prolaktinoms
Die Symptome eines Prolaktinoms können je nach Größe und Lage des Tumors unterschiedlich sein. Einige häufige Symptome sind:

- Unregelmäßige Menstruation oder Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe): Prolaktin hemmt die Produktion von Östrogen, was zu einer unregelmäßigen Menstruation oder Ausbleiben der Menstruation führen kann.
- Milchfluss aus den Brüsten (Galaktorrhoe): Prolaktin stimuliert die Milchproduktion in den Brüsten, daher kann es auch bei Frauen, die nicht schwanger sind oder stillen, zu Milchfluss aus den Brüsten kommen.
- Unfruchtbarkeit: Ein hoher Prolaktinspiegel kann den Eisprung verhindern und somit zu Unfruchtbarkeit führen.
- Kopfschmerzen: Ein Prolaktinom kann Druck auf das Gehirn ausüben und zu Kopfschmerzen führen.
- Sehstörungen: Ein großes Prolaktinom kann den Sehnerv komprimieren und zu Sehstörungen führen.
- Libidoverlust: Prolaktin kann auch die Libido bei Frauen und Männern verringern.
Diagnose eines Prolaktinoms
Um ein Prolaktinom zu diagnostizieren, wird Ihr Arzt eine Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Außerdem wird er folgende Tests anordnen:
- Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung wird durchgeführt, um den Prolaktinspiegel im Blut zu messen. Ein erhöhter Prolaktinspiegel deutet auf ein Prolaktinom hin.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Gehirns liefert. Eine MRT kann die Größe und Lage des Prolaktinoms zeigen.
- Weitere Tests: Ihr Arzt kann auch andere Tests durchführen, um andere Ursachen für einen erhöhten Prolaktinspiegel auszuschließen, wie z. B. Eine Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenerkrankungen.
Behandlung eines Prolaktinoms
Die Behandlung eines Prolaktinoms hängt von der Größe und den Symptomen des Tumors ab. Einige Behandlungsmöglichkeiten sind:

- Medikamente: Medikamente, die als Dopaminagonisten bezeichnet werden, können die Prolaktinproduktion hemmen und die Größe des Tumors reduzieren.
- Operation: Eine Operation kann durchgeführt werden, um den Tumor zu entfernen, wenn er groß ist oder die Sehkraft beeinträchtigt.
- Strahlentherapie: Strahlentherapie kann eingesetzt werden, um die Größe des Tumors zu reduzieren, wenn eine Operation nicht möglich ist oder wenn der Tumor nach einer Operation wieder wächst.
Prognose
Die Prognose für Prolaktinome ist in der Regel gut. Die meisten Prolaktinome reagieren gut auf die Behandlung und die Symptome verschwinden.
Kann man mit einem Prolaktinom stillen?
Ja, es ist möglich, mit einem Prolaktinom zu stillen. Allerdings kann der hohe Prolaktinspiegel die Milchproduktion beeinträchtigen. In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Medikamente, die zur Behandlung des Prolaktinoms eingesetzt werden, abzusetzen oder die Dosis zu reduzieren.
Was passiert, wenn man ein Prolaktinom nicht behandelt?
Wenn ein Prolaktinom nicht behandelt wird, kann es zu folgenden Problemen führen:
- Sehstörungen: Ein großes Prolaktinom kann den Sehnerv komprimieren und zu Sehstörungen führen.
- Hypophyseninsuffizienz: Ein Prolaktinom kann die Produktion anderer Hormone durch die Hirnanhangdrüse beeinträchtigen, was zu einer Hypophyseninsuffizienz führen kann.
- Unfruchtbarkeit: Ein hoher Prolaktinspiegel kann den Eisprung verhindern und somit zu Unfruchtbarkeit führen.
- Osteoporose: Ein hoher Prolaktinspiegel kann zu einem Östrogenmangel führen, was das Risiko für Osteoporose erhöhen kann.
Kann ein Prolaktinom bösartig werden?
Prolaktinome sind in der Regel gutartig, d. H. Sie sind nicht krebsartig. Allerdings können sie in seltenen Fällen bösartig werden.
Kann ein Prolaktinom während der Schwangerschaft wachsen?
Ja, ein Prolaktinom kann während der Schwangerschaft wachsen. Dies liegt daran, dass der Körper während der Schwangerschaft ohnehin mehr Prolaktin produziert.
Welche Medikamente werden zur Behandlung von Prolaktinomen eingesetzt?
Die häufigsten Medikamente zur Behandlung von Prolaktinomen sind Dopaminagonisten. Diese Medikamente hemmen die Prolaktinproduktion und können die Größe des Tumors reduzieren. Beispiele für Dopaminagonisten sind:
- Cabergolin
- Quinagolid
- Bromocriptin
Tabelle: Symptome eines Prolaktinoms bei Frauen und Männern
| Symptom | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Unregelmäßige Menstruation oder Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe) | Ja | Nein |
| Milchfluss aus den Brüsten (Galaktorrhoe) | Ja | Ja, aber seltener |
| Unfruchtbarkeit | Ja | Ja |
| Libidoverlust | Ja | Ja |
| Erektionsprobleme | Nein | Ja |
| Verkleinerung der Hoden | Nein | Ja |
| Vergrößerung der Brustdrüsen | Nein | Ja, aber seltener |
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nur allgemeine Hinweise sind. Wenn Sie Symptome eines Prolaktinoms haben, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um eine Diagnose und eine Behandlung zu erhalten.
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