Prolaktin ist ein Hormon, das in der Hypophyse, einer Drüse im Gehirn, produziert wird. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Milchproduktion nach der Geburt. Während der Schwangerschaft steigen die Prolaktinspiegel deutlich an, um die Brust auf die Milchproduktion vorzubereiten. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Prolaktin in der Schwangerschaft, seine Bedeutung, mögliche Veränderungen und was Sie tun können, wenn Ihre Prolaktinspiegel erhöht sind.
Prolaktin in der Schwangerschaft: Physiologie und klinische Bedeutung
Prolaktin ist ein Proteohormon, das von der Hypophyse ausgeschüttet wird. Es ist das einzige hypophysäre Hormon, das durch Dopamin gehemmt wird. Alle anderen Hormone der Hypophyse werden durch Releasinghormone des Hypothalamus freigesetzt. Die Prolaktinsekretion folgt einem Tag-Nacht-Rhythmus, mit nächtlichen Anstiegen und frühmorgendlichen Abfällen, die dem Rhythmus des Melatonins, einem Hormon der Zirbeldrüse, entsprechen.
Die Prolaktinsynthese und -sekretion wird durch verschiedene Substanzen gefördert, darunter:
- Östrogene
- Endorphine
- TSH-Releasinghormon (TRH)
- Serotonin
- Vasopressin
Hemmer der Prolaktinsynthese und -sekretion sind unter anderem:
- Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
- Somatostatin
Östrogenmangel führt zu einer Abnahme der Prolaktinsekretion und damit zu niedrigeren Prolaktinspiegeln.
Veränderungen des Prolaktinhaushalts
Die Prolaktinspiegel können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, sowohl erhöht als auch erniedrigt. Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Veränderungen des Prolaktinhaushalts:
Erhöhte Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie)
- Prolaktinome : Tumore der Hypophyse, die Prolaktin produzieren.
- Laktation : Stillen oder Milchproduktion.
- Primäre latente Hypothyreose : Unterfunktion der Schilddrüse.
- Medikamente : Insbesondere Psychopharmaka, die die Prolaktinfreisetzung fördern können.
- Chronisch-exzessive Östrogenwirkung : Z. B. Bei Zyklusstörungen.
- Störungen im Bereich des Hypothalamus- und des Hypophysenstiels : Z. B. Traumatische Hypophysenstielläsionen nach Operationen oder Unfällen, Tumore im Bereich der Hypophyse.
- Neurogene und psychiatrische Störungen.
- Reizung von Thoraxnerven : Z. B. Bei Herpes zoster, Verbrennungen im Brustbereich, Mammaprothesen.
- Akromegalie : Überproduktion von Wachstumshormon.
- Hirsutismus / Hyperandrogenämie : Übermäßige Behaarung bei Frauen.
- Akute Porphyrie : Stoffwechselstörung.
- Endometriose : Wucherung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter.
- Akute und chronische physische und psychische Stress-Situationen : Depressionen, Operationen, schmerzhafte Blutentnahme.
- Hypoglykämie : Unterzuckerung.
- Orgasmus, intensive Manipulationen der Brust.
- Schwangerschaft.
- Saugreiz beim Stillen.
- Proteinreiche Nahrung, hoher Bierkonsum.
Erniedrigte Prolaktinspiegel (Hypoprolaktinämie)
- Medikamente : Z. B. L-Dopa, das die Prolaktinfreisetzung hemmt.
Hyperprolaktinämien sind bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern. Sie treten bei etwa 50-75 % aller Frauen mit Galaktorrhoe (Milchabsonderung außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit) und bei 20-40 % aller Frauen mit Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation) auf. Prolaktinspiegel über 40 ng/ml, insbesondere bei Frauen mit Amenorrhoe, sollten Anlass für den Ausschluss eines Prolaktinoms mit Hilfe von Kernspintomographie sein, sofern sie nicht durch Medikamente bedingt sind.
Hypothyreosen führen meist zu einer nur mäßigen Prolaktinerhöhung (15,0 – 40,0 ng/ml).
Bei Patientinnen mit nur vorübergehenden Erhöhungen der Prolaktinspiegel oder latenter Hyperprolaktinämie, die mit nächtlich exzessiven Prolaktinfreisetzungen korreliert sein sollen, kann ein Prolaktin-Stimulationstest (Metoclopramidtest oder TRH-Test) durchgeführt werden.
In der Schwangerschaft kommt es als Folge der zunehmenden Östrogenbildung und -wirkung zu einem kontinuierlichen Anstieg der Prolaktinspiegel auf 100 bis 150 ng/ml, also um das 15- bis 20fache. Vier bis sechs Wochen nach der Geburt erreichen die Prolaktinspiegel wieder die Normalkonzentrationen außerhalb der Schwangerschaft, es sei denn, die Patientin stillt. Der Stillvorgang führt zur akuten Prolaktin- und Oxytocin-Freisetzung.
Kann man mit erhöhtem Prolaktin schwanger werden?
Erhöhte Prolaktinspiegel können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, da sie hormonelle Ungleichgewichte verursachen können, die zu Unfruchtbarkeit führen. Es ist wichtig, die Prolaktinspiegel sowohl bei natürlicher Empfängnis als auch bei einer IVF-Behandlung im Auge zu behalten. Hohe Prolaktinspiegel können in beiden Fällen die Schwangerschaft erschweren.
Was ist Hyperprolaktinämie?
Hyperprolaktinämie ist ein Zustand, bei dem der Prolaktinspiegel im Blut erhöht ist. Dieser Zustand tritt hauptsächlich bei schwangeren oder stillenden Frauen auf, da Prolaktin eine Schlüsselrolle bei der Produktion von Muttermilch spielt. Allerdings kann Hyperprolaktinämie auch bei Frauen auftreten, die nicht schwanger sind oder stillen.
Prolaktinüberschuss und Fruchtbarkeit
Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, die Prolaktinspiegel sowohl bei natürlicher Empfängnis als auch bei einer IVF-Behandlung im Griff zu behalten. Hohe Prolaktinspiegel können in beiden Fällen die Schwangerschaft erschweren. Prolaktin ist für die Produktion von Muttermilch verantwortlich und hemmt während der Stillzeit die Menstruation und den Eisprung. Daher kann ein hoher Prolaktinspiegel auch die Fortpflanzungsfähigkeit negativ beeinflussen.
Ursachen der Hyperprolaktinämie
Obwohl Hyperprolaktinämie hauptsächlich bei schwangeren oder stillenden Frauen auftritt, gibt es einen Prozentsatz von Frauen, bei denen die Ursache unbekannt ist. Es gibt verschiedene Ursachen für Hyperprolaktinämie:
- Stress
- Schlafmangel
- Mangel an Bewegung
- Hoher Verzehr von Protein oder Fett
- Behandlung gegen Depression
- Tumoren in der Hypophyse (Prolaktinome)
- Niereninsuffizienz
- Schäden an der Brustwand oder der Wirbelsäule
- Nebenniereninsuffizienz
Hyperprolaktinämie: Symptome
Es ist zu beachten, dass jede Frau mit erhöhtem Prolaktin unterschiedliche Symptome aufweisen kann. Die häufigsten Symptome sind jedoch:
- Amenorrhoe : Das Ausbleiben der Menstruation.
- Kopfschmerzen
- Hirsutismus : Übermäßige Behaarung bei Frauen, insbesondere bei PCOS oder Hyperandrogenismus.
- Vermindertes sexuelles Verlangen oder vaginale Trockenheit
- Unfruchtbarkeit : Aufgrund von Anovulation (fehlender Eisprung).
- Galaktorrhoe : Milchproduktion außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit.
Wie man erhöhtes Prolaktin reduzieren kann
Es ist möglich, Hyperprolaktinämie zu behandeln, aber die Vorgehensweise hängt von ihrer Ursache ab.
- Medikamentenbedingte Hyperprolaktinämie : Der Facharzt kann vorschlagen, die Medikamente abzusetzen, die die Prolaktinspiegel erhöhen, um die Prolaktinspiegel auszugleichen.
- Endokrine Erkrankungen : Hyperprolaktinämie aufgrund einer endokrinen Erkrankung kann durch Schilddrüsenhormonersatz behandelt werden.
- Hypophysenadenome oder Prolaktinome : Die Verabreichung von dopaminergen Antagonisten kann erforderlich sein.
In jedem Fall zielt die Behandlung der Hyperprolaktinämie darauf ab, die normalen Prolaktinspiegel wiederherzustellen und somit die Fruchtbarkeit zu verbessern. Darüber hinaus können ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, die Hormonspiegel positiv beeinflussen. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Vitamin B6 wie Fisch, Hühnchen, Bananen oder Avocados können hilfreich sein.
Prolaktin während der Periode
Im Allgemeinen gelten Prolaktinspiegel von 2-29 ng/ml als normal. Wenn der Prolaktinspiegel über 100 ng/ml liegt, funktioniert die reproduktive Kapazität nicht wie sie sollte. Diese erhöhten Werte können auf das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), Stress, Hypothyreose oder das Vorhandensein eines Eierstockzysten oder Hypophysen-Prolaktinoms hinweisen.
Wenn eine Frau einen hohen Prolaktinspiegel aufweist, tritt der Eisprung intermittierend auf oder wird unterbrochen. Dies kann sich in Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus oder dessen Ausbleiben zeigen. Daher ist es schwieriger, eine spontane Schwangerschaft zu erreichen, wenn der Eisprung nicht rechtzeitig stattfindet.
Schwangerschaft und Hyperprolaktinämie
In anderen Fällen können die Prolaktinspiegel zwar erhöht sein, aber nicht in einem Maße, dass der Eisprung ausbleibt. In diesen Fällen kann Hyperprolaktinämie die Progesteronsynthese beeinträchtigen. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Aufnahme eines möglichen Embryos vor. Dies geschieht in der Lutealphase des Zyklus nach dem Eisprung.
Wenn die Progesteronspiegel niedrig sind, ist diese Phase kürzer als sie sein sollte, und die Gebärmutterschleimhaut hat nicht genügend Zeit, um die erforderliche Dicke für eine erfolgreiche Einnistung zu erreichen. Das bedeutet, dass selbst wenn eine Befruchtung stattfindet, es schwieriger ist, eine Schwangerschaft zu erreichen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Auswirkungen von erhöhtem Prolaktin auf die Schwangerschaft?
Erhöhte Prolaktinspiegel können die Schwangerschaft negativ beeinflussen, indem sie den Eisprung verhindern, die Einnistung des Embryos erschweren oder zu einem frühen Schwangerschaftsverlust führen können. In einigen Fällen kann Hyperprolaktinämie jedoch auch während der Schwangerschaft auftreten, ohne dass es zu Komplikationen kommt.
Wie wird Hyperprolaktinämie diagnostiziert?
Die Diagnose von Hyperprolaktinämie erfolgt durch eine Blutuntersuchung, die den Prolaktinspiegel im Blut misst. In einigen Fällen kann auch eine Kernspintomographie des Gehirns durchgeführt werden, um nach einem Prolaktinom zu suchen.
Wie wird Hyperprolaktinämie behandelt?
Die Behandlung von Hyperprolaktinämie hängt von der Ursache ab. In einigen Fällen kann die Behandlung mit Medikamenten erfolgen, die die Prolaktinproduktion hemmen. In anderen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um ein Prolaktinom zu entfernen.
Kann ich mit Hyperprolaktinämie schwanger werden?
Ja, es ist möglich, mit Hyperprolaktinämie schwanger zu werden. Die Behandlung der Hyperprolaktinämie kann die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen. Es ist wichtig, mit einem Facharzt zu sprechen, um die beste Vorgehensweise zu besprechen.
Was sollte ich tun, wenn ich erhöhte Prolaktinspiegel habe?
Wenn Sie erhöhte Prolaktinspiegel haben, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen, um die Ursache zu klären und die beste Vorgehensweise zu besprechen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern.
Zusammenfassung
Prolaktin ist ein wichtiges Hormon, das während der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt. Erhöhte Prolaktinspiegel können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, aber es ist möglich, mit Hyperprolaktinämie schwanger zu werden. Wenn Sie Bedenken hinsichtlich Ihrer Prolaktinspiegel haben, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen, um die Ursache zu klären und die beste Vorgehensweise zu besprechen.
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