Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller Freude und Vorfreude, aber auch eine Zeit, in der sich Frauen besonders um ihre Gesundheit und die ihres ungeborenen Kindes sorgen. Eine Erkrankung, die während der Schwangerschaft besonders bedenklich sein kann, sind Windpocken. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Windpocken in der Schwangerschaft, die Risiken und Schutzmöglichkeiten.
Was sind Windpocken?
Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht. Die Krankheit ist hoch ansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, zum Beispiel durch Husten oder Niesen. Die meisten Menschen erkranken bereits im Kindesalter an Windpocken und entwickeln eine lebenslange Immunität. Allerdings können etwa 4% der Frauen im gebärfähigen Alter noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sein und sind daher anfällig für eine Infektion.
Symptome von Windpocken
Die typischen Symptome von Windpocken sind:
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Juckende, flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die sich in Gruppen auf der Haut befinden
Die Bläschen entwickeln sich innerhalb weniger Tage zu Krusten, die nach etwa einer Woche abfallen.
Windpocken in der Schwangerschaft: Die Risiken
Windpocken können für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder gefährlich sein. Die Risiken einer Windpockeninfektion in der Schwangerschaft hängen vom Zeitpunkt der Infektion ab.
Risiken im ersten Trimester
Eine Windpockeninfektion im ersten Trimester der Schwangerschaft (bis zur 1Schwangerschaftswoche) kann in seltenen Fällen (etwa 2%) zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Diese Erkrankung wird als fetales varizellensyndrom bezeichnet und kann mit folgenden Symptomen beim Neugeborenen einhergehen:

- Hautveränderungen : Narben, Pigmentstörungen, fehlende Hautpartien
- Neurologische Erkrankungen und Fehlbildungen : Mikrozephalie (kleiner Kopf), Enzephalitis (Gehirnhautentzündung), Krampfanfälle, Lähmungen
- Augenschäden : Katarakt, Glaukom, Blindheit
- Fehlbildungen des Skeletts : Kleinwuchs, Fehlbildungen der Gliedmaßen
Risiken im zweiten und dritten Trimester
Eine Windpockeninfektion im zweiten oder dritten Trimester der Schwangerschaft kann zu einer schweren Erkrankung der Mutter führen, die einen Krankenhausaufenthalt und eine intensive Behandlung erfordert. Auch das Risiko für das ungeborene Kind besteht weiterhin, allerdings sind die Folgen in der Regel weniger schwerwiegend als im ersten Trimester.

Risiken kurz vor oder nach der Geburt
Eine Windpockenerkrankung 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Geburt ist ebenfalls eine gesundheitliche Bedrohung für das Neugeborene. Das Virus kann über die Plazenta oder als Tröpfchen-/Kontaktinfektion übertragen werden.
Schutz vor Windpocken in der Schwangerschaft
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich vor Windpocken in der Schwangerschaft zu schützen:
Impfung
Die beste Möglichkeit, sich vor Windpocken zu schützen, ist die Impfung. Die Impfung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und besteht aus zwei Impfspritzen im Abstand von mindestens 4 bis 6 Wochen. Die Impfung sollte jedoch nicht während der Schwangerschaft erfolgen.
Passive Immunisierung
Wenn eine schwangere Frau keinen Schutz gegen Windpocken hat und Kontakt zu einer infizierten Person hatte, kann sie durch eine Behandlung mit Immunglobulin geschützt werden. Das Varizella-Zoster-Immunglobulin wird innerhalb von 96 Stunden nach dem Kontakt empfohlen. Diese Behandlung kann den Verlauf der Krankheit milder verlaufen lassen oder sogar verhindern.
Vorsichtsmaßnahmen
Wenn Sie schwanger sind und keinen Schutz gegen Windpocken haben, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Vermeiden Sie Kontakt zu Personen, die an Windpocken erkrankt sind.
- Waschen Sie sich häufig die Hände mit Seife und Wasser.
- Halten Sie Ihre Umgebung sauber.
Windpocken während der Schwangerschaft: Was tun?
Wenn Sie schwanger sind und Symptome einer Windpockeninfektion bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Der Arzt wird Sie untersuchen und die notwendigen Maßnahmen einleiten.
Die Behandlung von Windpocken in der Schwangerschaft hängt vom Schweregrad der Erkrankung und dem Zeitpunkt der Infektion ab. In einigen Fällen kann eine Behandlung mit antiviral wirksamen Medikamenten erforderlich sein.
Häufige Fragen zu Windpocken in der Schwangerschaft
Wie lange ist man mit Windpocken ansteckend?
Eine Person ist etwa fünf Tage vor dem Auftreten des ersten Ausschlags bis zum Abtrocknen der letzten Kruste ansteckend.
Kann man Windpocken zweimal bekommen?
In der Regel nicht. Die meisten Menschen entwickeln nach einer Windpockeninfektion eine lebenslange Immunität. Allerdings kann es in seltenen Fällen zu einer erneuten Infektion kommen, wenn das Immunsystem geschwächt ist.
Kann man Windpocken durch eine Impfung bekommen?
Nein. Die Windpocken-Impfung enthält ein abgeschwächtes Virus, das keine Krankheit auslösen kann.
Wie hoch ist das Risiko für ein ungeborenes Kind, wenn die Mutter Windpocken bekommt?
Das Risiko für das ungeborene Kind ist am höchsten, wenn die Mutter im ersten Trimester der Schwangerschaft an Windpocken erkrankt. In diesem Fall besteht ein Risiko von etwa 2% für das fetale Varizellensyndrom.
Was kann ich tun, um mein ungeborenes Kind vor Windpocken zu schützen?
Die beste Möglichkeit, Ihr ungeborenes Kind vor Windpocken zu schützen, ist die Impfung. Wenn Sie keinen Schutz gegen Windpocken haben, sollten Sie Kontakt zu Personen, die an Windpocken erkrankt sind, vermeiden.
Fazit
Windpocken können für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder gefährlich sein. Es ist wichtig, sich vor Windpocken zu schützen, indem man sich impfen lässt oder Vorsichtsmaßnahmen trifft. Wenn Sie schwanger sind und Symptome einer Windpockeninfektion bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Weitere Informationen über Windpocken in der Schwangerschaft finden Sie auf den Websites des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
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