Die Geburt Ihres Babys ist ein wunderschöner Moment, der mit vielen neuen Herausforderungen einhergeht. Eine davon ist das Stillen. Stillen ist eine natürliche und wundervolle Art, Ihr Baby zu ernähren und gleichzeitig eine tiefe Bindung zu ihm aufzubauen. Doch die ersten Wochen können für manche Mütter eine Herausforderung sein. Daher ist es wichtig, sich über das richtige Stillen zu informieren, um sowohl Ihnen als auch Ihrem Baby ein positives Stillerlebnis zu ermöglichen.

Die richtige Stilltechnik: So funktioniert es
Die richtige Stilltechnik ist entscheidend für ein erfolgreiches Stillen. Sie sorgt dafür, dass Ihr Baby genügend Milch bekommt und Sie gleichzeitig vor Brustwarzenproblemen geschützt sind.
Die richtige Position
Bevor Sie Ihr Baby anlegen, sollten Sie eine bequeme Position einnehmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Arme gut gestützt sind, z. B. Mit einer Armlehne oder einem Kissen. Idealerweise sollten Ihre Füße leicht erhöht sein, zum Beispiel mit einem Fußschemel.
Die klassische Wiegehaltung ist eine beliebte Stillposition. Dabei liegt Ihr Baby mit dem Köpfchen in Ihrer Armbeuge. Stellen Sie sicher, dass Ihr Baby die Brustwarze ohne Drehen des Kopfes erreichen kann. Ein gedrehter Hals erschwert das Schlucken und kann zu einem stärkeren Druck auf die Brustwarze führen, was wiederum zu Schmerzen und Wunden führen kann.
Ihr Baby sollte mit seinem Bauch Ihren Bauch berühren. Ohr, Schulter und Becken Ihres Kindes sollten dabei in einer Linie liegen. Sie können Ihr Baby auch auf einem Kissen auf Ihrem Schoß ablegen, um das Gewicht zu entlasten. Wechseln Sie die Stillposition regelmäßig, um eine gleichmäßige Entleerung der Brust und eine einseitige Belastung der Brustwarzen zu vermeiden.
Das Anlegen: So funktioniert es richtig
Um Ihr Baby zum Anlegen zu animieren, können Sie es leicht an der Wange berühren oder die Unterlippe leicht streichen. Mit einer Hand können Sie Ihre Brust stützen, indem Sie sie von unten greifen und den Daumen oben hinter dem Warzenbereich platzieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby einen möglichst großen Teil des Warzenhofes mit einsaugt. Dies schützt Ihre Brustwarzen vor Wundwerden und fördert gleichzeitig den Milchfluss.
Ihr Baby sollte seinen Unterkiefer nach vorne schieben, den Zungengrund nach hinten senken und durch Verschließen der Mundhöhle ein kleines Vakuum erzeugen. Mit seiner Zunge drückt es die Brustwarze an seinen weichen Gaumen, und die Milch beginnt zu fließen.
Ein Zeichen für richtiges Anlegen sind:
- Sichtbar nach außen gestülpte Lippen
- Gut sichtbare Bewegungen des Kaumuskel, der Schläfen und Ohren
- Hörbare Schluckgeräusche
- Ihr Baby liegt nah an der Brust, kann aber trotzdem gut atmen
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Baby richtig angelegt ist, können Sie sich ein Video zum Thema richtiges anlegen ansehen. Es gibt viele hilfreiche Videos im Internet, die Ihnen die einzelnen Schritte genau zeigen.
Schmerzen beim Stillen: Wann ist es normal, wann nicht?
Schmerzen beim Stillen sind in den meisten Fällen ein Zeichen für ein falsches Anlegen. Ein kurzzeitiger Schmerz direkt nach dem Anlegen ist jedoch normal und wird als ansaugschmerz bezeichnet. Dieser Schmerz ist ein Zeichen dafür, dass Ihr Baby richtig saugt und nicht nur nuckelt.
Andere Ursachen für Schmerzen beim Stillen können sein:
- Ein verkürztes Zungenbändchen
- Ein verstopfter Milchgang
- Eine Entzündung der Brustwarze
Wenn Sie Schmerzen beim Stillen verspüren, sollten Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten lassen. Sie können Ihnen helfen, die Ursache für die Schmerzen zu finden und Ihnen Tipps für ein schmerzfreies Stillen geben.
Wie lange sollte ein Neugeborenes an der Brust trinken?
Die Dauer des Stillens variiert von Baby zu Baby. Es gibt keine feste Zeit, die Ihr Baby an der Brust verbringen sollte.
Einige Anhaltspunkte:
- Kräftige Kinder: Diese Kinder brauchen in der Regel 10-20 Minuten für ihre gesamte Stillmahlzeit.
- Kinder, die beim Anlegen aufgeregt sind: Diese Kinder müssen erst beruhigt werden, bevor sie angelegt werden können.
- Kinder, die in den ersten Tagen wenig Interesse an der Brust zeigen: Nach dem Milcheinschuss beginnen sie in der Regel gut zu trinken. Drängen Sie Ihr Baby nicht zum Stillen.
- Kinder, die vor dem Trinken etwas mit der Brustwarze spielen: Diese Kinder sollten in der Anfangsphase nicht gedrängt werden.
Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Baby die Zeit geben, die es braucht, um sich an der Brust zu satt zu trinken. Lassen Sie es ruhig an der Brust nuckeln, auch wenn es nicht aktiv trinkt. Das fördert die Milchproduktion und stärkt die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby.
Häufige Fragen zum Stillen
Soll ich mein Baby immer nur an einer oder an beiden Seiten anlegen?
Schon in den ersten Tagen nach dem Milcheinschuss, also etwa drei bis fünf Tage nach der Geburt, sollten Sie Ihrem Baby immer beide Brüste nacheinander anbieten. Lassen Sie erst eine Brust leer trinken - mindestens zehn Minuten lang. Dann bekommt Ihr Baby erst die dünnere, den Durst löschende und … Vollständige Antwort anzeigen
Was tun, wenn mein Baby nicht richtig an der Brust saugt?
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Baby nicht richtig an der Brust saugt. Ein häufiger Grund ist ein verkürztes Zungenbändchen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Baby ein verkürztes Zungenbändchen hat, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Dieser kann das Zungenbändchen durchtrennen, so dass Ihr Baby leichter an der Brust saugen kann.
Wie kann ich meine Milchproduktion steigern?
Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Milchproduktion zu steigern. Die wichtigsten sind:
- Häufiges Anlegen
- Stillen auf Anforderung
- Genügend Flüssigkeit zu sich nehmen
- Gesund ernähren
- Ruhe und Entspannung
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Milchproduktion zu steigern, sollten Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten lassen.
Wie lange sollte ich stillen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Ihr Baby mindestens sechs Monate lang ausschließlich zu stillen. Danach können Sie Ihrem Baby neben dem Stillen auch Beikost anbieten. Stillen Sie so lange, wie es für Sie und Ihr Baby angenehm ist. Es gibt keine feste Zeit, bis zu der Sie stillen sollten.
Stillen nach einem Kaiserschnitt
Nach einem Kaiserschnitt kann das Stillen sehr schmerzhaft sein, weil das Baby auf die Wunde drückt. Probieren Sie es mit einem Kissen auf der Wunde. Auch der Rückengriff oder die Seitenlage und die Rückenlage sind empfehlenswerte Stillhaltungen.
Wenn Sie Schmerzen beim Stillen nach einem Kaiserschnitt verspüren, sollten Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten lassen. Sie können Ihnen helfen, die richtige Stillposition zu finden und Ihnen Tipps für ein schmerzfreies Stillen geben.
Fazit
Stillen ist eine wunderbare Erfahrung, die Ihnen und Ihrem Baby viele Vorteile bietet. Es ist wichtig, dass Sie sich über das richtige Stillen informieren und sich von einer Hebamme oder Stillberaterin unterstützen lassen. Mit der richtigen Technik und etwas Geduld können Sie Ihr Baby erfolgreich stillen und eine tiefe Bindung zu ihm aufbauen.
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