Dein Baby ist da, die Welt dreht sich um euer kleines Wunder. Doch auch Dein Körper braucht Zeit, um sich von den Strapazen der Schwangerschaft und Geburt zu erholen. Yoga nach der Geburt, auch bekannt als Postpartum Yoga, kann Dir dabei helfen, auf sanfte Weise wieder zu Dir selbst zu finden und neue Kraft zu schöpfen. In diesem Artikel erfährst Du alles Wissenswerte über Yoga im Wochenbett, von den Vorteilen bis zu den geeigneten Übungen und wann Du mit dem Yoga beginnen kannst.

Was passiert im Wochenbett?
Das Wochenbett ist eine Zeit der Erholung und des Neubeginns. Dein Körper arbeitet unermüdlich daran, sich von der Schwangerschaft und Geburt zu erholen. Die Wundheilung steht im Vordergrund, insbesondere bei Geburtsverletzungen und der Plazentawundfläche. Der Hormonhaushalt stellt sich um, was zu verschiedenen körperlichen und emotionalen Veränderungen führen kann. Die Gebärmutter zieht sich zurück, die Milchproduktion beginnt und die Hormone spielen verrückt. Es ist normal, wenn Du in dieser Zeit Stimmungsschwankungen erlebst, den sogenannten Babyblues.
Neben der körperlichen Erholung ist das Wochenbett auch eine Zeit des Kennenlernens und des Bindens mit Deinem Baby. Es ist eine Zeit, in der Du Dich in Deine neue Rolle als Mutter einfindest und die Bedürfnisse Deines Kindes lernst.
Wann darf ich mit Yoga nach der Geburt beginnen?
Die ersten Wochen nach der Geburt sind für die Erholung Deines Körpers unerlässlich. Ein weiser Spruch besagt: eine woche im bett, eine woche auf dem bett und eine woche um das bett herum. Das Wochenbett ist nicht die Zeit, um Deinen Körper wieder voll zu belasten. Konzentriere Dich auf das Kuscheln und das Kennenlernen Deines Babys.
Yoga im frühen Wochenbett
Schon in den ersten zwei Wochen nach der Geburt kannst Du mit sanften Yogaübungen beginnen. Meditationen und Atemübungen helfen Dir, Stress abzubauen und zu innerer Ruhe zu finden. Diese Übungen können Dir Kraft und Energie geben und gleichzeitig die Bindung zu Deinem Baby stärken.
Gezielte Atemübungen fördern das Zusammenspiel zwischen Beckenboden, Zwerchfell und Bauchmuskulatur. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Rückbildung und die Stabilisierung Deines Körpers.
Yoga im späteren Wochenbett
Sobald die Geburtsverletzungen verheilt sind und der Wochenfluss abgeklungen ist, kannst Du mit sanften Mobilisierungsübungen beginnen. Diese Übungen helfen, Verspannungen zu lösen, die durch das Stillen und Tragen des Babys entstehen können.
Wahrnehmungsübungen helfen Dir, den Kontakt zu Deinem Beckenboden wiederherzustellen. Denke daran, dass Deine Beckenbodenmuskulatur während der Schwangerschaft und Geburt stark gedehnt wurde. Sie braucht Zeit, um wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren.
Wichtig: Vermeide in den ersten Wochen nach der Geburt schwere Lasten zu heben und zu tragen. Langes Sitzen und Stehen kann ebenfalls Druck auf den Beckenboden ausüben. Führe alle Übungen zunächst im Liegen oder im Vierfüßlerstand durch. Vermeide gegrätschte Positionen und den Schneidersitz.
Yoga nach einem Kaiserschnitt
Das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt unterscheidet sich von dem nach einer Spontangeburt. Die Wundheilung ist ein wichtiger Faktor, den Du im Auge behalten musst. Die Heilungsprozesse im Körper sind von außen nicht sichtbar. Daher ist es besonders wichtig, auf Deine körperlichen Signale zu achten und in den ersten Wochen schwere Belastungen zu vermeiden. Schmerzen sind ein Zeichen, dass Du Deinen Körper nicht überlastest.

Auch nach einem Kaiserschnitt ist es wichtig, dass Du Dir in den ersten Wochen Ruhe gönnst und den Druck im Bauchraum möglichst gering hältst. Vermeide schweres Heben und Tragen.
Im frühen Wochenbett stehen auch nach einem Kaiserschnitt Meditationen und Atemübungen im Vordergrund. Sobald Du Dich körperlich wieder gut fühlst, kannst Du mit sanften Mobilisierungsübungen des Schulter-/Nackenbereichs und der Beine beginnen. Vermeide dabei starke Rückbeugen und Drehbewegungen.
Yoga für Anfängerinnen
Auch wenn Du vor der Geburt noch nie Yoga praktiziert hast, kannst Du mit Yoga im Wochenbett beginnen. Yoga kann Dir helfen, Deine innere Mitte wiederzufinden und neue Kraft zu schöpfen.
Es ist empfehlenswert, sich mit einer erfahrenen Yogalehrerin in Verbindung zu setzen, die Dir individuelle Übungen zeigen kann. Sie kann Dir auch hilfreiche Tipps geben, worauf Du bei den Übungen achten solltest.
Wenn Du alleine mit Yoga beginnen möchtest, empfehlen sich zunächst Atemübungen. Diese helfen Dir, innere Ruhe und Gelassenheit zu erfahren und die körperliche Rückbildung zu unterstützen.
Welche Übungen sollte ich nach der Geburt vermeiden?
Es gibt drei wichtige Grundregeln, die Du bei der Yoga-Praxis nach der Geburt beachten solltest:
- Setze Dich nicht unter Druck. Das Wochenbett dient Dir zur Erholung und zum Ankommen.
- Gehe nicht über Deine Grenzen. Respektiere die Signale Deines Körpers.
- Schmerzen sind ein absolutes Tabu!
In den ersten 6-8 Wochen nach der Geburt solltest Du alle Übungen vermeiden, die Druck und Zug auf Deinen Beckenboden ausüben. Vermeide starke Rückbeugen und Drehbewegungen. Besonders zu Beginn kann die Brust im Wochenbett sehr gespannt und schmerzempfindlich sein. Vermeide die direkte Bauchlage ohne ein Kissen unter der Brust.
3 tolle Übungen für Yoga direkt nach der Geburt
Gepolsterte Bauchlage & Kurzmeditation
Um die Rückbildung der Gebärmutter und das Abfließen des Wochenflusses zu fördern, kannst Du Dich täglich zweimal für 10 Minuten auf den Bauch legen. Lege ein Kissen unter Deinen Bauch, um Druck auf die Brust zu vermeiden. Nutze diese Zeit, um ganz bewusst bei Dir zu sein. Höre schöne Musik oder mache eine geführte Meditation.
Tiefe Bauchatmung
Lege Dich für diese Übung in die Rückenlage und platziere Deine Hände auf Deinem Bauch. Atme bewusst tief in Deinen Bauch ein und spüre, wie sich Deine Bauchdecke hebt. Atme langsam wieder aus. Versuche, die natürlichen Bewegungen Deines Beckenbodens zu spüren. Sei nicht zu streng mit Dir, anfangs kann es sein, dass Du diese Bewegungen nur gedanklich sehen kannst und nicht aktiv die Muskelspannung spürst.
Die Atmung spielt im Yoga eine große Rolle. Die Atemluft, auch Prana genannt, ist die Lebensenergie in unserem Körper, die über unsere Atmung im Körper verteilt wird. Durch die tiefe Bauchatmung wird das parasympathische Nervensystem aktiviert, was Dir spürbar zu mehr Ruhe verhilft. Außerdem wird das natürliche Zusammenspiel zwischen Zwerchfell, Bauchmuskulatur und Beckenboden wieder gefördert.
Katze/Kuh
Lege bei dieser Übung den Fokus auf den Schulter-/Nackenbereich! Begebe Dich in den Vierfüßlerstand und beginne mit der Einatmung Deinen Brustkorb nach vorne zu schieben und Deine Schulterblätter zusammenzuziehen. Ausatmend drückst Du nun Deine Hände fest in die Matte und schiebst den Verschluss Deines BH´s in Richtung Decke, nimmst das Kinn zur Brust. Wiederhole diese Übung 5-10 Mal. Achte darauf, dass Du mit der Einatmung Deine Bauchmuskulatur nicht zu sehr dehnst, sondern den Fokus auf den Brustkorb legst. Im späteren Wochenbett kannst Du zusätzlich zur Lockerung Deines Oberkörpers auch Deinen Beckenboden mit der Ausatmung aktivieren.
Vorteile von Yoga nach der Geburt
Yoga nach der Geburt bietet Dir zahlreiche Vorteile, sowohl für Körper als auch für Geist:
- Verbesserte körperliche Rückbildung: Yoga unterstützt die Rückbildung der Gebärmutter, stärkt den Beckenboden und hilft, die Rektusdiastase zu schließen.
- Stressabbau und Entspannung: Yoga hilft Dir, Stress und Ängste abzubauen und innere Ruhe zu finden. Dies ist besonders wichtig in der anstrengenden Zeit nach der Geburt.
- Verbesserte Stimmung und Schlaf: Yoga kann Deine Stimmung verbessern und Dir helfen, besser zu schlafen.
- Steigerung der Energie: Yoga gibt Dir neue Kraft und Energie, um die Herausforderungen des Mutterseins zu meistern.
- Verbesserte Körperwahrnehmung: Yoga hilft Dir, Deinen Körper wieder besser kennenzulernen und Deine Bedürfnisse zu spüren.
- Förderung der Bindung zum Baby: Yoga kann Dir helfen, eine tiefere Verbindung zu Deinem Baby aufzubauen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange soll ich nach der Geburt kein Yoga machen?
In den ersten Tagen nach der Geburt solltest Du Deinem Körper Ruhe gönnen. Wann Du mit Yoga beginnen kannst, hängt von Deinem individuellen Gesundheitszustand und der Art der Geburt ab. Sprich mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme, um herauszufinden, wann es für Dich sicher ist, mit Yoga zu beginnen.
Ist Yoga gut für die Zeit nach der Geburt?
Ja, Yoga ist eine großartige Möglichkeit, um Dich nach der Geburt körperlich und geistig zu erholen. Es kann Dir helfen, Stress abzubauen, Deine Stimmung zu verbessern, Deine Körperwahrnehmung zu fördern und die Rückbildung zu unterstützen.
Welche Yogaübungen sind nach der Geburt geeignet?
Geeignete Übungen sind sanfte Dehnübungen, Atemübungen und Meditationen. Vermeide in den ersten Wochen alle Übungen, die Druck und Zug auf Deinen Beckenboden ausüben.
Kann ich auch als Anfängerin mit Yoga im Wochenbett beginnen?
Ja, Yoga ist für alle geeignet, auch für Anfängerinnen. Es gibt viele einfache Übungen, die Du leicht lernen kannst. Suche Dir eine erfahrene Yogalehrerin, die Dir individuelle Übungen zeigen kann.
Was sollte ich beachten, wenn ich mit Yoga nach der Geburt beginne?
Achte darauf, dass Du Dich nicht überlastest. Höre auf Deinen Körper und mache nur Übungen, die Dir guttun. Vermeide Schmerzen und stoppe die Übung, wenn Du Dich unwohl fühlst.
Yoga nach der Geburt kann Dir helfen, auf sanfte Weise wieder zu Dir selbst zu finden und neue Kraft zu schöpfen. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, um die Herausforderungen des Mutterseins zu meistern und Deine innere und äußere Balance wiederzufinden.
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