Wochenflussstau: symptome, ursachen & behandlung

Nach der Geburt deines Babys hat sich dein Körper auf eine intensive Reise der Regeneration begeben. Ein wichtiger Bestandteil dieser Reise ist der Wochenfluss, auch bekannt als Lochien. Er ist ein Zeichen dafür, dass deine Gebärmutter nach der Entbindung der Plazenta heilt und sich wieder auf ihre ursprüngliche Größe zurückbildet. Der Wochenfluss kann mehrere Wochen dauern und in seiner Farbe und Stärke variieren. In den meisten Fällen verläuft der Wochenfluss ohne Komplikationen. Doch manchmal kann es zu einem Wochenflussstau kommen, der eine medizinische Behandlung erfordert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Wochenflussstau?

Ein Wochenflussstau, auch bekannt als Lochialstau oder Lochiometra, tritt auf, wenn der Wochenfluss nicht richtig aus der Gebärmutter abfließen kann. Dies kann zu einer Ansammlung von Blut, Schleim und Gewebsresten in der Gebärmutterhöhle führen. Die Folge ist eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, die als Endometritis puerperalis bezeichnet wird.

Ursachen für einen Wochenflussstau

Ein Wochenflussstau kann aus verschiedenen Gründen auftreten:

  • Unzureichend geöffneter Muttermund: Nach einem Kaiserschnitt oder einer komplizierten vaginalen Geburt kann der Muttermund nicht vollständig geöffnet sein, was den Abfluss des Wochenflusses behindert.
  • Verstopfung des Muttermundes: Reste der Eihaut, Blutgerinnsel oder andere Gewebe können den Muttermund verstopfen und den Abfluss des Wochenflusses verhindern.
  • Gebärmuttermyome: Diese gutartigen Tumoren in der Gebärmutterwand können den Abfluss des Wochenflusses behindern.
  • Gebärmutterfehlbildungen: Angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter können ebenfalls zu einem Wochenflussstau führen.

Symptome eines Wochenflussstaus

Ein Wochenflussstau kann verschiedene Symptome verursachen, die auf eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut hindeuten. Diese Symptome können:

  • Fehlender oder stark verminderter Wochenfluss sein. Dies ist das häufigste Symptom eines Wochenflussstaus.
  • Weiche, druckschmerzhafte Gebärmutter sein. Die Gebärmutter fühlt sich bei Druckempfindlichkeit hart und schmerzhaft an.
  • Vergrößerte Gebärmutter sein. Die Gebärmutter kann sich aufgrund des gestauten Wochenflusses vergrößern.
  • Bauchschmerzen sein. Diese Schmerzen können im Unterbauch oder im ganzen Bauchraum auftreten.
  • Fieber sein. Hohes Fieber ist ein Zeichen für eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut.
  • Kopfschmerzen sein. Typischerweise handelt es sich um ziehende bis stechende Schmerzen an beiden Schläfen (Stirnkopfschmerzen).
  • Schüttelfrost sein.
  • Unangenehmer Geruch des Wochenflusses sein.

Was tun bei einem Wochenflussstau?

Wenn du eines der oben genannten Symptome beobachtest, solltest du umgehend deine Hebamme oder deinen Frauenarzt aufsuchen. Je früher der Wochenflussstau erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für Komplikationen.

Diagnose und Behandlung

Der Arzt kann einen Wochenflussstau anhand deiner Symptome und einer gynäkologischen Untersuchung diagnostizieren. Zusätzlich kann ein Ultraschall durchgeführt werden, um die Gebärmutterhöhle zu visualisieren und die Diagnose zu bestätigen.

Die Behandlung eines Wochenflussstaus hängt von der Schwere der Symptome und der Ursache ab. In der Regel werden folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Medikamente: Oxytocin wird gespritzt, um die Gebärmutter zum Zusammenziehen zu bringen und den Wochenfluss wieder in Gang zu bringen. Methylergometrin kann als Dragee oder Tropfen eingenommen werden, um ebenfalls die Gebärmutterkontraktionen zu fördern. Krampflösende Medikamente, wie z.B. Buscopan, können den Muttermund entspannen und den Abfluss des Wochenflusses erleichtern.
  • Manuelle Erweiterung des Muttermundes: Der Arzt kann den Muttermund während der gynäkologischen Untersuchung leicht aufdehnen, um den Abfluss des Wochenflusses zu ermöglichen.
  • Selbsthilfemaßnahmen:
    • Häufiges Aufstehen nach der Geburt fördert die Rückbildung der Gebärmutter und den Abfluss des Wochenflusses.
    • Rückbildungsgymnastik kann die Gebärmuttermuskulatur stärken und den Wochenfluss fördern.
    • Häufiges Stillen stimuliert die Ausschüttung von Oxytocin, das die Gebärmutterkontraktionen fördert.
    • Bauchmassage in Gebärmutterhöhe kann das Zusammenziehen der Gebärmutter anregen.
    • Wärme kann den Wochenfluss verstärken. Heiße Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt oder Kamillenextrakt sowie Wärmepackungen können hilfreich sein.
    • Pflanzenheilkunde: Hirtentäschel- und Frauenmanteltee gelten als bewährte Hausmittel gegen Rückbildungsstörungen. Diese Tees sollten jedoch nur in Absprache mit dem Arzt oder der Hebamme eingenommen werden.
  • Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig sein, um den Wochenflussstau zu beseitigen. Dies ist in der Regel nur erforderlich, wenn andere Behandlungsmethoden nicht erfolgreich sind oder wenn eine schwere Entzündung vorliegt.

Wie kann ich einen Wochenflussstau vermeiden?

Es gibt einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um das Risiko eines Wochenflussstaus zu minimieren:

  • Regelmäßige Kontrollen: Nach der Geburt solltest du regelmäßig deine Hebamme oder deinen Frauenarzt aufsuchen, um den Verlauf des Wochenflusses und die Rückbildung deiner Gebärmutter zu kontrollieren.
  • Hygiene im Wochenbett: Achte auf eine gute Hygiene im Wochenbett, um das Risiko einer Infektion zu reduzieren. Verwende nur Binden, keine Tampons oder Menstruationstassen. Wechsel die Binden regelmäßig und wasche dich nach jedem Toilettengang mit lauwarmem Wasser.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinke ausreichend Flüssigkeit, um den Wochenfluss zu fördern.
  • Ruhe und Entspannung: Gönne dir ausreichend Ruhe und Entspannung im Wochenbett, um deinem Körper die Möglichkeit zur Regeneration zu geben.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Der Wochenfluss dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen. Er kann aber auch länger oder kürzer dauern, je nach Geburtsmodus, individueller Anatomie und Belastungen im Wochenbett.

Welche Farbe hat der Wochenfluss?

Der Wochenfluss verändert seine Farbe im Laufe der Zeit. Zu Beginn ist er dunkelrot und ähnelt Menstruationsblut. Später wird er rötlich-braun und schließlich gelblich-weiß.

Was ist normal und was nicht?

Der Wochenfluss ist ein individueller Prozess, der bei jeder Frau anders verlaufen kann. In den meisten Fällen ist der Wochenfluss normal, wenn er:

  • Immer schwächer wird.
  • Seine Farbe von dunkelrot über rötlich-braun zu gelblich-weiß verändert.
  • Kein unangenehmen Geruch hat.
  • Nicht plötzlich aufhört.

Wenn du dir unsicher bist, ob der Wochenfluss normal verläuft, solltest du deine Hebamme oder deinen Frauenarzt konsultieren.

Was kann ich tun, wenn ich befürchte, dass ich einen Wochenflussstau habe?

Wenn du eines der oben genannten Symptome eines Wochenflussstaus beobachtest, solltest du sofort deine Hebamme oder deinen Frauenarzt aufsuchen. Je früher der Stau erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für Komplikationen.

Zusammenfassung

Ein Wochenflussstau ist eine potenziell ernstzunehmende Komplikation nach der Geburt. Er kann zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut führen. Wenn du eines der Symptome eines Wochenflussstaus beobachtest, solltest du sofort deine Hebamme oder deinen Frauenarzt aufsuchen. Die Behandlung eines Wochenflussstaus hängt von der Schwere der Symptome und der Ursache ab. In den meisten Fällen kann der Stau mit Medikamenten, manueller Erweiterung des Muttermundes und Selbsthilfemaßnahmen behoben werden. In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig sein.

Achte auf eine gute Hygiene im Wochenbett, trinke ausreichend Flüssigkeit und gönne dir ausreichend Ruhe und Entspannung. Regelmäßige Kontrollen bei deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt helfen, Komplikationen wie einen Wochenflussstau frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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