Muttermilch ist das Beste, was du deinem Baby geben kannst. Sie ist vollgepackt mit Nährstoffen und Antikörpern, die dein Baby gesund und stark machen. Aber wie lange kann man Muttermilch warm halten, ohne dass sie ihre wertvollen Eigenschaften verliert?
Warum ist es wichtig, Muttermilch richtig zu erwärmen?
Dein Baby ist es gewohnt, Muttermilch aus deiner Brust in deiner Körpertemperatur zu trinken. Kalte Muttermilch kann für dein Baby unangenehm sein und es kann die Milch verweigern. Außerdem ist erwärmte Muttermilch leichter verdaulich. Kalte Milch kann dagegen Bauchschmerzen oder Koliken verursachen.
Die ideale Trinktemperatur für Muttermilch liegt bei 37 Grad. So ist die Muttermilch besonders gut verdaulich und dein Baby gewöhnt sich leichter ans Fläschchen. Aber Vorsicht! Ab 40 Grad wird das Trinken zur Gefahr. Die zu stark erhitzte Flüssigkeit kann dann Verbrennungen im Mund verursachen. Und auch die Muttermilch selbst nimmt Schaden. Beim Erhitzen über 40 Grad werden wertvolle Bestandteile der Muttermilch zerstört. Zum Beispiel Enzyme und Probiotika, die das Immunsystem deines Babys stärken und seine Verdauung unterstützen.
Wie kann man Muttermilch sicher und schonend erwärmen?
Es gibt verschiedene Methoden, um Muttermilch zu erwärmen. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von deiner Situation und deinen Vorlieben ab. Hier sind einige gängige Methoden:
Die Thekenmethode
Diese Methode ist die einfachste und sicherste. Du lässt die Muttermilch einfach auf der Arbeitsplatte stehen, bis sie Raumtemperatur angenommen hat. Das kann allerdings einige Stunden dauern. Vor dem Füttern schwenkst du die Flasche oder den Beutel vorsichtig, damit sich die Bestandteile wieder vermischen. Schütteln solltest du die Milch jedoch nicht, da dies die wertvollen Inhaltsstoffe beschädigen kann.
- Vorteile: Schonend, keine Gefahr der Überhitzung
- Nachteile: Dauert sehr lange, die Milch erreicht keine 37 Grad, die Milch darf nicht länger als zwei Stunden stehen, da sie sonst schlecht werden kann.
Unter fließendem Wasser erwärmen
Diese Methode ist schnell und einfach. Du hältst die geschlossene Flasche oder den Beutel einige Minuten unter warmes (nicht heißes) fließendes Wasser und drehst sie dabei immer wieder. Vor dem Verzehr schwenkst du die Flasche oder den Beutel vorsichtig, um die Milch zu vermischen. Schütteln solltest du die Milch jedoch nicht, da dies die wertvollen Inhaltsstoffe beschädigen kann.
- Vorteile: Unkompliziert, effektiv, auch unterwegs machbar
- Nachteile: Dauert relativ lange, Verschwendung von Wasser (es sei denn, man fängt es auf und gießt damit die Blumen)
Im Wasserbad erwärmen
Diese Methode ist schonender als die Methode unter fließendem Wasser. Du füllst eine Schüssel mit warmem Wasser und legst die Muttermilchflasche oder den Beutel für einige Minuten hinein. Vor dem Füttern schwenkst du die Flasche oder den Beutel vorsichtig, um die Milch zu vermischen. Schütteln solltest du die Milch jedoch nicht, da dies die wertvollen Inhaltsstoffe beschädigen kann.
- Vorteile: Effektiv, schont Ressourcen
- Nachteile: Dauert relativ lange
Im Flaschenwärmer aufwärmen
Diese Methode ist die schnellste und sicherste. Du stellst die Milch in den Fläschchenwärmer und startest ihn. Die meisten Flaschenwärmer lassen sich auf 37 Grad einstellen. So kannst du sicher sein, dass die Milch die richtige Temperatur hat.
- Vorteile: Effektiv, schnell, schonend und sicher, durch Einstellung auf 37 Grad
- Nachteile: Teuer in der Anschaffung, benötigt Stellplatz auf der Arbeitsplatte, geht nur mit passenden Fläschchen
Muttermilch erwärmen: Die absoluten No-Gos
Es gibt einige Methoden, die du zum Erwärmen von Muttermilch unbedingt vermeiden solltest. Diese Methoden können die Milch überhitzen und wertvolle Nährstoffe zerstören. Außerdem besteht die Gefahr, dass dein Baby sich den Mund verbrennt. Zu den No-Gos gehören:
- Mikrowelle: Die Mikrowelle erhitzt die Milch ungleichmäßig und kann Hotspots bilden, die Verbrennungen im Mund deines Babys verursachen können. Außerdem werden wertvolle Nährstoffe zerstört.
- Kochendem Wasser: Auch kochendem Wasser ist zu heiß für Muttermilch. Die Milch kann überhitzen und wertvolle Nährstoffe verlieren.
- Direkt auf dem Herd: Die Temperatur lässt sich auf dem Herd nur schwer kontrollieren. Die Milch kann überhitzen und wertvolle Nährstoffe verlieren.
Wie lange hält sich erwärmte Muttermilch?
Erwärmte Muttermilch hält sich bei Raumtemperatur nur noch 2 Stunden. Danach sollte sie nicht mehr verfüttert werden. Frisch abgepumpte Milch ist länger haltbar. Sie kann bei Zimmertemperatur sechs bis acht Stunden aufbewahrt werden.
Können wir Muttermilch ein zweites Mal erwärmen?
Nein. Muttermilch dürft ihr nur einmal erwärmen. Den Rest müsst ihr aus hygienischen Gründen leider wegschütten. Beim Trinken können vom Mund eures Babys Bakterien in die Milch gelangen.
Kann ich Muttermilch erneut einfrieren?
Nein. Einmal aufgetaute Muttermilch darf kein zweites Mal eingefroren werden.
Warum soll man die Milch beim Erwärmen nicht schütteln?
Aufbewahrte Milch trennt sich in Schichten. Das Fett schwimmt dabei oben. Nach dem Aufwärmen müssen sie wieder verbunden werden. Dazu reicht es aber, die Flasche sanft zu schwenken oder die Milch vorsichtig umzurühren. Schütteln oder starkes Rühren beschädigt die nährenden und schützenden Inhaltstoffe der Muttermilch.
Fazit
Es ist wichtig, Muttermilch richtig zu erwärmen, um sicherzustellen, dass sie ihre wertvollen Eigenschaften behält und dein Baby sie gut verträgt. Vermeide die Verwendung von Mikrowelle, kochendem Wasser oder dem Herd. Die sichersten Methoden sind die Thekenmethode, das Erwärmen unter fließendem Wasser, das Wasserbad oder der Flaschenwärmer. Achte darauf, dass die Milch nicht über 40 Grad erhitzt wird. Wenn du dir nicht sicher bist, wie du Muttermilch richtig aufwärmen sollst, sprich mit deinem Kinderarzt oder deiner Hebamme.
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