Die Ankunft von Welpen ist ein freudiges Ereignis für jeden Hundeliebhaber. Doch bevor die kleinen Fellnasen ihr neues Zuhause beziehen, durchlaufen sie eine entscheidende Phase der Entwicklung, die von der Geburt bis zur Abgabe von großer Bedeutung ist. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte dieser Zeit und gibt wertvolle Hinweise für verantwortungsvolle Hundehalter.
Die ersten Lebenswochen: Von der Geburt bis zur Selbstständigkeit
Die ersten Wochen im Leben eines Welpen sind geprägt von rasanter Entwicklung und intensivem Lernen. In dieser Zeit sind die Welpen vollständig auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen.
Die Neonatale Phase: Die ersten beiden Lebenswochen
In den ersten zwei Lebenswochen, der sogenannten neonatalen Phase, sind Welpen blind, taub und haben einen nur schwach entwickelten Geruchssinn. Sie verbringen ihre Zeit hauptsächlich mit Schlafen und Trinken und sind auf die Versorgung durch ihre Mutter angewiesen. Die Mutterhündin kümmert sich um die Reinigung, die Wärmeregulierung und die Nahrungsversorgung ihrer Welpen.
Die Übergangsphase: Die dritte Lebenswoche
Ab der dritten Lebenswoche beginnt die Übergangsphase, die von einer rasanten Entwicklung zu mehr Unabhängigkeit geprägt ist. Die Augen der Welpen öffnen sich, und sie beginnen, ihre Umgebung mit ihren neu gewonnenen Sinnen zu erkunden. Ihr Gehör entwickelt sich ebenfalls, und sie beginnen, Geräusche wahrzunehmen.
In dieser Phase beginnen die Welpen auch, ihre Umgebung zu erforschen und ihre ersten Schritte zu unternehmen. Sie lernen, mit ihren Geschwistern zu spielen und ihre ersten Dominanzspiele zu entwickeln.
Die Prägungsphase: Die vierte bis siebte Lebenswoche
Zwischen der vierten und siebten Lebenswoche durchlaufen die Welpen die Prägungsphase. In dieser Zeit sind sie besonders empfänglich für neue Eindrücke und lernen wichtige Verhaltensmuster. Die Welpen beginnen, ihre Umgebung aktiv zu erkunden und ihre sozialen Fähigkeiten zu entwickeln. Sie lernen, mit anderen Hunden und Menschen zu interagieren.
Die Sozialisierungsphase: Die achte bis zwölfte Lebenswoche
Die Sozialisierungsphase ist eine entscheidende Phase in der Entwicklung eines Welpen. In dieser Zeit lernen sie, sich in einer komplexen Umgebung zurechtzufinden und mit anderen Lebewesen zu interagieren. Sie entwickeln ihre Sozialkompetenz und lernen, sich in verschiedene Situationen zu integrieren.
Diese Phase ist von großer Bedeutung für die spätere Entwicklung des Hundes. Welpen, die in dieser Zeit ausreichend sozialisiert wurden, sind in der Regel ausgeglichener, selbstbewusster und weniger ängstlich. Sie haben weniger Probleme mit anderen Hunden und Menschen und können sich leichter in neue Situationen einleben.
Es ist wichtig, dass Welpen in dieser Phase vielfältige Erfahrungen sammeln. Sie sollten mit verschiedenen Menschen, Hunden und anderen Tieren in Kontakt kommen. Sie sollten verschiedene Geräusche, Oberflächen und Situationen kennenlernen.
Ein verantwortungsvoller Züchter sorgt dafür, dass seine Welpen in dieser Phase ausreichend sozialisiert werden. Er bietet ihnen die Möglichkeit, mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen und verschiedene Situationen zu erleben. Er achtet darauf, dass die Welpen ausreichend Bewegung und Spielmöglichkeiten haben.
Die Rangordnungsphase: Die zwölfte bis sechzehnte Lebenswoche
In der Rangordnungsphase, die von der zwölften bis zur sechzehnten Lebenswoche dauert, testen Welpen ihre Grenzen aus und lernen, sich in einer sozialen Gruppe zu bewegen. Sie entwickeln ihre eigene Persönlichkeit und lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren.
Diese Phase ist von großer Bedeutung für die spätere Entwicklung des Hundes. Welpen, die in dieser Phase ausreichend gefördert wurden, sind in der Regel selbstbewusster und haben ein stabiles Selbstbild. Sie können sich besser in soziale Situationen einfügen und Konflikte lösen.
Warum sollten Welpen erst mit 12 Wochen abgegeben werden?
Die Abgabe eines Welpen vor der zwölften Lebenswoche ist aus verschiedenen Gründen problematisch.
- Unzureichende Sozialisierung : Welpen, die vor der zwölften Lebenswoche von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt werden, haben nicht genügend Zeit, um wichtige soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Sie lernen nicht, wie man sich in einer Gruppe verhält, wie man Konflikte löst und wie man mit anderen Hunden und Menschen interagiert.
- Erhöhtes Risiko für Verhaltensstörungen : Welpen, die zu früh von ihrer Mutter getrennt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Verhaltensstörungen. Sie können ängstlich, unsicher, aggressiv oder übermäßig anhänglich sein.
- Geringere Bindungsfähigkeit : Welpen, die zu früh von ihrer Mutter getrennt werden, können eine geringere Bindungsfähigkeit zu Menschen entwickeln. Sie haben Schwierigkeiten, Vertrauen zu Menschen aufzubauen und sich an neue Menschen zu gewöhnen.
Ian Dunbar, ein renommierter Tierverhaltensforscher, empfiehlt, dass Welpen bis zum Alter von 12 Wochen mindestens 100 verschiedene Menschen kennengelernt haben sollten.
Wann darf man Welpen frühestens abgeben?
Gemäß der Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Hundewelpen frühestens mit acht Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Es gibt jedoch viele Tierschützer, die empfehlen, Welpen erst mit zehn bis 16 Wochen abzugeben.
Die frühe Trennung von der Mutter kann negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Welpen haben. Daher sollten Hundehalter sich für eine möglichst späte Abgabe entscheiden.
Wichtige Aspekte bei der Welpenabgabe
Die Abgabe eines Welpen ist ein wichtiger Schritt für sowohl den Züchter als auch den neuen Besitzer. Es ist wichtig, dass beide Seiten gut vorbereitet sind und sich über die wichtigsten Aspekte im Klaren sind.

Der Kaufvertrag
Ein Kaufvertrag ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber von der Stiftung Warentest dringend empfohlen. Der Vertrag sollte die Kontaktdaten beider Seiten, den Welpenpreis, die Chipnummer und andere wichtige Informationen enthalten.
Ein Vertrag ist besonders nützlich, wenn nach dem Kauf medizinische Probleme beim Tier auftreten. Die Durchsetzung einer Garantie beim Hundekauf ist nur möglich, wenn ein Vertrag abgeschlossen wurde.
Die Kennzeichnung des Welpen
In Deutschland ist die elektronische Kennzeichnung von Hunden nicht einheitlich geregelt. In Schleswig-Holstein müssen Hunde ab dem dritten Lebensmonat gechippt werden.
Die Impfungen des Welpen
Stammt der Welpe aus Deutschland, muss ein Impfpass mit den nötigen Eintragungen vorliegen. Wenn der Welpe im EU-Ausland gekauft wird, müssen der EU-Heimtierausweis und ein tierärztliches Gesundheitszeugnis vorhanden sein. Falls das Tier aus einem nicht-EU-Land herkommt, muss eine Tiergesundheitsbescheinigung nach EU-Recht vorliegen.
Der illegale Welpenhandel
Welpenhandel ist illegal, wenn die angebotenen Welpen nicht legal nach Deutschland eingeführt wurden und ihnen die erforderlichen Impfungen und Dokumente fehlen oder diese gefälscht sind.
Viele solcher Welpen sind vor dem Kauf bereits krank. Das liegt an den schlechten hygienischen Bedingungen in den Zuchtanlagen. Die Muttertiere sind oft geschwächt und ungeimpft, was zu weiteren gesundheitlichen Risiken führt. In den Zuchtanlagen werden die Welpen in der Regel weder geimpft noch entwurmt. Das beeinträchtigt ihre Gesundheit zusätzlich. Diese Umstände können dazu führen, dass die Welpen wenige Tage nach dem Kauf sogar sterben.
Als Käufer werden Sie rechtlich nicht belangt. Viele Menschen ahnen oft nicht, dass sie einen illegal gehandelten Welpen kaufen. Die Kriminellen verschleiern oft die Herkunft der Tiere, machen falsche Altersangaben oder präsentieren falsche oder gar keine Papiere.
Der illegale Welpenhandel findet in der Regel über Portale im Internet statt. Dort ist es schwierig, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Unseriöse Welpenhändlerinnen und -händler lehnen eine Abholung vor Ort meistens ab. Stattdessen wird angeboten, das Tier nach Hause zu liefern oder sich auf Parkplätzen zu treffen. In einigen osteuropäischen Ländern können die Junghunde auch auf Märkten gekauft werden. Hier wird dann auch von sogenannten wühltischwelpen oder kofferraumwelpen gesprochen.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt, jedes Angebot kritisch zu überprüfen. Als potenzielle Käuferin oder potenzieller Käufer sollten Sie immer auf einen Besuch vor Ort bei der Züchterin oder dem Züchter bestehen. Falls die Anbieterin oder der Anbieter dies ablehnt, sollten Sie von einem Kauf absehen. Weitere Warnsignale für ein unseriöses Angebot sind unter anderem:
- Es gibt keine Fotos von der Mutterhündin in der Anzeige
- Die Welpen werden in der Anzeige nur schlecht beschrieben
- Die Anbieter verwenden ein Pseudonym statt des Klarnamens
- Ein und derselbe Anbieter hat verschiedene Rassen im Angebot
Die Tierschutzorganisation PETA empfiehlt: Selbst wenn Sie den Hund vor Ort anschauen können, sollten Sie trotzdem achtsam sein. Auch hier könnte es sich um einen unseriösen Anbieter handeln. Deswegen sollten Sie darauf bestehen, dass Muttertier sehen zu dürfen. Achten Sie außerdem darauf, wie und wo die Welpen aufwachsen. Werden die Welpen an dem Ort präsentiert, der ihr dauerhafter Aufenthaltsbereich ist? Ist dieser Bereich sauber? Haben die Welpen ein sauberes Fell? Sind Spielzeug, ein Liegekissen und geeignetes Beschäftigungsmaterial vorhanden? Achten Sie auch auf das Verhalten der Anbieterinnen und Anbieter. Die sollten Fragen zu Ihren Wohnverhältnissen stellen. Seriöse Anbieterinnen und Anbieter geben die Tiere in der Regel nur an verantwortungsvolle Käuferinnen und Käufer ab.
Unseriöse Händerinnen und Händler trennen die Welpen viel zu früh von ihren Müttern, oft schon im Alter von zwei bis vier Wochen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Welpen besonders niedlich und sollen potenzielle Käuferinnen und Käufer beeindrucken. Da sie nicht die wichtige Sozialisierung durch ihre Mutter erfahren, leiden viele Welpen unter schweren Verhaltensstörungen, die sich häufig bis ins Erwachsenenalter fortsetzen und manchmal nie vollständig verschwinden. Außerdem verbringen die Muttertiere auf Zuchtfarmen ein einsames und leidvolles Leben. Ihr einziger Zweck ist es, so viele Welpen wie möglich zu werfen.
Welpen aus EU-Ländern oder gelisteten Drittstaaten müssen mindestens 15 Wochen alt sein, um legal nach Deutschland eingeführt zu werden. Jungtiere aus nicht gelisteten Drittländern können frühestens im Alter von sieben Monaten eingeführt werden. Das sagt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?
Ein seriöser Züchter legt großen Wert auf die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Hunde. Er bietet Ihnen Einblick in seine Zuchtstätte und zeigt Ihnen die Mutterhündin und die Welpen in ihrem natürlichen Umfeld. Er beantwortet Ihre Fragen offen und ehrlich und steht Ihnen auch nach der Welpenabgabe mit Rat und Tat zur Seite.
Was muss ich bei der Welpenabgabe beachten?
Bei der Welpenabgabe sollten Sie sicherstellen, dass der Welpe geimpft, entwurmt und gechippt ist. Sie sollten einen Kaufvertrag abschließen und die notwendigen Papiere erhalten.
Was kann ich tun, wenn ich einen illegalen Welpenhandel vermute?
Wenn Sie einen illegalen Welpenhandel vermuten, sollten Sie sich an die zuständigen Behörden wenden. Sie können sich auch an Tierschutzorganisationen wenden, die Ihnen bei der Aufklärung des Falls helfen können.
Welche Rasse ist die richtige für mich?
Die Wahl der richtigen Hunderasse ist eine wichtige Entscheidung. Sie sollten sich vor dem Kauf einer Rasse genau informieren und überlegen, welche Bedürfnisse und Lebensumstände Sie haben.
Fazit
Die Zeit von der Geburt bis zur Abgabe ist eine entscheidende Phase in der Entwicklung eines Welpen. Es ist wichtig, dass Welpen in dieser Zeit ausreichend sozialisiert werden und nicht zu früh von ihrer Mutter getrennt werden.
Verantwortungsvolle Hundehalter sollten sich vor dem Kauf eines Welpen genau informieren und sicherstellen, dass sie einen Welpen aus seriöser Zucht erhalten.
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