Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das während der gesamten Schwangerschaft geführt wird. Er enthält alle wichtigen Informationen über die Schwangerschaft, die Mutter und das ungeborene Kind. In diesem Artikel erklären wir, was genau im Mutterpass steht, warum er so wichtig ist und welche Abkürzungen und Fachbegriffe darin vorkommen.
Warum ist der Mutterpass so wichtig?
Der Mutterpass dient dazu, den Verlauf der Schwangerschaft und mögliche Risiken zu dokumentieren. Er ist ein wichtiges Werkzeug für die behandelnden Ärztinnen, Ärzte und Hebammen, um die Gesundheit der Mutter und des Kindes zu überwachen.
Im Mutterpass werden alle wichtigen Untersuchungsergebnisse zu Mutter und Kind vermerkt, darunter:
- Die Blutgruppe der Mutter
- Der errechnete Geburtstermin
- Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen
- Die Ergebnisse der Blut- und Urintests
- Die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen
- Informationen über die Entwicklung des Kindes
Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das die Schwangere immer bei sich tragen sollte. Im Notfall, z. B. Bei einem Unfall oder einer plötzlichen Erkrankung, kann er wichtige Informationen über die Schwangerschaft und die Gesundheitsdaten der Mutter liefern. Auch bei der Geburt ist der Mutterpass unerlässlich, da er alle wichtigen Informationen über die Schwangerschaft und das Kind enthält.
Wann und wo bekommt man den Mutterpass?
Die meisten Frauen erhalten den Mutterpass von ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin. Einige Ärztinnen und Ärzte warten, bis die Herztöne des Kindes im Ultraschall sicher festgestellt werden können, bevor sie den Mutterpass ausstellen. Andere Schwangere erhalten das Dokument bereits nach der Bestätigung der Schwangerschaft durch einen Urin- oder Bluttest.
Elektronischer Mutterpass oder klassisches Heft?
Seit 2022 ist neben der Papierform der E-Mutterpass als Teil der elektronischen Patientenakte (epA) nutzbar. Die Einträge werden in einer App abgerufen. Aktuell überwiegt in der Praxis jedoch weiterhin die Nutzung des klassischen Mutterpassheftes.
Der elektronische Mutterpass bietet einige Vorteile, wie z. B.:
- Sicherer Datenaustausch zwischen den verschiedenen medizinischen Einrichtungen
- Einfacherer Zugriff auf die Daten für die Schwangere und ihre Ärztinnen und Ärzte
- Reduzierter Papierverbrauch
Allerdings ist die Digitalisierung noch nicht abgeschlossen. Noch nicht alle wichtigen Stellen, von der Gynäkologin bis zur Hebamme, sind mit der notwendigen Technik zur Nutzung des E-Mutterpasses ausgestattet. Daher fällt die Wahl zwischen Papierform und E-Mutterpass bislang in der Regel zugunsten des klassischen Heftes aus.

Abkürzungen im Mutterpass verstehen
Der Mutterpass enthält zahlreiche Abkürzungen und Fachbegriffe. Diese können für Schwangere manchmal schwer zu verstehen sein.
Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft: Was bedeuten die Abkürzungen?
Besonders bei den drei großen Ultraschall-Untersuchungen, die in der Schwangerschaft durchgeführt werden, finden sich viele Fachbegriffe und Kürzel. Da sie das Baby betreffen, sind sie für viele werdende Eltern besonders interessant.
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| IUS | Intrauteriner Sitz (Embryo befindet sich innerhalb der Gebärmutter) |
| Konsiliaruntersuchung | Untersuchung durch einen weiteren Facharzt oder eine Fachärztin |
| FS | Fruchtsack |
| SSL | Scheitel-Steiß-Länge: Länge des Babys vom Kopfende bis zum Steißende |
| BPD | Biparietaler Durchmesser: quergemessener Kopfdurchmesser |
| FOD | Frontokzipitaler Durchmesser: längsgemessener Kopfdurchmesser |
| KU | Kopfumfang |
| Plazentalok./-struktur | Sitz und Struktur des Mutterkuchens |
| Fetale Struktur | Organe des Babys |
| ATD | Abdominaler Transversaldurchmesser: Bauchquerdurchmesser von rechts nach links |
| APD | Anterior-Posterior-Durchmesser: Bauchlängsdurchmesser vom Rücken zum Bauch |
| AU | Abdomenumfang: Bauchumfang |
| FL/HL | Femurlänge/Humeruslänge: Länge von Oberarm (Humerus)- und Oberschenkelknochen (Femur) |
Eine Liste mit allen Fachbegriffen und Abkürzungen sowie ihrer Bedeutung ist hier als pdf-Datei zum kostenlosen Download verfügbar.
Der Mutterpass: Die wichtigsten Untersuchungen
Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen werden einige Werte der Schwangeren immer wieder geprüft. Dazu gehören:
- Blutdruckmessung
- Urintest
- Gewichtskontrolle
- Tastuntersuchung der Gebärmutter
Dies dient dazu, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Alle Ergebnisse werden in den Mutterpass eingetragen.
Neben den immer wiederkehrenden Untersuchungen werden einige weitere Werte einmalig erhoben. Dazu gehören:
- Bestimmung der Blutgruppe
- Überprüfung des Rötelnschutzes
- Untersuchung auf Infektionskrankheiten wie Chlamydien, Hepatitis B oder Syphilis
Durch eine frühzeitige Behandlung kann eine Schädigung des Kindes bei diesen Infektionskrankheiten verhindert werden.
Kostenpflichtige Untersuchungen
Die meisten Vorsorgeuntersuchungen sind Kassenleistungen. Einige Ausnahmen gibt es aber. Der Test auf eine Immunität gegen Toxoplasmose und Cytomegalie (CMV) zum Beispiel ist eine sogenannte IGel-Leistung und wird bislang von der Krankenkasse nicht bezahlt.
Auch einige Untersuchungen der Pränataldiagnostik, wie die Nackentransparenzmessung oder das Ersttrimester-Screening, gehören zu den IGel-Leistungen. Sie können aber unter bestimmten Umständen (etwa bei einer Risikoschwangerschaft) von der Krankenkasse übernommen werden.
Grundsätzlich gilt: IGeL-Leistungen sind für eine bessere Vorsorge nicht zwingend. Ob sie im individuellen Fall sinnvoll sind, klären werdende Eltern am besten mit dem Frauenarzt, der Frauenärztin oder der Hebamme.
Mutterpass auch nach der Geburt noch verwendbar
Nach den rund 40 Wochen der Schwangerschaft ist der Mutterpass mit zahlreichen wichtigen Informationen gefüllt. Auch Daten zur Entbindung werden in das Heft eingetragen. Den Mutterpass aufzubewahren, kann auch nach der Geburt sinnvoll sein: Das Heft kann bei einer erneuten Schwangerschaft relevante Daten enthalten und auch für die Dokumentation weiterer Schwangerschaften weiterverwendet werden.
Was passiert, wenn ich meinen Mutterpass verliere?
Wenn Sie Ihren Mutterpass verlieren, sollten Sie sich umgehend an Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin wenden. Sie können Ihnen einen neuen Mutterpass ausstellen.
Welche Daten werden im Mutterpass gespeichert?
Im Mutterpass werden alle wichtigen Informationen über die Schwangerschaft, die Mutter und das ungeborene Kind gespeichert. Dazu gehören die Blutgruppe der Mutter, der errechnete Geburtstermin, die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen, die Ergebnisse der Blut- und Urintests, die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen und Informationen über die Entwicklung des Kindes.
Ist der Mutterpass ein offizielles Dokument?
Ja, der Mutterpass ist ein offizielles Dokument. Er wird von den behandelnden Ärztinnen, Ärzten und Hebammen verwendet, um die Gesundheit der Mutter und des Kindes zu überwachen.
Kann ich meinen Mutterpass online einsehen?
Ja, seit 2022 ist der E-Mutterpass als Teil der elektronischen Patientenakte (epA) nutzbar. Die Einträge werden in einer App abgerufen. Allerdings ist die Digitalisierung noch nicht abgeschlossen. Noch nicht alle wichtigen Stellen, von der Gynäkologin bis zur Hebamme, sind mit der notwendigen Technik zur Nutzung des E-Mutterpasses ausgestattet. Daher fällt die Wahl zwischen Papierform und E-Mutterpass bislang in der Regel zugunsten des klassischen Heftes aus.
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