Bachblüten sind ein alternatives Heilverfahren, das in den 1930er Jahren vom britischen Arzt Edward Bach entwickelt wurde. Es basiert auf der Annahme, dass negative emotionale Zustände die Ursache für körperliche Krankheiten sind. Bach glaubte, dass bestimmte Blüten die Fähigkeit besitzen, diese negativen Emotionen zu harmonisieren und so zur Heilung beizutragen.
Die Geschichte der Bachblüten
Edward Bach war ein Homöopath, der sich intensiv mit der Natur und ihren Heilkräften beschäftigte. Er glaubte, dass die Blüten bestimmte Schwingungen besitzen, die auf die menschliche Psyche wirken können. Er wählte 38 verschiedene Blüten aus, die er mit Wasser extrahierte und so zu Blütenessenzen verarbeitete. Jede Essenz soll eine bestimmte negative Emotion, wie z.B. Angst, Unsicherheit oder Traurigkeit, ausgleichen.
Nach Bachs Tod geriet seine Therapie zunächst in Vergessenheit. Erst in den 1970er Jahren erlebte sie eine Wiederbelebung und wurde vor allem durch die Vermarktung durch die Hamburger Heilpraktikerin Mechthild Scheffer populär.
Wie funktionieren Bachblüten?
Bachblüten sollen durch ihre Schwingungen auf die menschliche Psyche wirken. Sie sollen negative Emotionen harmonisieren und so zu einem ausgeglichenen Gemütszustand beitragen. Bach selbst glaubte, dass die Blüten ihre „Schwingungen“ als „heilende Energie“ an das Wasser abgeben.
Die Bachblütentherapie unterscheidet sich von der Homöopathie, obwohl sie sich von ihr ableitet. Im Gegensatz zum Simile-Prinzip der Homöopathie, bei dem Ähnliches mit Ähnlichem behandelt wird, sollen die Bachblütenessenzen als positiver Gegenpol die negativen Seelenzustände direkt harmonisieren.
Herstellung von Bachblütenessenzen
Die Herstellung von Bachblütenessenzen erfolgt nach einem bestimmten Verfahren. Die Blüten werden in Wasser gelegt und entweder in die Sonne gestellt oder gekocht. Anschließend wird das Wasser mit Alkohol versetzt, um es zu konservieren. Diese Urtinktur wird dann stark verdünnt, um die eigentlichen Blütenessenzen herzustellen.
Liste der Bachblüten
Es gibt 38 verschiedene Bachblüten, die jeweils einem bestimmten Gemütszustand oder einer negativen Emotion zugeordnet sind.
- Agrimony : Angst vor Konflikten, Verdrängung von Problemen
- Aspen : Angst vor dem Unbekannten, Vorahnungen
- Beech : Intoleranz, Kritik, Unverständnis
- Centaury : Übermässige Hilfsbereitschaft, Selbstaufopferung
- Cerato : Zweifel, Unsicherheit, ständiges Nachfragen
- Cherry Plum : Angst vor Kontrollverlust, Panikattacken
- Chestnut Bud : Unfähigkeit aus Fehlern zu lernen, Wiederholung derselben Fehler
- Chicory : Besessenheit, Eifersucht, Kontrolle
- Clematis : Tagträumerei, Desinteresse an der Realität
- Crab Apple : Reinlichkeitszwang, Selbstablehnung
- Elm : Überforderung, Gefühl der Überlastung
- Gentian : Mutlosigkeit, schnelles Aufgeben
- Gorse : Hoffnungslosigkeit, Resignation
- Heather : Egozentrik, ständiges Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
- Holly : Eifersucht, Neid, Hass
- Honeysuckle : Nostalgie, Sehnsucht nach der Vergangenheit
- Hornbeam : Müdigkeit, fehlende Motivation
- Impatiens : Ungeduld, Nervosität, Hektik
- Larch : Minderwertigkeitsgefühle, Angst vor Misserfolg
- Mimulus : Angst vor konkreten Dingen, Furcht
- Mustard : Traurigkeit, Depression, ohne ersichtlichen Grund
- Oak : Ausdauer, Überlastung, Erschöpfung
- Olive : Erschöpfung, geistige und körperliche Ausgezehrtheit
- Pine : Schuldgefühle, Selbstvorwürfe
- Red Chestnut : Angst um andere, übermässige Sorge
- Rock Rose : Panik, Schock, Angst
- Rock Water : Strenge gegenüber sich selbst, Perfektionismus
- Scleranthus : Unschlüssigkeit, Unentschlossenheit
- Star of Bethlehem : Schock, Trauma, emotionale Verletzung
- Sweet Chestnut : Verzweiflung, tiefe Traurigkeit
- Vervain : Überzeugung, Fanatismus, missionarischer Eifer
- Vine : Machtlust, Dominanz, Kontrollbedürfnis
- Walnut : Anpassungsschwierigkeiten, Veränderungsphasen
- Water Violet : Stolz, Zurückgezogenheit, Unabhängigkeit
- White Chestnut : Grübeln, Gedankenkreisen
- Wild Oat : Sinnlosigkeit, Orientierungslosigkeit, Lebensunzufriedenheit
- Wild Rose : Resignation, Apathie, Gleichgültigkeit
- Willow : Bitterkeit, Groll, Selbstmitleid
Die Anwendung von Bachblüten
Bachblüten werden in Form von Tropfen eingenommen. Die empfohlene Dosis ist 4 Tropfen, die mehrmals täglich in etwas Wasser oder Saft gegeben werden. Man kann die Blüten auch direkt auf die Zunge geben oder in ein Glas Wasser geben und dieses über den Tag verteilt trinken.
Notfalltropfen
Bach hat eine spezielle Mischung aus fünf Blütenessenzen entwickelt, die als Notfalltropfen („Rescue Remedy“) bekannt sind. Diese Tropfen sollen bei akuten Stresssituationen, wie z.B. Schock, Panik oder Angst, helfen.
Bachblüten und Schwangerschaft
Bachblüten gelten als unbedenklich in der Schwangerschaft. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie schädliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben.
Bachblüten und Kinder
Bachblüten können auch bei Kindern angewendet werden. Die Dosis sollte jedoch an das Alter und Gewicht des Kindes angepasst werden.
Kritik an Bachblüten
Die Bachblütentherapie ist umstritten. Kritiker bemängeln, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit der Bachblüten gibt. Sie argumentieren, dass die Wirkung der Bachblüten auf den Placeboeffekt zurückzuführen ist.
Weitere Kritikpunkte sind:
- Pseudowissenschaftliche Grundlage : Die Bachblütentherapie basiert auf einem esoterischen Weltbild, das nicht wissenschaftlich belegt ist.
- Moralisierung : Die Bachblütentherapie suggeriert, dass negative Emotionen die Ursache für Krankheiten sind. Dies kann dazu führen, dass sich Menschen für ihre Krankheiten verantwortlich fühlen.
- Fehlende Wirksamkeit : Mehrere Studien konnten keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit der Bachblütentherapie nachweisen.
Wie lange sollte man Bachblüten einnehmen?
Es gibt keine festen Vorgaben für die Einnahmedauer von Bachblüten. Die Dauer der Einnahme hängt von der individuellen Situation und dem jeweiligen Gemütszustand ab. In der Regel werden Bachblüten über mehrere Wochen oder Monate eingenommen, bis sich eine Besserung einstellt.

Sind Bachblüten gefährlich?
Bachblüten gelten als unbedenklich. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie Nebenwirkungen haben. Allerdings sollten Menschen mit Allergien auf bestimmte Blüten vorsichtig sein und sich vor der Einnahme von Bachblüten mit ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Kann man Bachblüten mit anderen Medikamenten kombinieren?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Bachblüten mit anderen Medikamenten interagieren. Allerdings ist es immer ratsam, sich vor der Einnahme von Bachblüten mit seinem Arzt oder Apotheker zu beraten, insbesondere wenn man bereits andere Medikamente einnimmt.
Wo kann man Bachblüten kaufen?
Bachblüten sind in Apotheken, Reformhäusern und Online-Shops erhältlich.
Fazit
Die Bachblütentherapie ist ein alternatives Heilverfahren, das auf der Annahme basiert, dass negative Emotionen die Ursache für körperliche Krankheiten sind. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit der Bachblüten, aber viele Menschen berichten von positiven Erfahrungen mit dieser Therapie.
Wenn Sie an der Bachblütentherapie interessiert sind, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Sie können Ihnen helfen, die richtige Essenz für Ihre Bedürfnisse zu finden und Sie über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären.
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