Die Geburt eines Welpen ist ein wunderschönes Erlebnis, das aber auch mit viel Verantwortung verbunden ist. Wenn Sie sich dazu entschließen, Ihre Hündin decken zu lassen, sollten Sie sich gut informieren und die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft und Geburt kennen. Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte von der Deckung bis zur Geburt und der anschließenden Welpenaufzucht.
- Wie verhält sich die Hündin nach dem Decken?
- Wie verläuft die Trächtigkeit bei einer Hündin?
- Züchtertätigkeit für die nächsten 3 Wochen
- Aufgaben des Züchters
- Aufzucht/Sozialisierung/Welpenanalyse
- Häufig gestellte Fragen
- Wie lange blutet eine Hündin nach dem Decken?
- Wie lange dauert die Standhitze?
- Wie kann ich den optimalen Deckzeitpunkt bestimmen?
- Was sollte ich beachten, wenn meine Hündin trächtig ist?
- Was kann ich tun, wenn meine Hündin kurz vor der Geburt steht?
- Was sind die häufigsten Komplikationen bei Hundegeburten?
- Wie kann ich die Welpen nach der Geburt optimal versorgen?
Wie verhält sich die Hündin nach dem Decken?
Die Zeit nach der Deckung Ihrer Hündin ist geprägt von großen Veränderungen, sowohl für sie als auch für Sie. Die Schwangerschaft, die Trächtigkeit, ist eine intensive Zeit, die es zu begleiten gilt. Um die Schwangerschaft Ihrer Hündin optimal zu begleiten, sollten Sie sich über die verschiedenen Phasen informieren und die Veränderungen, die Ihre Hündin durchmacht, genau beobachten.

Anzeichen der bevorstehenden Läufigkeit
Die Läufigkeit, auch Hitze genannt, ist die Zeit, in der die Hündin empfängnisbereit ist. Sie beginnt mit dem Proöstrus, der Vorläufigkeit. In dieser Phase steigen die Hormone der Hündin an und die Eiblasen reifen heran. Die Hündin zeigt erste Anzeichen der Läufigkeit, wie:
- Wesensveränderungen: Die Hündin kann launischer, anschmiegsamer oder ungehorsamer sein.
- Häufiges Markieren: Durch häufiges Urinieren setzt sie Duftstoffe ab, um Rüden anzulocken.
- Beleckung der Vulva: Die Vulva schwillt an und die Hündin leckt sie vermehrt.
- Färbung: Die Hündin beginnt zu bluten, was ein eindeutiges Zeichen für den Beginn der Läufigkeit ist.
Es gibt auch Hündinnen, die eine stille Läufigkeit haben, bei der die Blutung kaum sichtbar ist. In diesem Fall ist es wichtig, die Hündin besonders genau zu beobachten, um den optimalen Deckzeitpunkt nicht zu verpassen.
Deckzeitpunktbestimmung
Der optimale Deckzeitpunkt ist entscheidend für eine erfolgreiche Befruchtung. Es gibt verschiedene Methoden, um den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen:
Zählmethode
Die Zählmethode basiert auf dem Wissen, dass der 1Tag nach Beginn der Blutung der erfolgversprechendste Tag für die Deckung ist. Allerdings kann es bei jeder Hündin zu großen Unterschieden kommen. Die Hündin zeigt in dieser Phase eine Reihe von Veränderungen, die auf den bevorstehenden Eisprung hinweisen:
- Schwanzreflex: Die Hündin legt den Schwanz zur Seite und bietet sich dem Rüden an.
- Stehen: Die Hündin steht still und lässt sich vom Rüden besteigen.
- Ausfluss: Der Ausfluss wird wässrig und hellrot.
Zeitpunktbestimmung durch den Tierarzt
Bei Hündinnen mit stiller Läufigkeit oder unregelmäßigem Zyklus ist es empfehlenswert, den Tierarzt zur Bestimmung des optimalen Deckzeitpunkts hinzuzuziehen. Der Tierarzt kann:
- Vaginalabstrich: Einen Vaginalabstrich durchführen, um den Grad der Östrogenproduktion zu bestimmen.
- Progesteron-Wert: Den Progesteron-Wert im Blut der Hündin bestimmen.
Diese Methoden helfen, den optimalen Deckzeitpunkt genauer einzugrenzen. Es ist wichtig, die Hündin nur mit dem Rüden zu verpaaren, wenn die Hündin bereit ist und den Rüden duldet. Spielereien mit anderen Rüden sollten in dieser Zeit unbedingt vermieden werden.
Der Deckakt
Der Deckakt selbst kann unterschiedlich ablaufen. Das sogenannte „Hängen“, bei dem der Rüde nach dem Deckakt noch einige Minuten an der Hündin hängt, ist zwar zweckmäßig, aber keine Garantie für eine Befruchtung. Auch ohne Hängen kann eine Befruchtung stattfinden.
Erfolgreicher Deckakt
Eine Nachdeckung ist innerhalb von ca. 10 Tagen nach der Paarung möglich. In dieser Zeit sollte die Hündin keinen Kontakt zu anderen Rüden haben, außer es wird eine gewollte Nachdeckung durchgeführt. Der Eisprung kann erst nach der Deckung stattfinden, die Eizellen werden jedoch erst 2-4 Tage nach dem Eisprung befruchtungsfähig. Das bedeutet, dass die Spermien des Rüden mehrere Tage in den Eileitern überleben können und die Eizellen erst später befruchtet werden.
Es ist möglich, dass die Hündin in dieser Zeit mit einem anderen Rüden gedeckt wird. In diesem Fall kann der Wurf zwei verschiedene Väter haben. Eine DNA-Analyse kann Klarheit darüber schaffen, wer der Vater der Welpen ist.
Wie verläuft die Trächtigkeit bei einer Hündin?
Die Trächtigkeit einer Hündin dauert ca. 62 Tage. In den ersten Wochen nach der Deckung sind äußerlich kaum Veränderungen zu beobachten. Der Züchter, der seine Hündin gut kennt, bemerkt jedoch bereits in der ersten Woche eine feine Wesensveränderung. Ab der Woche nimmt die Hündin an Umfang zu und es kann ein zäh, glasiger, farbloser Ausfluss aus der Vulva zu beobachten sein.
Fütterung der Hündin während der Trächtigkeit
Während der Trächtigkeit benötigt die Hündin eine qualitativ hochwertige Ernährung. Füttern Sie die Hündin nicht quantitativ, sondern achten Sie darauf, dass sie ausreichend Nährstoffe erhält. Übermäßiges Füttern kann zu Verfettung und späteren Geburtskomplikationen führen. Vermeiden Sie die Verabreichung von Kalziumpräparaten während der Trächtigkeit, da dies zu Geburtskomplikationen führen kann.
Der Wurftag
Eine Woche vor dem Wurf sollte das Wurflager vorbereitet werden. Es sollte sauber, trocken und zugfrei sein. Die Hündin zeigt ein verändertes Verhalten, sie ist unruhig, hechelt, niest und hat häufigen Harndrang. Die Temperatur der Hündin sinkt in den letzten Stunden vor der Geburt.
Geburt
Die Geburt der Welpen sollte nicht zu lange dauern. Wenn zwischen den Geburten einzelner Welpen zu viel Zeit vergeht, sollten Sie einen Tierarzt hinzuziehen. Bei großen Würfen kann es zu einer Pause von mehreren Stunden kommen, die Hündin sollte aber während der gesamten Geburt genau beobachtet werden. Wenn Presswehen vorhanden sind, Fruchtwasser abgegangen ist und nach 30-60 Minuten noch immer kein Welpe erscheint, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen, der Erfahrung mit Hundegeburten hat. In manchen Fällen ist ein Kaiserschnitt die einzige Lösung.
Hurra, der Wurf ist da – vegetative Phase
Nach der Geburt beginnt die vegetative Phase. Die Welpen saugen zufrieden an der Mutter und die Hündin wacht stolz über ihren Wurf. Die Wurfkiste sollte warm sein, zwischen 28-30 Grad Celsius. Achten Sie auf die Sauberkeit im Zwinger und versorgen Sie die Hündin mit ausreichend Futter und frischem Trinkwasser.
Züchtertätigkeit für die nächsten 3 Wochen
In den ersten drei Wochen nach der Geburt ist absolute Reinlichkeit im Zwinger oder im Wurflager erforderlich. Beobachten Sie die Hündin genau, da es in dieser Zeit zu Komplikationen kommen kann.
Eklampsie (Milchfieber)
Eklampsie ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch einen zu niedrigen Kalziumspiegel im Blut der Hündin ausgelöst wird. Sie tritt meist kurz nach der Geburt oder bis zu 21 Tage danach auf, besonders bei Hündinnen mit großen Würfen. Die Hündin zeigt Symptome wie Speicheln, Muskelzittern und Krämpfe. Bei Eklampsie ist sofortige tierärztliche Hilfe notwendig.
Mastitis (Brustdrüsenentzündung)
Mastitis ist eine bakterielle Infektion der Brustdrüsen. Die Brustdrüsen sind schmerzhaft, hart, heiß und geschwollen. Die Hündin kann auch abnormal aussehende Milch, Schlaffheit, Fieber und Appetitlosigkeit zeigen. Bei Mastitis ist es wichtig, den Tierarzt hinzuzuziehen. Reinlichkeit ist oberstes Gebot. Waschen Sie die Brustdrüsen mehrmals täglich vorsichtig mit warmem Wasser ab und kontrollieren Sie sie regelmäßig. Legen Sie gegebenenfalls kalten Topfen auf die Brustdrüsen, den die Hündin nicht gleich wieder abschlecken sollte.
Pyometra (Gebärmuttervereiterung)
Pyometra ist eine Gebärmuttervereiterung, die durch eine hormonelle Unausgewogenheit ausgelöst wird. Sie tritt meist 4-8 Wochen nach einer Läufigkeit auf, unabhängig davon, ob die Hündin schon einmal Welpen hatte. Die Hündin zeigt Symptome wie exzessiven Durst, Anschwellen des Unterleibs, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Bei Pyometra ist sofortige tierärztliche Hilfe notwendig. Bei einer offenen Pyometra kann die Abheilung mit Medikamenten gelingen, bei einer geschlossenen Pyometra muss der Uterus durch eine Not-Operation entfernt werden.
Aufgaben des Züchters
Der Züchter hat einige wichtige Aufgaben in den ersten Wochen nach der Geburt der Welpen. Zu den Aufgaben gehören:
- Wöchentliches Wiegen der Welpen: Die Welpen sollten wöchentlich gewogen werden, um die Gewichtsentwicklung zu kontrollieren und den ersten sozialen Kontakt durch den Menschen zu ermöglichen.
- Entwurmung: Die Welpen sollten ab der bis 2,Woche erstmals entwurmt werden. Die Entwurmung erfolgt dann im 14-tägigen Intervall bis zum Monat.
- Zufüttern: Ab der Woche sollten die Welpen mit fester Nahrung zugefüttert werden.
Aufzucht/Sozialisierung/Welpenanalyse
Die Aufzucht der Welpen ist ein wichtiger Teil der Züchtertätigkeit. Die Welpen müssen in den ersten Wochen nach der Geburt an verschiedene Umwelteinflüsse gewöhnt werden. Die Prägephase und Sozialisierungsphase beginnt in der bis Woche. Die Welpen sollten in dieser Zeit viel Kontakt zu verschiedenen Menschen, anderen Tieren und verschiedenen Umwelteinflüssen haben.
Welpenanalyse
Die Welpenanalyse erfolgt in der Woche. Die Welpen werden langsam an verschiedene Geräusche, Materialien, Hunde-Spielzeug und erste Futterschleppen gewöhnt. Die Prägung auf Wild sollte in dieser Zeit bereits beginnen. Das Welpenzimmer oder der Welpenzwinger sollte interessant gestaltet werden, um die Junghunde geistig zu fordern.
Woche – der Aktionsradius wird vergrößert
In der Woche sollten Welpenausflüge geplant werden, um die jungen Welpen an das Auto zu gewöhnen. Die Welpen sollten sich in dieser Zeit austoben können. Stellen Sie ihnen einen geeigneten Platz im Garten zum Umgraben zur Verfügung.
Abschied nehmen
Nach der letzten Impfung sollten die Welpen noch ein paar Tage in der gewohnten Umgebung verbleiben dürfen. Dem neuen Besitzer ist unbedingt eine ausreichende Futterration für einige Tage mitzugeben, damit die Welpen bei der Eingewöhnung zumindest das gewohnte Futter vorfinden. Ein Stück Decke oder ähnliches aus der mütterlichen Wurfkiste sorgt im neuen Heim gleich für Wohlbefinden des Welpen.
Der seriöse Züchter steht dem Junghundeführer jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange blutet eine Hündin nach dem Decken?
Die Blutung der Hündin ist ein Zeichen für die Läufigkeit. Sie beginnt mit dem Proöstrus und dauert in der Regel 3-4 Wochen. Die Blutung wird schwächer und heller, bis sie schließlich ganz aufhört.
Wie lange dauert die Standhitze?
Die Standhitze, auch Östrus genannt, ist die Zeit, in der die Hündin empfängnisbereit ist. Sie dauert nur ca. 3-5 Tage. In dieser Zeit muss der Decksprung stattfinden, damit es zu einer Trächtigkeit kommt.
Wie kann ich den optimalen Deckzeitpunkt bestimmen?
Der optimale Deckzeitpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die Hündin empfängnisbereit ist. Es gibt verschiedene Methoden, um den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen. Sie können die Zählmethode anwenden, bei der Sie den 1Tag nach Beginn der Blutung als erfolgversprechenden Tag für die Deckung ansehen. Sie können aber auch einen Tierarzt hinzuziehen, der einen Vaginalabstrich oder eine Progesteron-Blutuntersuchung durchführen kann.
Was sollte ich beachten, wenn meine Hündin trächtig ist?
Wenn Ihre Hündin trächtig ist, sollten Sie sie gut beobachten und ihr eine qualitativ hochwertige Ernährung bieten. Vermeiden Sie übermäßiges Füttern und die Verabreichung von Kalziumpräparaten. Stellen Sie sicher, dass die Hündin einen ruhigen und komfortablen Platz zum Entspannen hat.
Was kann ich tun, wenn meine Hündin kurz vor der Geburt steht?
Wenn Ihre Hündin kurz vor der Geburt steht, sollten Sie das Wurflager vorbereiten. Beobachten Sie die Hündin genau und suchen Sie einen Tierarzt auf, wenn Sie Bedenken haben.
Was sind die häufigsten Komplikationen bei Hundegeburten?
Häufige Komplikationen bei Hundegeburten sind Eklampsie, Mastitis und Pyometra. Bei diesen Komplikationen ist sofortige tierärztliche Hilfe notwendig.
Wie kann ich die Welpen nach der Geburt optimal versorgen?
Nach der Geburt sollten Sie die Welpen und die Hündin gut versorgen. Achten Sie auf Sauberkeit im Zwinger und versorgen Sie die Hündin mit ausreichend Futter und frischem Trinkwasser. Beobachten Sie die Hündin und die Welpen genau und suchen Sie bei Bedarf einen Tierarzt auf.
Dieser Artikel soll Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft und Geburt einer Hündin geben. Es ist wichtig, sich vor der Deckung Ihrer Hündin gut zu informieren und die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft und Geburt zu kennen. Bei Fragen sollten Sie sich immer an einen Tierarzt wenden.
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