Eine verschleppte Mittelohrentzündung, auch bekannt als chronische Mittelohrentzündung, kann schwerwiegende Folgen haben. Während eine akute Mittelohrentzündung meist mit Antibiotika behandelt werden kann, kann eine chronische Entzündung zu dauerhaften Schäden am Ohr führen. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer verschleppten Mittelohrentzündung.
- Was passiert, wenn man eine Mittelohrentzündung verschleppt?
- Warum geht eine Mittelohrentzündung nicht weg?
- Symptome einer verschleppten Mittelohrentzündung
- Diagnose einer verschleppten Mittelohrentzündung
- Behandlung einer verschleppten Mittelohrentzündung
- Wie kann man einer verschleppten Mittelohrentzündung vorbeugen?
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- Was sind die häufigsten Ursachen für eine verschleppte Mittelohrentzündung?
- Kann man eine verschleppte Mittelohrentzündung selbst behandeln?
- Wie lange dauert es, bis eine verschleppte Mittelohrentzündung abgeheilt ist?
- Kann eine verschleppte Mittelohrentzündung zu Hörverlust führen?
- Was sind die möglichen Komplikationen einer verschleppten Mittelohrentzündung?
- Zusammenfassung
Was passiert, wenn man eine Mittelohrentzündung verschleppt?
Eine akute Mittelohrentzündung heilt in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Wenn die Entzündung jedoch nicht richtig behandelt wird oder immer wiederkehrt, kann sie chronisch werden. Eine verschleppte Mittelohrentzündung kann zu verschiedenen Komplikationen führen, die in extrakranielle (außerhalb des Schädels) und intrakranielle (innerhalb des Schädels) Komplikationen unterteilt werden.
Extrakranielle Komplikationen
- Mastoiditis : Die Mastoiditis ist die häufigste Komplikation einer verschleppten Mittelohrentzündung. Sie tritt insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern auf und äußert sich in einer eitrigen Entzündung der Zellen des knöchernen Warzenfortsatzes (Mastoid). Die Symptome ähneln denen einer akuten Mittelohrentzündung, jedoch treten zusätzlich eine ödematöse (mit Gewebeflüssigkeit gefüllte) gerötete Schwellung hinter der Ohrmuschel, Druckschmerz in diesem Bereich sowie Sekretabfluss auf. Das Ohr sieht aus, als ob es absteht. Eine Mastoiditis muss unbedingt fachärztlich versorgt werden.
- Otogene, entzündliche Fazialisparese (Gesichtslähmung) : In unmittelbarer Nähe des Mittelohrs liegt der Knochenkanal des siebten Hirnnervs, Nervus fascialis. Dieser Nerv versorgt große Teile der mimischen Muskulatur im Gesicht. Greift die Entzündung des Mittelohrs den Nerv an, kann dies zu einer einseitigen Lähmung führen. Eine umgehende antibiotische Behandlung ist angeraten.
- Labyrinthitis : Bei einer Labyrinthitis geht die Entzündung des Mittelohrs auf das Innenohr über. Es kommt zu Drehschwindel, Schallempfindungsschwerhörigkeit und Erbrechen. Auf der kranken Seite ist ein spontanes Augenzucken (Nystagmus) zu beobachten. Bei Fortschreiten der Erkrankung und Übergang in eine eitrige Labyrinthitis besteht das Risiko einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Eine eitrige Labyrinthitis hat immer bleibende Hörschäden zur Folge.
Intrakranielle Komplikationen
- Hirnhautentzündung (otogene Meningitis) : Akute Mittelohrentzündungen mit eitriger Sekretbildung können auf die Hirnhäute übergehen und eine Meningitis auslösen. Die Übertragung erfolgt beispielsweise über das Labyrinth oder die Blutgefäße. Spontanes Fieber und Kopfschmerz sind die ersten Symptome einer Hirnhautentzündung. Verwirrtheit, Unruhe, Lichtempfindlichkeit, Erbrechen sowie die typische Nackensteife kommen später hinzu.
- Intrakranielle Abszesse : Abszessbildungen, d.h. Eiteransammlungen, im Schädelinneren sind sehr schwerwiegende Komplikationen. Die Symptome fallen je nach Größe und Lage unterschiedlich aus.
- Sinusvenenthrombose : In Folge einer Mastoiditis kann gelegentlich eine Sinusvenenthrombose entstehen. Dabei handelt es sich um die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) in den großen Sammelvenen des Gehirns.
Treten Anzeichen einer dieser Komplikationen in Folge einer Mittelohrentzündung auf, muss umgehend ein Facharzt aufgesucht werden.
Warum geht eine Mittelohrentzündung nicht weg?
Eine chronische Mittelohrentzündung entsteht, wenn die Entzündung des Mittelohrs nicht vollständig abheilt. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
- Schlechte Belüftung des Mittelohrs : Die Belüftung des Mittelohrs erfolgt über die Eustachische Röhre, die die Paukenhöhle mit dem Nasen-Rachen-Raum verbindet. Bei Erkältungen oder Allergien kann die Eustachische Röhre verstopft sein, was zu einem Unterdruck im Mittelohr führt. Dieser Unterdruck kann das Trommelfell nach innen ziehen und die Entzündung begünstigen.
- Wiederholte Infektionen : Wenn eine Mittelohrentzündung immer wiederkehrt, kann dies ebenfalls zu einer chronischen Entzündung führen. Dies ist besonders bei Kindern der Fall, da ihre Eustachische Röhre noch nicht vollständig ausgebildet ist und daher anfälliger für Infektionen ist.
- Verletzungen des Trommelfells : Ein verletztes Trommelfell, verursacht durch eine akute Entzündung oder äußere Einwirkung, kann ebenfalls eine chronische Mittelohrentzündung auslösen.
- Allergien : Allergien können ebenfalls eine chronische Mittelohrentzündung verursachen. Die allergische Reaktion kann die Eustachische Röhre verstopfen und die Entzündung begünstigen.
Symptome einer verschleppten Mittelohrentzündung
Die Symptome einer verschleppten Mittelohrentzündung können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig treten folgende Symptome auf:
- Wiederholter oder dauerhafter Ohrfluss : Der Ohrfluss kann klar, weißlich, gelblich oder grünlich sein und kann übel riechen.
- Schwerhörigkeit : Die Schwerhörigkeit kann allmählich oder plötzlich auftreten und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
- Ohrenschmerzen : Ohrenschmerzen treten nicht immer auf, können aber bei einer verschleppten Mittelohrentzündung vorkommen.
- Druckgefühl im Ohr : Ein Druckgefühl im Ohr ist ein häufiges Symptom einer verschleppten Mittelohrentzündung.
- Geräuschempfindlichkeit : Bei einer verschleppten Mittelohrentzündung kann man sehr empfindlich auf Geräusche reagieren.
- Kopfschmerzen : Kopfschmerzen können ein Zeichen dafür sein, dass die Entzündung auf die Hirnhäute übergegriffen hat.
- Fieber : Fieber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper mit einer Infektion kämpft.
Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen.
Diagnose einer verschleppten Mittelohrentzündung
Die Diagnose einer verschleppten Mittelohrentzündung erfolgt durch den HNO-Arzt. Er wird zunächst eine ausführliche Anamnese (Befragung) durchführen, um Ihre Krankengeschichte zu erfahren. Anschließend wird er Ihre Ohren untersuchen. Mit einem Otoskop kann er in das Ohr schauen und das Trommelfell begutachten. Oftmals ist das Trommelfell bei einer verschleppten Mittelohrentzündung verdickt oder eingezogen. Außerdem kann der Arzt feststellen, ob sich Flüssigkeit im Mittelohr befindet.
Um die Ursache der Mittelohrentzündung zu klären, kann der HNO-Arzt folgende Untersuchungen durchführen:
- Hörtest : Ein Hörtest kann feststellen, wie gut Sie hören können. Dabei wird die Schallübertragung über das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette gemessen.
- Tympanometrie : Die Tympanometrie misst den Druck im Mittelohr und die Beweglichkeit des Trommelfells.
- Röntgenaufnahme : Eine Röntgenaufnahme des Schläfenbeins kann zeigen, ob sich eine Mastoiditis entwickelt hat.
- CT-Scan : Ein CT-Scan kann detaillierte Bilder des Ohres und des Schädels liefern und so helfen, Komplikationen wie Abszesse oder Sinusvenenthrombosen zu erkennen.
Behandlung einer verschleppten Mittelohrentzündung
Die Behandlung einer verschleppten Mittelohrentzündung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. In vielen Fällen kann die Entzündung mit Medikamenten behandelt werden. Bei schweren Fällen kann jedoch eine Operation notwendig sein.
Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Behandlung einer verschleppten Mittelohrentzündung umfasst in der Regel folgende Maßnahmen:
- Antibiotika : Antibiotika werden eingesetzt, um die Entzündung zu bekämpfen. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Erreger, der die Entzündung verursacht.
- Nasentropfen : Abschwellende Nasentropfen können helfen, die Eustachische Röhre zu öffnen und die Belüftung des Mittelohrs zu verbessern.
- Schmerzmittel : Schmerzmittel können die Ohrenschmerzen lindern.
Operative Behandlung
In manchen Fällen ist eine Operation notwendig, um die verschleppte Mittelohrentzündung zu behandeln. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn:
- Das Trommelfell perforiert ist : Ein perforiertes Trommelfell kann nicht mehr richtig schließen und die Entzündung kann nicht abheilen.
- Die Eustachische Röhre dauerhaft verstopft ist : Eine dauerhaft verstopfte Eustachische Röhre kann zu einem chronischen Unterdruck im Mittelohr führen, der die Entzündung verschlimmert.
- Eine Mastoiditis vorliegt : Eine Mastoiditis muss operativ behandelt werden, um die Entzündung zu bekämpfen und Komplikationen zu vermeiden.
Die Operation bei einer verschleppten Mittelohrentzündung kann verschiedene Verfahren umfassen, beispielsweise:
- Parazentese : Bei einer Parazentese wird ein kleiner Schnitt in das Trommelfell gemacht, um die Flüssigkeit im Mittelohr abzulassen.
- Paukenröhrchen-Einlage : Ein Paukenröhrchen wird in das Trommelfell eingesetzt, um das Mittelohr zu belüften und die Entzündung abheilen zu lassen.
- Antrotomie : Bei einer Antrotomie werden die entzündeten Warzenfortsatzzellen des Schläfenbeins entfernt.
- Mastoidektomie : Bei einer Mastoidektomie wird der Knochen des Warzenfortsatzes aufgefräst, um einen Abfluss für das eitrige Sekret zu schaffen.
Wie kann man einer verschleppten Mittelohrentzündung vorbeugen?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um einer verschleppten Mittelohrentzündung vorzubeugen:
- Behandlung von akuten Mittelohrentzündungen : Eine akute Mittelohrentzündung sollte immer sofort behandelt werden, um eine chronische Entzündung zu verhindern.
- Gesunde Lebensweise : Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, guter Ernährung und Bewegung stärkt das Immunsystem und hilft so, Infektionen zu vermeiden.
- Rauchen vermeiden : Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für Infektionen.
- Allergien behandeln : Allergien können die Eustachische Röhre verstopfen und die Entzündung begünstigen. Daher ist es wichtig, Allergien frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Regelmäßige HNO-Kontrollen : Regelmäßige HNO-Kontrollen können helfen, Mittelohrentzündungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Was sind die häufigsten Ursachen für eine verschleppte Mittelohrentzündung?
Die häufigsten Ursachen für eine verschleppte Mittelohrentzündung sind eine schlechte Belüftung des Mittelohrs, wiederholte Infektionen und Verletzungen des Trommelfells.
Kann man eine verschleppte Mittelohrentzündung selbst behandeln?
Nein, eine verschleppte Mittelohrentzündung sollte immer von einem HNO-Arzt behandelt werden. Selbstbehandlung kann die Entzündung verschlimmern und zu Komplikationen führen.
Wie lange dauert es, bis eine verschleppte Mittelohrentzündung abgeheilt ist?
Die Dauer der Heilung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Entzündung ab. In manchen Fällen kann die Entzündung mit Medikamenten innerhalb weniger Wochen abgeheilt werden. In anderen Fällen kann eine Operation notwendig sein, die die Heilung verzögern kann.
Kann eine verschleppte Mittelohrentzündung zu Hörverlust führen?
Ja, eine verschleppte Mittelohrentzündung kann zu Hörverlust führen. Wenn die Entzündung nicht richtig behandelt wird, kann sie das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette schädigen und so die Schallübertragung zum Innenohr beeinträchtigen.
Was sind die möglichen Komplikationen einer verschleppten Mittelohrentzündung?
Die möglichen Komplikationen einer verschleppten Mittelohrentzündung sind vielfältig. Sie reichen von einer Mastoiditis bis hin zu einer Hirnhautentzündung.
Zusammenfassung
Eine verschleppte Mittelohrentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu schwerwiegenden Folgen führen kann. Wenn Sie eines der Symptome einer verschleppten Mittelohrentzündung bemerken, sollten Sie unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können helfen, Komplikationen zu vermeiden und die Hörfähigkeit zu erhalten.
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