Die Geburt eines Kindes ist ein Wunder, aber der Weg dorthin kann manchmal mit Herausforderungen verbunden sein. Eine dieser Herausforderungen können tagelange Wehen sein, die viele Frauen verunsichern. In diesem Artikel werden wir uns mit dem Thema tagelange wehen vor der geburt auseinandersetzen und die verschiedenen Arten von Wehen, die während der Schwangerschaft auftreten können, genauer betrachten. Wir werden auch klären, wann es sich um normale Wehen handelt und wann es Zeit ist, einen Arzt aufzusuchen.
Verschiedene Arten von Wehen
Es gibt verschiedene Arten von Wehen, die während der Schwangerschaft auftreten können. Diese Wehenarten unterscheiden sich in ihrer Intensität, Häufigkeit und Funktion. Hier ein Überblick:
Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen)
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind harmlose Wehen, die bereits im zweiten Trimester der Schwangerschaft auftreten können. Sie sind unregelmäßig und nicht schmerzhaft. Die Gebärmutter zieht sich kurz zusammen und entspannt sich wieder. Diese Kontraktionen dienen dazu, die Gebärmuttermuskulatur auf die Geburt vorzubereiten.
Vorwehen
Vorwehen treten meist im dritten Trimester der Schwangerschaft auf, etwa ab der 3Schwangerschaftswoche. Sie sind stärker als Braxton-Hicks-Kontraktionen und können als Ziehen im Rücken oder im Unterleib empfunden werden. Vorwehen sind ein Zeichen dafür, dass sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Sie sind jedoch nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht.
Senkwehen
Senkwehen treten ebenfalls im dritten Trimester auf und dienen dazu, den Kopf des Babys in das Becken zu schieben. Sie sind oft intensiver als Vorwehen und können mit einem Druckgefühl im Beckenboden verbunden sein. Senkwehen signalisieren, dass die Geburt näher rückt.
Eröffnungswehen
Die Eröffnungswehen markieren den Beginn der Geburt. Sie sind regelmäßig und werden mit der Zeit stärker und länger. Die Eröffnungswehen dienen dazu, den Muttermund zu öffnen, damit das Baby durch den Geburtskanal gelangen kann.
Presswehen
Die Presswehen treten ein, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist. Sie sind sehr intensiv und dienen dazu, das Baby aus dem Geburtskanal zu pressen.
Nachgeburtswehen
Nach der Geburt des Babys treten die Nachgeburtswehen auf. Sie dienen dazu, die Plazenta aus der Gebärmutter zu lösen. Nachgeburtswehen sind meist weniger intensiv als die Presswehen.
Nachwehen oder Stillwehen
Auch in den Tagen nach der Geburt können noch Wehen auftreten. Diese Nachwehen dienen dazu, die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe zu bringen. Sie können besonders intensiv sein, wenn die Frau stillt, da das Stillen das Hormon Oxytocin freisetzt, das Wehen fördert.

Tagelange Wehen: Wann ist es normal?
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Frauen tagelang Wehen haben, bevor die Geburt einsetzt. Vorwehen und Senkwehen können über mehrere Tage oder sogar Wochen andauern. Diese Wehen sind in der Regel nicht schmerzhaft und dienen dazu, den Körper auf die Geburt vorzubereiten.
Wichtig ist jedoch: Wenn die Wehen regelmäßig auftreten, immer stärker werden und länger als 30 Sekunden dauern, sollte man sich an einen Arzt wenden. Dies könnte ein Zeichen für den Beginn der Eröffnungswehen sein.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es gibt verschiedene Situationen, in denen man einen Arzt aufsuchen sollte, auch wenn die Wehen nicht regelmäßig sind oder nicht schmerzhaft sind:
- Vorzeitige Wehen: Wenn Wehen vor der 3Schwangerschaftswoche auftreten, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Diese Wehen können ein Zeichen für eine vorzeitige Geburt sein.
- Starker Druck oder Schmerzen: Wenn Sie starken Druck oder Schmerzen im Unterleib verspüren, die nicht durch Wehen erklärt werden können, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
- Vaginaler Ausfluss: Wenn Sie einen ungewöhnlichen Ausfluss aus der Vagina bemerken, insbesondere wenn er blutig oder wässrig ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
- Fieber: Fieber während der Schwangerschaft ist ein Zeichen für eine Infektion und sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden.
- Unregelmäßiger Herzschlag des Babys: Wenn Sie Veränderungen im Herzschlag Ihres Babys bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange können Eröffnungswehen dauern?
Die Dauer der Eröffnungswehen ist sehr individuell. Bei Erstgebärenden dauert die Eröffnungsperiode in der Regel 16 bis 18 Stunden, bei Mehrgebärenden 6 bis 8 Stunden. Die Dauer kann jedoch von Frau zu Frau stark variieren.
Wie kann ich die Wehen lindern?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Wehen zu lindern. Dazu gehören:
- Entspannungstechniken: Atmen, Yoga, Meditation und warme Bäder können helfen, die Wehen zu lindern.
- Massage: Eine sanfte Massage des Rückens oder des Bauches kann die Schmerzen lindern.
- Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente wie Schmerzmittel oder Wehenhemmer helfen, die Schmerzen zu lindern.
Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?
Wenn die Wehen regelmäßig auftreten, immer stärker werden und länger als 30 Sekunden dauern, sollten Sie sich auf den Weg ins Krankenhaus machen. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch im Krankenhaus anrufen und sich beraten lassen.

Fazit
Tagelange Wehen vor der Geburt sind nicht ungewöhnlich. Es gibt verschiedene Arten von Wehen, die während der Schwangerschaft auftreten können. Manche sind harmlos, andere signalisieren, dass die Geburt näher rückt. Wenn Sie sich jedoch unsicher sind, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.
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