Schreikrampf beim kind: ursachen, hilfe & tipps

Ein Schreikrampf, auch bekannt als Affektkrampf, ist ein erschreckendes Erlebnis für Eltern. Es sieht aus, als würde das Kind die Luft anhalten und bewusstlos werden. Doch in den meisten Fällen ist ein Schreikrampf harmlos und vorübergehend. Dieser Artikel erklärt, was Schreikrampf ist, warum er auftritt, wie man ihn behandelt und was Eltern tun können, um die Angst vor diesem Phänomen zu verlieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schreikrampf?

Ein Schreikrampf ist eine anfallsartige Bewusstseinsstörung, die bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Er wird meist durch unangenehme Reize, sogenannte Affekte, ausgelöst. Das Kind hält als Reaktion daraufhin unbewusst den Atem an und kann kurzzeitig bewusstlos werden. Gelegentlich treten dabei krampfartige Bewegungen wie bei einem epileptischen Anfall auf. Allerdings hat ein Schreikrampf nichts mit Epilepsie zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine gutartige Störung, die in der Regel mit Beginn des Schulalters wieder verschwindet.

Ursachen und Symptome eines Schreikrampfs

Die Ursache für Schreikrampf bei kleinen Kindern sind heftige emotionale Reize. Diese können beispielsweise durch Wut, Schmerz, Erschrecken oder auch Angst ausgelöst werden. Das betroffene Kind fängt an zu schreien und steigert sich schließlich in die Situation hinein. Dadurch kommt es zu einer Verkrampfung der Stimmritzen, woraufhin das Kind unbewusst den Atem anhält.

Das vegetative Nervensystem reagiert zusätzlich mit einer Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks, was wiederum zu einer sogenannten Zyanose, einer Blaufärbung der Haut, führen kann. Auch kurzzeitige Bewusstlosigkeit oder krampfartige Zuckungen können Symptome eines Schreikrampfs sein.

Welche Kinder sind von einem Schreikrampf betroffen?

Insbesondere gefühlsstarke und schreckhafte Kinder sind von Schreikrampf betroffen, Jungs etwas mehr als Mädchen. Allerdings kann diese emotionale Überreaktion generell jedem Kind zustoßen. Oft besteht eine familiäre Veranlagung zu übermäßiger Erregbarkeit, Jähzorn oder Angstzuständen. Etwa 2 – 5% aller Kinder insgesamt erleiden diese Anfälle. Manche nur wenige im Jahr, andere mehrere am Tag.

Was tun bei einem Schreikrampf?

Bei einem Schreikrampf sind besonnenes Handeln und Ruhe oberstes Gebot – auch wenn es noch so schwerfällt! Auf keinen Fall darfst du dein Kind nehmen und schütteln, aber das weißt du ja sowieso. Kräftiges „ins Gesicht pusten“ hingegen hilft in den meisten Fällen sofort. Es triggert die reflektorisch verschlossene Stimmritze, woraufhin bei vielen Kindern die Atmung spontan wieder einsetzt.

Einige Kinder beginnen bei einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit auch ganz von alleine zu atmen, da sich der Krampf durch die muskuläre Entspannung wieder löst. Auch ein kalter Waschlappen auf der Stirn kann für Entspannung sorgen.

Sollte ich bei einem Schreikrampf einen Kinderarzt aufsuchen?

Tritt ein Krampfanfall zum ersten Mal auf, solltest du mit deinem Kind zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, um eine Epilepsie oder andere Ursache auszuschließen. Die Diagnose kann meist anhand deiner Schilderung gestellt werden. Selten sind diagnostische Maßnahmen wie beispielsweise ein EEG erforderlich.

Kann ich einen Schreikrampf verhindern?

Das Wichtigste vorab: Ein Schreikrampf ist kein Grund, erzieherisch alles durchgehen zu lassen. Denn die übermäßige Aufmerksamkeit, die ein solcher Anfall mit sich bringt, kann genau zum Gegenteil führen. Dein Kind lernt nämlich recht schnell, dass er durch einen Wutanfall so ziemlich alles bekommt. Also achte eher darauf, welche Affekte die Anfälle verursachen und versuche diese durch einfühlsame erzieherische Haltung abzumildern.

In emotional aufgeladenen Situationen kannst du auch versuchen, dein Kind abzulenken oder einfach liebevoll in den Arm zu nehmen. Häufen sich die Wutkrämpfe hingegen, kann eine andere Umgebung manchmal wahre Wunder wirken. Dann bietet sich beispielsweise ein längerer Aufenthalt bei den Großeltern an.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein Schreikrampf?

Ein Schreikrampf dauert in der Regel nur wenige Sekunden bis zu einer Minute. In seltenen Fällen kann er jedoch auch länger anhalten.

Ist ein Schreikrampf gefährlich?

Nein, ein Schreikrampf ist in den meisten Fällen nicht gefährlich. Allerdings kann er für Eltern sehr beängstigend sein.

Wie oft kommt ein Schreikrampf vor?

Die Häufigkeit von Schreikrampf variiert von Kind zu Kind. Manche Kinder haben nur wenige Anfälle im Jahr, während andere mehrere Anfälle pro Tag haben.

Was kann ich tun, um meinem Kind zu helfen?

Wenn dein Kind einen Schreikrampf hat, bleibe ruhig und versuche, dein Kind zu beruhigen. Puste ihm ins Gesicht, um die Atmung wieder anzuregen. Wenn der Anfall länger als eine Minute dauert, rufe einen Arzt.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn dein Kind zum ersten Mal einen Schreikrampf hat, solltest du einen Arzt aufsuchen, um andere Ursachen auszuschließen. Wenn dein Kind häufig Schreikrampf hat, solltest du ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Gibt es Medikamente gegen Schreikrampf?

Nein, es gibt keine Medikamente gegen Schreikrampf. Die Anfälle verschwinden in der Regel von selbst, wenn das Kind älter wird.

Zusammenfassung

Ein Schreikrampf ist ein häufiges, aber harmloses Phänomen bei Säuglingen und Kleinkindern. Er wird durch emotionale Reize ausgelöst und führt dazu, dass das Kind den Atem anhält und kurzzeitig bewusstlos wird. In den meisten Fällen ist ein Schreikrampf nicht gefährlich und verschwindet von selbst, wenn das Kind älter wird. Wenn du dir Sorgen machst, solltest du einen Arzt aufsuchen.

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