Eine optimale Schilddrüsenfunktion ist während der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten Wochen, entscheidend für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes. Eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion kann schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben, darunter Frühgeburten, Totgeburten und Untergewicht beim Säugling. Daher ist es für Frauen mit einer Schilddrüsenüberfunktion, die eine Schwangerschaft planen, unerlässlich, eine erfolgreiche Behandlung vor der Empfängnis zu absolvieren. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass eine Schilddrüsenüberfunktion die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
- Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft: Ursachen und Risiken
- Risiken einer unbehandelten Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft
- Diagnose und Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft
- Häufige Fragen zur Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft
- Kann ich während der Schwangerschaft Jodtabletten einnehmen?
- Was sind die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft?
- Welche Medikamente sind während der Schwangerschaft bei einer Schilddrüsenüberfunktion erlaubt?
- Wie oft sollte ich während der Schwangerschaft meine Schilddrüse kontrollieren lassen?
- Was passiert mit meinem Baby, wenn ich eine Schilddrüsenüberfunktion habe?
- Kann ich nach der Geburt stillen, wenn ich eine Schilddrüsenüberfunktion habe?
- Fazit
Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft: Ursachen und Risiken
Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Jod (Jodid) an. Schwangere Frauen sollten täglich etwa 150-200 µg Jodid über die Nahrung aufnehmen oder zusätzlich Jodtabletten einnehmen. Eine Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft kann verschiedene Ursachen haben:
Morbus Basedow
Die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion ist der Morbus Basedow, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und zu einer vermehrten Hormonproduktion führt. Eine Basedow-Erkrankung während der Schwangerschaft muss sofort behandelt werden, da sie erhebliche Risiken für Mutter und Kind birgt.
Schwangerschaftshormon Choriongonadotropin
Das Schwangerschaftshormon Choriongonadotropin (hCG) ähnelt dem TSH der Hypophyse und kann ebenfalls die Schilddrüse stimulieren. Dies kann zu einer vorübergehenden Schilddrüsenüberfunktion führen, die in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche von selbst verschwindet und meist keine Behandlung erfordert.
Postpartum-Thyreoiditis
Nach der Geburt des Kindes kann es bei 5-9 % aller Frauen zu einer Schilddrüsenentzündung, der sogenannten Postpartum-Thyreoiditis, kommen. Diese Entzündung hängt wahrscheinlich mit den hormonellen und körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft und Stillzeit zusammen. Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits bei oder nach früheren Schwangerschaften an einer Schilddrüsenerkrankung litten oder während der Schwangerschaft erhöhte Schilddrüsenantikörper aufwiesen. Die Postpartum-Thyreoiditis verläuft meist mit nur leichten Symptomen einer Über- oder Unterfunktion und bildet sich in der Regel ohne Behandlung zurück. In seltenen Fällen kann sie jedoch zu einem Morbus Basedow führen.
Risiken einer unbehandelten Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft
Eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind schwerwiegende Folgen haben:
- Frühgeburt: Eine Schilddrüsenüberfunktion kann zu einer vorzeitigen Geburt führen, da sie die Plazenta beeinträchtigen und zu einer unzureichenden Versorgung des Fetus führen kann.
- Totgeburt: In schweren Fällen kann eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion zu einer Totgeburt führen.
- Untergewicht des Säuglings: Ein ungeborenes Kind, das einer Schilddrüsenüberfunktion der Mutter ausgesetzt ist, kann untergewichtig zur Welt kommen.
- Entwicklungsstörungen: Eine Schilddrüsenüberfunktion kann die Entwicklung des Gehirns und anderer Organe des Fetus beeinträchtigen.
- Herzprobleme: Eine Schilddrüsenüberfunktion kann zu Herzrhythmusstörungen und anderen Herzproblemen bei der Mutter führen.
- Schwangerschaftskomplikationen: Eine Schilddrüsenüberfunktion kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) erhöhen.
Diagnose und Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft
Die Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft erfolgt anhand von Blutuntersuchungen. Die Schilddrüsenhormone T3, T4 und TSH werden gemessen. Eine Szintigraphie oder radioaktives Jod, die üblicherweise zur Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt werden, sollten während der Schwangerschaft vermieden werden, da sie eine Strahlenbelastung für den Fetus darstellen.
Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft erfolgt in der Regel mit niedrig dosierten Medikamenten, sogenannten Thyreostatika. Diese Medikamente helfen, die Produktion von Schilddrüsenhormonen zu reduzieren. Thyreostatika sind während der Schwangerschaft und Stillzeit in der Regel unbedenklich. Die Dosierung der Medikamente wird individuell angepasst und sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Häufige Fragen zur Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft
Kann ich während der Schwangerschaft Jodtabletten einnehmen?
Ja, Jodtabletten sind während der Schwangerschaft wichtig, um den erhöhten Bedarf an Jod zu decken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die richtige Dosierung.
Was sind die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft?
Die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion können vielfältig sein und variieren von Frau zu Frau. Häufige Symptome sind:
- Herzrasen
- Unruhe und Nervosität
- Gewichtsverlust
- Schlafstörungen
- Hitzeempfindlichkeit
- Verdauungsstörungen
- Tremor (Zittern)
- Veränderungen der Augen (z. B. Hervorstehende Augen)
Sollten Sie diese oder andere ungewöhnliche Symptome während der Schwangerschaft bemerken, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.
Welche Medikamente sind während der Schwangerschaft bei einer Schilddrüsenüberfunktion erlaubt?
Die am häufigsten verschriebenen Thyreostatika während der Schwangerschaft sind Methimazol (MMI) und Propylthiouracil (PTU). Die Anwendung von MMI wird im ersten Trimester der Schwangerschaft in der Regel vermieden und PTU bevorzugt. Ab dem zweiten Trimester kann wieder auf MMI umgestellt werden. Radioaktives Jod ist während der Schwangerschaft und Stillzeit verboten.
Wie oft sollte ich während der Schwangerschaft meine Schilddrüse kontrollieren lassen?
Die Häufigkeit der Kontrollen hängt von der Schwere der Schilddrüsenüberfunktion und dem Verlauf der Schwangerschaft ab. In der Regel werden die Schilddrüsenwerte mindestens einmal im Monat kontrolliert.

Was passiert mit meinem Baby, wenn ich eine Schilddrüsenüberfunktion habe?
Eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion kann schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben, wie z. B. Frühgeburt, Totgeburt, Untergewicht und Entwicklungsstörungen. Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können diese Risiken minimiert werden.
Kann ich nach der Geburt stillen, wenn ich eine Schilddrüsenüberfunktion habe?
Ja, in den meisten Fällen ist Stillen bei einer Schilddrüsenüberfunktion möglich. Die Medikamente, die zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden, gehen nur in geringen Mengen in die Muttermilch über und sind für das Baby in der Regel unbedenklich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Risiken und Vorteile des Stillens.
Fazit
Eine Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft kann erhebliche Risiken für Mutter und Kind bergen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind daher unerlässlich. Frauen mit einer Schilddrüsenüberfunktion, die eine Schwangerschaft planen, sollten unbedingt zuvor eine erfolgreiche Behandlung absolvieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt können Sie die Risiken minimieren und eine gesunde Schwangerschaft erleben.
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