Schilddrüsenüberfunktion nach geburt: symptome & behandlung

Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller hormoneller Veränderungen, die sich auch auf die Schilddrüse auswirken können. In manchen Fällen kann es nach der Geburt zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommen, die als Postpartum-Thyreoiditis bezeichnet wird. Diese Erkrankung betrifft etwa 5 bis 10% aller Frauen nach der Geburt und kann verschiedene Symptome verursachen, die sich auf die körperliche und emotionale Gesundheit der jungen Mutter auswirken können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Postpartum-Thyreoiditis?

Die Postpartum-Thyreoiditis ist eine Entzündung der Schilddrüse, die in den Wochen oder Monaten nach der Geburt auftreten kann. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass das Immunsystem der Mutter nach der Schwangerschaft die Schilddrüse angreift.

Die Erkrankung verläuft in der Regel in verschiedenen Phasen:

  • Hyperthyreose-Phase: In dieser Phase produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Die Symptome ähneln denen einer Schilddrüsenüberfunktion und können Zittern, Nervosität, beschleunigter Herzschlag, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, erhöhte Körpertemperatur, vermehrtes Schwitzen und Durchfall umfassen.
  • Hypothyreose-Phase: Nach der Hyperthyreose-Phase kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen. In dieser Phase produziert die Schilddrüse zu wenige Hormone. Die Symptome ähneln denen einer Schilddrüsenunterfunktion und können Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, trockene Haut und Haarausfall umfassen.
  • Erholungsphase: In den meisten Fällen normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion innerhalb eines Jahres von selbst.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt

Die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt können sehr unterschiedlich sein und von Frau zu Frau variieren. Einige Frauen bemerken nur leichte Symptome, während andere stark beeinträchtigt sind.

Häufige Symptome:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Reizbarkeit und Nervosität
  • Depressive Verstimmung
  • Herzrasen und Herzklopfen
  • Zittern
  • Gewichtsverlust
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Durchfall
  • Veränderungen der Menstruation
  • Haarausfall
  • Veränderungen der Haut

Es ist wichtig, dass Sie bei auftretenden Symptomen einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Eine Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt kann mit einem einfachen Bluttest diagnostiziert werden.

Wer ist gefährdet?

Obwohl die Postpartum-Thyreoiditis relativ häufig vorkommt, sind einige Frauen stärker gefährdet als andere. Folgende Faktoren können das Risiko erhöhen:

  • Vorherige Schilddrüsenerkrankungen: Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft an einer Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow leiden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Postpartum-Thyreoiditis.
  • Erhöhte Schilddrüsen-Antikörper: Frauen mit erhöhten Schilddrüsen-Antikörpern (TPO-Antikörper) haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.
  • Diabetes: Frauen mit Diabetes haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Postpartum-Thyreoiditis.
  • Familiäre Vorbelastung: Frauen mit einer familiären Vorbelastung für Schilddrüsenerkrankungen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt

Die Behandlung der Postpartum-Thyreoiditis richtet sich nach der Schwere der Symptome und der Phase der Erkrankung.

Hyperthyreose-Phase:

  • Betablocker: Betablocker können eingesetzt werden, um die Symptome der Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen und Zittern zu lindern.
  • Thyreostatika: In seltenen Fällen können Thyreostatika eingesetzt werden, um die Produktion von Schilddrüsenhormonen zu reduzieren.

Hypothyreose-Phase:

  • Levothyroxin: Levothyroxin ist ein synthetisches Schilddrüsenhormon, das die fehlenden Hormone ersetzt und die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion lindert.

In den meisten Fällen normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion innerhalb eines Jahres von selbst. Wenn die Symptome jedoch anhalten oder sich verschlimmern, ist eine weitere Behandlung notwendig.

Langfristige Folgen der Postpartum-Thyreoiditis

Die meisten Frauen erholen sich vollständig von einer Postpartum-Thyreoiditis. Allerdings können einige Frauen langfristige Folgen haben, wie z. B. Eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, in Zukunft weitere Schilddrüsenprobleme zu entwickeln.

Schilddrüsenwerte nach der Geburt kontrollieren

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Schilddrüsenwerte nach der Geburt kontrollieren lassen, insbesondere wenn Sie Risikofaktoren für eine Postpartum-Thyreoiditis haben.

Wann sollten Sie Ihre Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen?

  • Wenn Sie Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion haben
  • Wenn Sie in der Vergangenheit an einer Schilddrüsenerkrankung gelitten haben
  • Wenn Sie erhöhte Schilddrüsen-Antikörper haben
  • Wenn Sie an Diabetes leiden
  • Wenn Sie eine familiäre Vorbelastung für Schilddrüsenerkrankungen haben

Ihr Arzt kann Ihnen einen Bluttest empfehlen, um Ihre Schilddrüsenwerte zu überprüfen.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die typischen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)?

Die typischen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Reizbarkeit und Nervosität
  • Depressive Verstimmung
  • Herzrasen und Herzklopfen
  • Zittern
  • Gewichtsverlust
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Durchfall
  • Veränderungen der Menstruation
  • Haarausfall
  • Veränderungen der Haut

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert?

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird in der Regel durch einen einfachen Bluttest diagnostiziert. Der Bluttest misst den Spiegel der Schilddrüsenhormone im Blut.

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt?

Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion hängt von der Schwere der Erkrankung und der zugrundeliegenden Ursache ab. Die häufigsten Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Medikamentöse Therapie: Thyreostatika sind Medikamente, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmen.
  • Radiojodtherapie: Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod verwendet, um Teile der Schilddrüse zu zerstören.
  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um Teile oder die gesamte Schilddrüse zu entfernen.

Kann eine Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft auftreten?

Ja, eine Schilddrüsenüberfunktion kann auch während der Schwangerschaft auftreten. Es ist jedoch wichtig, dass die Erkrankung während der Schwangerschaft behandelt wird, da sie sich sowohl auf die Mutter als auch auf das ungeborene Kind auswirken kann.

Wie kann ich mein Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt senken?

Es gibt keine Garantie, dass Sie keine Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt entwickeln werden. Es gibt jedoch einige Dinge, die Sie tun können, um Ihr Risiko zu senken:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Familiengeschichte: Wenn Sie eine familiäre Vorbelastung für Schilddrüsenerkrankungen haben, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.
  • Lassen Sie Ihre Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrollieren: Besonders wenn Sie Risikofaktoren für eine Schilddrüsenerkrankung haben, sollten Sie Ihre Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrollieren lassen.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Jod kann dazu beitragen, Ihre Schilddrüsenfunktion zu unterstützen.
  • Vermeiden Sie Stress: Stress kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Versuchen Sie, Stress in Ihrem Leben zu reduzieren.

Zusammenfassung

Die Schilddrüsenüberfunktion nach der Geburt ist eine häufige Erkrankung, die sich jedoch gut behandeln lässt. Wenn Sie Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, die Symptome zu lindern und langfristige Folgen zu vermeiden.

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