Schilddrüsenentzündung nach geburt: symptome & behandlung

Die Geburt eines Kindes ist ein wunderschönes und lebensveränderndes Ereignis. Für viele Frauen ist es jedoch auch mit einigen körperlichen Veränderungen verbunden, die sich auf die Gesundheit auswirken können. Eine davon ist die Schilddrüsenentzündung, die nach der Geburt auftreten kann. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten von Schilddrüsenentzündungen, die nach der Geburt auftreten können, ihre Ursachen, Symptome, Behandlungsmethoden und die langfristigen Folgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schilddrüsenentzündung?

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im Hals, das Hormone produziert, die für die Regulierung des Stoffwechsels, der Körpertemperatur und anderer wichtiger Körperfunktionen unerlässlich sind. Eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) ist eine Entzündung der Schilddrüse, die zu einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse führen kann.

Es gibt verschiedene Arten von Schilddrüsenentzündungen, die nach der Geburt auftreten können:

  • Akute Thyreoiditis : Diese Form ist selten und wird meist durch eine bakterielle oder virale Infektion verursacht. Sie verläuft in der Regel sehr schnell und ist mit starken Schmerzen verbunden.
  • Subakute Thyreoiditis de Quervain : Diese Form ist die häufigste Art der Schilddrüsenentzündung nach der Geburt. Sie wird durch eine Virusinfektion ausgelöst und ist durch starke Schmerzen, Schwellungen und Druckgefühl im Hals gekennzeichnet.
  • Hashimoto-Thyreoiditis : Diese Form ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Sie verläuft chronisch und kann zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen.

Ursachen für eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt

Die genaue Ursache für eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt ist nicht immer klar. Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Hormonelle Veränderungen : Die Schwangerschaft und die Geburt führen zu starken hormonellen Veränderungen im Körper der Frau. Diese Veränderungen können die Schilddrüse beeinflussen und das Risiko für eine Entzündung erhöhen.
  • Autoimmunerkrankungen : Frauen mit Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Lupus haben ein erhöhtes Risiko für eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt.
  • Virusinfektionen : Eine Virusinfektion, wie z. B. Eine Grippe oder eine Erkältung, kann eine subakute Thyreoiditis de Quervain auslösen.
  • Medikamente : Bestimmte Medikamente, wie z. B. Lithium, können eine Schilddrüsenentzündung auslösen.
  • Genetische Veranlagung : Eine genetische Veranlagung kann das Risiko für eine Schilddrüsenentzündung erhöhen.

Symptome einer Schilddrüsenentzündung nach der Geburt

Die Symptome einer Schilddrüsenentzündung können je nach Art der Entzündung unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schmerzen im Hals : Die Schmerzen können stark sein und sich bei Schlucken oder beim Drehen des Kopfes verstärken.
  • Schwellung im Hals : Die Schilddrüse kann sich vergrößern und ein Druckgefühl im Hals verursachen.
  • Fieber : Bei einer akuten Thyreoiditis kann hohes Fieber auftreten.
  • Müdigkeit : Ein allgemeines Gefühl der Müdigkeit und Schwäche.
  • Gewichtszunahme : Bei einer Schilddrüsenentzündung kann es zu einer Gewichtszunahme kommen, da der Stoffwechsel verlangsamt ist.
  • Verstopfung : Die Verdauung kann verlangsamt sein.
  • Depressive Stimmung : Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu einer depressiven Stimmung führen.

Diagnose einer Schilddrüsenentzündung

Um eine Schilddrüsenentzündung zu diagnostizieren, wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und die Krankengeschichte des Patienten erfragen. Zusätzlich werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Blutuntersuchung : Die Blutuntersuchung dient zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone (TSH, T3, T4) und der Entzündungswerte (CRP, BSG).
  • Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse : Der Ultraschall zeigt die Größe und Struktur der Schilddrüse und hilft bei der Diagnose einer Entzündung.
  • Szintigrafie : Bei dieser Untersuchung wird eine kleine Menge radioaktiven Stoffes in den Körper injiziert, der sich in der Schilddrüse anreichert. Die Szintigrafie ermöglicht es, die Aktivität der Schilddrüse zu beurteilen.

Behandlung einer Schilddrüsenentzündung

Die Behandlung einer Schilddrüsenentzündung hängt von der Art der Entzündung und den Symptomen des Patienten ab.

schilddrüsenentzündung nach geburt - Kann eine Schilddrüsenentzündung von alleine weg gehen

Akute Thyreoiditis

Die Behandlung der akuten Thyreoiditis besteht in der Regel aus Antibiotika zur Bekämpfung der bakteriellen Infektion. In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein.

Subakute Thyreoiditis de Quervain

Die subakute Thyreoiditis de Quervain heilt in den meisten Fällen von selbst innerhalb von 3-6 Monaten ab. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Dazu gehören:

  • Schmerzmittel : Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Schmerzen lindern.
  • Kortison : In schweren Fällen kann eine kurze Behandlung mit Kortison zur Linderung der Entzündung eingesetzt werden.

Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Schilddrüsenfunktion zu regulieren. Dazu gehören:

  • Schilddrüsenhormone : Wenn die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone produziert, müssen diese in Form von Tabletten eingenommen werden.
  • Lebensumstellung : Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis lindern.

Langfristige Folgen einer Schilddrüsenentzündung

Die langfristigen Folgen einer Schilddrüsenentzündung hängen von der Art der Entzündung und der Behandlung ab.

Bei einer akuten Thyreoiditis heilt die Entzündung in der Regel vollständig ab. Nur in seltenen Fällen kann es zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion kommen.

Die subakute Thyreoiditis de Quervain heilt in den meisten Fällen von selbst ab. In einigen Fällen kann es jedoch zu einer vorübergehenden Schilddrüsenunterfunktion kommen, die sich innerhalb von wenigen Monaten wieder normalisiert.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Erkrankung, die zu einer dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion führen kann. In diesem Fall müssen die Patienten zeitlebens Schilddrüsenhormone einnehmen.

Schilddrüsenentzündung nach der Geburt:

Kann eine Schilddrüsenentzündung von alleine weggehen?

Die Antwort auf diese Frage hängt von der Art der Schilddrüsenentzündung ab. Eine subakute Thyreoiditis de Quervain heilt in etwa 80% der Fälle von selbst innerhalb von 3-6 Monaten ab. Die Behandlung kann die Beschwerden des Patienten lindern, aber sie beeinflusst kaum den Verlauf der Erkrankung. Eine akute Thyreoiditis kann ebenfalls von alleine abheilen, wenn sie richtig behandelt wird. Die Hashimoto-Schilddrüsenentzündung bildet sich jedoch selten von alleine zurück. Häufig wird das Schilddrüsengewebe durch Bindegewebe ersetzt, manchmal bildet sich die gesamte Schilddrüse zurück.

Wie oft sollte ich nach der Diagnose einer Schilddrüsenentzündung zum Arzt gehen?

Nach etwa 7-10 Tagen sollte der Arzt eine erste Kontrolluntersuchung durchführen. Er untersucht den Patienten, führt eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durch und nimmt Blut ab, um die Entzündungswerte bestimmen zu lassen. Wie häufig der Patient danach untersucht wird, hängt von seinen Beschwerden ab. Sehr selten kann sich bei einer schweren Thyreoiditis de Quervain nach einiger Zeit eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln. Ist die Krankheit vollständig abgeheilt, sollte der Patient daher einmal im Jahr seine Schilddrüsenwerte bestimmen lassen. Bei der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung sollte sich der Patient 4-8 Wochen nach der Diagnose von seinem Internisten bzw. Endokrinologen erneut untersuchen lassen. Dieser wird die Schilddrüse mittels Ultraschall betrachten und die Werte für die Schilddrüsenhormone sowie das TSH bestimmen. Die Kontrolluntersuchungen sollten etwa alle 6-12 Monate wiederholt werden.

Was kann ich tun, um das Risiko für eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt zu senken?

Es gibt keine Garantie, dass Sie keine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt entwickeln, aber es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um das Risiko zu senken:

  • Gesunde Ernährung : Essen Sie eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
  • Regelmäßige Bewegung : Bewegen Sie sich regelmäßig, um Ihr Gewicht zu kontrollieren und Ihre allgemeine Gesundheit zu verbessern.
  • Stressmanagement : Stress kann das Immunsystem schwächen und das Risiko für eine Schilddrüsenentzündung erhöhen. Finden Sie Wege, um Stress abzubauen, wie z. B. Yoga, Meditation oder Zeit in der Natur.
  • Frühzeitige Behandlung von Infektionen : Behandeln Sie Infektionen wie Grippe oder Erkältung frühzeitig, um eine subakute Thyreoiditis de Quervain zu vermeiden.

Fazit

Eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt ist eine häufige Erkrankung, die jedoch in den meisten Fällen gut behandelbar ist. Wenn Sie Symptome einer Schilddrüsenentzündung haben, sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können die Symptome lindern und das Risiko für langfristige Folgen reduzieren.

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