Eine Scheidenpilzinfektion, auch bekannt als Vaginalmykosis, ist eine häufige Erkrankung, die fast jede Frau mindestens einmal im Leben betrifft. Während der Schwangerschaft können Scheidenpilzinfektionen besonders lästig sein, da sie oft mit Juckreiz, Brennen und Ausfluss einhergehen. In den meisten Fällen sind diese Infektionen harmlos und lassen sich gut behandeln. Allerdings gibt es Situationen, in denen eine schnelle ärztliche Beratung notwendig ist.
Wann sollte man mit Scheidenpilz in der Schwangerschaft zum Arzt?
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine schwangere Frau mit Scheidenpilz schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen sollte:

- Starke Symptome: Wenn der Juckreiz, das Brennen oder der Ausfluss unerträglich sind und die Lebensqualität stark beeinträchtigen, sollte die Schwangere einen Arzt konsultieren.
- Häufige Infektionen: Mehr als vier Pilzinfektionen pro Jahr können auf eine zugrundeliegende Erkrankung hinweisen, die abgeklärt werden sollte.
- Keine Besserung nach Selbstbehandlung: Wenn die Symptome trotz Anwendung von rezeptfreien Antipilzmitteln nicht innerhalb von drei Tagen abklingen, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren.
- Ungewöhnlicher Ausfluss: Ein ungewöhnlicher Ausfluss, der beispielsweise grünlich, grau oder blutig ist, sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
- Schmerzen im Unterleib: Wenn neben dem Juckreiz und Brennen auch Schmerzen im Unterleib auftreten, kann dies ein Zeichen für eine ernsthafte Infektion sein.
- Fieber: Fieber in Verbindung mit Scheidenpilz kann ebenfalls auf eine schwerwiegendere Erkrankung hindeuten.
Während der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, Scheidenpilzinfektionen ernst zu nehmen, da sie in seltenen Fällen zu Komplikationen führen können, wie zum Beispiel einer Frühgeburt.
Wie schnell sollte man zum Arzt?
Im Allgemeinen sollte man bei starken Symptomen oder bei Bedenken bezüglich der eigenen Gesundheit schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Wenn es sich um eine leichte Pilzinfektion handelt, die keine starken Symptome verursacht, kann man zunächst versuchen, die Beschwerden mit rezeptfreien Antipilzmitteln zu lindern. Sollte sich die Infektion jedoch verschlimmern oder die Symptome nach drei Tagen nicht abklingen, ist ein Arztbesuch unumgänglich.
Was passiert beim Arztbesuch?
Der Arzt wird zunächst die Symptome der Schwangeren erfragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Um die Diagnose zu bestätigen, kann der Arzt einen Abstrich aus der Scheide entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen. Dieser Abstrich dient dazu, den Erreger der Infektion zu identifizieren und eine mögliche Resistenz gegen bestimmte Antipilzmittel auszuschließen.
Ursachen für Scheidenpilz in der Schwangerschaft
Scheidenpilzinfektionen während der Schwangerschaft sind häufig, da sich der Hormonhaushalt der Frau in dieser Zeit stark verändert. Die erhöhte Östrogenproduktion kann zu einer Veränderung der Scheidenflora führen, wodurch Pilze leichter wachsen können. Weitere Faktoren, die das Risiko für Scheidenpilz erhöhen, sind:
- Diabetes mellitus: Frauen mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für Scheidenpilzinfektionen.
- Schwaches Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch eine Krankheit oder Medikamenteneinnahme, kann das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen.
- Antibiotika-Einnahme: Antibiotika können die natürliche Scheidenflora stören und so das Wachstum von Pilzen begünstigen.
- Enge Kleidung: Enge Kleidung, wie zum Beispiel Jeans oder Leggings, kann die Luftzirkulation im Genitalbereich behindern und so ein feuchtes Milieu schaffen, das das Wachstum von Pilzen begünstigt.
- Schlechte Hygiene: Übermäßige Hygiene, wie zum Beispiel häufiges Duschen mit Seife, kann die natürliche Scheidenflora stören und das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen.
Behandlung von Scheidenpilz in der Schwangerschaft
Die Behandlung von Scheidenpilz während der Schwangerschaft erfolgt in der Regel mit Antipilzmitteln, die für Schwangere geeignet sind. Diese Medikamente sind in Form von Zäpfchen, Cremes oder Tabletten erhältlich. Die meisten Antipilzmittel sind in der Schwangerschaft sicher, aber es ist wichtig, dass die Schwangere mit ihrem Arzt über alle Medikamente spricht, die sie einnehmen möchte.

In einigen Fällen kann der Arzt auch eine orale Behandlung mit Antipilzmitteln empfehlen. Diese Behandlungsform ist jedoch nur in bestimmten Fällen notwendig und sollte immer vom Arzt verordnet werden.
Häufige Fragen zu Scheidenpilz in der Schwangerschaft
Kann Scheidenpilz während der Schwangerschaft das Baby schädigen?
Scheidenpilz ist in der Regel nicht schädlich für das Baby. Allerdings kann eine unbehandelte Pilzinfektion zu Komplikationen wie einer Frühgeburt führen. Es ist daher wichtig, eine Pilzinfektion während der Schwangerschaft zu behandeln.
Kann Scheidenpilz während der Schwangerschaft durch Geschlechtsverkehr übertragen werden?
Ja, Scheidenpilz kann durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Allerdings ist die Übertragung nicht immer sicher, da der Pilz auch ohne Geschlechtsverkehr auftreten kann.
Wie kann ich einer Scheidenpilzinfektion während der Schwangerschaft vorbeugen?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die das Risiko für Scheidenpilz während der Schwangerschaft reduzieren können:
- Tragen Sie lockere, atmungsaktive Unterwäsche: Enge Kleidung kann das Wachstum von Pilzen begünstigen.
- Waschen Sie Ihre Unterwäsche bei mindestens 60 Grad Celsius: Dies tötet Pilze ab.
- Verwenden Sie keine parfümierten Seifen oder Duschgels: Diese Produkte können die natürliche Scheidenflora stören.
- Verwenden Sie keine Tampons: Tampons können das Wachstum von Pilzen begünstigen.
- Vermeiden Sie übermäßige Hygiene: Häufiges Duschen mit Seife kann die natürliche Scheidenflora stören.
- Achten Sie auf Ihre Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Immunsystem stärken und so das Risiko für Pilzinfektionen reduzieren.
- Verwenden Sie Probiotika: Probiotika können dazu beitragen, die natürliche Scheidenflora zu stabilisieren.
Es ist wichtig, dass Schwangere bei Fragen oder Bedenken bezüglich Scheidenpilz ihren Arzt konsultieren. Der Arzt kann die richtige Diagnose stellen und eine effektive Behandlung einleiten.
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