Die Schwangerschaft ist eine Zeit großer Freude und Vorfreude, aber sie kann auch mit Sorgen und Ängsten verbunden sein. Eine davon ist die Sorge um die Gesundheit des ungeborenen Kindes. RSV (Respiratory Syncytial Virus) ist eine häufige Atemwegsinfektion, die bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Komplikationen verursachen kann. Daher fragen sich viele Schwangere, ob eine RSV-Impfung während der Schwangerschaft sinnvoll ist und welche Risiken und Nebenwirkungen damit verbunden sind.
Was ist RSV und warum ist es gefährlich für Säuglinge?
RSV ist ein Virus, das eine Infektion der Atemwege verursacht. Die meisten Menschen erkranken an einer milden Form von RSV, die sich wie eine Erkältung anfühlt. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann RSV jedoch schwere Komplikationen wie Bronchiolitis, Lungenentzündung und Atemnot verursachen. In einigen Fällen kann RSV sogar zum Tod führen.
Säuglinge sind besonders anfällig für schwere RSV-Erkrankungen, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Außerdem haben ihre Atemwege einen kleineren Durchmesser, was es schwieriger macht, die Atemwege frei zu halten, wenn sie verstopft sind.

Gibt es eine RSV-Impfung für Schwangere?
Es gibt derzeit keine RSV-Impfung, die speziell für Schwangere entwickelt wurde. Allerdings gibt es ein neues Medikament namens Nirsevimab, das Säuglingen und Kleinkindern einen passiven Schutz vor RSV bieten kann. Nirsevimab ist ein monoklonaler Antikörper, der im Labor hergestellt wird und die Antikörper enthält, die der Körper benötigt, um RSV zu bekämpfen. Es wird als Einzeldosis injiziert und schützt den Säugling für mindestens fünf Monate.
Wer sollte Nirsevimab erhalten?
Nirsevimab wird für Säuglinge unter 8 Monaten empfohlen, die während der RSV-Saison geboren wurden oder in ihre erste RSV-Saison eintreten. Es wird auch für einige Kinder im Alter von 8 bis 19 Monaten empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für schwere RSV-Erkrankungen haben und in ihre zweite RSV-Saison eintreten.
Nirsevimab wird insbesondere für Säuglinge empfohlen, deren Mütter während der Schwangerschaft keine RSV-Impfung erhalten haben oder deren Impfstatus unbekannt ist. Außerdem sollten Säuglinge, die innerhalb von 14 Tagen nach der RSV-Impfung der Mutter geboren wurden, Nirsevimab erhalten.
Kinder mit folgenden Faktoren sollten ebenfalls Nirsevimab erhalten:
- Frühgeborene mit chronischer Lungenerkrankung
- Kinder mit schwerer Immunschwäche
- Kinder mit Mukoviszidose, die an einer schweren Erkrankung leiden
- Amerikanische Indianer und Alaska-Ureinwohner
Wer sollte Nirsevimab nicht erhalten?
Kinder ab 8 Monaten, die kein erhöhtes Risiko für schwere RSV-Erkrankungen haben, sollten Nirsevimab nicht erhalten. Auch Säuglinge, deren Mütter mindestens 14 Tage vor der Geburt eine RSV-Impfung erhalten haben, benötigen in den meisten Fällen kein Nirsevimab.
Nirsevimab sollte nicht verabreicht werden an:
- Kinder mit einer Vorgeschichte schwerer allergischer Reaktionen auf Nirsevimab oder einen seiner Bestandteile
- Kinder mit Blutungsstörungen wie Hämophilie
- Kinder mit einer mittelschweren oder schweren akuten Erkrankung
Nebenwirkungen von Nirsevimab
In klinischen Studien waren Nebenwirkungen nach der Verabreichung von Nirsevimab selten. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Injektionsstelle sowie Hautausschlag. Schwere allergische Reaktionen traten in den klinischen Studien nicht auf.
Wie bei jeder Impfung besteht ein sehr geringes Risiko, dass Nirsevimab eine schwere allergische Reaktion, andere schwere Verletzungen oder den Tod verursachen kann. Wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen von Nirsevimab haben, sprechen Sie mit dem Kinderarzt Ihres Kindes.
Wie wirkt Nirsevimab?
Nirsevimab enthält monoklonale Antikörper, die im Labor hergestellte Proteine sind, die vor RSV schützen. Obwohl es das Immunsystem nicht so aktiviert wie eine Infektion oder ein Impfstoff, bietet eine Nirsevimab-Spritze einen ähnlichen Schutz wie ein Impfstoff.
Der Schutz, den Nirsevimab bietet, wird als passive immunität bezeichnet, da er nicht vom eigenen Immunsystem der Person stammt. Stattdessen kommt der Schutz von Antikörpern, die außerhalb des Körpers einer Person hergestellt werden.
Der Schutz, den Impfstoffe bieten, wird hingegen als aktive immunität bezeichnet, da die Antikörper vom eigenen Immunsystem einer Person hergestellt werden. aktive immunität erfordert, dass das Immunsystem einer Person Maßnahmen ergreift, um sich zu verteidigen.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich Nirsevimab bezahlen?
Nirsevimab wird vom Vaccines for Children (VFC)-Programm abgedeckt, einem staatlich finanzierten Programm, das Kindern, die sich aufgrund ihrer finanziellen Situation möglicherweise nicht impfen lassen könnten, Impfstoffe kostenlos zur Verfügung stellt. Kinder unter 19 Jahren sind für das VFC-Programm berechtigt, wenn sie zu einer oder mehreren der folgenden Gruppen gehören:
- Medicaid-berechtigt
- Unversichert
- Unterversichert
- Amerikanischer Indianer oder Alaska-Ureinwohner
Viele private Krankenversicherungen decken Nirsevimab ab, aber es können je nach Plan Kosten für Sie entstehen. Wenden Sie sich an Ihren Versicherer, um dies zu erfahren.
Ist Nirsevimab für alle Säuglinge geeignet?
Nirsevimab ist nicht für alle Säuglinge geeignet. Es sollte nicht an Säuglinge verabreicht werden, deren Mütter mindestens 14 Tage vor der Geburt eine RSV-Impfung erhalten haben, oder an Säuglinge, die kein erhöhtes Risiko für schwere RSV-Erkrankungen haben. Auch Säuglinge mit bestimmten Vorerkrankungen wie Hämophilie oder schweren Allergien sollten Nirsevimab nicht erhalten.
Wie lange schützt Nirsevimab?
Eine Einzeldosis Nirsevimab schützt den Säugling für mindestens fünf Monate, was der Dauer einer durchschnittlichen RSV-Saison entspricht.
Kann Nirsevimab schwere RSV-Erkrankungen vollständig verhindern?
Nirsevimab reduziert das Risiko für schwere RSV-Erkrankungen um etwa 80 %, kann sie aber nicht vollständig verhindern. Es ist wichtig, dass Säuglinge und Kleinkinder auch weiterhin Maßnahmen zur Vorbeugung von RSV ergreifen, wie z. B. Regelmäßiges Händewaschen, den Kontakt mit kranken Personen vermeiden und die empfohlenen Impfungen erhalten.
Fazit
Nirsevimab ist ein neues Medikament, das Säuglingen und Kleinkindern einen passiven Schutz vor RSV bieten kann. Es ist für Säuglinge unter 8 Monaten empfohlen, die während der RSV-Saison geboren wurden oder in ihre erste RSV-Saison eintreten, sowie für einige Kinder im Alter von 8 bis 19 Monaten, die ein erhöhtes Risiko für schwere RSV-Erkrankungen haben. Nirsevimab ist im Allgemeinen sicher und gut verträglich, aber es gibt einige Nebenwirkungen, die bei der Verabreichung des Medikaments auftreten können. Sprechen Sie mit dem Arzt Ihres Kindes, um zu erfahren, ob Nirsevimab das richtige Medikament für Ihr Kind ist.
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