Reittherapie ist eine vielversprechende Therapieform, die sowohl körperliche als auch psychische Vorteile bietet. Sie kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Problemen eingesetzt werden, wie z.B. Bei Bewegungsstörungen, Autismus, ADHS, Depressionen und Angststörungen. Doch wie sieht es mit der Finanzierung aus? Wer übernimmt die Kosten für Reittherapie? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Kostenübernahme durch die Krankenkasse, andere Kostenträger und die Möglichkeiten, einen Antrag auf Reittherapie zu stellen.
Wann bezahlt die Krankenkasse Therapeutisches Reiten?
Die gute Nachricht: Reittherapie kann in bestimmten Fällen von der Krankenkasse übernommen werden. Allerdings handelt es sich um eine sogenannte kann-leistung, was bedeutet, dass die Krankenkasse im Einzelfall entscheidet, ob sie die Kosten übernimmt. Die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Der Art der Erkrankung, dem Schweregrad und dem Therapieziel.
Um die Kosten für Reittherapie von der Krankenkasse übernommen zu bekommen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Ärztliche Verordnung: Ein Arzt muss die Reittherapie als Heilmethode verordnen. Der Arzt muss die Notwendigkeit der Reittherapie begründen und die Therapieziele festlegen.
- Indikation: Die Erkrankung muss eine Indikation für die Reittherapie darstellen. Es gibt bestimmte Krankheitsbilder, bei denen die Reittherapie besonders hilfreich ist, z.B. Bei Zerebralparese , Muskeldystrophie , Spina bifida , Autismus , ADHS und Depressionen .
- Reittherapie als geeignete Therapieform: Die Krankenkasse muss die Reittherapie als geeignete Therapieform für die jeweilige Erkrankung anerkennen.
Wie beantrage ich Reittherapie?
Wenn Sie eine Reittherapie in Erwägung ziehen, sollten Sie sich zunächst an Ihren Hausarzt wenden. Dieser kann die Notwendigkeit der Reittherapie beurteilen und eine entsprechende Verordnung ausstellen. Mit dieser Verordnung können Sie sich dann an Ihre Krankenkasse wenden und einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
Der Antrag auf Kostenübernahme sollte folgende Dokumente enthalten:

- Ärztliche Verordnung
- Stellungnahme von therapeutischer oder pädagogischer Seite
- Ziel der Therapie
- Begründung, warum Reittherapie die geeignete Therapieform ist
Es ist empfehlenswert, sich vorab mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und zu erfragen, welche Unterlagen benötigt werden und welche Formalitäten zu beachten sind.
Wer zahlt Reittherapie?
Neben der Krankenkasse können auch andere Kostenträger die Kosten für Reittherapie übernehmen. Dazu gehören:
Pflegekasse
Die Pflegekasse kann nach §45b SGB XII in manchen Fällen die Reittherapiekosten übernehmen. Dies ist möglich, wenn die Reittherapie als niedrigschwelliges Betreuungsangebot oder als qualitätssichernde Betreuungsleistung angesehen wird. Um die Kostenübernahme durch die Pflegekasse zu beantragen, ist in der Regel ein Pflegegutachten notwendig.
Jugendamt
Das Jugendamt kann die Kosten für Reittherapie übernehmen, wenn ein Förderbedarf besteht und ein ärztliches Gutachten vorliegt. In diesem Fall wird die Reittherapie als Hilfe zur Erziehung angesehen.

Sozialamt
Das Sozialamt kann im Rahmen der Widereingliederungshilfe die Kosten für Reittherapie übernehmen. Dies ist möglich, wenn die Reittherapie zur beruflichen Rehabilitation oder zur Eingliederung in das Arbeitsleben beiträgt.
Private Finanzierung
In den meisten Fällen werden die Kosten für Reittherapiesitzungen privat bezahlt. Nur in seltenen Fällen werden die Kosten von der Krankenkasse oder anderen Kostenträgern übernommen.
- Häufig gestellte Fragen zur Reittherapie und Kostenübernahme
Wie hoch sind die Kosten für Reittherapie?
Die Kosten für Reittherapie variieren je nach Anbieter, Dauer und Umfang der Therapie. Im Durchschnitt liegen die Kosten pro Therapiesitzung zwischen 50 und 100 Euro.
Wie lange dauert eine Reittherapiesitzung?
Die Dauer einer Reittherapiesitzung ist abhängig von der Art der Erkrankung und den Therapiezielen. In der Regel dauern die Sitzungen zwischen 45 Minuten und einer Stunde.

Wie oft muss ich zur Reittherapie gehen?
Die Häufigkeit der Reittherapiesitzungen wird vom Arzt festgelegt und hängt von der Schwere der Erkrankung und dem Therapiefortschritt ab. In der Regel finden die Sitzungen ein- bis zweimal pro Woche statt.
Gibt es spezielle Reittherapiezentren?
Ja, es gibt spezielle Reittherapiezentren, die sich auf die Behandlung von Menschen mit verschiedenen Erkrankungen spezialisiert haben. Diese Zentren bieten oft auch zusätzliche Angebote wie Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie an.
Kann ich die Kosten für Reittherapie steuerlich geltend machen?
Ja, die Kosten für Reittherapie können unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Es ist wichtig, sich vorab bei der Steuerberatung zu informieren, ob die Voraussetzungen für eine Steuerermäßigung erfüllt sind.
Fazit: Reittherapie - Eine Investition in die Gesundheit
Reittherapie kann eine wertvolle Therapieform sein, die bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Problemen eingesetzt werden kann. Obwohl die Kosten für Reittherapie in den meisten Fällen privat bezahlt werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kosten zu senken oder die Therapie zu finanzieren. Es ist wichtig, sich vorab mit den verschiedenen Kostenträgern in Verbindung zu setzen und die Möglichkeiten einer Kostenübernahme zu prüfen.
Wenn Sie sich für eine Reittherapie interessieren, sollten Sie sich an einen erfahrenen Reittherapeuten wenden. Dieser kann Ihnen die Therapieform näher erläutern, die Indikation für eine Reittherapie beurteilen und Ihnen bei der Antragstellung helfen.
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