Polypen in der gebärmutter: ursachen, symptome & behandlung

Sie leiden unter starken Bauchschmerzen, Zwischenblutungen oder besonders starken Menstruationen? Dann könnten Polypen in der Gebärmutter der Grund für Ihre Beschwerden sein. Dieser Artikel beleuchtet die Thematik der Polypen in der Gebärmutter, erklärt die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem wird die Frage geklärt, ob eine Schwangerschaft trotz Polypen möglich ist und was der Unterschied zwischen Myomen und Polypen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Polypen?

Polypen sind Schleimhautwucherungen, die hauptsächlich in der Gebärmutterhöhle, im Gebärmutterhals und in der Scheide auftreten. Sie entstehen, wenn sich die Schleimhautzellen einer Frau übermäßig schnell und oft teilen. Die weiblichen Geschlechtshormone Gestagen und Östrogen sind für das Wachstum der Schleimhaut und damit auch für deren Wucherungen verantwortlich. Uterus-Polypen, auch Schleimhautpolypen genannt, sind in den meisten Fällen gutartige Veränderungen. Allerdings können die Symptome bei einigen Patientinnen so schmerzhaft sein, dass die Wucherungen behandelt werden müssen.

Besonders Frauen vor, in den oder nach den Wechseljahren sind von Gebärmutter-Polypen betroffen: Rund zehn bis zwanzig Prozent aller prä- und postmenopausalen Frauen haben Polypen in der Gebärmutter. Ein Polyp kann traubenförmig, aber auch breitflächig wachsen.

Polyp in der Gebärmutter: Symptome

Das individuelle Krankheitsbild ist bei jeder betroffenen Frau unterschiedlich ausgeprägt. Manche Frauen bemerken möglicherweise gar nicht, dass sie einen Polypen in ihrer Gebärmutter haben. Andere Frauen leiden hingegen an verschiedenen Symptomen.

Häufige Symptome von Gebärmutterpolypen:

  • Unregelmäßige Blutungen
  • Andauernde Monatsblutungen
  • Blutungen nach dem Sex
  • Schleimiger Ausfluss, möglicherweise hell- bis dunkelbraun
  • Wehenartige Bauchschmerzen

Eine Diagnose kann jedoch nicht ausschließlich auf Grundlage von Symptomen gestellt werden. Sollten Sie an einem oder mehreren der oben beschriebenen Symptome leiden, ist es ratsam, einen Frauenarzt aufzusuchen. Im Rahmen von gynäkologischen Untersuchungen und Tests können Mediziner die Ursache der Beschwerden klären.

Können Polypen bösartig sein?

Die Diagnose eines Polypen in der Gebärmutter ist zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Nur 0,5 Prozent der Wucherungen haben das Potenzial, bösartig zu werden. In einem solchen Fall könnte sich aus einem Polypen beispielsweise ein Tumor entwickeln. Bösartige Schleimhautwucherungen im Gebärmutterhals sind noch seltener.

Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Polypen, wird dessen Entwicklung von einem Gynäkologen regelmäßig kontrolliert. Wie bei jeder Zellveränderung können auch Polypen zu einer Krebsvorstufe führen. Um dies auszuschließen, sollten Sie ebenfalls regelmäßig zum Frauenarzt gehen und keine jährliche Vorsorgeuntersuchung ausfallen lassen. Je nach Größe und Beschwerden kann es außerdem sein, dass Polypen bei einer schwangeren Frau zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen.

Behandlung von Polypen in der Gebärmutter

Sollten Sie aufgrund von Polypen in der Gebärmutter extreme Schmerzen haben oder die Wucherungen bösartig sein, werden diese operativ entfernt. Bei Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter führt der Arzt eine endoskopische Operation bei Vollnarkose durch, die rund zwanzig bis dreißig Minuten dauert.

Ablauf der Operation:

  1. Die Patientin wird zunächst betäubt.
  2. Ein Hysteroskop, ein kleines optisches Gerät, wird durch die Scheide und den Gebärmutterhals in den Uterus geführt.
  3. Die Gebärmutterhöhle wird mithilfe einer Salzlösung gedehnt, um ein besseres Bild vom Zustand zu erhalten.
  4. Der Arzt entfernt die Polypen mit einer kleinen Schlinge.
  5. Das entnommene Gewebe wird an ein Labor geschickt, um mögliche bösartige Zellveränderungen zu untersuchen.

Die Patientin kann bereits zwei bis vier Stunden nach der Operation wieder nach Hause gehen, sollte aber von einem Angehörigen aus der Klinik abgeholt und anschließend versorgt werden.

Gibt es eine Polypen-Prophylaxe?

Leider kann man Polypen nicht per se vorbeugen. Allerdings ist ein gesunder Körper die beste Voraussetzung, um nicht an Schleimhautwucherungen zu erkranken. Patientinnen, die sich mit humanen Papillomaviren infiziert haben, entwickeln in vereinzelten Fällen ebenfalls Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter. Um Zellveränderungen zu verhindern, sollte man sich zusätzlich ausgewogen und gesund ernähren.

Was ist der Unterschied zwischen Myomen und Polypen in der Gebärmutter?

Bei Myomen und Polypen handelt es sich um unterschiedliche Zellveränderungen. Um den Unterschied zwischen Myomen und Polypen in der Gebärmutter zu verstehen, sollte man zunächst wissen, dass die Gebärmutter aus drei Schichten besteht: einer Schleimhaut (auch als Endometrium bezeichnet), einer mittleren Muskelschicht (Myometrium) und einer Bauchfellschicht (auch Perimetrium genannt).

Zusammenfassung der Unterschiede:

MerkmalPolypenMyome
HerkunftSchleimhaut (Endometrium)Muskelschicht (Myometrium)
WachstumTraubenförmig oder breitflächigKnötchenförmig
SymptomeUnregelmäßige Blutungen, Zwischenblutungen, Schleimiger AusflussStarke Blutungen, Schmerzen im Unterleib, Druckgefühl
SchwangerschaftKann die Einnistung erschwerenKann zu Fehlgeburten oder Frühgeburten führen

Während sich Polypen aus der inneren Schleimhautschicht entwickeln, entstehen Myome aus der mittleren Muskelschicht. Wenn diese gutartigen Muskelknoten direkt unter der Gebärmutterschleimhaut liegen, können sie teilweise schwerwiegende Beschwerden verursachen. Starke, schmerzhafte Regelblutungen, Probleme bei der Empfängnis und Fehlgeburten können die Folge sein.

Kann man trotz Polypen schwanger werden?

Sie haben Polypen und wünschen sich ein Baby? Ein Polyp in der Gebärmutter muss Ihrem Kinderwunsch nicht automatisch im Wege stehen. Jedoch kann es dazu kommen, dass Polypen je nach Größe und Lage die Befruchtung der weiblichen Eizelle oder deren Einnistung in der Gebärmutter verhindern. Wucherungen im Gebärmutterhals können mitunter den Zugang für die Spermien komplett blockieren.

Vor einer geplanten Schwangerschaft sollten sich Patientinnen mit Polypen daher an ihren Gynäkologen wenden und besprechen, ob sich die Entfernung der Wucherungen lohnt und die Chancen auf ein Kind erhöhen würde. In circa drei bis fünf Prozent aller Fälle einer ungewollten Kinderlosigkeit liegt die Ursache bei einem asymptomatischen Polypen.

Zu Polypen in der Gebärmutter

Wie werden Polypen in der Gebärmutter diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gynäkologische Untersuchung, bei der der Arzt den Gebärmutterhals und die Gebärmutterhöhle mit einem Spiegel betrachtet. Zusätzlich können weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung oder eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) durchgeführt werden.

Was passiert, wenn ein Polyp nicht behandelt wird?

In den meisten Fällen sind Polypen in der Gebärmutter nicht gefährlich. Allerdings können sie zu Beschwerden wie unregelmäßigen Blutungen, Zwischenblutungen, Schmerzen im Unterleib oder Problemen mit der Fruchtbarkeit führen. In seltenen Fällen kann sich ein Polyp zu einer bösartigen Veränderung entwickeln.

Wie lange dauert es, bis ein Polyp entfernt ist?

Die Entfernung eines Polypen in der Gebärmutter ist ein relativ einfacher Eingriff, der in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt wird. Die Operation dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Patientin kann in der Regel einige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Polyp wiederkommt?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Polyp wiederkommt, ist relativ gering. Allerdings können in einigen Fällen neue Polypen entstehen. Deshalb ist es wichtig, dass die Patientin auch nach der Operation regelmäßig zum Frauenarzt geht, um die Gebärmutter kontrollieren zu lassen.

Kann ein Polyp die Schwangerschaft beeinflussen?

Ja, ein Polyp kann die Schwangerschaft beeinflussen. Er kann die Einnistung der befruchteten Eizelle erschweren oder zu einer Fehlgeburt oder Frühgeburt führen. Daher ist es wichtig, dass Patientinnen mit Polypen vor einer Schwangerschaft ihren Frauenarzt aufsuchen, um die Risiken zu besprechen.

Die Diagnose Polyp in der Gebärmutter ist in der Regel kein Grund, sich Sorgen zu machen. Sollten Sie Schleimhautwucherungen haben, empfiehlt es sich, diese von einem Frauenarzt in regelmäßigen Abständen untersuchen zu lassen. Wenn die Zellveränderungen zu starken Beschwerden oder Fruchtbarkeitsproblemen führen, müssen sie operativ entfernt werden.

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