Fohlen geburt: anzeichen erkennen & vorbereitet sein

Die Geburt eines Fohlens ist ein wunderschönes und aufregendes Ereignis. Doch bevor es soweit ist, durchläuft die Stute eine Reihe von Veränderungen, die auf die bevorstehende Geburt hindeuten. Diese Zeichen zu erkennen, ist nicht nur für den Besitzer wichtig, sondern auch für die Sicherheit von Stute und Fohlen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Anzeichen für eine bevorstehende Geburt bei Pferden und wie Sie sich auf dieses besondere Ereignis optimal vorbereiten können.

Inhaltsverzeichnis

Die Veränderungen in den letzten Wochen vor der Geburt

Die Trächtigkeit einer Stute dauert in der Regel elf Monate. In den letzten Wochen vor der Geburt zeigen sich jedoch einige deutliche Anzeichen, die auf die bevorstehende Geburt hindeuten.

Drei Wochen vor der Geburt: Das Becken weitet sich

Rund drei Wochen vor der Geburt beginnt sich das Becken der Stute zu weiten. Dieser Prozess wird als Aufeutern bezeichnet und ist ein natürlicher Mechanismus, der es dem Fohlen ermöglicht, leichter durch den Geburtskanal zu gelangen. Der Bauch der Stute erscheint in dieser Phase besonders hängend, da die Beckenbänder nachgeben und das Gewicht des Fohlens nun stärker auf den Bauchraum drückt. Auch die Schweifrübe zeichnet sich deutlich ab, da die Becken- und Kruppenmuskulatur an Spannung verliert und weicher wird. Dieser Bereich ist nun besonders druckempfindlich.

Vier bis sechs Tage vor der Geburt: Die Zitzen schwellen an

Etwa vier bis sechs Tage vor der Geburt werden die Zitzen der Stute deutlich größer und praller. Verantwortlich dafür ist die Milch, die nun in das Euter gelangt. Die Stute bereitet sich damit auf die Versorgung ihres Fohlens mit Kolostrum, der ersten Milch, vor. Dieses ist besonders reich an Antikörpern und schützt das Fohlen in den ersten Lebenstagen vor Krankheitserregern.

Wenige Tage vor der Geburt: Der Bauch verändert sich

In den letzten Tagen vor der Geburt kann der Bauch der Stute etwas kleiner erscheinen und nicht mehr so tief hängen. Dies liegt daran, dass sich die Bauchmuskeln der Stute zusammenziehen, um das Fohlen in die richtige Position für die Geburt zu bringen. Die Scham der Stute wirkt nun geschwollen und langgezogen. Einige Stuten entwickeln zudem ein Unterbauchödem, das vom Euter bis zu den Vorderbeinen reichen kann. Diese Wasseransammlungen sind in der Regel nicht besorgniserregend, können aber bei älteren Stuten häufiger vorkommen.

Ein bis vier Tage vor der Geburt: Die Harztröpfchen erscheinen

Ein bis vier Tage vor der Geburt werden an den Zitzen der Stute sogenannte Harztröpfchen sichtbar. Dabei handelt es sich um eingetrocknete Vormilch, die aus den Zitzen austritt. Die Form und Größe der Harztröpfchen variieren von Stute zu Stute. Bei manchen sind sie nur klein, bei anderen erinnern sie an ausgehärtete Kerzenwachstropfen. Rund 90 Prozent der Stuten fohlen innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Auftreten von Harztröpfchen ab. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Manche Stuten können die Geburt noch bis zu einer Woche hinauszögern, während andere ihr Fohlen zur Welt bringen, ohne zuvor Harztröpfchen entwickelt zu haben.

Die Geburt des Fohlens: Ein natürlicher Prozess

Die Geburt eines Fohlens ist ein natürlicher Prozess, der in der Regel ohne menschliche Hilfe abläuft. Die Stute hat einen natürlichen Instinkt, ihr Fohlen zur Welt zu bringen und zu versorgen. Es ist jedoch wichtig, die Stute während der Geburt zu beobachten und im Notfall eingreifen zu können.

Die Geburtsphasen

Die Geburt eines Fohlens lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  • Öffnungsphase: Diese Phase beginnt mit den ersten Wehen und dauert in der Regel einige Stunden. Die Stute zeigt dabei Anzeichen von Unruhe, wie z. B. Hin- und Herlaufen, Stehen und Liegen wechseln, sowie häufiges Hecheln. Die Fruchtblase kann während dieser Phase platzen und es kommt zu einem Ausfluss von Fruchtwasser.
  • Pressphase: In dieser Phase beginnt die Stute zu pressen, um das Fohlen zur Welt zu bringen. Die Presswehen sind deutlich stärker als die Wehen der Öffnungsphase. Die Stute kann dabei auf die Seite liegen oder stehen. Die Geburt des Fohlens dauert in der Regel zwischen 15 Minuten und einer Stunde.
  • Nachgeburt: Nach der Geburt des Fohlens wird die Nachgeburt, also die Plazenta, ausgestoßen. Dies geschieht meist innerhalb von 30 Minuten bis zu zwei Stunden nach der Geburt.

Was tun bei einer Geburt?

Während der Geburt sollten Sie die Stute genau beobachten und im Notfall eingreifen. Folgende Anzeichen können auf Komplikationen hindeuten:

  • Die Stute presst stark, aber das Fohlen kommt nicht heraus.
  • Die Stute zeigt Anzeichen von Schmerzen oder Angst.
  • Das Fohlen kommt mit dem Kopf zuerst heraus, aber der Körper folgt nicht.
  • Die Nachgeburt wird nicht innerhalb von zwei Stunden ausgestoßen.

Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie sofort einen Tierarzt rufen.

Vorbereitung auf die Geburt: So schaffen Sie eine sichere Umgebung

Um die Stute und das Fohlen während der Geburt bestmöglich zu unterstützen, sollten Sie sich im Vorfeld gut vorbereiten.

Die Stallvorbereitung

Der Stall der Stute sollte sauber und ruhig sein. Stellen Sie sicher, dass die Box ausreichend groß ist und die Stute sich frei bewegen kann. Eine weiche und saubere Einstreu ist wichtig, um das Fohlen vor Verletzungen zu schützen. Stellen Sie außerdem ausreichend Futter und Wasser für die Stute bereit.

Notfallkoffer

Ein Notfallkoffer für die Geburt ist sinnvoll. Dieser sollte folgende Dinge enthalten:

  • Desinfektionsmittel
  • Schere
  • Handschuhe
  • Mullbinden
  • Thermometer
  • Telefonnummer des Tierarztes

Die Nachsorge

Nach der Geburt ist es wichtig, die Stute und das Fohlen genau zu beobachten. Stellen Sie sicher, dass das Fohlen atmet und gesund ist. Die Stute sollte nach der Geburt ausreichend Futter und Wasser erhalten. Sie sollte auch ausreichend Ruhe und Zeit zum Ausruhen haben.

Häufige Fragen rund um die Geburt eines Fohlens

Wie lange dauert die Geburt eines Fohlens?

Die Dauer der Geburt eines Fohlens variiert von Stute zu Stute. In der Regel dauert die gesamte Geburt, von den ersten Wehen bis zur Nachgeburt, zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Die Pressphase, in der das Fohlen geboren wird, dauert meist zwischen 15 Minuten und einer Stunde.

Was kann ich tun, wenn die Stute zu früh oder zu spät fohlt?

Eine Frühgeburt oder eine Spätgeburt kann bei Pferden vorkommen. Wenn die Stute zu früh fohlt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Fohlen gesund und lebensfähig ist, geringer. Eine Spätgeburt kann zu Komplikationen für die Stute führen. In beiden Fällen ist es wichtig, einen Tierarzt zu rufen, um die Stute und das Fohlen zu untersuchen und die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Wie kann ich feststellen, ob die Stute gesund ist?

Eine gesunde Stute ist lebhaft, aktiv und hat einen normalen Appetit. Sie hat einen klaren Ausfluss aus der Scheide und keine Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein. Wenn Sie Bedenken haben, sollten Sie einen Tierarzt konsultieren.

Was kann ich tun, wenn das Fohlen nicht atmet?

Wenn das Fohlen nicht atmet, sollten Sie sofort einen Tierarzt rufen. In der Zwischenzeit können Sie versuchen, das Fohlen zu stimulieren, indem Sie es mit einem Tuch abtrocknen und es auf den Rücken legen. Sie können auch versuchen, das Fohlen zu schütteln oder ihm in die Nase zu blasen.

Wie kann ich die Stute und das Fohlen nach der Geburt unterstützen?

Nach der Geburt ist es wichtig, die Stute und das Fohlen genau zu beobachten. Stellen Sie sicher, dass das Fohlen atmet und gesund ist. Die Stute sollte nach der Geburt ausreichend Futter und Wasser erhalten. Sie sollte auch ausreichend Ruhe und Zeit zum Ausruhen haben.

Fazit: Die Geburt eines Fohlens ist ein aufregendes Ereignis

Die Geburt eines Fohlens ist ein wunderschönes und aufregendes Ereignis. Mit guter Vorbereitung und Beobachtung der Stute können Sie die Geburt sicher und erfolgreich gestalten. Wenn Sie die Anzeichen einer bevorstehenden Geburt erkennen und im Notfall richtig reagieren, können Sie dazu beitragen, dass die Stute und das Fohlen gesund und glücklich sind.

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