Ein Nabelbruch, auch bekannt als Nabelhernie, ist eine häufige Erkrankung, die insbesondere nach einer Schwangerschaft auftreten kann. Dabei wölbt sich ein Teil des Bauchfells oder des Darms durch eine Schwachstelle in der Bauchdecke nach außen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eines Nabelbruches nach der Geburt.
- Anatomie der Bauchwand
- Ursachen für einen Nabelbruch nach der Geburt
- Symptome eines Nabelbruches
- Diagnose eines Nabelbruches
- Behandlung eines Nabelbruches
- Risiken und Komplikationen
- Rehabilitation nach der Operation
- Häufig gestellte Fragen
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nabelbruch nach der Geburt wieder auftritt?
- Kann ein Nabelbruch nach der Geburt selbst verschwinden?
- Kann ein Nabelbruch nach der Geburt gefährlich sein?
- Kann man einen Nabelbruch nach der Geburt vorbeugen?
- Was kann ich tun, um die Heilung nach der Operation zu beschleunigen?
- Fazit
Anatomie der Bauchwand
Die Bauchwand besteht aus mehreren Schichten, die den Bauchraum schützen und die inneren Organe stützen. Die äußerste Schicht ist die Haut, darunter befindet sich das Unterhautfettgewebe. Die mittlere Schicht besteht aus Muskeln, die für die Bewegung und Stabilität des Bauches verantwortlich sind. Die innerste Schicht ist das Bauchfell, das die inneren Organe umhüllt.
Die Bauchmuskulatur ist durch eine vertikale Linie, die sogenannte Linea alba, in zwei Hälften geteilt. Die gerade Bauchmuskulatur (Rektusmuskel) bildet bei starkem Training die klassischen Wölbungen, im Volksmund auch „Six pack“ oder „Waschbrettbauch“ genannt.
Der Nabel ist eine natürliche Schwachstelle in der Bauchdecke, da hier vor der Geburt die Nabelschnur die Bauchdecke perforiert hat. Selbst bei einer optimalen Heilung nach Abnabelung ist das Gewebe hier schwächer als die umliegende Muskulatur.
Ursachen für einen Nabelbruch nach der Geburt
Ein Nabelbruch nach der Geburt kann verschiedene Ursachen haben:
- Schwangerschaft: Die Schwangerschaft belastet die Bauchdecke stark. Die wachsende Gebärmutter drückt auf die Bauchmuskulatur und kann diese schwächen.
- Geburt: Die Geburt selbst kann die Bauchmuskulatur zusätzlich belasten, insbesondere bei einer vaginalen Geburt mit Presswehen.
- Übergewicht: Übergewicht erhöht den Druck auf die Bauchdecke und kann so einen Nabelbruch begünstigen.
- Genetische Veranlagung: Manche Menschen sind genetisch anfällig für Nabelbrüche.
- Chronischer Husten oder starkes Pressen: Chronischer Husten oder starkes Pressen, z. B. Bei Verstopfung, kann die Bauchdecke belasten und einen Nabelbruch begünstigen.
Symptome eines Nabelbruches
Ein Nabelbruch kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:
- Vorwölbung am Nabel: Die typischste Erscheinung ist eine Vorwölbung am Nabel, die besonders beim Husten, Pressen oder beim Aufstehen deutlich sichtbar wird.
- Schmerzen: In vielen Fällen sind keine Schmerzen vorhanden, aber bei größeren Nabelbrüchen können Druck- oder Ziehschmerzen auftreten.
- Unwohlsein: Bei größeren Nabelbrüchen kann ein Gefühl von Unwohlsein oder Völlegefühl auftreten.
- Einklemmung: In seltenen Fällen kann es zu einer Einklemmung des Darms oder des Bauchfells im Nabelbruch kommen. Dies ist ein Notfall, der umgehend operiert werden muss.
Diagnose eines Nabelbruches
Die Diagnose eines Nabelbruches erfolgt in der Regel durch die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird die Bauchdecke abtasten und die Vorwölbung am Nabel beurteilen. In einigen Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um die Größe des Bruches und die beteiligten Organe genauer zu beurteilen.
Behandlung eines Nabelbruches
Die Behandlung eines Nabelbruches hängt von der Größe und den Symptomen ab.
Konservative Therapie
Bei kleinen Nabelbrüchen, die keine Beschwerden verursachen, kann eine konservative Therapie ausreichend sein. Dazu gehören:
- Abnehmen: Übergewicht erhöht den Druck auf die Bauchdecke und kann so einen Nabelbruch begünstigen. Daher ist es wichtig, Übergewicht zu reduzieren.
- Bauchstützband: Ein Bauchstützband kann helfen, den Druck auf die Bauchdecke zu reduzieren und den Nabelbruch zu stabilisieren.
- Vermeiden von Pressen: Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Bauchdecke belasten, wie z. B. Starkes Husten oder Pressen.
Operative Therapie
Bei größeren Nabelbrüchen, die Beschwerden verursachen oder ein Risiko für eine Einklemmung des Darms darstellen, ist eine operative Therapie notwendig. Die Operation besteht darin, die Schwachstelle in der Bauchdecke zu verschließen.
Es gibt verschiedene operative Verfahren zur Behandlung eines Nabelbruches. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Größe des Bruches, der individuellen Situation und den Vorlieben des Patienten ab.
Verschluss der Nabelhernie über das Nabeldach (minimal invasiv)
Diese Methode ist minimal invasiv und erfolgt über einen kleinen Hautschnitt in der Nabelfalte. Der Bruch wird verschlossen und die Vorwölbung beseitigt. Die Muskeln werden dabei von der Seite zur Mitte gezogen und dort in spezieller Nahttechnik (Fasziendoppelung) stabil verbunden.
Verschluss eines Nabelbruches über einen Unterbauchschnitt
Bei dieser Methode wird ein Hautschnitt oberhalb des Schamhügels angelegt. Die Haut wird vom Unter- bis zum Oberbauch von der Bauchdecke gelöst. Der Bruch wird verschlossen und die Vorwölbung beseitigt. Der Zugang am Unterbauch wird fein verschlossen.
Kombinierter Verschluss eines Bauchwandbruches mit einer großen Bauchstraffung
Diese Technik wird angewendet, wenn neben einem Nabelbruch auch ein Hautüberschuss mit Fettwülsten besteht. Über einen Hautschnitt oberhalb des Schamhügels wird die Haut vom Unter- bis zum Oberbauch von der Bauchdecke gelöst. Der Bruch wird verschlossen und die Vorwölbung beseitigt. Anschließend wird die Haut bis zum Oberbauch gestrafft.
Kombinierter Verschluss einer Nabelhernie mit einer kleinen Bauchstraffung
Bei dieser Technik kann auf die Narbe am Bauchnabel verzichtet werden. Die Narbe wird sehr tief oberhalb des Schamhügels geplant und gleichzeitig eine moderate Menge an überschüssigem Hautmantel entfernt und die Bauchdecke gespannt. Der Verschluss des Nabelbruches erfolgt ohne zusätzliche Narben unter der Haut.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Behandlung eines Nabelbruches Risiken und Komplikationen. Dazu gehören:
- Blutungen: Nach der Operation kann es zu Blutungen kommen.
- Infektionen: Die Wunde kann sich infizieren.
- Narbenbildung: Nach der Operation bleiben Narben zurück.
- Rezidiv: In seltenen Fällen kann der Nabelbruch nach der Operation wieder auftreten.
Rehabilitation nach der Operation
Nach der Operation ist es wichtig, die Wunde gut zu pflegen und die empfohlenen Maßnahmen zur Rehabilitation zu befolgen. Dazu gehören:
- Ruhe: In den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie sich schonen und schwere Aktivitäten vermeiden.
- Wundversorgung: Die Wunde muss regelmäßig gereinigt und verbunden werden.
- Medikamente: Möglicherweise werden Ihnen Schmerzmittel und Antibiotika verschrieben.
- Physiotherapie: Eine Physiotherapie kann helfen, die Bauchmuskulatur wieder zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nabelbruch nach der Geburt wieder auftritt?
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nabelbruch nach der Operation wieder auftritt, ist relativ gering. Allerdings hängt das Risiko von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. Der Größe des Bruches, der individuellen Situation und der Operationstechnik.
Kann ein Nabelbruch nach der Geburt selbst verschwinden?
In seltenen Fällen kann ein kleiner Nabelbruch nach der Geburt von selbst verschwinden. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, insbesondere bei größeren Brüchen.
Kann ein Nabelbruch nach der Geburt gefährlich sein?
Ein Nabelbruch an sich ist nicht gefährlich. Allerdings besteht das Risiko, dass sich der Darm oder das Bauchfell im Bruch einklemmen. Dies ist ein Notfall, der umgehend operiert werden muss.
Kann man einen Nabelbruch nach der Geburt vorbeugen?
Es gibt keine Garantie, dass man einen Nabelbruch nach der Geburt vorbeugen kann. Allerdings können bestimmte Maßnahmen das Risiko reduzieren, wie z. B. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Gewichtsmanagement.
Was kann ich tun, um die Heilung nach der Operation zu beschleunigen?
Die Heilung nach der Operation kann durch eine gesunde Lebensweise, ausreichende Ruhe und die Einhaltung der Anweisungen des Arztes beschleunigt werden.
Fazit
Ein Nabelbruch nach der Geburt ist eine häufige Erkrankung, die in den meisten Fällen gut behandelbar ist. Die Behandlung hängt von der Größe und den Symptomen des Bruches ab. Bei kleinen Brüchen kann eine konservative Therapie ausreichend sein, bei größeren Brüchen ist eine operative Therapie notwendig.

Wenn Sie nach der Geburt eine Vorwölbung am Nabel bemerken, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen. Er kann Ihnen die beste Behandlungsmethode empfehlen und Ihnen alle notwendigen Informationen geben.
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