Das Marien-Krankenhaus Lübeck war lange Zeit ein fester Bestandteil der Lübecker Gesundheitslandschaft. Bekannt für seine Geburtsstation, die jährlich über 1400 Babys zur Welt brachte, war es für viele Familien ein Ort der Freude und Hoffnung. Doch die Geschichte des Krankenhauses ist auch eine Geschichte von Veränderungen und Herausforderungen, die letztendlich zum Ende des Krankenhausbetriebs im Oktober 2023 führten.

Eine lange Tradition: Vom katholischen Zentrum zur modernen Klinik
Gegründet im Jahr 1888 von der Kongregation der Schwestern von der hl. Elisabeth, war das Marien-Krankenhaus zunächst ein katholisches Zentrum in der Lübecker Innenstadt. Mit einem Schwerpunkt auf Chirurgie und einer engen Verbindung zur Propsteikirche Herz Jesu und dem Katholischen Gesellenhaus, spielte es eine wichtige Rolle im kirchlichen Leben der Stadt.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfuhr das Krankenhaus mehrere Umbauten und Erweiterungen. Der Neubau von 1914 ermöglichte eine Erweiterung auf 80 Betten. Die Zahl der Grauen Schwestern, die im Krankenhaus tätig waren, nahm jedoch im Laufe der Zeit kontinuierlich ab. 2003 wurden die letzten Ordensschwestern in den Ruhestand verabschiedet.
Trotz des Wandels in der Ordensstruktur blieb das Marien-Krankenhaus ein wichtiger Bestandteil der Lübecker Gesundheitsversorgung. Als freigemeinnützige Einrichtung in der Rechtsform einer Gemeinnützigen GmbH, gehörte es zur Ansgar-Gruppe, einem Krankenhausverbund, der auch das Marienkrankenhaus Hamburg und das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift umfasste. Gesellschafter waren der Erzbischöfliche Stuhl zu Hamburg und der Katholische Schulverband Hamburg.
Die Bedeutung der Geburtsstation
Ein wichtiger Bestandteil des Marien-Krankenhauses war die Entbindungsstation. Mit jährlich etwa 1400 Geburten gehörte sie zu den geburtenstärksten Kliniken in Schleswig-Holstein. Nahezu jeder zweite Lübecker wurde im Marien-Krankenhaus geboren. Die Klinik war als Level-4-Krankenhaus eingestuft, also eine Einrichtung für Schwangere und Neugeborenen ohne zu erwartende Komplikationen.

Die Geburtsstation war ein Ort der Freude und Hoffnung für viele Familien. Doch die finanzielle Situation des Krankenhauses verschlechterte sich in den letzten Jahren. Das Erzbistum Hamburg, der Eigentümer des Krankenhauses, bemühte sich seit 2019 um einen Verkauf, da es die finanzielle Belastung nicht mehr tragen konnte.
Die schwierige Entscheidung: Übernahme durch das UKSH und die Folgen
Im Januar 2023 wurde bekannt, dass das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) das Marien-Krankenhaus übernehmen wollte. Die Nachricht führte zu intensiven Diskussionen und starkem Widerstand in der Öffentlichkeit. Viele befürchteten, dass eine Übernahme durch das UKSH zum Verlust der Geburtsstation und anderer wichtiger Abteilungen führen würde. Die Belegärzte forderten einen Erhalt des Standorts in der Innenstadt.
Trotz der öffentlichen Kritik entschied sich das Land Schleswig-Holstein letztendlich gegen die Übernahme des Marien-Krankenhauses durch das UKSH. Die Gründe dafür waren vielfältig. Neben finanziellen Bedenken spielte auch die Frage der medizinischen Notwendigkeit eine Rolle. Das UKSH verfügt bereits über eine große Anzahl von Betten und Abteilungen in Lübeck, so dass eine weitere Klinik nicht zwingend erforderlich war.
Die Entscheidung des Landes führte dazu, dass das Marien-Krankenhaus im März 2024 Insolvenz anmelden musste. Der Krankenhausbetrieb wurde zum Oktober 2023 eingestellt. Die Geburtsstation wurde bereits im Juli 2023 geschlossen und zum Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein verlegt.
Die Zukunft des Marien-Krankenhauses: Neue Nutzung und Vermächtnis
Das ehemalige Marien-Krankenhaus steht nun vor einer neuen Zukunft. Das Gebäude gehört wieder dem Erzbischöflichen Stuhl und soll künftig kirchlich-karitativ genutzt werden. Die benachbarte Pflegeeinrichtung der Caritas, das Haus Simeon, soll in die Räumlichkeiten des ehemaligen Krankenhauses einziehen. Außerdem wird auf rund 400 Quadratmetern im Gebäude ein ambulantes HNO-Operationszentrum entstehen, und das bestehende Schlaflabor bleibt erhalten.
Das Marien-Krankenhaus Lübeck hinterlässt ein bedeutendes Vermächtnis. Über 135 Jahre lang war es ein wichtiger Bestandteil der Lübecker Gesundheitslandschaft. Es hat unzähligen Menschen geholfen und unzähligen Babys das Leben geschenkt. Die Schließung des Krankenhauses ist ein Verlust für die Stadt Lübeck, aber die Geschichte des Marien-Krankenhauses wird weiterleben.
Häufig gestellte Fragen zum Marien-Krankenhaus Lübeck
Wo kann man in Lübeck entbinden?
Die Geburtsstation am Marien-Krankenhaus Lübeck ist seit Juli 2023 geschlossen. Seitdem können Sie in Lübeck im UKSH Campus Lübeck entbinden. Der Marien-Kreißsaal am Campus Lübeck ist eröffnet und bietet Ihnen die gleiche hohe Qualität der medizinischen Versorgung wie zuvor im Marien-Krankenhaus.
Wem gehört das Marien-Krankenhaus Lübeck?
Das Marien-Krankenhaus Lübeck gehörte zuletzt dem Erzbistum Hamburg. Nachdem der Krankenhausbetrieb im Oktober 2023 eingestellt wurde, gehört das Gebäude wieder dem Erzbischöflichen Stuhl.
Was passiert mit den Mitarbeitern des Marien-Krankenhauses?
Die meisten Mitarbeiter des Marien-Krankenhauses haben zum UKSH gewechselt. Für die anderen Mitarbeiter besteht ebenfalls die Möglichkeit, zum UKSH zu wechseln. Die Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert.
Was wird aus dem Gebäude des Marien-Krankenhauses?
Das ehemalige Marien-Krankenhaus soll künftig kirchlich-karitativ genutzt werden. Die benachbarte Pflegeeinrichtung der Caritas, das Haus Simeon, soll in die Räumlichkeiten des ehemaligen Krankenhauses einziehen. Außerdem wird auf rund 400 Quadratmetern im Gebäude ein ambulantes HNO-Operationszentrum entstehen, und das bestehende Schlaflabor bleibt erhalten.
Zusammenfassung
Das Marien-Krankenhaus Lübeck war ein wichtiger Bestandteil der Lübecker Gesundheitslandschaft. Es wurde 1888 gegründet und war lange Zeit ein katholisches Zentrum in der Innenstadt. Der Schwerpunkt lag zunächst auf der Chirurgie. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfuhr das Krankenhaus mehrere Umbauten und Erweiterungen. Die Geburtsstation war ein wichtiger Bestandteil des Krankenhauses und gehörte zu den geburtenstärksten Kliniken in Schleswig-Holstein.
In den letzten Jahren verschlechterte sich die finanzielle Situation des Krankenhauses. Das Erzbistum Hamburg, der Eigentümer des Krankenhauses, bemühte sich seit 2019 um einen Verkauf. Im Januar 2023 wurde bekannt, dass das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) das Marien-Krankenhaus übernehmen wollte. Die Nachricht führte zu intensiven Diskussionen und starkem Widerstand in der Öffentlichkeit. Trotz der öffentlichen Kritik entschied sich das Land Schleswig-Holstein letztendlich gegen die Übernahme des Marien-Krankenhauses durch das UKSH. Die Gründe dafür waren vielfältig. Neben finanziellen Bedenken spielte auch die Frage der medizinischen Notwendigkeit eine Rolle.

Die Entscheidung des Landes führte dazu, dass das Marien-Krankenhaus im März 2024 Insolvenz anmelden musste. Der Krankenhausbetrieb wurde zum Oktober 2023 eingestellt. Die Geburtsstation wurde bereits im Juli 2023 geschlossen und zum Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein verlegt.
Das ehemalige Marien-Krankenhaus steht nun vor einer neuen Zukunft. Das Gebäude gehört wieder dem Erzbischöflichen Stuhl und soll künftig kirchlich-karitativ genutzt werden. Die benachbarte Pflegeeinrichtung der Caritas, das Haus Simeon, soll in die Räumlichkeiten des ehemaligen Krankenhauses einziehen. Außerdem wird auf rund 400 Quadratmetern im Gebäude ein ambulantes HNO-Operationszentrum entstehen, und das bestehende Schlaflabor bleibt erhalten.
Das Marien-Krankenhaus Lübeck hinterlässt ein bedeutendes Vermächtnis. Über 135 Jahre lang war es ein wichtiger Bestandteil der Lübecker Gesundheitslandschaft. Es hat unzähligen Menschen geholfen und unzähligen Babys das Leben geschenkt. Die Schließung des Krankenhauses ist ein Verlust für die Stadt Lübeck, aber die Geschichte des Marien-Krankenhauses wird weiterleben.
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