Mandelentzündung: symptome, ursachen & behandlung

Die Mandelentzündung, auch bekannt als Angina oder Tonsillitis, ist eine häufige Erkrankung, die vor allem Kinder im Schulalter betrifft. Sie ist durch eine schmerzhafte Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillen) gekennzeichnet. Diese Mandeln sind Teil des lymphatischen Gewebes, das eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Unterschied zwischen Mandelentzündung und Angina?

Die Begriffe Mandelentzündung und Angina werden oft synonym verwendet. Im medizinischen Kontext ist die Angina jedoch ein Oberbegriff für verschiedene Entzündungen des Rachens, zu denen auch die Mandelentzündung gehört. Die Mandelentzündung ist somit eine spezielle Form der Angina, die sich auf die Entzündung der Gaumenmandeln konzentriert.

Ursachen und Symptome einer Mandelentzündung

Ursachen

Die Mandelentzündung wird in der Regel durch Bakterien (meistens Streptokokken) oder Viren verursacht. Diese Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, z. B. Beim Niesen, Husten oder Sprechen. Die Mandeln, die bei Kindern ohnehin vergrößert sind, bieten einen idealen Nährboden für die Erreger.

Symptome

Die akute Mandelentzündung beginnt meist plötzlich mit folgenden Symptomen:

  • Starkes Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Hohes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Gerötete und geschwollene Mandeln
  • Weiß-gelbliche Beläge auf den Mandeln (bei bakterieller Infektion)
  • Geschwollene Lymphknoten im Kieferwinkel

Bei einer eitrigen Mandelentzündung, die durch Bakterien verursacht wird, sind die Beläge auf den Mandeln besonders deutlich sichtbar. Diese Beläge können auch streifenförmig oder punktförmig sein.

Chronische Mandelentzündung

Wenn eine Mandelentzündung häufiger auftritt oder länger als drei Monate anhält, spricht man von einer chronischen Mandelentzündung. Bei dieser Form sind die Mandeln meist verkleinert und die Krypten (Vertiefungen im Mandelgewebe) verschlossen. Die chronische Mandelentzündung kann zu Komplikationen führen, da die Mandeln permanent mit Bakterien besiedelt sind.

Behandlung einer Mandelentzündung

Die Behandlung der Mandelentzündung hängt von der Ursache ab. Bei einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika verschrieben. Bei einer viralen Infektion sind die Symptome meist milder und die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Hausmittel

Neben der medikamentösen Behandlung können folgende Hausmittel die Symptome lindern:

  • Weiche und schwach gewürzte Nahrung
  • Verzicht auf Milch und Milchprodukte (fördern die Schleimproduktion)
  • Verzicht auf Fruchtsäfte (reizen die entzündeten Mandeln)
  • Eis und kalte Getränke (lindern die Schluckbeschwerden)
  • Stilles Mineralwasser und entzündungshemmende Kräutertees (z. B. Salbei- oder Kamillentee)
  • Kühlende Wadenwickel (gegen Fieber)
  • Fiebersenkende Mittel
  • Lutschtabletten für den Hals

Wichtig: Alle Stoffe, die die Schleimhäute reizen, sollten bei einer Mandelentzündung gemieden werden. Dazu gehören Nikotin, Alkohol und Staub.

Vorbeugung einer Mandelentzündung

Eine direkte Vorbeugung gegen die Mandelentzündung gibt es nicht. Sie können jedoch mit folgenden Maßnahmen das Infektionsrisiko mindern:

  • Regelmäßige Handhygiene
  • Gesunde Ernährung
  • Ausreichend Bewegung
  • Stressabbau
  • Ausreichend Schlaf

Bei Kindern, die häufig unter Mandelentzündungen leiden, kann eine Tonsillektomie (Entfernung der Mandeln) in Erwägung gezogen werden. Dieser Eingriff wird jedoch in der Regel erst ab dem vierten Lebensjahr durchgeführt.

Komplikationen einer Mandelentzündung

Eine unbehandelte Mandelentzündung kann zu folgenden Komplikationen führen:

  • Mandelabszess (Eiteransammlung in der Mandel)
  • Rheumatisches Fieber (Entzündung der Gelenke, des Herzens und der Haut)
  • Glomerulonephritis (Nierenentzündung)
  • Chronische Mandelentzündung

Wie lange dauert eine Mandelentzündung?

Eine akute Mandelentzündung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Mit einer geeigneten Behandlung heilt sie meist folgenlos aus.

Wann muss ich zum Arzt?

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Die Halsschmerzen sehr stark sind
  • Sie hohes Fieber haben
  • Sie Schwierigkeiten beim Schlucken haben
  • Die Mandeln stark geschwollen sind
  • Sie weiße oder gelbe Beläge auf den Mandeln sehen
  • Die Symptome länger als eine Woche anhalten

Wie kann ich die Ansteckungsgefahr minimieren?

Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollten Sie:

  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder die Armbeuge
  • Regelmäßig die Hände waschen
  • Engen Kontakt zu anderen Menschen vermeiden

Kann man eine Mandelentzündung vorbeugen?

Eine direkte Vorbeugung ist nicht möglich, aber Sie können das Infektionsrisiko durch ein starkes Immunsystem minimieren. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung ist daher wichtig.

Wann ist eine Tonsillektomie sinnvoll?

Eine Tonsillektomie wird in der Regel nur dann empfohlen, wenn die Mandelentzündung häufig auftritt (mehr als viermal im Jahr) oder chronisch ist.

Zusammenfassung

Die Mandelentzündung, auch Angina genannt, ist eine häufige Erkrankung, die durch Bakterien oder Viren verursacht wird. Sie ist durch schmerzhafte Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, hohes Fieber und geschwollene Mandeln gekennzeichnet. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika (bei bakterieller Infektion) oder symptomatisch (bei viraler Infektion). Mit einer gesunden Lebensweise und einer starken Immunabwehr können Sie das Infektionsrisiko minimieren. Bei häufigen oder chronischen Mandelentzündungen kann eine Tonsillektomie in Erwägung gezogen werden.

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