Listerien in der Schwangerschaft: Was Sie wissen müssen

Die Schwangerschaft ist eine wunderschöne und aufregende Zeit, aber sie bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Eine davon ist das erhöhte Risiko für bestimmte Infektionen, darunter die Listeriose. Diese Erkrankung, die durch das Bakterium Listeria monocytogenes verursacht wird, kann für werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder gefährlich sein. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Listerien in der Schwangerschaft wissen müssen, einschließlich der Symptome, der Risiken und der Präventionsmaßnahmen.

listerien schwangerschaft - Wie äußert sich eine Listeriose in der Schwangerschaft

Inhaltsverzeichnis

Was ist Listeriose?

Listeriose ist eine bakterielle Infektion, die durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln verursacht wird. Das Bakterium Listeria monocytogenes kann in verschiedenen Lebensmitteln vorkommen, insbesondere in rohem oder ungekochtem Fleisch, Fisch, Geflügel, Weichkäse, ungekochtem Gemüse und verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst und Salami. Die Bakterien können auch in der Umwelt vorkommen, zum Beispiel in Erde und Wasser.

Die Listeriose kann bei gesunden Erwachsenen meist leicht bekämpft werden, aber für Schwangere, Neugeborene, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie schwerwiegende Folgen haben.

Wie gefährlich sind Listerien in der Schwangerschaft?

Schwangerschaft beeinträchtigt das Immunsystem und macht werdende Mütter anfälliger für Infektionen. Bei schwangeren Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit Listeria monocytogenes zu infizieren, 13-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Die Krankheit kann unbemerkt verlaufen, aber auch mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Muskelschmerzen einhergehen. Oft gehen diesen unspezifischen Anzeichen Durchfall oder andere Magen-Darm-Symptome voraus.

Risiken für das ungeborene Kind

Eine Schwangere, die sich mit Listerien infiziert hat, kann ihr Kind anstecken. Das Risiko ist im letzten Drittel der Schwangerschaft besonders hoch. Die Bakterien können über die Plazenta (transplazentar) sowie während der Geburt bei der Passage durch den Geburtskanal auf das Baby übergehen, wenn es Fruchtwasser oder Vaginalsekret schluckt oder einatmet. Nach der Geburt ist die Listeriose auch durch engen Mutter-Kind-Kontakt übertragbar.

Die Listeriose kann für das ungeborene Kind schwerwiegende Folgen haben, darunter:

  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt durch Fruchtwasserinfektion
  • Totgeburt
  • Neugeborenen-Listeriose

Neugeborenen-Listeriose ist eine schwere Erkrankung, die zu folgenden Symptomen führen kann:

  • Untergewicht
  • Schlapper Allgemeinzustand
  • Trinkfaulheit
  • Ausschlag
  • Krampfanfälle
  • Milz- und Leberschwellung
  • Eitrige Hirnhautentzündung
  • Atemnot
  • Erbrechen
  • Krämpfe

Ohne frühzeitige Behandlung liegt die Sterblichkeit der Neugeborenen-Listeriose bei bis zu 70 Prozent.

Symptome der Listeriose in der Schwangerschaft

Die Listeriose kann bei Schwangeren unterschiedlich verlaufen. Einige Frauen haben keine Symptome, während andere grippeähnliche Symptome entwickeln. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Wenn Sie schwanger sind und diese Symptome haben, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, eine Listeriose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um das Risiko für Sie und Ihr ungeborenes Kind zu minimieren.

Diagnose der Listeriose

Wenn Sie möglicherweise mit Listerien in Kontakt gekommen sind, Fieber über 38,1 °C haben und Symptome entwickeln, die auf eine Listeriose hindeuten und auf keine andere Erkrankung zurückgeführt werden können, sollten Sie sich an Ihren Gynäkologen wenden. Zur Abklärung wird eine Blutkultur angelegt. Schon vor dem endgültigen Erreger-Nachweis wird eine Antibiotikatherapie mit Ampicillin begonnen, die ggfs. über mindestens 14 Tage fortgeführt werden muss.

Es gibt Hinweise darauf, dass Gentamicin diese Therapie unterstützen kann. Besteht eine Allergie gegen Ampicillin bzw. Penicillin, wird alternativ Erythromycin oder die Kombination Trimethoprim-Sulfamethoxazol empfohlen. Diese Behandlung ist auch in der Schwangerschaft unbedenklich.

Sollte die Blutkultur unauffällig sein, muss von Fachleuten über Abbruch oder Fortführung der Behandlung entschieden werden.

Behandlung der Listeriose

Die Listeriose wird mit Antibiotika behandelt. Die Behandlungsdauer hängt von der Schwere der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. In der Regel wird eine Antibiotikatherapie über mindestens 14 Tage verordnet.

Es ist wichtig, dass Sie die Antibiotika genau nach Anweisung Ihres Arztes einnehmen. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, auch wenn Sie sich besser fühlen, da dies zu einem Rückfall führen kann.

Wie kann ich mich vor Listeriose schützen?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko einer Listeriose zu minimieren:

  • Verzehren Sie nur gut gegartes Fleisch, Geflügel und Fisch. Die Listerien-Bakterien werden durch Erhitzen abgetötet. Achten Sie darauf, dass das Fleisch im Inneren mindestens 74 °C erreicht. Verwenden Sie ein Fleischthermometer, um die Temperatur zu überprüfen.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich vor dem Verzehr. Listerien-Bakterien können sich auf der Oberfläche von Obst und Gemüse befinden.
  • Verwenden Sie pasteurisierte Milch und Milchprodukte. Ungepasteurisierte Milch und Milchprodukte können Listerien enthalten.
  • Vermeiden Sie Weichkäse wie Brie, Camembert, Feta und Roquefort. Diese Käsesorten können Listerien enthalten, da sie nicht pasteurisiert werden.
  • Vermeiden Sie rohe oder ungekochte Meeresfrüchte. Rohe Meeresfrüchte können Listerien enthalten.
  • Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife und Wasser, nachdem Sie rohes Fleisch, Geflügel, Fisch oder Meeresfrüchte verarbeitet haben. Dies hilft, die Verbreitung von Listerien-Bakterien zu verhindern.
  • Reinigen Sie alle Oberflächen, die mit rohem Fleisch, Geflügel, Fisch oder Meeresfrüchten in Kontakt gekommen sind, gründlich mit heißem Seifenwasser. Dies hilft, die Verbreitung von Listerien-Bakterien zu verhindern.
  • Vermeiden Sie den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln. Listerien-Bakterien können sich in verdorbenen Lebensmitteln vermehren.
  • Lagern Sie Lebensmittel richtig. Kühlen Sie Lebensmittel schnell nach dem Kauf oder der Zubereitung ab und lagern Sie sie im Kühlschrank bei einer Temperatur von 4 °C oder niedriger.

Häufig gestellte Fragen

Woher weiß ich, ob ich eine Listeriose gehabt habe? Bin ich dann immun?

Die Infektion mit Listerien kann leider auch ganz ohne Krankheitssymptome verlaufen. In den meisten Fällen kommt es aber zu erkältungsähnlichen Symptomen mit Fieber und Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen und Schwindel. Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. Eine Blutkultur kann Aufschluss über eine Listeriose-Infektion geben.

Leider führt eine Listeriose-Infektion nicht zu einer Immunität. Das heißt, Sie können sich auch nach einer Infektion erneut mit Listerien infizieren.

Werden die Listeriose-Erreger beim Überbacken oder Tiefkühlen abgetötet?

Wenn der Käse richtig heiß wird und beim Überbacken Blasen wirft (Raclette, Pizza, alle Arten von überbackenem Auflauf und Gratin), sollten die Listerienkeime eigentlich abgetötet werden. Das gilt auch für Käsefondue mit einer Temperatur von mindestens 80 °C. Tiefkühlen tötet Listerien nicht ab, sondern verlangsamt lediglich ihre Vermehrung.

Kann man eine Listeriose nur durch Verzehr von Rohmilchprodukten bekommen?

Nein. Die Überlebens- und Vermehrungsfähigkeit von Listerien ist stark vom Herstellungsverfahren und den Lagerungsbedingungen abhängig - und das betrifft noch viele andere Lebensmittel. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Listeriose-Bakterien ab. Dagegen können Speisen mit Listerienkontamination durch unsachgemäße Lagerung oder Verarbeitung auch im Kühlschrank verderben.

Wieso reagieren ausgerechnet Schwangere empfindlicher auf verdorbene Nahrungsmittel?

Bei werdenden Müttern ist das Immunsystem etwas reduziert, damit das kindliche Gewebe im Körper, das ja genetisch zur Hälfte vom Vater stammt und somit Fremdgewebe ist, nicht angegriffen wird. Deshalb sind Schwangere infektionsanfälliger, wie z.B. Auch kleine Kinder und ältere Menschen, und die Listeriose kann für sie und ihr ungeborenes Kind schwerwiegende Folgen haben.

Fazit

Listeriose ist eine ernstzunehmende Infektion, die für werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder gefährlich sein kann. Es ist wichtig, die Risiken zu kennen und Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Wenn Sie schwanger sind und Symptome einer Listeriose haben, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Mit frühzeitiger Diagnose und Behandlung können Sie das Risiko für Sie und Ihr ungeborenes Kind minimieren.

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