Leukozyturie in der schwangerschaft: ursachen & behandlung

Die Entdeckung von Leukozyten im Urin kann während der Schwangerschaft beunruhigend sein. Obwohl Leukozyturie (erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen im Urin) oft ein Zeichen für eine Harnwegsinfektion (HWI) ist, kann sie auch andere Ursachen haben. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Ursachen von Leukozyturie in der Schwangerschaft, die Symptome, die Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten erläutern.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Leukozyten und warum erscheinen sie im Urin?

Leukozyten, auch bekannt als weiße Blutkörperchen, sind ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Sie bekämpfen Infektionen und andere schädliche Substanzen im Körper. Normalerweise sind Leukozyten im Urin in sehr geringen Mengen vorhanden. Eine erhöhte Anzahl von Leukozyten im Urin kann jedoch ein Zeichen für eine Entzündung im Harntrakt sein, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann.

Häufige Ursachen für Leukozyturie in der Schwangerschaft:

  • Harnwegsinfektion (HWI): HWIs sind die häufigste Ursache für Leukozyturie. Bakterien gelangen in die Harnwege und lösen eine Entzündung aus. Während der Schwangerschaft ist das Risiko für HWIs erhöht, da die Hormone die Harnwege entspannen und das Wachstum von Bakterien begünstigen können.
  • Nierensteine: Nierensteine können die Harnwege blockieren und zu einer Entzündung führen.
  • Tumoren im Beckenbereich: Tumoren im Beckenbereich können ebenfalls die Harnwege beeinträchtigen und zu Leukozyturie führen.
  • Sterile Pyurie: In einigen Fällen können Leukozyten im Urin vorhanden sein, ohne dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Dies wird als sterile Pyurie bezeichnet und kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter:
    • Tuberkulose (TB)
    • Sexuell übertragbare Infektionen (STIs)
    • Blasenentzündung (Zystitis)
    • Blasenkrebs
    • Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z. B. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Steroide, Protonenpumpenhemmer (PPIs) und einige Antibiotika, können ebenfalls zu erhöhten Leukozytenspiegeln im Urin führen.

Symptome von Leukozyturie in der Schwangerschaft

Die Symptome von Leukozyturie hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Häufigste Symptome sind:

  • Häufiger Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Trüber oder rosa gefärbter Urin
  • Stark riechender Urin
  • Schmerzen im Unterleib

Zusätzlich zu den oben genannten Symptomen können bei Nierensteinen auch Übelkeit, Erbrechen und starke Schmerzen auftreten. Bei einem Tumor im Beckenbereich können weitere Symptome wie Blut im Urin, Gewichtsverlust und Müdigkeit auftreten.

Diagnose von Leukozyturie in der Schwangerschaft

Um die Ursache für Leukozyturie zu ermitteln, wird der Arzt zunächst eine Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Anschließend wird eine Urinprobe entnommen und im Labor untersucht. Der Laborbefund gibt Auskunft über die Anzahl der Leukozyten im Urin, sowie das Vorhandensein von Bakterien, roten Blutkörperchen und anderen Substanzen.

Zusätzlich zur Urinuntersuchung können weitere Untersuchungen notwendig sein, um die Ursache der Leukozyturie zu klären, wie z. B.:

  • Urinkultur: Diese Untersuchung dient dazu, Bakterien im Urin zu identifizieren und ihre Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika zu bestimmen.
  • Röntgen- oder CT-Scan: Diese Untersuchungen können helfen, Nierensteine zu erkennen.
  • Ultraschall: Diese Untersuchung kann verwendet werden, um die Größe und Lage der Nieren sowie eventuelle Anomalien im Harntrakt zu beurteilen.
  • Zystoskopie: Bei dieser Untersuchung wird ein dünner, flexibler Schlauch mit einer Kamera an seinem Ende in die Harnröhre eingeführt, um die Harnblase und die Harnröhre zu visualisieren.

Behandlung von Leukozyturie in der Schwangerschaft

Die Behandlung von Leukozyturie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.

Harnwegsinfektion (HWI):

HWIs werden in der Regel mit Antibiotika behandelt. Es ist wichtig, die Antibiotika wie vom Arzt verordnet einzunehmen, auch wenn die Symptome verschwinden, um eine vollständige Heilung zu gewährleisten.

Nierensteine:

Die Behandlung von Nierensteinen hängt von der Größe und Lage des Steins ab. Kleine Steine können durch viel Trinken und Schmerzmittel ausgeschieden werden. Größere Steine können mit Stoßwellenlithotripsie (SWL) zerbrochen werden, bei der Schallwellen verwendet werden, um den Stein zu zerkleinern. In einigen Fällen ist eine Operation notwendig, um den Stein zu entfernen.

Tumoren im Beckenbereich:

Die Behandlung von Tumoren im Beckenbereich hängt von der Art und dem Stadium des Tumors ab. Behandlungsmöglichkeiten umfassen Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie oder eine Kombination aus diesen Methoden.

Sterile Pyurie:

Die Behandlung der sterilen Pyurie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. In einigen Fällen kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. In anderen Fällen ist eine Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung erforderlich, z. B. Einer Autoimmunerkrankung oder einer Infektion.

Prävention von Leukozyturie in der Schwangerschaft

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko für Leukozyturie während der Schwangerschaft zu verringern:

  • Viel Flüssigkeit trinken: Genügend Flüssigkeit hilft, die Harnwege zu spülen und das Risiko für eine HWI zu verringern.
  • Nach dem Toilettengang von vorne nach hinten abwischen: Dies hilft, Bakterien aus der Analregion daran zu hindern, in die Harnwege zu gelangen.
  • Genitalbereich vor und nach dem Sex waschen: Dies hilft, Bakterien zu entfernen, die eine Infektion verursachen können.
  • Direkt nach dem Sex urinieren: Dies hilft, Bakterien aus der Harnröhre zu spülen.
  • Inkontinenz-Einlagen regelmäßig wechseln: Dies hilft, Bakterienwachstum zu verhindern.
  • Bei Veränderungen im Urin, wie z. B. Farbe, Geruch oder Schmerzen beim Wasserlassen, sofort einen Arzt aufsuchen: Dies kann helfen, eine Infektion frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Alle Medikamente wie verordnet einnehmen: Dies kann helfen, eine Wiederholung der Infektion zu verhindern.

Kann man Leukozyten im Urin haben, ohne eine Harnwegsinfektion zu haben?

Ja, es ist möglich, Leukozyten im Urin zu haben, ohne eine Harnwegsinfektion zu haben. Dies wird als sterile Pyurie bezeichnet und kann durch verschiedene Faktoren wie Autoimmunerkrankungen, Blasenkrebs, Tuberkulose, sexuell übertragbare Infektionen und bestimmte Medikamente verursacht werden.

Bedeuten Leukozyten im Urin immer eine Harnwegsinfektion?

Nein, Leukozyten im Urin können auch andere Ursachen haben, wie z. B. Nierensteine, Tumoren im Beckenbereich, sterile Pyurie und bestimmte Medikamente.

Was kann Leukozyten im Urin neben einer Harnwegsinfektion verursachen?

Neben einer Harnwegsinfektion können Leukozyten im Urin durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter Nierensteine, Tumoren im Beckenbereich, Tuberkulose, sexuell übertragbare Infektionen, Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes (SLE), bestimmte Medikamente und sterile Pyurie.

Fazit

Leukozyturie in der Schwangerschaft kann ein Zeichen für verschiedene Erkrankungen sein. Es ist wichtig, die Ursache der Leukozyturie zu ermitteln und die entsprechende Behandlung zu erhalten. Durch frühzeitige Diagnose und Behandlung können die meisten Ursachen für Leukozyturie in der Schwangerschaft erfolgreich behandelt werden.

Wenn Sie während der Schwangerschaft Leukozyturie haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann die Ursache der Leukozyturie ermitteln und Ihnen die bestmögliche Behandlung empfehlen.

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