Kupferspirale nach geburt: wann & risiken?

Die Kupferspirale, auch bekannt als Intrauterinpessar mit Kupfer (Cu-IUP), ist eine beliebte und effektive Methode der hormonfreien Verhütung. Sie wird in die Gebärmutterhöhle eingesetzt und verhindert die Einnistung einer befruchteten Eizelle. Viele Frauen fragen sich, ob sie die Kupferspirale erst nach der Geburt einsetzen können. Die Antwort ist: Ja, das ist möglich, aber es gibt einige wichtige Dinge zu beachten.

Inhaltsverzeichnis

Wann kann man die Kupferspirale nach der Geburt einsetzen?

Die Kupferspirale kann frühestens 12 Wochen nach der Entbindung eingesetzt werden. Dies liegt daran, dass sich die Muskulatur der Gebärmutterwand nach der Geburt erst wieder vollständig erholen muss. Vor diesem Zeitpunkt besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Gebärmutterwand durchstoßen wird. Nach 12 Wochen hat sich die Gebärmutterwand wieder ausreichend gefestigt und die Gefahr einer Perforation ist deutlich geringer.

Während der Stillzeit kann die Kupferspirale auch ohne Blutung eingesetzt werden. Die Einlage erfolgt dann in der Regel während einer gynäkologischen Untersuchung.

Vorteile der Kupferspirale nach der Geburt

Die Kupferspirale bietet nach der Geburt einige Vorteile:

  • Hormonfreie Verhütung: Die Kupferspirale enthält keine Hormone und beeinflusst daher nicht den Hormonhaushalt der Frau.
  • Langfristige Verhütung: Die Kupferspirale bietet einen zuverlässigen Schutz vor ungewollter Schwangerschaft für 3 bis 5 Jahre.
  • Schnelle Wirkung: Die Kupferspirale wirkt sofort nach dem Einsetzen.
  • Keine Einnahmepflicht: Im Gegensatz zur Pille muss die Kupferspirale nicht täglich eingenommen werden.
  • Rückbildung des Körpers: Die Kupferspirale kann helfen, die Gebärmutter schneller wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzubilden.

Wie erfolgt die Einlage der Kupferspirale nach der Geburt?

Die Einlage der Kupferspirale erfolgt in der Regel in der Praxis des Frauenarztes. Vor der Einlage wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Kontraindikationen bestehen. Die Einlage selbst dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel nicht schmerzhaft.

Um das Gewebe des Gebärmutterhalses weicher zu machen, kann 4 Stunden vor der Einlage eine Tablette Arthotec (75mg Diclofenac und 200 ug Misoprostol) oral eingenommen werden. Dieses Medikament hat sich weltweit in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe bewährt, ist in Deutschland aber für diesen Einsatz nicht offiziell zugelassen. Stillende Frauen dürfen kein Arthotec einnehmen.

Nach sorgfältiger Desinfektion wird die Länge der Gebärmutter mit einer Sonde ausgemessen. Die Kupferspirale wird dann mit Hilfe eines dünnen Röhrchens durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle geschoben und dort platziert. Der Rückholfaden wird anschließend auf eine Länge von etwa 1,5 cm gekürzt, sodass er sich um den Muttermund legen kann, ohne dass der Partner ihn beim Geschlechtsverkehr spürt.

Zum Abschluss wird die korrekte Lage der Kupferspirale durch eine Ultraschalluntersuchung überprüft.

Risiken und Nebenwirkungen der Kupferspirale

Wie jede medizinische Intervention birgt auch die Einlage einer Kupferspirale gewisse Risiken und Nebenwirkungen. Diese sind jedoch selten und in der Regel nicht schwerwiegend.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen:

  • Perforation der Gebärmutterwand: Dies kann bei der Einlage der Kupferspirale passieren, insbesondere wenn die Gebärmutterwand noch nicht vollständig geheilt ist.
  • Entzündungen der Gebärmutterhöhle: Diese können durch Bakterien verursacht werden, die während der Einlage in die Gebärmutterhöhle gelangen.
  • Ausstoßung der Kupferspirale: Die Kupferspirale kann sich aus der Gebärmutterhöhle lösen. Dies ist in der Regel auf eine falsche Einlage oder eine Infektion zurückzuführen.
  • Starke Blutungen: Die Kupferspirale kann zu stärkeren und längeren Menstruationsblutungen führen.
  • Schmerzen: Die Einlage der Kupferspirale kann Schmerzen verursachen. Auch im weiteren Verlauf kann es zu Unterleibsschmerzen kommen.
  • Veränderungen im Zyklus: Die Kupferspirale kann zu unregelmäßigen Blutungen oder Zwischenblutungen führen.

Sollten Sie nach der Einlage der Kupferspirale starke Schmerzen, Fieber, ungewöhnliche Blutungen oder einen starken Ausfluss bemerken, sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Kosten der Kupferspirale

Die Kosten für die Kupferspirale können je nach Modell und Arzt variieren. Die Einlage, die Entfernung oder ein Wechsel eines IUP zum Zwecke der Verhütung bei Frauen ab 22 Jahren ohne zusätzliche medizinische Indikation gehören nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen und werden daher von den meisten Ärzten privat liquidiert. Der erste Ultraschall zur Lagekontrolle wird von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, weitere Lagekontrollen bieten die meisten Ärzte als Wunschleistung an und berechnen diese nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte). Private Krankenkassen übernehmen die sonographischen Kontrollen in der Regel.

Zur Kupferspirale nach der Geburt

Kann ich die Kupferspirale nach einem Kaiserschnitt einsetzen lassen?

Ja, die Kupferspirale kann auch nach einem Kaiserschnitt eingesetzt werden. Allerdings ist es wichtig, dass der Kaiserschnitt sauber verheilt ist und keine Entzündungen vorhanden sind. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, um herauszufinden, wann die Kupferspirale nach einem Kaiserschnitt eingesetzt werden kann.

Kann ich die Kupferspirale während der Stillzeit einsetzen lassen?

Ja, die Kupferspirale kann auch während der Stillzeit eingesetzt werden. Sie hat keinen Einfluss auf die Milchproduktion oder die Zusammensetzung der Muttermilch.

Wie lange kann ich die Kupferspirale nach der Geburt tragen?

Die Kupferspirale kann für 3 bis 5 Jahre getragen werden. Nach Ablauf dieser Zeit muss sie entfernt und gegebenenfalls durch eine neue ersetzt werden.

Wie sicher ist die Kupferspirale nach der Geburt?

Die Kupferspirale ist eine sehr sichere Verhütungsmethode. Wenn sie korrekt eingesetzt wird, ist das Risiko einer Schwangerschaft sehr gering.

Kann ich die Kupferspirale nach der Geburt selbst entfernen?

Nein, die Kupferspirale sollte nur von einem Arzt entfernt werden. Es besteht die Gefahr, dass die Kupferspirale nicht vollständig entfernt wird oder die Gebärmutterwand verletzt wird.

Fazit

Die Kupferspirale ist eine gute Option für Frauen, die nach der Geburt eine hormonfreie und langfristige Verhütungsmethode suchen. Es ist jedoch wichtig, dass die Einlage von einem erfahrenen Arzt durchgeführt wird und dass die Risiken und Nebenwirkungen der Methode bekannt sind.

Wenn Sie Fragen zur Kupferspirale haben, sollten Sie sich an Ihren Frauenarzt wenden. Er kann Sie umfassend über die Vor- und Nachteile der Methode informieren und Ihnen helfen, die richtige Entscheidung für Ihre individuelle Situation zu treffen.

Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Kupferspirale nach geburt: wann & risiken? ähneln, können Sie die Kategorie Verhütung nach geburt besuchen.

Go up