Konisation & schwangerschaft: risiken & tipps

Die Konisation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein kegelförmiges Stück Gewebe vom Gebärmutterhals entfernt wird. Dieser Eingriff wird meist durchgeführt, um eine schwere Dysplasie (Zellveränderung) des Gebärmutterhalses zu behandeln oder um eine frühzeitige Diagnose von Gebärmutterhalskrebs zu ermöglichen.

Für viele Frauen stellt sich die Frage, ob eine Konisation Auswirkungen auf eine zukünftige Schwangerschaft haben kann. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Konisation und ihre potenziellen Auswirkungen auf die Schwangerschaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Konisation?

Eine Konisation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein kegelförmiges Stück Gewebe vom Gebärmutterhals entfernt wird. Dieser Eingriff wird durchgeführt, um eine schwere Dysplasie (Zellveränderung) des Gebärmutterhalses zu behandeln oder um eine frühzeitige Diagnose von Gebärmutterhalskrebs zu ermöglichen.

Die Konisation wird in der Regel in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Patientin wird wie zu einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt auf dem Operationstisch positioniert. Nach Desinfektion des Genitalbereichs wird die Blase mit Hilfe eines Katheters entleert. Die Scheide wird mit Hilfe eines speziellen Instruments (Spekulum) aufgeweitet und das Gewebe im Bereich des äußeren Muttermundes kegelförmig herausgeschnitten.

Es gibt verschiedene chirurgische Techniken für die Konisation:

  • Messer-Konisation: Hierbei wird der Gebärmutterhals mit einem spitzen Skapell unter Einbeziehung aller auffälligen Stellen ausgeschnitten.
  • Schlingen-Konisation (LEEP = Loop electrical excision procedure): Hierbei wird mit Hilfe einer elektrischen Schlinge das Gewebe am äußeren Muttermund entfernt. Es wird zumeist weniger Gewebe entfernt, als bei der klassischen Messerkonisation.

Die Tiefe und Breite des Kegels richtet sich auch nach dem Alter der Patientin (z.B. Mit vorhandenem Kinderwunsch) und den Vorbefunden der Patientin.

Gründe für eine Konisation

Eine Konisation wird in der Regel durchgeführt, wenn ein PAP-Abstrich oder eine Biopsie auffällige Veränderungen am Gebärmutterhals zeigen. Diese Veränderungen können ein Hinweis auf eine schwere Dysplasie (Zellveränderung) oder eine frühzeitige Form von Gebärmutterhalskrebs sein.

Die häufigsten Gründe für eine Konisation sind:

  • PAP III D: Dieser Befund weist auf eine leichte bis mäßige Dysplasie hin. Eine weitere Abklärung mit Hilfe eines Kolposkops und eventueller Gewebeprobenentnahme wird empfohlen.
  • PAP IV: Dieser Befund weist auf eine schwere Dysplasie hin. Nach der feingeweblichen Aufarbeitung und der Bestätigung des Zellabstiches PAP IV erfolgt die Konisation.
  • CIN (zervikale intraepitheliale Neoplasie): CIN ist die Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses und wird in drei Stadien unterteilt:
    • CIN I: Leichte Zellveränderung des Gebärmutterhalses. Oftmals tritt eine Rückbildung der Veränderung ein (ca. 56% der Fälle).
    • CIN II: Mittelschwere Zellveränderung. Ca. 40-50% der Fälle bilden sich innerhalb von zwei Jahren zurück. Eine Überwachung der Veränderung für ein Jahr kann sinnvoll sein, bevor eine weitere Therapie entschieden wird.
    • CIN III: Schwere Zellveränderung. Ein Übergang in einen Gebärmutterhalskrebs ist sehr wahrscheinlich (ca. 64% der Fälle). In diesem Stadium wird die Konisation empfohlen.
  • HPV-Test: Ein HPV-Test wird durchgeführt, um humane Papilloma Viren (HPV) nachzuweisen. Sie werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Es gibt high-risk-virustypen (z.B. HPV-16, 18, 31, 33, 35 und 45), die als Kofaktoren bei der Entstehung von Krebs des Genitaltraktes (Gebärmutterhalses) gelten, und low-risk-virustypen (z.B. HPV-6 und 11).

Konisation und Schwangerschaft: Was ändert sich?

Eine Konisation kann die Fähigkeit einer Frau, schwanger zu werden, beeinflussen. Die Auswirkungen sind jedoch in der Regel gering. Die Konisation entfernt nur einen kleinen Teil des Gebärmutterhalses, und die meisten Frauen können nach dem Eingriff weiterhin schwanger werden.

Es gibt jedoch einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten, wenn Sie nach einer Konisation schwanger werden möchten:

Risiko für eine Frühgeburt

Eine Konisation kann das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen. Dies liegt daran, dass der Gebärmutterhals nach dem Eingriff schwächer sein kann und sich früher öffnen kann. Das Risiko für eine Frühgeburt ist jedoch nicht bei allen Frauen erhöht, die eine Konisation hatten.

Verzögerter Geburtsverlauf

Eine Konisation kann zu Vernarbungen am Gebärmutterhals führen. Diese Vernarbungen können den Geburtsverlauf verlangsamen. In einigen Fällen kann es notwendig sein, einen Kaiserschnitt durchzuführen, wenn der Gebärmutterhals nicht ausreichend öffnet.

Andere Risiken

Es gibt auch andere Risiken, die mit einer Konisation verbunden sind, wie z. B. Infektionen, Blutungen und Schmerzen. Diese Risiken sind jedoch selten.

Konisation und Schwangerschaft: Was Sie tun können

Wenn Sie planen, nach einer Konisation schwanger zu werden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Er kann Ihnen helfen, die Risiken und Vorteile einer Schwangerschaft nach einer Konisation abzuwägen.

Es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um das Risiko für Komplikationen zu verringern:

  • Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen: Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um sicherzustellen, dass der Gebärmutterhals nach der Konisation gut verheilt ist. Ihr Arzt wird auch Ihre allgemeine Gesundheit während der Schwangerschaft überwachen.
  • Gesunde Lebensweise: Eine gesunde Lebensweise, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung, kann Ihnen helfen, eine gesunde Schwangerschaft zu haben.
  • Vermeiden von Rauchen und Alkohol: Rauchen und Alkoholkonsum können das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft erhöhen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach einer Konisation schwanger werden?

Ja, die meisten Frauen können nach einer Konisation schwanger werden. Die Konisation entfernt nur einen kleinen Teil des Gebärmutterhalses, und die meisten Frauen können weiterhin eine gesunde Schwangerschaft haben.

Erhöht eine Konisation das Risiko für eine Frühgeburt?

Ja, eine Konisation kann das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen. Dies liegt daran, dass der Gebärmutterhals nach dem Eingriff schwächer sein kann und sich früher öffnen kann.

Kann eine Konisation den Geburtsverlauf verlangsamen?

Ja, eine Konisation kann zu Vernarbungen am Gebärmutterhals führen, die den Geburtsverlauf verlangsamen können. In einigen Fällen kann es notwendig sein, einen Kaiserschnitt durchzuführen.

Wie lange muss ich nach einer Konisation warten, bevor ich schwanger werde?

Es gibt keine festen Richtlinien, wie lange Sie nach einer Konisation warten müssen, bevor Sie schwanger werden. Es ist jedoch wichtig, dass der Gebärmutterhals nach dem Eingriff gut verheilt ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um den richtigen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft zu besprechen.

Welche Risiken sind mit einer Schwangerschaft nach einer Konisation verbunden?

Die Risiken einer Schwangerschaft nach einer Konisation sind in der Regel gering. Es gibt jedoch ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt und einen verzögerten Geburtsverlauf.

Fazit

Eine Konisation kann die Fähigkeit einer Frau, schwanger zu werden, beeinflussen, aber die Auswirkungen sind in der Regel gering. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt zu sprechen, wenn Sie planen, nach einer Konisation schwanger zu werden, um die Risiken und Vorteile abzuwägen. Mit guter Nachsorge und einem gesunden Lebensstil können Sie das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft minimieren.

Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Konisation & schwangerschaft: risiken & tipps ähneln, können Sie die Kategorie Gebärmutterhalskrebs besuchen.

Go up