Knochenbrühe in der schwangerschaft: hype oder gesund?

Die Knochenbrühe, auch bekannt als Bone Broth, hat in den letzten Jahren einen wahren Hype erlebt. Von den USA aus eroberte sie die sozialen Medien und landete schließlich auch in deutschen Küchen. Doch ist die Knochenbrühe wirklich so gesund, wie es oft dargestellt wird? Und was ist mit dem Konsum in der Schwangerschaft?

In diesem Artikel gehen wir auf die Eigenschaften der Knochenbrühe, ihre potenziellen Vorteile und Risiken, sowie die Relevanz für Schwangere ein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Knochenbrühe?

Knochenbrühe ist ein Fond, der durch langes Kochen von Fleischknochen, Knorpel und Sehnen gewonnen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Brühen wird sie mindestens 8 Stunden gekocht, wodurch die Knochen, der Knorpel und die Sehnen zerfallen und das Knochenmark freigesetzt wird.

Die Knochenbrühe kann aus verschiedenen Tierarten hergestellt werden, wie Rind, Schwein, Huhn oder Lamm. Manche Rezepte kombinieren auch verschiedene Knochenarten.

Woher kommt die Knochenbrühe?

Die Ursprünge der Knochenbrühe lassen sich nicht genau festlegen. Es ist jedoch bekannt, dass Menschen seit Jahrhunderten Knochen auskochen, um Brühen zu gewinnen.

In der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda wird Knochenbrühe seit langem als Heilmittel eingesetzt. Auch in der westlichen Küche ist sie seit Generationen bekannt. Die Behauptung, dass die Knochenbrühe aus Asien stammt, könnte ein Marketing-Trick sein, da asiatische Kulturen oft mit Gesundheit und Langlebigkeit verbunden werden.

Was soll die Knochenbrühe bringen?

Brühen im Allgemeinen werden oft als wärmend und wohltuend empfunden. Die Knochenbrühe wird jedoch auch kalt getrunken, da ihre Wirkung nicht auf Erwärmung beruht.

Befürworter der Knochenbrühe preisen sie als Wundermittel an, das das Immunsystem stärkt, die Verdauung unterstützt und Knochen und Gewebe stärkt. Sie wird auch als Anti-Aging-Mittel angepriesen.

Diese Effekte werden oft auf den Gehalt an Mineralien wie Kalzium und Magnesium, Proteinen wie Kollagen und Aminosäuren zurückgeführt.

Die vermeintlichen Vorteile der Knochenbrühe:

  • Stärkung des Immunsystems: Einige Studien deuten darauf hin, dass Kollagen, ein Protein in der Knochenbrühe, die Immunfunktion verbessern kann.
  • Verbesserung der Verdauung: Die Knochenbrühe kann die Verdauung unterstützen, da sie reich an Gelatine ist, die die Darmgesundheit fördern kann.
  • Stärkung von Knochen und Gelenken: Kollagen und andere Nährstoffe in der Knochenbrühe könnten zur Erhaltung von Knochen und Gelenken beitragen.
  • Anti-Aging-Effekte: Kollagen spielt eine wichtige Rolle für die Hautgesundheit und könnte den Alterungsprozess verlangsamen.

Was sagt die Wissenschaft?

Trotz des Hypes um die Knochenbrühe gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien, die ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften belegen.

Die meisten Studien befassen sich mit den Auswirkungen von Kollagen, einem Protein in der Knochenbrühe, auf den Körper. Es ist jedoch nicht klar, ob das Kollagen in der Knochenbrühe vom Körper ausreichend aufgenommen wird, um die angepriesenen Effekte zu erzielen.

Prof. Johannes Georg Wechsler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner, betont, dass die Knochenbrühe zwar nicht schädlich ist, aber ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften nicht wissenschaftlich bewiesen sind.

Knochenbrühe in der Schwangerschaft:

Die Frage, ob Knochenbrühe in der Schwangerschaft empfehlenswert ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Schwangere eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu sich nehmen.

Die Knochenbrühe kann eine wertvolle Ergänzung zur Ernährung sein, da sie reich an Nährstoffen ist. Allerdings sollte sie nicht als Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung angesehen werden.

Potenzielle Vorteile der Knochenbrühe in der Schwangerschaft:

  • Stärkung der Knochen: Die Knochenbrühe kann zur Versorgung mit Kalzium beitragen, das für die Gesundheit der Knochen der Mutter und des Kindes wichtig ist.
  • Unterstützung des Immunsystems: Die Knochenbrühe könnte das Immunsystem der Mutter stärken und so das Risiko von Infektionen reduzieren.
  • Verbesserung der Verdauung: Die Knochenbrühe kann die Verdauung der Mutter unterstützen und so Verdauungsbeschwerden lindern.

Potenzielle Risiken der Knochenbrühe in der Schwangerschaft:

  • Allergien: Schwangeren sollten darauf achten, dass sie keine Allergien gegen die in der Knochenbrühe enthaltenen Zutaten haben.
  • Hoher Natriumgehalt: Die Knochenbrühe kann einen hohen Natriumgehalt haben, was für Schwangere problematisch sein kann.
  • Kontamination: Wenn die Knochenbrühe nicht richtig zubereitet wird, besteht das Risiko einer Kontamination mit Bakterien.

Es ist wichtig, dass Schwangere mit ihrem Arzt über den Konsum von Knochenbrühe sprechen, um sicherzustellen, dass sie keine Risiken eingehen.

Wie viel Knochenbrühe pro Tag?

Es gibt keine wissenschaftlich fundierte Empfehlung für die tägliche Menge an Knochenbrühe.

Befürworter der Knochenbrühe empfehlen oft ein bis zwei Tassen pro Tag.

Es ist jedoch wichtig, dass man sich nicht von der Knochenbrühe abhängig macht und sie nicht als Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung betrachtet.

Knochenbrühe selber machen:

Die Zubereitung von Knochenbrühe ist nicht kompliziert, erfordert aber Zeit und Geduld.

Zutaten für einen großen Topf Knochenbrühe:

  • 2,5 kg Rinderknochen (mit Markknochen)
  • 1,5 kg Gemüse (z.B. Karotten, Sellerie, Lauch)
  • 5 kleine Zwiebeln
  • 3 cm Ingwer
  • 2 kleine Knoblauchzehen
  • 5 Esslöffel Apfelessig
  • 4 Lorbeerblätter
  • 6 Liter kaltes Wasser
  • 6 Pfefferkörner
  • Salz nach Bedarf

Zubereitung:

  1. Die Knochen von allen Seiten ohne Fett in einem großen Topf anrösten, bis sie eine dunkle Farbe bekommen. Die Zwiebeln halbieren (nicht schälen) und zu den Knochen geben, ebenfalls anrösten.
  2. Den Ingwer schälen, in grobe Stücke schneiden und zusammen mit dem kalten Wasser, dem Essig, den Knoblauchzehen, den Pfefferkörnern und den Lorbeerblättern in den Topf geben. Alles bei mittlerer Temperatur zum Köcheln bringen, dann die Temperatur niedrig stellen und mindestens 8, besser 12 Stunden ziehen lassen.
  3. Das Gemüse waschen, putzen und grob zerkleinern. In den letzten drei Stunden zur Brühe geben.
  4. Zum Schluss die Brühe durch ein Sieb gießen. Die Brühe ist jetzt fertig und kann in Gläser umgefüllt werden.

Die Knochenbrühe hält sich im Kühlschrank etwa 4 bis 5 Tage. Eingeweckt hält sie sich bis zu 2 Jahre.

Häufig gestellte Fragen :

Ist Knochenbrühe in der Schwangerschaft gefährlich?

Die Knochenbrühe ist in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich gefährlich. Allerdings sollten Schwangere darauf achten, dass sie keine Allergien gegen die Zutaten haben und dass die Brühe richtig zubereitet wird, um Kontaminationen zu vermeiden.

Welche Knochen sind am besten für Knochenbrühe geeignet?

Für die Knochenbrühe eignen sich am besten Rinderknochen mit Markknochen. Andere Knochenarten, wie Schweine-, Hühner- oder Lammknochen, können ebenfalls verwendet werden.

Wie lange muss Knochenbrühe kochen?

Knochenbrühe sollte mindestens 8 Stunden gekocht werden, um die Nährstoffe aus den Knochen freizusetzen. Idealerweise kocht man sie 12 Stunden oder länger.

Kann man Knochenbrühe auch kalt trinken?

Ja, Knochenbrühe kann auch kalt getrunken werden. Einige Menschen bevorzugen sie sogar kalt, da der Geschmack dann intensiver ist.

Kann man Knochenbrühe einfrieren?

Ja, Knochenbrühe kann eingefroren werden. Sie hält sich im Gefrierschrank bis zu 3 Monate.

Ist Knochenbrühe wirklich so gesund?

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Knochenbrühe sind nicht wissenschaftlich bewiesen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sie reich an Nährstoffen ist, die für die Gesundheit von Vorteil sein können.

Fazit:

Die Knochenbrühe ist ein Trend, der in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Ob sie tatsächlich so gesund ist, wie es oft dargestellt wird, ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Es ist wichtig, dass man sich nicht von der Knochenbrühe abhängig macht und sie nicht als Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung betrachtet.

Schwangeren sollten mit ihrem Arzt über den Konsum von Knochenbrühe sprechen, um sicherzustellen, dass sie keine Risiken eingehen.

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