Eine Geburt ist ein Wunder, aber manchmal geschieht sie schneller als erwartet. Eine Sturzgeburt, auch bekannt als überstürzte Geburt, ist eine Geburt, die innerhalb von weniger als zwei Stunden stattfindet, vom Einsetzen der ersten Wehen bis zur Geburt des Kindes. Obwohl es sich um ein seltenes Ereignis handelt, das nur etwa eine von hundert Geburten betrifft, ist es wichtig, sich auf diese Möglichkeit vorzubereiten und zu wissen, wie man in einer solchen Situation handelt.
Was ist eine Sturzgeburt?
Eine Sturzgeburt ist eine Geburt, die extrem schnell verläuft. Die Mutter erlebt nur wenige Wehen und die Austreibungsphase ist sehr kurz. Dies kann aufgrund verschiedener Faktoren auftreten, wie zum Beispiel:
- Mehrlingsschwangerschaft: Bei Mehrlingsschwangerschaften ist die Gebärmutter schon vor der Geburt stark gedehnt, was eine schnellere Geburt begünstigen kann.
- Vorherige Geburten: Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben, haben einen bereits gedehnten Geburtskanal, was die Geburt schneller machen kann.
- Kleine Fruchtblase: Eine kleine Fruchtblase kann zu einem schnelleren Geburtsverlauf führen.
- Starke Wehen: Starke Wehen können die Geburt beschleunigen.
- Günstige Lage des Kindes: Wenn das Kind in einer günstigen Lage liegt, kann die Geburt schneller verlaufen.
Es ist wichtig zu betonen, dass eine Sturzgeburt nicht unbedingt bedeutet, dass die Geburt leichter ist. Starke Wehen können sehr schmerzhaft sein und die schnelle Geburt kann für die Mutter und das Kind stressig sein. Es ist deshalb wichtig, dass die Mutter in einer solchen Situation gut betreut wird.
Was tun bei einer Sturzgeburt?
Wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Sturzgeburt bevorsteht, sollten Sie Folgendes tun:
Ruhe bewahren
Es ist wichtig, dass Sie in dieser Situation Ruhe bewahren. Atmen Sie tief durch und versuchen Sie, sich zu entspannen. Panik ist hier fehl am Platz.
Hebamme oder Notarzt informieren
Rufen Sie sofort Ihre Hebamme oder den Notarzt an. Wenn Sie alleine sind, wählen Sie die Notrufnummer. Es ist wichtig, dass professionelle Hilfe so schnell wie möglich eintrifft.
Bequeme Position einnehmen
Suchen Sie sich eine bequeme Position. Sitzen oder Liegen können helfen, den Druck auf den Geburtskanal zu reduzieren. Wenn Sie spüren, dass das Kind nach draußen drängt, gehen Sie in die Hocke oder legen Sie sich hin.
Atemtechniken anwenden
Erinnern Sie sich an die Atemtechniken, die Sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben. Atmen Sie tief und ruhig ein und aus. Das hilft Ihnen, sich zu entspannen und die Wehen besser zu bewältigen.
Neugeborenes warmhalten
Sobald das Baby geboren ist, wickeln Sie es in Handtücher, Decken oder Kleidung, um es warm zu halten. Das Neugeborene braucht Wärme, um seine Körpertemperatur zu regulieren.
Nabelschnur abbinden
Binden Sie die Nabelschnur an irgendeiner Stelle zwischen Baby und Mutterkuchen ab. Im Zweifel mit einem Schnürsenkel oder Stofffetzen. Das verhindert den Rückfluss von Blut aus dem Kind über die Nabelschnur in den Mutterkuchen und damit einen Blutverlust des Neugeborenen. Es ist jedoch am besten, das Abnabeln der Hebamme oder dem Arzt zu überlassen.
Sturzgeburt: Risiken und Komplikationen
Obwohl eine Sturzgeburt meist unkompliziert verläuft, können einige Risiken und Komplikationen auftreten:
- Geburtsverletzungen: Das Kind kann bei einer schnellen Geburt Verletzungen erleiden, wie zum Beispiel eine Schädelfraktur oder eine Hirnblutung.
- Mutterblutungen: Die Mutter kann nach der Geburt starke Blutungen haben.
- Gebärmutterriss: In seltenen Fällen kann die Gebärmutter reißen.
- Nabelschnurvorfall: Die Nabelschnur kann vor dem Kind aus dem Geburtskanal fallen, was zu einer Sauerstoffunterversorgung des Kindes führen kann.
Es ist wichtig, dass Sie sich bewusst sind, dass diese Risiken existieren, aber sie sind relativ selten. Wenn Sie sich Sorgen machen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.
Ist eine Sturzgeburt eine leichte Geburt?
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass eine Sturzgeburt eine leichte Geburt ist. Obwohl die Geburt schnell verläuft, kann sie für die Mutter sehr schmerzhaft sein. Außerdem kann die schnelle Geburt für das Kind stressig sein. Es ist wichtig, dass die Mutter in einer solchen Situation gut betreut wird.
Häufig gestellte Fragen
Wie wahrscheinlich ist eine Sturzgeburt?
Sturzgeburten sind selten und betreffen nur etwa 1% aller Geburten. Sie sind häufiger bei Frauen, die bereits ein Kind geboren haben.
Was kann ich tun, um mich auf eine mögliche Sturzgeburt vorzubereiten?
Es ist wichtig, dass Sie sich über die Risiken und Komplikationen einer Sturzgeburt informieren. Besprechen Sie Ihre Bedenken mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme und lassen Sie sich über die Möglichkeiten der Geburtshilfe informieren. Es ist auch hilfreich, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen, um die Atemtechniken und Entspannungsübungen zu lernen, die Ihnen bei einer schnellen Geburt helfen können.
Was passiert, wenn ich während einer Sturzgeburt alleine bin?
Wenn Sie während einer Sturzgeburt alleine sind, rufen Sie sofort die Notrufnummer an. Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und sich eine bequeme Position zu suchen. Wenn das Kind geboren ist, wickeln Sie es in eine Decke oder ein Handtuch, um es warm zu halten, und binden Sie die Nabelschnur ab.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Sturzgeburt?
Die Vorteile einer Sturzgeburt sind, dass sie schnell ist und die Mutter weniger Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Allerdings kann die Geburt sehr schmerzhaft sein und das Kind kann Verletzungen erleiden. Es ist wichtig, dass die Mutter in einer solchen Situation gut betreut wird.
Fazit
Eine Sturzgeburt ist ein seltenes, aber mögliches Ereignis. Es ist wichtig, dass Sie sich über die Risiken und Komplikationen informieren und wissen, wie Sie in einer solchen Situation handeln müssen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Sturzgeburt bevorsteht, rufen Sie sofort Ihre Hebamme oder den Notarzt an.
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