Die Welt der Kinderwaffen ist komplex und wirft viele Fragen auf. Von Spielzeugpistolen bis hin zu Softair-Waffen, die Grenzen zwischen Spiel und Realität verschwimmen zunehmend. In diesem Artikel werden wir uns mit den verschiedenen Arten von Kinderwaffen, den rechtlichen Rahmenbedingungen und den pädagogischen Aspekten auseinandersetzen.
Welche Waffen dürfen Kinder ab 14 Jahren benutzen?
In Deutschland ist das Schießen mit Schusswaffen außerhalb von Schießstätten nur mit einer behördlichen Erlaubnis erlaubt. Auf Schießstätten hingegen gelten folgende Altersgrenzen:
Ab 12 Jahren:
- Druckluftwaffen
- Federdruckwaffen
- CO2-Waffen
Ab 14 Jahren:
- Sonstige Waffen im Kaliber bis zu 5,6 mm (.22, .22 lfb) für Munition mit Randfeuerzündung und einer Mündungsenergie bis 200 Joule
- Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit Kaliber 12 oder kleiner
Voraussetzung für das Schießen ab 12 Jahren ist eine schriftliche Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten oder deren Anwesenheit. Bis zum 1Lebensjahr (Druckluftwaffen) bzw. Bis zum 1Lebensjahr (sonstige Waffen) darf das Schießen nur unter Aufsicht einer zur Kinder- und Jugendarbeit geeigneten Person (z.B. Inhaber der Jugendbasislizenz) oder des zur Aufsichtführung berechtigten Sorgeberechtigten erfolgen, zusätzlich zur Schießstandaufsicht.

Ab 18 Jahren können Waffen ohne Einschränkungen genutzt werden. Ausnahmen von den Altersgrenzen können bewilligt werden, wenn eine ärztliche Bescheinigung die geistige und körperliche Eignung sowie eine Vereinsbescheinigung die schießsportliche Begabung glaubhaft machen.

Für das Schießen mit der Armbrust gelten die Altersgrenzen für Druckluftwaffen (12 Jahre, mit Ausnahmemöglichkeit).
Das Schießen mit vom Schießsport ausgeschlossenen Waffen sowie die Durchführung unzulässiger Schießübungen ist verboten. Zulässig sind alle anderen Schießübungen, insbesondere Gesellschafts- und Traditionsschießen, für die der Schießstand zugelassen ist.
Sind Spielzeugwaffen legal?
Unter Spielzeugwaffen versteht man im Allgemeinen Imitationen echter Waffen. Im Spiel der Kinder kann jedoch prinzipiell jeder Gegenstand zu einer Spielwaffe werden. Es kommt nicht auf den realen Gegenstand an, sondern auf die symbolische Sinnzuweisung durch die Spielenden und das Handlungsgeschehen.
Die folgenden Waffen sind als traditionelles Spielzeug verbreitet:
- Bogenwaffen: Pfeil und Bogen, Armbrust
- Schusswaffen: Pistole, Gewehr, Steinschleuder
- Wurfwaffen: Speer, Bumerang, Lasso, Wurfaxt, Wurfmesser
- Hieb- und Stichwaffen: Messer, Schwert
Kinder verwenden einfache Stöcke als „Schwert“, „Dolch“ oder „Speer“ oder einen gekrümmten Ast als „Pistole“. Sie bauen sich ihren eigenen Bogen aus Haselnussstöcken und einer Schnur, schnitzen sich kunstvoll verzierte spitze und scharfe Schwerter, Dolche und Speere. Auch Steinschleudern und Bumerangs werden selbst gebaut und geschnitzt.
Auch Erwachsene benutzen Spielzeugwaffen, beispielsweise in Indianer-, Western- oder Mittelaltervereinen oder als Sammler von Replikaten.
Die Spielzeugindustrie bietet eine große Vielfalt an Spielzeugwaffen an, von vereinfachten und verkleinerten Nachbildungen aus Kunststoff über originalgetreue Replikate bis zu voll funktionsfähigen Waffen. In verschiedenen Ländern gibt es gesetzliche Vorschriften, nach denen Spielzeugwaffen als solche kenntlich zu machen sind, beispielsweise durch Signalfarben.
Viele Pistolen und Gewehre wirken durch Schussgeräusche noch realistischer. Hierzu gibt es relativ ungefährliche Munition für Spielzeugwaffen. Diese Zündplättchen sind in verschiedenen Ausführungsformen und Größen erhältlich. Wasserpistolen und Softguns („Erbsenpistolen“) bis zu einer Schussenergie von 0,08 Joule sind frei für Kinder ab drei Jahren. Ab 14 Jahren sind Softair-Waffen erhältlich mit einer Geschossenergie von unter 0,5 Joule.

Das herkömmliche physische Spielzeug wird seit dem Heraufkommen des medialen Zeitalters zunehmend durch virtuelle Spielzeugwaffen ersetzt, die bereits im Vorschulalter Zuspruch finden.
Historische Betrachtung
Jungen werden seit Jahrhunderten und kulturübergreifend spielerisch an den Gebrauch von Waffen und das Erlernen kämpferischer Fertigkeiten herangeführt. Vor allem in Kriegs- und Kriegsvorbereitungszeiten gewinnt Kriegsspielzeug regelmäßig im Warenhandel und in der Bevölkerung an Bedeutung. Militärisches Blech-, Blei- und Zinnspielzeug lässt sich anhand von Warenkatalogen bis zum frühen 1Jh. Zurückverfolgen.
In Jungenspielzeug seien Männlichkeitsideale enthalten, die von den spielenden Jungen nachempfunden und durchlebt werden. Dabei werden sie in der Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität beeinflusst.
Szenarien wie „Cowboy und Indianer“, „Räuber und Gendarm“, „Ritter“, „Drachentöter“ werden genauso eingesetzt wie „Kampf gegen befeindete Gruppen“ oder „Selbstverteidigung“.

Seit der Friedensbewegung der 1970er-Jahre wird der Sinn solcher Spiele immer wieder infrage gestellt. Die Diskussion lebt vor allem nach Berichten über jugendliche Amok-Schützen regelmäßig wieder auf. Dabei wird argumentativ meist von unbewiesenen Transferannahmen auf die Einstellung und das Verhalten der Kinder und Jugendlichen ausgegangen, die sich allerdings weder für die Kriegs- noch für die seinerzeit als Kontrast kreierten Friedensspiele wissenschaftlich oder auch nur statistisch belegen lassen.
Auf die Faszination des Kriegsspielens und die Begeisterung für entsprechende Waffen, die Stärke, Macht und Einfluss suggerieren und hochgradige Spannung versprechen, hatten die pädagogischen Bestrebungen bei den Spielbegeisterten bis heute jedoch nahezu keinen Einfluss. Das Interesse der Spielenden hat sich mit dem Wachsen der medialen Welten lediglich aus dem physischen stärker in die virtuellen Spielräume verlagert.
Gesetzliche Regelungen
Spielzeugwaffen sind nicht generell verboten. Eine solche gesetzliche Maßnahme würde an der Unmöglichkeit scheitern festzulegen, was unter Spielzeugwaffen zu verstehen ist. Dennoch gelten in verschiedenen Ländern einschränkende Regelungen:
Mit der Verschärfung des Waffengesetzes im Jahre 2008 wurden in Deutschland bei Erfüllung bestimmter Kriterien Spielzeugpistolen als sogenannte Anscheinswaffen eingestuft. Damit ist das offene Tragen von „Waffen“, die auf den ersten Blick nicht von echten Waffen zu unterscheiden sind, verboten. Darunter fällt auch das Mitführen jeglicher Softairwaffen. Geregelt wird dies durch den § 42a (WaffG).
Eine ähnliche rechtliche Regelung gilt z. B. Auch in der Schweiz. Hintergrund ist die Gefahr, dass es – wie wiederholt geschehen – zu Verwechslungen und kritischen Situationen kommen kann, wenn Polizeibeamte nicht erkennen können, ob es sich bei einem Einsatz gegen einen vermeintlichen Täter um eine Spielzeugwaffe oder eine echte Schusswaffe handelt.
Pädagogische Aspekte
Die ambitioniert geführten Diskussionen zu der Thematik „Kriegsspielzeug“ machen es Eltern und Erziehern nicht leicht, den rationalen Kern aus den oft vorurteilsbeladenen Meinungen und persönlichen Ängsten herauszufiltern und eine sachgerechte pädagogische Einstellung für die eigenen Erziehungsmaßnahmen zu finden. Kriegsspielzeug stellt sich in einer großen Vielfalt und Bandbreite dar, die Unkundigen die Übersicht erschwert.
Spielpädagogen raten Eltern und Erziehern vor allem zur Gelassenheit, aber auch zu einer aufmerksamen Beobachtung, wenn der Nachwuchs zu Kriegsspielzeug tendiert, um am spannenden Spiel teilnehmen zu können und vom Spiel mit den Gleichaltrigen nicht ausgeschlossen zu sein. Unerlässliche Voraussetzung dafür ist eine vorurteilslose rationale Befassung mit dem Wesen und Sinn von Spiel auf der Basis der Erkenntnisse der Spielwissenschaft.
Von elementarer Bedeutung ist dabei die Unterscheidungsfähigkeit der Realitätsebene des Krieges, auf der bewusst ein Schädigen, Verletzen und Töten angestrebt wird, von der Symbolebene des Spiels, die auf ein freudebetontes, verletzungsfreies, strengen Regeln unterworfenes Handeln ausgelegt ist. Dieses Unterscheidungsvermögen muss von den Erwachsenen den Kindern und Jugendlichen vermittelt werden.
Warum schießen Kinder?
Kinder spielen mit Waffen aus verschiedenen Gründen. Sie können die Faszination für die Macht und Stärke, die Waffen symbolisieren, ausleben, sich in Fantasiewelten versetzen oder soziale Rollen ausprobieren. Es ist wichtig, diese Bedürfnisse zu verstehen und Kindern gleichzeitig die Grenzen des Spiels aufzuzeigen.
Was sind kleine Waffen?
Der Begriff „kleine Waffen“ ist nicht eindeutig definiert. Im Allgemeinen versteht man darunter Waffen mit geringerem Kaliber und geringerer Mündungsenergie als „große Waffen“. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht immer eindeutig, da es auch kleine Waffen gibt, die sehr gefährlich sein können.
Wie kann ich mein Kind vor den Gefahren von Waffen schützen?
Es ist wichtig, Kindern frühzeitig die Gefahren von Waffen zu erklären und ihnen zu vermitteln, dass Waffen nicht zum Spielen sind. Eltern sollten mit ihren Kindern über die Folgen des unsachgemäßen Umgangs mit Waffen sprechen und ihnen beibringen, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen. Auch die richtige Lagerung von Waffen ist entscheidend, um Unfälle zu vermeiden.
Kinderwaffen sind ein komplexes Thema, das viele verschiedene Aspekte umfasst. Es ist wichtig, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, den pädagogischen Aspekten und den Gefahren auseinanderzusetzen, um Kinder bestmöglich vor Gefahren zu schützen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, ihre Fantasie und Kreativität im Spiel auszuleben.
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