Keuchhusten, auch bekannt als Pertussis, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das BakteriumBordetella pertussisVerursacht wird. Die Krankheit ist besonders gefährlich für Säuglinge und Kleinkinder, da sie zu schweren Komplikationen führen kann. Obwohl Keuchhusten in Deutschland durch eine Impfung gut kontrolliert wird, treten immer noch Fälle auf, insbesondere bei nicht vollständig geimpften Personen. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Stadien von Keuchhusten, die Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prophylaxe der Krankheit besprechen.
- Was sind die 3 Stadien von Keuchhusten?
- Ursachen von Keuchhusten
- Symptome von Keuchhusten
- Diagnose von Keuchhusten
- Behandlung von Keuchhusten
- Prognose von Keuchhusten
- Komplikationen von Keuchhusten
- Prophylaxe von Keuchhusten
- Häufig gestellte Fragen
- Wie lange ist Keuchhusten ansteckend?
- Was kann ich tun, um eine Ansteckung mit Keuchhusten zu vermeiden?
- Was sind die Symptome von Keuchhusten bei Erwachsenen?
- Was sind die Unterschiede zwischen Keuchhusten und einer normalen Erkältung?
- Muss ich einen Arzt aufsuchen, wenn ich glaube, dass ich Keuchhusten habe?
- Zusammenfassung
Was sind die 3 Stadien von Keuchhusten?
Keuchhusten verläuft in drei typischen Stadien, die jeweils durch unterschiedliche Symptome gekennzeichnet sind:
Stadium catarrhale
Das Stadium catarrhale, auch als Katarrhalstadium bekannt, dauert etwa 1-2 Wochen und ähnelt einer normalen Erkältung. Die Symptome sind:
- Schnupfen
- Husten
- Möglicherweise leichtes Fieber
In diesem Stadium ist die Krankheit bereits ansteckend, aber die typischen Keuchhustensymptome sind noch nicht vorhanden.
Stadium convulsivum
Das Stadium convulsivum, auch als Krampfstadium bekannt, ist das charakteristische Stadium von Keuchhusten. Es beginnt etwa 2 Wochen nach Beginn der ersten Symptome und kann bis zu 6 Wochen andauern. Folgende Symptome treten auf:
- Anfallsartige Hustenanfälle, die als Stakkatohusten bezeichnet werden. Diese Hustenanfälle sind durch eine Reihe von schnellen, kurzen Huststößen gekennzeichnet, die durch ein tiefes, pfeifendes Atemgeräusch ( inspiratorischer Stridor ) unterbrochen werden.
- Posttussives Erbrechen, das nach dem Hustenanfall auftritt.
- Apnoe, ein vorübergehender Atemstillstand, der besonders bei Säuglingen gefährlich sein kann.
- Blaufärbung der Haut ( Zyanose ) aufgrund von Sauerstoffmangel
Die Hustenanfälle können sehr anstrengend und erschöpfend sein. Sie treten häufig nachts auf und können den Schlaf des Kindes stören.
Stadium decrementi
Das Stadium decrementi, auch als Abklingstadium bekannt, beginnt etwa 6-10 Wochen nach Beginn der ersten Symptome. In diesem Stadium klingen die Hustenanfälle allmählich ab, aber der Husten kann noch mehrere Wochen anhalten. Die Symptome sind:
- Abnehmende Häufigkeit und Intensität der Hustenanfälle
- Husten, der oft trocken ist
Im Abklingstadium ist die Krankheit nicht mehr ansteckend.
Ursachen von Keuchhusten
Keuchhusten wird durch das BakteriumBordetella pertussisVerursacht. Dieses Bakterium wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, d.h. Durch kleine Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen freigesetzt werden. Die Inkubationszeit, d.h. Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt etwa 7-10 Tage. Die Krankheit ist hochansteckend, insbesondere in den ersten 2 Wochen nach Beginn der Symptome.
Es gibt auch andere Bakterien, die zu keuchhustenähnlichen Symptomen führen können, wie z.B.Bordetella parapertussis. Diese Infektionen verlaufen jedoch in der Regel milder und kürzer als Keuchhusten, der durchBordetella pertussisVerursacht wird.
Symptome von Keuchhusten
Die Symptome von Keuchhusten können je nach Alter und Impfstatus des Betroffenen variieren. Bei ungeimpften Personen verlaufen die Symptome typischerweise in den drei Stadien, die oben beschrieben wurden. Bei geimpften Personen können die Symptome milder verlaufen oder atypisch sein. Sie können z.B. Nur einen lang anhaltenden Husten ohne die typischen Hustenanfälle haben.
Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kann Keuchhusten sehr gefährlich sein. Sie können schwere Komplikationen entwickeln, wie z.B. Apnoen (Atemstillstand), Lungenentzündung (Pneumonie) und Hirnschäden. Es ist daher wichtig, dass Säuglinge und Kleinkinder gegen Keuchhusten geimpft werden.
Diagnose von Keuchhusten
Die Diagnose von Keuchhusten erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und Labordiagnostik.
Anamnese
Die Anamnese umfasst die Erhebung der Krankengeschichte des Patienten. Der Arzt wird Fragen stellen zu den Symptomen, dem Beginn der Krankheit, dem Impfstatus des Patienten und eventuellen Kontaktpersonen, die an Keuchhusten erkrankt sind.
Körperliche Untersuchung
Die körperliche Untersuchung umfasst die Inspektion des Patienten, die Abhörung der Lunge (Auskultation) und die Beurteilung des Hustens. Der Arzt kann auch die Temperatur des Patienten messen und den Puls kontrollieren.
Labordiagnostik
Die Labordiagnostik ist entscheidend für die Diagnosesicherung von Keuchhusten, insbesondere bei geimpften Personen, die nicht zwangsläufig die klassischen Symptome zeigen.
Zu den Laboruntersuchungen gehören:
- Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum: Dieser Abstrich wird verwendet, umBordetella pertussisIm Labor nachzuweisen. Die Untersuchung kann mittels Kultur oder PCR durchgeführt werden. Die Kultur ist weniger sensitiv als die PCR, kann aber für die Resistenztestung von Bedeutung sein.
- Serologische Untersuchung: Diese Untersuchung wird durchgeführt, um Antikörper gegenBordetella pertussisIm Blut nachzuweisen. Die serologische Untersuchung ist besonders hilfreich in späteren Stadien der Erkrankung, wenn der Erreger im Abstrich nicht mehr nachweisbar ist.
Die Wahl der Laboruntersuchung hängt vom Krankheitsstadium und dem klinischen Bild des Patienten ab. In der Regel wird in den ersten 2-3 Wochen der Erkrankung ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum durchgeführt. In späteren Stadien der Erkrankung kann eine serologische Untersuchung durchgeführt werden.
Behandlung von Keuchhusten
Die Behandlung von Keuchhusten umfasst in der Regel die Gabe von Antibiotika und supportive Maßnahmen.
Antibiotika
Antibiotika können die Dauer und Schwere der Hustenanfälle reduzieren und die Ansteckungsfähigkeit des Patienten verkürzen. Die Antibiotikatherapie ist besonders wichtig bei Säuglingen und Kleinkindern, da sie das Risiko für Komplikationen reduzieren kann.
Zu den Antibiotika, die bei Keuchhusten eingesetzt werden, gehören:
- Makrolide (z.B. Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin): Makrolide sind die Mittel der ersten Wahl bei Keuchhusten. Sie sind gut verträglich und einfach anzuwenden.
- Cotrimoxazol : Cotrimoxazol kann als Alternative zu Makroliden eingesetzt werden, wenn diese nicht vertragen werden.
Die Antibiotikatherapie sollte so früh wie möglich nach Beginn der Symptome begonnen werden, um die beste Wirkung zu erzielen. Die Dauer der Antibiotikatherapie hängt vom verwendeten Antibiotikum und dem klinischen Verlauf der Krankheit ab.
Supportive Maßnahmen
Zusätzlich zur Antibiotikatherapie können folgende supportive Maßnahmen die Symptome von Keuchhusten lindern:
- Ruhe: Ruhe ist wichtig, um den Körper zu schonen und die Erholung zu fördern.
- Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Dehydration zu vermeiden, die durch die Hustenanfälle auftreten kann.
- Luftbefeuchter: Ein Luftbefeuchter kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen und den Husten lindern.
- Dampfbad: Ein Dampfbad kann die Atemwege öffnen und den Schleim lösen.
Bei Säuglingen, die an Keuchhusten erkrankt sind, kann es notwendig sein, sie stationär aufzunehmen, um sie bei Apnoen (Atemstillstand) zu überwachen und ihnen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten.
Prognose von Keuchhusten
Die Prognose von Keuchhusten hängt vom Alter und dem Impfstatus des Betroffenen ab. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das Risiko für schwere Komplikationen erhöht. Bei Erwachsenen verläuft Keuchhusten in der Regel milder, kann aber auch zu Komplikationen führen.
Die meisten Menschen erholen sich von Keuchhusten ohne bleibende Schäden. Allerdings können einige Patienten lang anhaltende Symptome haben, wie z.B. Chronischen Husten.
Komplikationen von Keuchhusten
Keuchhusten kann zu verschiedenen Komplikationen führen, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Zu den häufigsten Komplikationen gehören:
- Apnoen (Atemstillstand): Apnoen sind besonders gefährlich bei Säuglingen und können zu Sauerstoffmangel im Gehirn führen.
- Lungenentzündung (Pneumonie): Eine Lungenentzündung kann durch Keuchhusten selbst oder durch eine Superinfektion mit anderen Bakterien oder Viren verursacht werden.
- Gehirnschäden : In seltenen Fällen kann Keuchhusten zu Gehirnschäden führen, die durch Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht werden.
- Rippenfrakturen : Die starken Hustenanfälle können zu Rippenfrakturen führen.
- Ohrentzündungen (Otitiden): Keuchhusten kann zu Ohrentzündungen führen, die durch die starken Hustenanfälle verursacht werden.
- Hirndruck : In seltenen Fällen kann Keuchhusten zu einem erhöhten Hirndruck führen.
Es ist wichtig, dass Säuglinge und Kleinkinder, die an Keuchhusten erkrankt sind, sorgfältig überwacht werden, um das Risiko für Komplikationen zu minimieren.
Prophylaxe von Keuchhusten
Die beste Vorbeugung gegen Keuchhusten ist die Impfung. Die Impfung gegen Keuchhusten ist ein wichtiger Bestandteil des Impfschutzes für Säuglinge und Kleinkinder. Die Impfung schützt nicht nur das Kind selbst, sondern auch andere Menschen in seiner Umgebung, die nicht geimpft sind oder einen unzureichenden Impfschutz haben.
Der Impfschutz gegen Keuchhusten ist jedoch nicht lebenslang. Es ist daher wichtig, dass Kinder und Erwachsene ihren Impfschutz auffrischen lassen, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten.
Impfplan
Der Impfplan gegen Keuchhusten in Deutschland sieht folgende Impfungen vor:

- Lebensmonat: Erste Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff, der Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und Haemophilus influenzae Typ b enthält (DTaP-IPV-Hib)
- Lebensmonat: Zweite Impfung mit DTaP-IPV-Hib
- Lebensmonat: Dritte Impfung mit DTaP-IPV-Hib
- 1bis 1Lebensmonat: Vierte Impfung mit DTaP-IPV-Hib
- Schuljahr: Fünfte Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff, der Diphtherie, Tetanus und Pertussis enthält (dTaP)
Es ist wichtig, dass Kinder alle fünf Impfungen erhalten, um einen optimalen Schutz gegen Keuchhusten zu erreichen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange ist Keuchhusten ansteckend?
Keuchhusten ist in der Regel am ansteckendsten in den ersten 2 Wochen nach Beginn der Symptome. Die Ansteckungsfähigkeit kann jedoch bis zu 3 Wochen nach Beginn des Krampfstadiums anhalten. Eine antibiotische Behandlung kann die Ansteckungsfähigkeit verkürzen, aber sie ist nicht immer vollständig wirksam.
Was kann ich tun, um eine Ansteckung mit Keuchhusten zu vermeiden?
Die beste Vorbeugung gegen Keuchhusten ist die Impfung. Sie sollten sicherstellen, dass Sie und Ihre Kinder vollständig gegen Keuchhusten geimpft sind. Wenn Sie Kontakt zu einer Person haben, die an Keuchhusten erkrankt ist, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die Hygieneregeln einhalten, wie z.B. Häufiges Händewaschen und das Vermeiden von direktem Kontakt mit der erkrankten Person.
Was sind die Symptome von Keuchhusten bei Erwachsenen?
Keuchhusten kann bei Erwachsenen milder verlaufen als bei Kindern. Die Symptome können einen lang anhaltenden Husten ohne die typischen Hustenanfälle umfassen. Es ist jedoch wichtig, dass Erwachsene, die an Keuchhusten erkrankt sind, einen Arzt aufsuchen, um eine Diagnose zu erhalten und eine Behandlung zu beginnen.
Was sind die Unterschiede zwischen Keuchhusten und einer normalen Erkältung?
Keuchhusten unterscheidet sich von einer normalen Erkältung durch die typischen Hustenanfälle, die durch ein tiefes, pfeifendes Atemgeräusch unterbrochen werden. Die Hustenanfälle können sehr anstrengend und erschöpfend sein und können zu posttussivem Erbrechen führen. Eine Erkältung hingegen ist in der Regel durch einen milden Husten, Schnupfen und Halsschmerzen gekennzeichnet.
Muss ich einen Arzt aufsuchen, wenn ich glaube, dass ich Keuchhusten habe?
Ja, Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie glauben, dass Sie Keuchhusten haben. Keuchhusten kann zu schweren Komplikationen führen, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Ein Arzt kann eine Diagnose stellen und eine Behandlung beginnen.
Zusammenfassung
Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das BakteriumBordetella pertussisVerursacht wird. Die Krankheit ist besonders gefährlich für Säuglinge und Kleinkinder, da sie zu schweren Komplikationen führen kann. Die beste Vorbeugung gegen Keuchhusten ist die Impfung. Wenn Sie glauben, dass Sie Keuchhusten haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine Diagnose zu erhalten und eine Behandlung zu beginnen.
Dieser Artikel soll nur allgemeine Informationen liefern und ersetzt keine medizinische Beratung durch einen Arzt. Wenn Sie Fragen zu Keuchhusten oder anderen Gesundheitsproblemen haben, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.
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