Die Geschichte der Gründung Israels ist eng mit dem komplexen und langjährigen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern verbunden. Die Entstehung des Staates Israel im Jahr 1948 war ein Wendepunkt in der Geschichte des Nahen Ostens und hat bis heute weitreichende Folgen. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung Israels, die politischen und historischen Hintergründe und die Folgen für die Region.

Die Teilung Palästinas und die Gründung Israels
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Shoah Millionen von Juden das Leben kostete, wuchs der Wunsch nach einer eigenen Heimat für das jüdische Volk. Die britische Mandatsverwaltung über Palästina, die nach dem Ersten Weltkrieg eingerichtet worden war, geriet zunehmend unter Druck, eine Lösung für den Konflikt zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung zu finden.
Im Mai 1947 gründete die Vereinte Nationen den Sonderausschuss UNSCOP (United Nations Special Committee on Palestine), um eine Lösung für den Konflikt zu finden. Die Vertreter der jüdischen Bevölkerung arbeiteten mit dem UN-Komitee zusammen, während die arabische Seite den Ausschuss boykottierte. Dies führte dazu, dass die arabische Bevölkerung im britischen Mandatsgebiet nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden wurde.
In ihrem am September 1947 veröffentlichten Bericht empfahl UNSCOP die Beendigung des britischen Mandats und die Teilung des Mandatsgebiets in einen arabischen und einen jüdischen Staat. Die UN-Generalversammlung folgte der Empfehlung und beschloss am 2November 1947 die Teilung Palästinas. Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden.
Der Teilungsplan: Ein umstrittener Kompromiss
Der Teilungsplan orientierte sich grob an den bestehenden Siedlungsverhältnissen. Die mehrheitlich arabisch besiedelten Gebiete wurden dem zu gründenden arabisch-palästinensischen Staat zugeschlagen. Im Gebiet des zukünftigen israelischen Staates war die jüdische Bevölkerung in der Mehrheit, aber auch ein großer arabischer Bevölkerungsanteil lebte dort.
Die arabische Bevölkerung Palästinas lehnte den Teilungsplan ab, ebenso wie die anderen arabischen Staaten. Sie argumentierten, dass die Vereinten Nationen nicht das Recht hätten, über Palästinas Zukunft gegen den Willen und auf Kosten der arabischen Mehrheit zu entscheiden. Die jüdische Bevölkerung hingegen akzeptierte den Plan, der ihnen einen eigenen Staat mit breiter internationaler Anerkennung in Aussicht stellte.
Die Ablehnung des Teilungsplans durch die arabische Seite führte zu einer Eskalation der Gewalt. Die Kämpfe im Mandatsgebiet nahmen zu und hatten bald bürgerkriegsähnliche Ausmaße erreicht. Auf beiden Seiten kam es zu Übergriffen und zur Tötung von Zivilisten.
Die Gründung Israels: Ein neuer Staat entsteht
Am 1Mai 1948, einen Tag nach dem Ende des britischen Mandats, erklärte David Ben Gurion, der spätere erste Premierminister Israels, die Unabhängigkeit des Staates Israel. Die arabische Liga, die die Teilung Palästinas abgelehnt hatte, reagierte mit einem Angriff auf das neu gegründete Israel. Der arabisch-israelische Krieg von 1948 brach aus.
Der Krieg endete im Jahr 1949 mit einem Waffenstillstandsabkommen. Israel konnte sich gegen die arabischen Armeen behaupten und sein Territorium erweitern. Allerdings wurden im Zuge des Krieges etwa 700.000 Palästinenser aus ihren Häusern vertrieben. Diese Vertreibung, die als Nakba (Katastrophe) bezeichnet wird, ist bis heute ein zentrales Thema im israelisch-palästinensischen Konflikt.
Die internationale Anerkennung Israels
Die internationale Anerkennung Israels bedeutet die völkerrechtliche Anerkennung eines Staates Israel. Es handelt sich dabei um eine Willenserklärung anderer Staaten, einen israelischen Herrschaftsverband als „Staat“ im Sinne des Völkerrechts anzuerkennen.
Die Anerkennung stellt eine einseitige Willenserklärung dar. Die Entscheidung, ob ein Staat einen anderen Staat als Völkerrechtssubjekt anerkennen will, liegt grundsätzlich im freien Ermessen eines jeden Staates.
Israel wird von 162 der 192 anderen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, d. H. Von über 84 %, diplomatisch anerkannt. Dazu gehören auch alle fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat. Insbesondere einige Staaten der arabischen und islamischen Welt erkennen Israel nicht an, einige dieser Länder erkennen auch das Existenzrecht Israels nicht an. Daneben verweigern mit Belize, Bolivien, Kuba, Nordkorea und Venezuela auch nicht mehrheitlich muslimische Länder die Anerkennung Israels.
Die Anerkennung Israels im Laufe der Zeit
Die Vereinigten Staaten erkannten den Staat de facto direkt nach seiner Gründung an, die Sowjetunion drei Tage später. Ende der 1960er Jahre hatte Israel diplomatische Beziehungen zu fast allen Ländern Westeuropas, Nordamerikas, Südamerikas und Afrikas südlich der Sahara etabliert. Alle arabischen Staaten und die meisten muslimischen Staaten (mit Ausnahme der Türkei und des Irans unter Schah Mohammad Reza Pahlavi) waren jedoch weiterhin vehemente Gegner einer Anerkennung.
Um nach dem Jom-Kippur-Krieg von 1973 zusätzlichen diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Israel auszuüben, verhängten die ölproduzierenden arabischen Länder ein Ölembargo gegen Länder, die bilaterale Beziehungen zu Israel unterhielten. Infolgedessen brachen viele afrikanische und asiatische Länder ihre Beziehungen zu Israel ab. Auch die Sowjetunion stellte sich in dieser Zeit auf die Seite der Araber, so dass die meisten Länder des Ostblocks 1967 die diplomatischen Beziehungen zu Israel abbrachen.
Mit dem Abschluss des Israelisch-ägyptischen Friedensvertrags von 1979 wurde Ägypten schließlich zum ersten arabischen Staat, welcher Israel anerkannte. Das Ende des Kalten Krieges und der Beginn des Oslo-Friedensprozess führte dazu, dass zahlreiche Länder in Asien, Europa und Afrika diplomatische Beziehungen zu Israel wieder oder neu aufnahmen. 2020 erkannten durch das Abraham-Abkommen und weitere völkerrechtliche Verträge vier arabische Staaten (Bahrain, Marokko, Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate) Israel diplomatisch an.
Die Folgen der Gründung Israels
Die Gründung Israels hatte weitreichende Folgen für die Region. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist bis heute ein zentraler Konflikt im Nahen Osten. Der Konflikt hat zu zahlreichen Kriegen, Terroranschlägen und Gewaltverbrechen geführt. Die Situation in der Region ist geprägt von Unsicherheit und Instabilität.

Die Gründung Israels hat auch zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse im Nahen Osten geführt. Israel ist zu einer bedeutenden Militärmacht in der Region geworden und spielt eine wichtige Rolle in der internationalen Politik. Die Gründung des Staates Israel war ein historischer Wendepunkt, der das Gesicht des Nahen Ostens nachhaltig verändert hat.
Wer hat Israel als Staat anerkannt?
Israel wird von 162 der 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen diplomatisch anerkannt. Dazu gehören alle fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat. Insbesondere einige Staaten der arabischen und islamischen Welt erkennen Israel nicht an, einige dieser Länder erkennen auch das Existenzrecht Israels nicht an.
Warum wurde Israel gegründet?
Die Gründung Israels war eine Reaktion auf die Shoah, in der Millionen von Juden ermordet wurden. Die jüdische Bevölkerung forderte eine eigene Heimat, um sich vor weiterer Verfolgung zu schützen. Die Gründung Israels sollte eine sichere Heimat für das jüdische Volk schaffen.

Was war der Teilungsplan für Palästina?
Der Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 sah die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat vor. Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden. Der Plan war jedoch umstritten und wurde von der arabischen Bevölkerung und den arabischen Staaten abgelehnt.

Was ist die Nakba?
Die Nakba (Katastrophe) bezeichnet die Vertreibung von etwa 700.000 Palästinensern aus ihren Häusern im Zuge des arabisch-israelischen Krieges von 194Die Nakba ist bis heute ein zentrales Thema im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Was ist die Zwei-Staaten-Lösung?
Die Zwei-Staaten-Lösung ist ein politisches Konzept, das die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates neben Israel vorsieht. Die Zwei-Staaten-Lösung wird von vielen internationalen Organisationen und Regierungen als die beste Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt angesehen.
Zusammenfassung
Die Gründung Israels war ein historischer Wendepunkt, der das Gesicht des Nahen Ostens nachhaltig verändert hat. Die Entstehung des Staates Israel ist eng mit dem komplexen und langjährigen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern verbunden. Die Folgen der Gründung Israels sind bis heute spürbar und prägen die Region. Die Suche nach einer friedlichen Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt ist eine der größten Herausforderungen des 2Jahrhunderts.
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