Die Geburt eines Kindes ist ein wunderschönes und lebensveränderndes Ereignis. Doch für viele Frauen geht diese Freude mit einer unangenehmen Begleiterscheinung einher: Inkontinenz. Nach der Geburt kann es zu einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur kommen, die zu unfreiwilligem Urinverlust führt. In diesem Artikel beleuchten wir die Statistik von Inkontinenz nach der Geburt, die Ursachen, die unterschiedlichen Arten von Inkontinenz und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.
Häufigkeit von Inkontinenz nach der Geburt
Die Häufigkeit von Inkontinenz nach der Geburt ist erschreckend hoch. Schätzungen zufolge leiden etwa 28% der Frauen weltweit unter Harninkontinenz. Die Spannweite der Betroffenen ist jedoch groß und reicht von 5% bis 58%. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Inkontinenz nach der Geburt ein weit verbreitetes Problem ist, das viele Frauen betrifft.
Eine Studie der Universität von Süddänemark in Odense, an der über 2000 Frauen teilnahmen, ergab, dass 22,1% der Frauen im Alter von 20 Jahren und älter innerhalb der letzten vier Wochen unter Inkontinenzsymptomen litten. Der Anteil der Betroffenen stieg mit dem Alter deutlich an: Bei Frauen zwischen 20 und 39 Jahren lag der Anteil bei 12,2%, während er bei Frauen über 80 Jahren auf 41,5% anstieg.
Ursachen für Inkontinenz nach der Geburt
Die Hauptursache für Inkontinenz nach der Geburt ist die Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. Diese Muskeln unterstützen die Blase, die Gebärmutter und den Darm. Während der Schwangerschaft und Geburt werden diese Muskeln stark beansprucht und können geschwächt werden. Weitere Faktoren, die zu Inkontinenz beitragen können, sind:
- Geburtsverletzungen, wie z.B. Risse oder Dammschnitte
- Mehrlingsschwangerschaften
- Übergewicht
- Husten oder starkes Niesen
- Chronischer Husten, z.B. Durch Asthma oder Rauchen
- Verstopfung
Arten von Inkontinenz nach der Geburt
Es gibt verschiedene Arten von Inkontinenz, die nach der Geburt auftreten können. Die häufigsten sind:
Stressinkontinenz
Bei der Stressinkontinenz kommt es beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Sport zu unfreiwilligem Urinverlust. Dies liegt daran, dass die Beckenbodenmuskulatur nicht stark genug ist, um die Blase beim Druckanstieg zu halten.
Dranginkontinenz
Bei der Dranginkontinenz verspürt die Frau einen starken Harndrang, der plötzlich und unerwartet auftritt. Es kann zu unfreiwilligem Urinverlust kommen, bevor sie die Toilette erreicht. Dies wird oft durch eine überaktive Blase verursacht.
Mischinkontinenz
Die Mischinkontinenz ist eine Kombination aus Stress- und Dranginkontinenz. Die Frau hat sowohl Probleme mit dem unfreiwilligen Urinverlust bei Druckanstieg als auch mit dem starken Harndrang.
Behandlungsmöglichkeiten bei Inkontinenz nach der Geburt
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Inkontinenz nach der Geburt. Die beste Option hängt von der Art der Inkontinenz und den individuellen Bedürfnissen der Frau ab. Hier sind einige gängige Behandlungsmethoden:
Beckenbodentraining
Beckenbodentraining ist eine wichtige erste Maßnahme bei Inkontinenz. Durch gezielte Übungen kann die Beckenbodenmuskulatur gestärkt und die Kontrolle über die Blase verbessert werden. Es gibt verschiedene Übungen, die die Frau zu Hause durchführen kann. Eine Physiotherapeutin kann die richtigen Übungen zeigen und die Fortschritte überwachen.
Blasentraining
Blasentraining hilft, die Blase zu trainieren und die Blasenkontrolle zu verbessern. Die Frau lernt, die Zeit zwischen den Toilettengängen zu verlängern und die Blase zu kontrollieren.
Medikamente
Bei Dranginkontinenz können Medikamente wie Anticholinergika helfen, die überaktive Blase zu beruhigen und die Symptome zu lindern.

Pessar
Ein Pessar ist ein kleines, flexibles Gerät, das in die Vagina eingeführt wird und die Blase stützt. Es kann helfen, Stressinkontinenz zu lindern.
Chirurgische Eingriffe
In einigen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, um die Inkontinenz zu behandeln. Dies ist insbesondere bei schwereren Formen der Inkontinenz oder bei fehlgeschlagenen konservativen Behandlungsmethoden der Fall.
Inkontinenz nach der Geburt
Wie lange dauert es, bis sich die Inkontinenz nach der Geburt bessert?
Die Dauer der Inkontinenz nach der Geburt variiert von Frau zu Frau. Bei vielen Frauen verschwinden die Symptome innerhalb weniger Monate. Bei anderen kann die Inkontinenz länger andauern. Es ist wichtig, dass Frauen mit Inkontinenz einen Arzt aufsuchen, um die Ursache der Inkontinenz zu klären und die richtige Behandlung zu erhalten.
Kann ich etwas tun, um Inkontinenz nach der Geburt vorzubeugen?
Ja, es gibt einige Dinge, die Frauen tun können, um Inkontinenz nach der Geburt vorzubeugen. Dazu gehören:
- Beckenbodentraining während der Schwangerschaft und nach der Geburt
- Gesundes Gewicht
- Vermeidung von Verstopfung
- Aufhören mit dem Rauchen
Ist Inkontinenz nach der Geburt ein Zeichen für eine schwere Erkrankung?
In den meisten Fällen ist Inkontinenz nach der Geburt kein Zeichen für eine schwere Erkrankung. Es ist eine häufige Folge der Schwangerschaft und Geburt. Wenn die Inkontinenz jedoch stark ausgeprägt ist oder mit anderen Symptomen einhergeht, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache zu klären.
Was kann ich tun, wenn ich unter Inkontinenz leide?
Wenn Sie unter Inkontinenz leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann die Ursache der Inkontinenz feststellen und die richtige Behandlung empfehlen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Inkontinenz zu behandeln, und die meisten Frauen können ihre Symptome deutlich verbessern oder sogar vollständig beseitigen.
Fazit
Inkontinenz nach der Geburt ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Frauen betrifft. Es ist wichtig, dass Frauen mit Inkontinenz einen Arzt aufsuchen, um die Ursache der Inkontinenz zu klären und die richtige Behandlung zu erhalten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Inkontinenz zu behandeln, und die meisten Frauen können ihre Symptome deutlich verbessern oder sogar vollständig beseitigen. Die frühzeitige Behandlung kann dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihnen zu ermöglichen, ein aktives und erfülltes Leben zu führen.
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